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Heimatlos in Deutschland: Umweltjournalismus
Es gibt keinen Verband, keine Studiengänge, kaum Weiterbildungsangebote. Einen Verband gab es mal in den 90ern. Seitdem hat sich der institutionalisierte Umweltjournalismus aber dünn gemacht – punktuell und aktuell gibt es nun erste Entwicklungen in die Gegenrichtung, an der Universität Lüneburg oder der FH Rhein-Sieg.
Aber noch ist und lange war da nichts. Österreich ist breiter aufgestellt. Hier gibt es Symposien, fragt sich die Journaille, ob und wie sie grün sein will. In den USA gibt es einen großen Verband, mehrere Studiengänge - und eine Debatte darüber, was Umweltjournalismus überhaupt sein soll. Was ist er denn nun, gerade in Zeiten einer grünen Themenrevolution? Eigentlich müsst der Gesuchte höchst sichtbar sein. Die Antwort: Ja und Nein. weiterlesen
Problematische Problemstruktur – warum der Klimawandel ein schwieriges Thema ist
Wie aber kann es sein, dass die Mehrheit dieser These zustimmt? Nach all den Debatten der vergangenen Jahre, trotz all des neuen Wissens. Und schon 2001 gab es eine zehn Jahre alte, breite Klimakampagne! Auch das macht die Unterlagen aus der Umzugkiste klar: Zum Beispiel das vergilbte Zehn-Punkte-Programm für eine europäische Energiepolitik, das deutsche Umweltverbände 1993 verfasst haben – zusammen mit dem Hausfrauenbund und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.
Geschichten über grüne Vorbilder – eine Stiftung will sie sammeln
Prof. Harald Welzer, Sozialpsychloge und Experte für kulturelle und soziale Fragen an den Klimawandel, geht jetzt in einen neuen Bereich: Er will Geschichten über grüne Vorbilder sammeln und erzählen, mit der neuen Stiftung Futur zwei, die private Förderer tragen. Das hat er in einem Zeit-Gespräch erklärt.
Es ist eigentlich etwas, was der Journalismus tun sollte. Doch er tut es offenbar zu wenig. Jetzt wird ein Forscher aktiv, unterstützt von einem Redaktionsteam. Was lässt sich daraus ablesen? Dass sich der (Umwelt)Journalismus auch dieser Frage – und damit neuen Sichtweisen – auf seine Themen öffnen sollte. Versuchen sollte, die Katastrophenperspektiven hie und da einmal umzukehren und Beispiele des Gelingens, der Kreativität und des Aufbruchs zu präsentieren, die auch (und zunehmend) einen Teil der neuen grünen Gesellschaft ausmachen.
Problem- und katastrophenorientiert wird die mediale Darstellung deshalb überwiegend immer noch bleiben. Muss sie auch, denn es geht um existenzielle Probleme und Bedrohungen. Nur liegen eben in deren Auflösung bzw. Veränderung auch große Chancen – letztlich für einen kulturellen und demokratischen Wandel, für eine bessere Gesellschaft.
Welzers Ziel ist es auch, auf diese Chancen hinzuweisen, in seinen Büchern, Interviews und nun mit der Stiftung. Ihre Gründung zeigt zudem, dass die Frage nach der grünen Debattenkultur und der Wahrnehmung von Umweltproblemen wichtiger wird und sich ihr neue Akteure annehmen.
Umweltjournalismus - ein erstes Studienangebot in Deutschland
Es wird darin um Themen wie Nachhaltigkeits- und Umweltpolitik, grüne Ethik, Umweltbewusstsein und insbesondere auch um die wirtschaftlichen Aspekte des Trendthemas Nachhaltigkeit gehen. Grüne Themen sind – als Reaktion auf die gleiche Entwicklung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – auch medial in den vergangenen Jahren viel wichtiger geworden. Die mediale Bildungslandschaft hat aber nicht reagiert, jetzt wird ein Anfang gemacht. Bewusst geht es um Nachhaltigkeit – und damit auch darum, den journalistischen Blick auf ökologische Themen um soziale und ökonomische Sichtweisen zu erweitern.
Neben wissenschaftlichen Hintergründen zu Risikokommunikation, Umweltkommunikation und Umweltjournalismus steht viel journalistische Praxis auf dem Plan: von Stilistik über Stilformen bis zu Recherche und Interviewtraining. Weitere aktuelle Hintergründe finden sich ab dem Frühjahr auf den Seiten der Universität Lüneburg und auf dem Blog www.euroreporter.de sowie dessen Herausgeber DasUmweltinstitut.
Buddhistische Zugänge zu Umwelt und Nachhaltigkeit – selten aber gehaltvoll
Eine globale Zeremonie: Schamanen warnen vor dem Klimawandel
Große grüne Fundgrube: Das Lexikon der Nachhaltigkeit
Soziale Öko-Forschung - ein Überblick
Dem Klima gefährlich nah - Indigene Völker bekommen steigende Temperaturen früh und stark zu spüren – gerade in kalten Regionen. Aktivisten haben einen Überblick verfasst
Eine Klima-Studie zu haben bedeutet ein Argument in der Hand zu haben – oder mehrere. Damit steigen Glaubwürdigkeit, Sprachmacht und Sichtbarkeit, kurzum also der Einfluss, den ein Staat, ein Verband oder ein Unternehmen auf Klimaverhandlungen wie die in Durban nehmen kann.
Ohne größeren Einfluss sowie eigene Forschungseinrichtungen ist eine weltweit vertreten Bevölkerungsgruppe, die die Organisation Survival International „die ersten Wissenschaftler“ nennt: die indigene Völker, seien es Yanomami in Brasilien, Inuit in Kanada oder Sami in Finnland. Durch ihre naturnahe Lebensweise spüren sie die Auswirkungen des Klimawandels besonders früh, sehen Indikatoren der Erderwärmung, die noch kein gewöhnlicher Forscher kennt. Deshalb müsste ihr Wissen viel stärker in die Debatte eingebracht werden, sagt Stephen Corry, Chef der 1969 in London gegründeten Initiative. „Es ist wichtig, dass ihr Wissen und ihre Ansichten endlich eine Berechtigung erhalten. Indigene Völker sollten eine größere Rolle bei Entscheidungen zum Klimawandel spielen“, sagt Corry.
Um den Ureinwohnern eine Stimme zu geben, hat Survival International einen Bericht verfasst: Darin kommen besonders Indigene aus kälteren Regionen zu Wort – auch aus Europa: "Früher konnte man im Vorhinein sehen, welches Wetter es geben wird. Diese Anzeichen und Fertigkeiten haben keine Gültigkeit mehr“, erklärt Veikko Magga, ein finnischer Sami-Hirte. Sami aus Norwegen, Finnland, Schweden und Russland erzählen von der schwerer werdenden Nahrungssuche der Rentiere. Und von Flüssen, die kein Eis mehr tragen und nicht passiert werden können. weiterlesen
Umweltpolitische Erfolge – ZEIT und Spiegel zeigen sie. Endlich!
Spiegel online: Die Luft ist rein - Trotz schmelzender Gletscher und steigendem CO2-Ausstoß gibt es Erfolge im Schutz von Umwelt und Klima: Unsere Atemluft ist reiner, Deutschland ist Recycling-Europameister und die Ozonschicht genesen. Eine Bilanz, die hoffen lässt.
ZEIT: Klimawandel Es geht voran - Während beim Klimagipfel in Durban die Politiker noch streiten, haben Praktiker in aller Welt längst Lösungen gefunden.

Dr. Torsten Schäfer ist Redakteur bei GEO Inter-