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Wird die EU-Fischereireform doch noch verwässert? Es gibt Anzeichen dafür
Auch bei dem zweiten Strang, der Reform der Subventionen, ist keineswegs klar, wie es ausgeht. Derzeit sind die Mehrheitsverhältnisse im Parlament schwer vorherzusagen. Der fischereinahe Franzose Alain Cadec und Berichterstatter für die Fonds-Reform fährt seinen gewohnten Kurs: Nachhaltigkeit ja, aber nur dann, wenn die Dinge größtenteils so bleiben wie sie sind.
Die New York Times bloggt dazu – was zeigt, was für ein internationales Thema die EU-Fischereireform geworden ist.
Fundstück: Die Umwelt-Karten von Benjamin Hennig
Spannend aus ökologischer Sicht ist die Karte zum "Anthropozän". Denn seien es Klimawandel, Überfischung, Artensterben, vergiftete Flüsse oder verschmutzte Luft – der Mensch hinterlässt seit der Industrialisierung nicht nur Spuren, sondern verändert die Welt. Und zwar massiv, als größte Determinante. In dieser Überzeugung hat der Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen das Zeitalter seit der Industrialisierung 2002 erstmals als „Anthropozän“ bezeichnet – und damit einen Begriff geprägt, der mittlerweile in die Forschung Einzug gehalten hat. Und das Holozän ablösen würde, dem jüngsten Abschnitt in der Erdgeschichte, in dem wir seit rund 11 000 leben.
Der neue Begriff hat Hennig inspiriert zu einer Anthropozän-Weltkarte. Sie behält den geografischen Referenzrahmen bei, lädt die kartografischen Raster jedoch mit weiteren statistischen Größen auf, was die räumlichen Verzerrungen zur Folge hat. Hennig kombiniert die Bevölkerungsdichte mit weiteren Faktoren menschlichen Siedelns wie etwa Beleuchtung, Verkehrsverbindungen (Straßen, Eisenbahn, Flugverkehr, Schifffahrt) und Infrastruktur (u.a Pipelines, Kommunikationskabel), die er in verschiedenen Farben visualisiert. Gelb etwa steht etwa für Beleuchtung.
Hennig will so in komplexer Weise die Intensität menschlichen Siedelns deutlich machen, vor allem auch dessen global unterschiedliche Stärke. Und damit zeigen, in welchen Regionen der Mensch besonders stark zur umweltverändernden Kraft geworden ist: Nordamerika und Europa leben sehr energieintensiv und sind eng in die globalen Verkehrsnetze verstrickt; entsprechend auffällig sind diese Regionen: hell erleuchtet und durchzogen wie umgeben von Trassenstrecken und Routenlinien. Asien schwillt durch die große Bevölkerungszahl stark an, ist aber weniger stark erleuchtet. Afrika bleibt fast völlig dunkel, weil es „unterentwickelt“ ist, wie man sagen könnte, aber gerade deshalb einen anderen ökologischen Fußabdruck hat als die reichen Regionen.
Insofernmacht die Karte auch die Notwendigkeit deutlich, den Begriff der Entwicklung neu zu denken. Und danach zu fragen, ob Wirtschaftswachstum samt seiner Umweltfolgen weiter das Credo der menschlichen Entwicklung sein kann - oder ob es nicht andere, erdfreundlichere Wege des Lebens gibt. Die Forschung beginnt, sich damit zu beschäftigen unter dem Stichwort der „Postwachstumsökonomie“. Ausschüsse diskutieren, ob in Frankreich oder Deutschland, neue Wachstumsindikatoren, in die soziale und ökologische Veränderungen einfließen. Doch noch sind dies nur kleinste Ansätze und Ideen - die aber durch Bilder und Karten, wie sie Benjamin Hennig hier entworfen hat, mit einem mal groß werden und zeigen, welche Aufgaben zu lösen sind.
EU-Parlament hat entschieden: Etappensieg für Fisch und EU-Politik
Der Jubel ist groß, in der Presse, bei Politikern, Teilen der Fischerei und auch den sonst so kritisch gestimmten Umweltverbänden. Sie allen haben Recht: Die Entscheidung des Europaparlamentes für ein besseres Fischereimanagement ist ein Grund zum Jubeln und ein Meilenstein für die EU-Fischereipolitik – nicht nur inhaltlich. Denn zum ersten Mal durfte das Parlament in diesem Feld mitbestimmen. Und dabei ist es auch seinem Ruf gerecht geworden, öfter das ökologische Korrektiv im EU-Machtgefüge zu sein.
