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2. August 2012
Vor der Abfahrt (von Antje Boetius, AWI)
Ankunft in Tromsø, Norwegen. Wir sind der Vortrupp für die Polarstern-Expedition ARK27-3, oder auch “Projekt IceArc” genannt – ein Kürzel für unsere Vorhaben, den Rückgang des Meereises und seine Konsequenzen für den Arktischen Ozean und seine Lebensgemeinschaften zu erforschen. In Oslo auf dem Flughafen haben wir die andere Hälfte unserer Arbeitsgruppe getroffen, die gerade von Polarstern zurückkommen, nach einer kurzen, sehr erfolgreichen Expedition in die Fram Strasse. Sie wünschen uns Glück für die kommenden 10 Wochen und die Abenteuer, die vor uns liegen.
Frank WenzhöferDie Polarstern im Hafen von Tromsø
Heute und morgen treffen hier in Tromsø die insgesamt 54 Wissenschaftler und Techniker der Expedition IceArc aus 12 verschiedenen Ländern ein. Wir haben 7 20-Fuß Container auszuladen, um unsere insgesamt 23 Labore und Laborcontainer damit einzurichten, bevor es am 2. August losgeht - zunächst Richtung Spitzbergen und dann in die zentrale Arktis. Ich freue mich, dass es soweit ist – nach über drei Jahren Planung und Vorbereitung geht es nun ins Eis.
Wir, der Vortrupp, bestehend aus Mitgliedern der gemeinsamen Tiefseeforschungsgruppe von AWI und MPI werden in den zwei Tagen vor Auslaufen an Bord des Forschungseisbrechers Polarstern in neue bildgebende Forschungsgeräte eingewiesen, das heißt in den Umgang mit einem videogesteuerten Bodenprobennehmer und einem Fotoschlitten, der fantastische Fotos von Meeresbodenbewohnern macht. Denn eines unserer vielen Ziele ist es, die Lebewesen am Boden der eisbedeckten arktischen Tiefsee um den Nordpol herum in Wassertiefen von bis zu 5500 m abzubilden. Viele davon hat noch nie ein Mensch lebend in ihrer Umwelt gesehen. Außerdem werden wir mit Hilfe der Decksmannschaft die Container auszuladen und die Fracht verteilen. Es sind schon nach einem Tag riesige Berge von Kisten, die sich zwischen den Forschungsgeräten und Eisschlitten an Deck und in den Gängen türmen. Der Bootsmann schlägt uns augenzwinkernd vor, wir sollen noch 100 Meter an Polarstern anbauen, damit auch alles an Bord passt.
Frank WenzhöferRuhe vor dem Sturm: Das Deck der Polarstern ist
geleert, in wenigen Stunden wird man aber die Holz-
planken nicht mehr sehen können vor Kistenstapeln
Warum so viel Gerätschaften und Material? Wir werden über 2 Monate mit allen Fachgebieten der Meeresforschung – Physik, Chemie, Biologie und Geologie - gemeinsam an Fragestellungen zum Wandel in der zentralen Arktis und der Rolle des Meereises arbeiten. Jede Gruppe bringt zu den klassischen Forschungsgeräten diesmal auch eine Reihe neuer Technologien mit, um besondere Messungen zu realisieren, die noch vor kurzem noch nicht denkbar waren. Da wird selbst das größte Forschungsschiff Deutschlands schnell voll. Die neuen Instrumente werden uns helfen, die Bedingungen für das Leben im und unterm Eis genau zu dokumentieren und zu untersuchen. Bilder vom Lebensraum und den Lebewesen sowie sogenannte „in situ“ (lateinisch für „an Ort und Stelle“) Messungen sind dabei sehr wichtig, aber immer noch eine echte technische Herausforderung, denn es geht um Eis und Tiefsee und die letzten weißen Flecke der Erde auf der Karte des Wissens. Wir werden in diesem BLOG noch einiges darüber berichten.
