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6. August 2012
Was macht das Ozeanographie-Team? (von Benjamin Rabe, AWI)
Wer wir sind
Unser Ozeanographieteam während dieser Expedition an Bord Polarstern ist bunt gemischt und besteht aus 3 Wissenschaftlern, zwei Ingenieuren und einem Studenten.
Foto: AWI Mitglieder der Ozeanographiegruppe an Bord Polarstern während ARK XXVII/3. Von links nach rechts: Daniel Scholz, Stefanie Rettig, Benjamin Rabe (AWI), Hendrik Sander (Optimare Sensorsysteme GmbH, Bremerhaven, Deutschland), Ivan Ryzhov (Arctic and Antarctic Research Institute, St. Petersburg, Russland) und Raquel Somavilla Cabrillo (AWI)
Heute um 8:00 Bordzeit haben wir das Probennahmeprogramm der Expedition IceArc mit hydrographischen Messungen entlang des Längengrades 20°O bei 80° 30' N begonnen. Wo wir gerade sind, kann hier verfolgt werden.
Hintergrund
Beobachtungen der letzten Jahrzehnte zeigen, dass der teilweise eisbedeckte Arktische Ozean ein Indikator für Klimaveränderung ist. Außerdem besteht eine direkte Verbindung der Arktis über die Framstraße zu den Gebieten im Nordatlantik, wo oberflächennahes Wasser als Teil der globalen Umwälzzelle in die Tiefe absinkt (umkreiste Kreuze im Schema).
Grafik: AWI Zirkulation des warmen Atlantikwassers nach Rudels et al. (2005). Gezeigt sind das durch die Barentssee und an Spitzbergen vorbei durch die östliche Framstraße einfließende Atlantikwasser (rote Linie), was in den arktischen Becken zirkuliert und modifiziert wird, bevor es über die westliche Framstraße die Arktis verlässt
Diese Zelle ist u.a. dafür verantwortlich, dass warmes Wasser von den Tropen nach Nordeuropa gelangt. Der Arktische Ozean wird stark von einfließendem warmem Wasser aus dem Nordatlantik (rote Linien im Schema), Pazifikwasser und dem Eintrag von Süßwasser durch die Eurasischen und Nordamerikanischen Flüsse sowie von Niederschlag beeinflusst.
Foto: AWIEine CTD (Conductivity Temperature Depth), die
vertikale Profile von Temperatur, Salzgehalt und
Druck misst, wird zu Wasser gelassen. Zusätzlich
können in den 24 Wasserschöpfern je 12 Liter Wasser
aus verschiedenen Tiefen genommen werden
Wir als Ozeanographen untersuchen die Verbreitung, Zirkulation und Vermischung dieser verschiedenen Wassermassen sowie deren Umwandlung durch Einflüsse an der Ozeanoberfläche, wie z.B. Eisbildung. Das ist gerade in den letzten Jahren interessant, da die Eisbedeckung in der Arktis Rekordminima aufwies. Der Fokus des Ozeanographie-Programms während der Reise liegt auf Messungen von Temperatur, Salzgehalt und Strömung in der gesamten Wassersäule. Das machen wir vom Schiff aus und durch allein messende Bojen, die unter driftenden Eisschollen befestigt werden. Letztere können auch im Winter, wenn die Arktis fast nicht für Schiffsexpeditionen zugänglich ist, Daten erfassen und per Satellit an Datenzentren schicken.
Erste Messungen auf dieser Fahrt
Änderungen des Einstroms von warmem Wasser durch die Framstraße konnten in den letzten Jahren auch in der Arktis wiedergefunden werden. Der Strom am Rand der tiefen Arktisbecken ist Teil unserer ersten Messungen während dieser Expedition. Hier wollen wir sehen, inwieweit sich die Änderungen in der Framstraße wiederfinden. Außerdem deuten frühere Daten darauf hin, dass ein Teil des einströmenden warmen Wassers schon im Nansenbecken wieder zur Framstraße zurück fließt und nicht alle Arktisbecken umrundet. Da wir entlang der Schiffsroute am einfachsten messen können, betrachten Ozeanographen die gemessen Tiefenprofile von Temperatur und Salzgehalt gerne als eingefärbte Fläche. Bei einem solchen „Schnitt" können wir sowohl die Verteilung in der vertikalen als auch entlang der Schiffsroute sehen. Ein Beispiel entlang 30oOst von 2007 ist hier gezeigt. Diesen Schnitt wollen wir in diesem Jahr wiederholen, um zeitliche Änderungen in der Temperatur und dem Salzgehalt zu untersuchen.
Foto: AWI Potentielle Temperatur entlang ca. 30oOst der Polarsternexpedition ARK XXIII/3 in 2007. Die warmen Temperaturen um 300 m (rot-orangene Schicht) kommen vom warmen Atlantikwassereinstrom durch die Framstraße westlich von Svalbard. Nahe der Oberfläche sind die Temperaturen wegen des Eises nur etwas über dem Gefrierpunkt
Unser Ozeanographieteam während dieser Expedition an Bord Polarstern ist bunt gemischt und besteht aus 3 Wissenschaftlern, zwei Ingenieuren und einem Studenten.