Die Ziele, auf die sich die Abgeordneten verständigt haben, sind weit mehr als das, was noch vor wenigen Monaten zu erwarten war. Denn die ambitionierte Fischereireform von Kommissarin Damanaki, die unter anderem ein verpflichtendes Nachhaltigkeitsziel einführt und den unsinnigen Beifang weitestgehend verbietet, ist nicht im Parlament geschreddert worden. Was vor einem halben Jahr noch möglich schien, weil der Widerstand im Fischereiausschuss des Parlaments groß war gegen manche der Ideen. Doch die Frauen, die alles eingefädelt haben, widerstanden dem Widerstand.
Rodusts Kunststück
Die Vorlage, die Berichterstatterin Ulrike Rodust mit Geduld und Verhandlungsgeschick aus den 2600 Änderungsanträgen destilliert hat und dem Plenum schmackhaft machte, ist nahe an Damanakis Ideen geblieben. Und damit an dem, was wirklich nötig war, um eine historische Reform möglich zu machen. Selbst die fragwürdige EU-Fischerei vor Afrikas Küsten wird von den Plänen erfasst und soll verbessert werden.
Doch noch ist alles Konjunktiv und damit im Status des Sollens und Könnens. Der EU-Ministerrat, also die nationalen Regierungen, müssen der Vorlage des Parlaments noch zustimmen. Die Chancen dafür stehen zwar gut, andererseits haben die Agrar- und Fischereiminister schon sehr oft der vorbereiteten Vernunft ein Schnippchen geschlagen und ihre eigene Lesart der Lage zum Gesetz gemacht. Und selten war die EU-Politik unberechenbarer und abhängiger von äußeren Umständen als jetzt. Insofern lohnen sich hoffnungsvolles Warten und berechtige Vorfreude auf eine neue Fischereipolitik, auf einen großen umweltpolitischen Erfolg. Und eine tolle Leistung des europäischen Parlaments. Doch mehr ist jetzt noch nicht drin.
Große Sichttiefe
Man könnte für diesen Status quo nun viele Metaphern finden, etwa, dass die Schiffe noch nicht im Hafen oder die Fische keineswegs bereits im Netz sind. Vielleicht geht es aber auch so: EU-Politik hat ihre eigenen Zeitspannen und Überraschungsmomente. Darauf sollte man immer hinweisen - gerade, weil diese EU Vieles in unserem Alltag beeinflusst und dennoch so unbekannt geblieben ist.
In diesem Fall ist die Sichttiefe aber recht groß, liegen die Dinge einigermaßen klar auf dem Grund. Und ein Baustein steht schon: die Ankunft des Parlamentes in einem neuen Politikfeld und damit seine wiedergewonnene Überzeugungskraft in heiklen umweltpolitischen Fragen.
Wolf und Wels werden uns fressen – sind wir noch im Mittelalter? Medien schüren unnötig Panik
Das Stück endet mit einer Weiße-Hai-Szene: Fisch frisst fast Mädchen – die Bedrohung ist da. In der Tat hat da ein Wels eine 14-Jährige angegriffen, ein krasser Vorfall! Aber auch eine bisher große Ausnahme. Ähnliche Fälle sind hierzulande und auch sonst meines Wissens nicht dokumentiert; es gibt alte Berichte aus Osteuropa über Angriffe bei Frauen, die Wäsche waschen, aber da geht es immer darum, dass der Wels in seinem Laichgebiet gestört wurde und den Nachwuchs verteidigen wollte. Und er hat nur Bürstenzähne, die einen Menschen nicht schwer verletzen können, tiefe Kratzer gibt es natürlich schon.
Bis drei Meter Länge ist für Europa so weit ich weiß auch nichts Seriöses dokumentiert, leider steht es immer wieder in den Artikeln zu dieser Art. In dem Artikel fehlen auch andere wissenschaftliche Einschätzungen, Angler haben eben eine eigene Perspektive und Dramaturgie. Das weiß ich, weil ich selbst einer bin.
