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10. September 2012
Sicherheitsmanöver mit Folgen (Von Antje Boetius)
Leider gibt es heute etwas Unerfreuliches zu berichten - wir hatten einen Unfall an Bord. In Anschluss an ein Routine-Sicherheitsmanöver, zu dem die Rettungsboote ins offene Wasser gesetzt und eine Weile um das Schiff gefahren werden, gab es mehrere Verletzte. Neben Patienten mit leichteren Blessuren gab es für einen unserer Wissenschaftler die erste Diagnose des Bordarztes: komplizierten Armbruch. Nach Beratung mit den zuständigen Stellen an Land und einer weiteren Röntgen-Diagnose steht fest: Unser Wissenschaftler soll zuhause optimal versorgt werden.
Wir werden vom Fahrtverlauf abweichen, um ihn in Kirkenes (Norwegen) für den Rücktransport abzugeben, von wo aus er zur weiteren Behandlung umgehend nach Deutschland geflogen werden soll. Es dauert ungefähr 3-4 Tage von hier bei 85°N und 123°E bis wir Nordnorwegen erreichen - danach wird die Fahrt fortgesetzt und es geht zurück ins Eis. Ab heute Nachmittag und in den nächsten Tagen werden wir genau überlegen, welches unsere weiteren Forschungsprioritäten sind, denn alle müssen nun etwas Stationszeit einsparen. Wenn alles gut geht, sind wir in einer Woche wieder im Eis.
Foto: S. Hendricks, AWI Polarstern unterwegs im Eis
Das war ein schöner Schreck für alle hier an Bord, aber wir sind froh, dass der Unfall noch glimpflich verlaufen ist und nichts Schlimmeres geschehen ist. Für mich ist es nach 44 Expeditionen nun die erste, bei der es überhaupt einen Unfall gab - es ist dabei für uns Wissenschaftler sehr beruhigend zu wissen, dass an alles gedacht ist und es ganz klare, schnelle Abläufe gibt, wer wen informiert und wie Entscheidungen - zum Beispiel für einen Rücktransport - herbeigeführt werden.
Doch ich musste die letzten zwei Tage auch viel darüber nachdenken, dass die zentrale Arktis immer noch ein sehr ferner Ort ist - zum nächsten Hafen sind es in jeder Richtung über 1000 Meilen. Es gibt zunehmenden Tourismus in der zentralen Arktis und durch den Rückgang des Meereises immer mehr Pläne die nördliche Seeroute für die Handelsschifffahrt zu nutzen, oder an den Schelfmeeren nach Gas und Öl zu suchen. Und das, ohne dass es eine Infrastruktur wie Städte, Häfen und Seenotrettung vor Ort gibt.
Nun sind wir auf dem Weg nach Kirkenes, werden aber hier weiter über unsere Messungen und Arbeiten berichten.
Karte: S. Albrecht, Fielax Transitstrecke nach Kirkenes. Die Eisdaten wurden vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen zur Verfügung gestellt
Wir werden vom Fahrtverlauf abweichen, um ihn in Kirkenes (Norwegen) für den Rücktransport abzugeben, von wo aus er zur weiteren Behandlung umgehend nach Deutschland geflogen werden soll. Es dauert ungefähr 3-4 Tage von hier bei 85°N und 123°E bis wir Nordnorwegen erreichen - danach wird die Fahrt fortgesetzt und es geht zurück ins Eis. Ab heute Nachmittag und in den nächsten Tagen werden wir genau überlegen, welches unsere weiteren Forschungsprioritäten sind, denn alle müssen nun etwas Stationszeit einsparen. Wenn alles gut geht, sind wir in einer Woche wieder im Eis.
Foto: S. Hendricks, AWI Polarstern unterwegs im EisDas war ein schöner Schreck für alle hier an Bord, aber wir sind froh, dass der Unfall noch glimpflich verlaufen ist und nichts Schlimmeres geschehen ist. Für mich ist es nach 44 Expeditionen nun die erste, bei der es überhaupt einen Unfall gab - es ist dabei für uns Wissenschaftler sehr beruhigend zu wissen, dass an alles gedacht ist und es ganz klare, schnelle Abläufe gibt, wer wen informiert und wie Entscheidungen - zum Beispiel für einen Rücktransport - herbeigeführt werden.
Doch ich musste die letzten zwei Tage auch viel darüber nachdenken, dass die zentrale Arktis immer noch ein sehr ferner Ort ist - zum nächsten Hafen sind es in jeder Richtung über 1000 Meilen. Es gibt zunehmenden Tourismus in der zentralen Arktis und durch den Rückgang des Meereises immer mehr Pläne die nördliche Seeroute für die Handelsschifffahrt zu nutzen, oder an den Schelfmeeren nach Gas und Öl zu suchen. Und das, ohne dass es eine Infrastruktur wie Städte, Häfen und Seenotrettung vor Ort gibt.
Nun sind wir auf dem Weg nach Kirkenes, werden aber hier weiter über unsere Messungen und Arbeiten berichten.
Karte: S. Albrecht, Fielax Transitstrecke nach Kirkenes. Die Eisdaten wurden vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen zur Verfügung gestelltKommentare zu "Sicherheitsmanöver mit Folgen (Von Antje Boetius)"
Sicherheitsmanöver
von Sven
am 11.09.2012 um 12:35 Uhr
Das sind wirklich beeindruckende Bilder, natürlich wünsche ich auch den Verletzten alles gute und gute Besserung.
LG Sven
"Sicherheitsmanöver mit Folgen (Von Antje Boetius)" kommentieren

Wir wünschen den Verletzten gute Besserung.
Wolfgang und Monika