Foto: AWI Mitglieder der Ozeanographiegruppe an Bord Polarstern während ARK XXVII/3. Von links nach rechts: Daniel Scholz, Stefanie Rettig, Benjamin Rabe (AWI), Hendrik Sander (Optimare Sensorsysteme GmbH, Bremerhaven, Deutschland), Ivan Ryzhov (Arctic and Antarctic Research Institute, St. Petersburg, Russland) und Raquel Somavilla Cabrillo (AWI)Heute um 8:00 Bordzeit haben wir das Probennahmeprogramm der Expedition IceArc mit hydrographischen Messungen entlang des Längengrades 20°O bei 80° 30' N begonnen. Wo wir gerade sind, kann hier verfolgt werden.
Hintergrund
Beobachtungen der letzten Jahrzehnte zeigen, dass der teilweise eisbedeckte Arktische Ozean ein Indikator für Klimaveränderung ist. Außerdem besteht eine direkte Verbindung der Arktis über die Framstraße zu den Gebieten im Nordatlantik, wo oberflächennahes Wasser als Teil der globalen Umwälzzelle in die Tiefe absinkt (umkreiste Kreuze im Schema).
Grafik: AWI Zirkulation des warmen Atlantikwassers nach Rudels et al. (2005). Gezeigt sind das durch die Barentssee und an Spitzbergen vorbei durch die östliche Framstraße einfließende Atlantikwasser (rote Linie), was in den arktischen Becken zirkuliert und modifiziert wird, bevor es über die westliche Framstraße die Arktis verlässtDiese Zelle ist u.a. dafür verantwortlich, dass warmes Wasser von den Tropen nach Nordeuropa gelangt. Der Arktische Ozean wird stark von einfließendem warmem Wasser aus dem Nordatlantik (rote Linien im Schema), Pazifikwasser und dem Eintrag von Süßwasser durch die Eurasischen und Nordamerikanischen Flüsse sowie von Niederschlag beeinflusst.
Foto: AWIEine CTD (Conductivity Temperature Depth), dievertikale Profile von Temperatur, Salzgehalt und
Druck misst, wird zu Wasser gelassen. Zusätzlich
können in den 24 Wasserschöpfern je 12 Liter Wasser
aus verschiedenen Tiefen genommen werden
Erste Messungen auf dieser Fahrt
Änderungen des Einstroms von warmem Wasser durch die Framstraße konnten in den letzten Jahren auch in der Arktis wiedergefunden werden. Der Strom am Rand der tiefen Arktisbecken ist Teil unserer ersten Messungen während dieser Expedition. Hier wollen wir sehen, inwieweit sich die Änderungen in der Framstraße wiederfinden. Außerdem deuten frühere Daten darauf hin, dass ein Teil des einströmenden warmen Wassers schon im Nansenbecken wieder zur Framstraße zurück fließt und nicht alle Arktisbecken umrundet. Da wir entlang der Schiffsroute am einfachsten messen können, betrachten Ozeanographen die gemessen Tiefenprofile von Temperatur und Salzgehalt gerne als eingefärbte Fläche. Bei einem solchen „Schnitt" können wir sowohl die Verteilung in der vertikalen als auch entlang der Schiffsroute sehen. Ein Beispiel entlang 30oOst von 2007 ist hier gezeigt. Diesen Schnitt wollen wir in diesem Jahr wiederholen, um zeitliche Änderungen in der Temperatur und dem Salzgehalt zu untersuchen.
Foto: AWI Potentielle Temperatur entlang ca. 30oOst der Polarsternexpedition ARK XXIII/3 in 2007. Die warmen Temperaturen um 300 m (rot-orangene Schicht) kommen vom warmen Atlantikwassereinstrom durch die Framstraße westlich von Svalbard. Nahe der Oberfläche sind die Temperaturen wegen des Eises nur etwas über dem GefrierpunktKommentare zu "Was macht das Ozeanographie-Team? (von Benjamin Rabe, AWI)"
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Schön, wieder einen tollen Blogeintrag über eure Fahrt lesen zu können. Das Wetter scheint, dem Foto nach zu urteilen, etwas ungemütlicher geworden zu sein. In Deuschland macht sich dafür grade der Verspätete Sommer bemerkbar.
Für den interessierten, aber unwissenden Leser wäre es angenehm gewesen, wenn die Framstraße und die Position des Abschnitts, welcher der bunten Abbildung über die potenziellen Temperaturen zu Grunde liegt, auch in der grauen Karte markiert worden wären. Bei der eigenen Recherche viel mir für die Ausfahrt ARK XXIII/3 noch das Jahr 2008 ins Auge… :P
Auch dieser Beitrag ist angenehm zu lesen und ist eine schöne Möglichkeit an eurer Fahrt teilzuhaben. Vielen Dank!