Und der Wolf? Wie lange führen wie die Debatte über seiner Rückkehr schon? Seit 2000, und es gibt viele gute Berichte dazu, Managementpläne, Studien. Und dann doch immer wieder dieses unterschwellige Schüren der Angst. Angst als Auflagenmittel – das ist einfach immer wieder nicht schön zu lesen.
Wie schützen Sie die Umwelt? Ideen und Vorschläge bitte! Hier meine Antworten...
Dann die eigene Schreiberei und Seminararbeit zu Umweltthemen als – hoffentlich – bewusstseinsfördernde Maßnahme. Wir kaufen meist nur im Bioladen ein und durchweg, wenn mal woanders, Bio-Produkte. Energiesparende Geräte werden angeschafft (zuletzt Kühlschrank, Waschmaschine), und auch auf das Heizen schauen wir. Etwas Geld geht an „GEO schützt den Regenwald“. Dennoch esse ich Fleisch, Fisch, fliege hie und da (kompensiere es dann) fahre Auto, verbrauche als Journalist viel Papier. Und übe bisher nirgendwo Radikalverzicht.
Welchen Fisch soll ich essen? Fragen und Antworten
Woran sollen Verbraucher da noch glauben? Ein anderes Problem für sie: den Überblick nicht verlieren. Denn wie bei Biosiegeln generell geht auch bei den nachhaltigen Fisch-Marken langsam die Ordnung verloren. Eine Seite im Netz fehlt, die die Zertifikate vergleicht – eine sinnvolle Aufgaben für Verbraucherschützer. Dennoch können bei der Frage, welchen Fisch man essen soll, die Siegel nicht alleine die Antwort geben. Denn es gibt auch kulturelle und kulinarische Gründe für die Überfischung, die Fischhändler und Fischer immer wieder nennen, wenn man sie danach fragt.
Wieviele Gräten traue ich mir zu?
Etwa der Umgang mit Gräten: Arten, die etwas mehr Gräten haben, gelten als schwerer verkäuflich und oft auch kulinarisch minderwertig. Wenn Verbraucher – die Fischer auch als „Generation Fischstäbchen“ bezeichnen – aber mehr Erfahrungen damit hätten, wie grätenreiche und dennoch schmackhafte Fische zerlegt und gegessen werden können, würde das Spektrum der Speisefische breiter. Und könnten überfischte Bestände womöglich so entlasten werden. Gleiches gilt für die Namen: Leckere Arten wie Lumb oder Pollack klingen aus Sicht der Supermärkte eher abstoßend. Genau aus diesem Grund werden Köhler („Seelachs“) und Dornhai („Schillerlocke“ für den Bauchlappen) für den Verkauf umbenannt. Wenn Unternehmen den Kunden aber auch vermeintlich plumpe Namen zutrauten, würde ebenfalls das Spektrum breiter. Und ließe vermutlich auch der Druck auf manche stark befischte Bestände nach.
Erfolgreiche Kampagne in England
Letztlich geht es also um Aufklärung in größtmöglicher Breite: nicht nur über Siegel und Zertifikate, sondern auch direkt durch den Einzelhandel und die Gastronomie. Da gibt es noch viel tun. Doch auch Medien selbst können etwas gegen Überfischung tun: Zumindest auf MSC-Produkte setzen, wie es etwa die Kantine des Verlages Gruner + Jahr oft tut - oder selbst aktiv werden: Die enorm erfolgreiche Fishfight-Kampagne des britischen Journalisten Hugh Fearnley-Whittingstall hat schon begonnen, den Fischkonsum in Großbritannien zu verändern. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, dass mit wort- und bildgewandter Aufklärung auch kulturelle Muster verändert werden können. Und doch mehr Menschen dazu bereit sind, überfischte Arten nicht mehr zu kaufen. Das ist – nach dem Radikalverzicht auf Fisch - der beste Schritt, selbst etwas zu tun.
Es geht um Fische wie Aal, Rotbarsch oder Dornhai – Arten, die in den Führern von WWF und Greenpeace rot marktiert sind und für die das FAO-Fanggebiet keine größere Rolle spielt. Das ist der zweite Punkt bei der Wahl: Neben der Art ist das Fanggebiet entscheidend, das seit 2012 auf allen Fischereiprodukten der EU ausgewiesen wird und in den Fischführern eine wichtige Rolle spielt. Doch auch über die Website Fischbestände online des Thünen-Instituts kann man sich zusätzlich informieren, wie es in den in den Gebieten aussieht. Im Nordostatlantik etwa sind viele Bestände noch halbwegs intakt. Doch diese Faustregel entlastet nicht davon, im Einzelfall doch nach der genauen Herkunft zu fragen.
