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Emsige Kollegen: Das Portal "Wir Klimaretter"
Eigenversuch: Umwelt-Dossier für jedermann-frau
Europas wilde Wunder
Dicht besiedelt, stark industrialisiert, von Verkehrswegen durchzogen und weitgehend erschlossen – Europa gilt international vor allem als hoch entwickelte Wirtschaftsmacht und Technologie-Motor, nicht aber als Kontinent mit wilder Natur, weiten Landschaften und spektakulären Tierarten. Und wenn, dann ist oft von schwindender Fauna und Flora die Rede. Von leeren Meeren, bedrohten Arten, kaputten Landschaften – richtigerweise, denn die Umweltzerstörungen sind eklatant.
Dennoch gibt es – immer noch und nun verstärkt wieder – ein anderes, im Ausland weniger bekanntes Europa: einen Kontinent mit ungezähmter Natur, unendlichen Weiten und seltenen Tieren, die alte Reviere zurückerobern: Ob Braunbär, Wisent, Wolf, Luchs, Biber oder Seeadler – die Bestände haben zugenommen, auch dank der europäischen Naturschutzpolitik: Die Regierungen haben Jagdverbote verhängt und Nationalparke ausgewiesen. Die EU hat mit ihrer Umweltpolitik erreicht, dass Flüsse, Seen und die Luft sauberer geworden sind. Und dass es in Europa mit Natura 2000 das größte weltweite Netzwerk an Naturschutzgebieten gibt.
Auf diese Erfolge machen 69 europäische Fotografen aufmerksam, die sich im Projekt Wild Wonders of Europe zusammengetan haben. Und damit zum größten Naturfotografie-Projekt überhaupt, wie sie schreiben. Sie sind in 48 europäische Länder gereist, um die Naturschönheiten des eigenen Kontinents zu entdecken, bekannter zu machen – und zu zeigen, dass Europa wilder wird und Naturschutzpolitik Erfolg haben kann. Die Einmaligkeit der europäischen Natur sei ein fester Bestandteil der europäischen Identität, schreiben die Fotografen in ihrem Bildband. Allerdings einer, der viel zu seltenen in den Blick gerate. Ihre Bilder steuern gegen: Sie öffnen den Blick, lassen staunen und schaffen auf seltsame Weise eine Art europäisches Naturgefühl. Eine Mischung aus Stolz und Faszination auf und für die heimische Wildnis, die man so noch nicht gekannt und gesehen hat.
Die Grünen im Energie-Dilemma
Die Partei muss darüber nachdenken, ob sie eine Entscheidung mit trägt, die sie selbst auf den Weg gebracht hat, weil sie den anderen Parteien die grüne Medizin über Jahre so sehr eingeimpft hat, dass diese Polit-Patienten nun tatsächlich vom langjährigen Leiden der Ökoabstinenz genesen zu sein scheinen. Egal, wie sich die Grünen entscheiden, sie werden gleichzeitig gewinnen und verlieren. Stimmen sie zu, wie es die Parteispitze um Trittin und Roth empfiehlt, honorieren sie ihre inhaltliche Breitenwirkung der letzten zwei Jahrzehnte. Erkennen an, wofür sie angetreten sind. Sie könnten klar machen, dass vieles inhaltlich eigentlich auf ihr Konto geht - und dann entspannt, staatsmännisch und mit der neuen Gelassenheit einer Volkspartei zustimmen. weiterlesen
Unser nachhaltiges Leben: Studie gibt Überblick
"Zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten geben konkret an, dass ihnen persönlich Umweltschutz wichtig ist. Gleichzeitig fällt es vielen Konsumenten allerdings oft schwer ihre Werte im Einkaufsverhalten umzusetzen: zwei Drittel (67%) aller Befragten wünschen sich im Laden mehr Informationen über die Produkte, die Sie kaufen. Ebenso viele sind überzeugt, dass Menschen nachhaltiger konsumieren würden, wenn die Orientierung einfacher wäre."