Morgen kommen auch alle anderen Fahrtteilnehmer an und beziehen ihre Kammern und Labore, auf denen sie über 2 Monate zuhause sein werden. Übermorgen, am 2. August 2012, werden wir gegen 9 Uhr morgens auslaufen, bis dahin gibt es noch viel zu tun. Wir sind nach einem langen Arbeitstag froh, noch einen Rundgang durch das schöne Tromsø machen zu können – es ist Nordsommer, immerhin noch 16 °C warm und es wird nicht dunkel.
Steffen Jescheniak Antje Boetius, die Fahrtleiterin der Expedition IceArc (ARK27-3) beim Rundgang durch den alten Hafen von Tromsø
Frank WenzhöferDie Polarstern im Hafen von TromsøWir, der Vortrupp, bestehend aus Mitgliedern der gemeinsamen Tiefseeforschungsgruppe von AWI und MPI werden in den zwei Tagen vor Auslaufen an Bord des Forschungseisbrechers Polarstern in neue bildgebende Forschungsgeräte eingewiesen, das heißt in den Umgang mit einem videogesteuerten Bodenprobennehmer und einem Fotoschlitten, der fantastische Fotos von Meeresbodenbewohnern macht. Denn eines unserer vielen Ziele ist es, die Lebewesen am Boden der eisbedeckten arktischen Tiefsee um den Nordpol herum in Wassertiefen von bis zu 5500 m abzubilden. Viele davon hat noch nie ein Mensch lebend in ihrer Umwelt gesehen. Außerdem werden wir mit Hilfe der Decksmannschaft die Container auszuladen und die Fracht verteilen. Es sind schon nach einem Tag riesige Berge von Kisten, die sich zwischen den Forschungsgeräten und Eisschlitten an Deck und in den Gängen türmen. Der Bootsmann schlägt uns augenzwinkernd vor, wir sollen noch 100 Meter an Polarstern anbauen, damit auch alles an Bord passt.
Frank WenzhöferRuhe vor dem Sturm: Das Deck der Polarstern istgeleert, in wenigen Stunden wird man aber die Holz-
planken nicht mehr sehen können vor Kistenstapeln
Morgen kommen auch alle anderen Fahrtteilnehmer an und beziehen ihre Kammern und Labore, auf denen sie über 2 Monate zuhause sein werden. Übermorgen, am 2. August 2012, werden wir gegen 9 Uhr morgens auslaufen, bis dahin gibt es noch viel zu tun. Wir sind nach einem langen Arbeitstag froh, noch einen Rundgang durch das schöne Tromsø machen zu können – es ist Nordsommer, immerhin noch 16 °C warm und es wird nicht dunkel.
Steffen Jescheniak Antje Boetius, die Fahrtleiterin der Expedition IceArc (ARK27-3) beim Rundgang durch den alten Hafen von TromsøKommentare zu "Vor der Abfahrt (von Antje Boetius, AWI)"
Super Blog
von Klaus Störtebeker
am 04.08.2012 um 02:58 Uhr
Toll, dass ihr einen Blog über eure Fahrt schreibt!
Ich bin gespannt, was ihr über eure Arbeit und das Bordleben berichten werdet. Besonders gut gefallen mir dabei auch die Erklärungen von Fachbegriffen und die Verlinkungen zu weiteren Informationen.
Ich wünsche euch eine erfolgreiche und angenehme Fahrt!
Ziele der Expedition
von Monika Wittmann
am 05.08.2012 um 13:17 Uhr
Guten Tag Frau Boetius,
würden Sie bitte einen kurzen Abriss über die Ziele dieser Expedition geben? Wer initiierte die Fahrt und aus welchen Fachrichtungen kommen die Mitfahrer?
Ich begrüße diese GEO-live-Reportage sehr und freue mich auf jeden weiteren Post (hoffentlich auch mit wissenschaftlichem Material?).
Mit den allerbesten Grüßen aus Nordfriesland,
Monika Wittmann
"Vor der Abfahrt (von Antje Boetius, AWI)" kommentieren

Liebe Antje,
ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurer Ausfahrt. Der Blog ist jetzt auch auf www.mpi-bremen.de.