Überforderte Kellner
Das regionale Kriterium hilft dem Fischkäufer, noch gründlicher auszuwählen. Doch es macht die Wahl gleichzeitig komplizierter. In Restaurants sind auch halbwegs fischkundige Kellner mit der Frage nach der Meeresregion, aus der Fisch kommt, überfordert. Da können dann wieder Fischführer helfen, die es als App für das Smartphone gibt: vom WWF oder auch dem Kieler Geomar-Institut (fischimhandy.de), dessen Ratgeber allerdings etwas veraltet ist – und sich auf die WWF- und Greenpeace-Ratgeber bezieht. Deren jährliche Aktualität ist wichtig, weil sich draußen im Meer doch einiges verändert. Galt die Nordsee-Scholle vor wenigen Jahren noch als kritisch, kann man sie jetzt essen.
Der WWF-Führer stützt sich stark auf die MSC-Verbreitung. Greenpeace wählt schärfer aus, markiert etwa Sardelle, Scholle und Kabeljau größtenteils als „nicht empfehlenswert“, wohingegen der WWF diese Arten in der Gesamtübersicht, bei der die Fanggebiete noch keine Rolle spielen, als eher unbedenklich empfiehlt. So gibt es viele Unterschiede zwischen beiden Führern; Greenpeace bewertet in der groben Übersicht insgesamt nur Forelle, Hering, Karpfen, Makrele und Zander als gut, das WWF-Artenspektrum ist viel breiter. Welchem Führer man nun folgt, hängt von Antworten auf einfache Fragen ab:
# Wie viel Verzicht will ich?
# Wie streng ist meine eigene Nachhaltigkeit? Folgt sie eher dem Vorsorgeansatz, den Greenpeace verkörpert und der einen vorsichtigeren Kauf bedeutet. Oder der etwas wirtschaftlich orientierten Nachhaltigkeit des MSC?
# Will ich mit meinem Kauf die Verbreitung von MSC unterstützen, das die Fischerei schon – nach seinen eigenen Kriterien – stark verändert hat. Oder reichen mir die Kriterien nicht aus und setze ich eher auf kleine Unternehmen, die überschaubar zertifiziert werden?
# Will ich also, womöglich weichere, Veränderungen in der Masse - oder strengere für Nischen?
Fragen für die Kauf-Entscheidung
Daneben stehen andere grundlegende Fragen. Der Reihe nach könnten dies die Fragen für den Fischkonsum sein:
# Will ich überhaupt noch Fisch essen?
# Wenn ja, welche Arten sind generell, in allen Fischführern, tabu?
# Welchem Führer vertraue ich? Wo bekomme ich schnell per App auch Angaben über die Fanggebiete?
# Kann/will ich mein eigenes Essverhalten ändern? Traue ich mir mehr Gräten zu?
# Möchte ich auch mal unbekanntere Arten versuchen?
# Was wissen die Fischverkäufer, Kellner und Köche über die Herkunft der Produkte?
Fischereireform ein Erfolg im Parlament
Die SPD-Abgeordnete Ulrike Rodust hat als Berichterstatterin im Fischereiausschuss des EU-Parlaments einen guten Job gemacht und überraschend klar auch die Zweifler auf Linie gebracht. Vor wenigen Tagen hat die Reform den Ausschuss mit großer Mehrheit passiert; jetzt ist das Parlamentsplenum dran. Die Deutsche Umwelthilfe schreibt:
Mit dem vorliegenden Kompromiss der deutschen Berichterstatterin Ulrike Rodust (SPD) verpflichtet sich die EU rechtlich dazu, Fangmöglichkeiten für alle europäischen Fischbestände ab 2015 nur noch innerhalb nachhaltiger Grenzen festzulegen. Ziel ist es, bis 2020 alle Bestände auf ein nachhaltiges Niveau wachsen zu lassen mit Größen oberhalb des sogenannten „höchstmöglichen Dauerertrags“. Das Europäische Parlament kann zum ersten Mal nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags über eine Neuausrichtung der europäischen Fischerei mitbestimmen.
Die DUH appellierte an das Plenum, das bis spätestens März 2013 über den Bericht zur GFP-Reform entscheidet, die gestern gefassten Beschlüsse mitzutragen und nicht durch kurzfristige Profitinteressen zu verwässern. Das Europäische Parlament tritt im kommenden Jahr mit dem EU-Ministerrat in Verhandlungen über die GFP-Reform. (...) Auch dass die EU-Mitgliedstaaten Überkapazitäten in ihren Flotten künftig erfassen und abbauen müssen und Fördermittel auf Mitgliedstaaten und Fischereibetreiber beschränkt werden, die ihre Fangkapazitäten an vorhandene Fangmöglichkeiten anpassen, sei als positiv zu bewerten.
Ist die Fischerei-Wende geschafft? Keineswegs
Im Laufe des Jahres vermelden Fischereiverbände immer wieder, dass es den EU-Beständen deutlich besser geht und eine „Nachhaltigkeitswende“ geschafft sei. Mir sind die Meldungen etwas zu euphorisch. Ich denke dazu...,
# dass man unbedingt hervorheben muss, dass sich etwas tut, die nachhaltigen Ziele stärker angenommen werden und Management-Pläne greifen, allerdings...
# sind 53 Prozent im Nordostatlantik nachhaltige Befischung nicht 100 Prozent,
# ist dies erst seit kurzem erreicht. Wir haben also noch keine langfristigen Resultate sondern erste Anzeichen nach Jahrzehnten des Desasters
# geht es nur um die erfassten Bestände; viele sind es nicht. Und es geht nur um die Speisefische. Wer fragt da etwa nach Rochen und Haien, denen es mies geht.
# gibt es auch externe Faktoren, die teils nicht benannt werden, aber zu Erfolgen beitragen wie etwa in Polen, das lange illegal fischen ließ und erst mit einem Regierungswechsel eine Änderung bekam. Das ist ein wichtiger Grund für das „Ostseedorsch-Wunder“
# sind die zentralen Fehler im EU-System immer noch da, warten wir die Reform ab
# Wird immer noch darum gerungen, was denn die besten Kriterien für „nachhaltige Fischerei“ sind, dazu mehr in unserer Serie
# ist die Situation regional sehr verschieden, im Mittelmeer etwa sind über 80 Prozent noch überfischt.
Die neue GEO-Fischerei-Serie - um was es geht
Ich möchte kurz für die neue Serie zur Europäischen Fischerei werben, die auf GEO.de letzte Woche angelaufen ist. Es geht u.a darum, warum die EU-Bestände bedroht sind, was die Forschung weiß und auch, welche Lösungen es gibt. Wir hinterfragen die Überfischung in der sechsteiligen Reihe multimedial und aus verschiedenen Perspektiven. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, die Leitbild der Fischereireform ist.
Es gibt Texte, Infoboxen, Fotostrecken, Filme und Audio-Interviews. Hier auf dem Blog werde ich in der Zeit, in der die Serie läuft, die politische Entwicklung in Brüssel kurz kommentieren – denn da wird gerade die Zukunft der Meere verhandelt. Es geht darum, Fehler aus 30 Jahren zu beseitigen, ein großes Vorhaben!
Heute ist im Fischereiausschuss des EU-Parlamentes ein Kompromiss erzielt worden. Ein wichtiger Zwischenschritt. Was genau das bedeutet folgt in Kürze. Der WWF bloggt dazu:
Die Medien und das Klima – wegsehen hilft?
Schade, dass wir Medien bei dem Thema Klimawandel nun offensichtlich wieder einmal schlicht der politischen Agenda folgen und es kaum mehr beachten - in der Breite! Geschrieben steht schon etwas dazu an den üblichen Orten.
Es steht ein Gipfel an, und das Interesse ist sehr schwach. Das liest man im Vorfeld, sieht man im Fernsehen, ich höre es bei Kollegen. Dabei müsste es doch anders sein: das Thema ist "unten", nur dafür viel zu wichtig.
Wenn es die Politik nicht weiter entwickelt, könnte/sollte man doch gerade darüber schreiben bzw. anmahnen, das nichts oder wenig geschieht. Sicher: Von seiner ganzen Logik her ist Journalismus insgesamt eher thematisch reaktiv statt selbst aktivierend. Aber bei solchen Zukunftsthemen kann man es doch mal rumdrehen, oder?

Dr. Torsten Schäfer ist Redakteur bei GEO Inter-