Bericht: Greenwashing zieht nicht mehr so oft
Das Thema Nachhaltigkeit liegt weiter im Trend. Textil- und Lebensmittelbranche sind dabei weiterhin die Leitmärkte, wie eine Metastudie des Fachbereichs Umweltmanagement der Uni Hohenheim ergeben hat. In diesen Branchen liegt das Marktpotenzial für nachhaltige Produkte in Deutschland demnach bei 25 bis 30 Prozent.
Doch die Konsumenten sind kritischer geworden. Die Lohas (Lifestyles of Health and Sustainability) – also die kritischen Verbraucher, die beim Konsumverhalten Wert auf ökologische und soziale Aspekte legen – fallen praktisch nicht mehr herein auf Greenwashing, ist Martin Kreeb, Mitautor der Studie überzeugt. "Bei Betrug oder Fälschung sind die Lohas sehr sensibel und strafen die Unternehmen ab." So würden Konzerne auch bei konventionellen Produkten Umsatz verlieren, wenn Greenwashing publik werde. Vom Imageverlust ganz zu schweigen.“
Rückkehr der Wildnis: Gedanken über einen Sehnsuchtsmarkt
Zur Ökoströmung gehört auch, dass der Ruf nach Wildnis stärker wird. Die vermeintlich ursprüngliche Natur wird zum Lebensstil, mit dem wir uns in Wildnis-Seminaren auseinandersetzen, sie in Stadtgärten anzupflanzen versuchen oder bei Natur-Reisen erleben. Outdoor-Anbieter wie Globetrotter haben nicht umsonst die Wirtschaftskrise gut überstanden und feiern prächtige Geschäfte. Denn sie transportieren das diffuse Gefühl, zurück in die Wildnis zu gehen. Den Ursprüngen, dem Unverfälschten, dem Reinen nahe zu sein.
Das beflügelt auch den Boom bei Reisebüchern, in denen leistungswillige Menschen alleine oder zu zweit, ob zu Fuß, auf Maultieren oder mit anderen Gefährten, Länder oder Kontinenten durchqueren und darüber schreiben. Da spielt auch eine simple Fernsucht und der Run auf Extremsportarten und/oder extreme Leistungen eine Rolle. Grundlegend hängt das aber alles doch miteinander zusammen, denke ich. Ganz schön beschreibt ein ZEIT-Text die gesellschaftliche Rückbesinnung zur Natur. Eine Studie dazu hat übrigens das Zukunftsinstitut schon 2008 veröffentlicht. Die Co-Autorin gab ein Interview zum Thema „NEO-Nature“. weiterlesen
Umweltgeschichte für alle
Ein echter Schlüsseltext zur Nachhaltigkeit
Der Text „Der kollektive Selbstbetrug“ des Umweltphilosophen Achim Grunwald ist ein ganz wichtiger Artikel. Vier Themen sehe ich:
Umwelt ist ein Aspekt von Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist in der Öffentlichkeit viel seltener ein Thema als Klima- und Umweltschutz. Anders gesagt: Die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Aspekte ökologischer Fragestellungen werden zu wenig thematisiert. Der Fokus liegt dadurch auch stark auf den negativen Aspekten, auf Bedrohung, Krise und Katastrophen. Eine umfassendere Darstellung im Sinne von Nachhaltigkeit, die journalistisch teurer und aufwendiger ist, könnte aber dazu führen, dass auch die gesellschaftlichen Chancen diskutiert werden, die in dem begonnenen grünen Wandel stecken. Der Fokus wäre ein anderer, die Verkettung der Fragestellungen sichtbarer.
Der Klimawandel ist eine ambivalente Triebfeder
Umweltberichterstattung ist oft auf den Klimawandel fokussiert, da er zu den dringlichsten globalen Themen der letzten Jahre gehört. Die große Aufmerksamkeit für Klimawandel hat dazu geführt, dass auch andere Umweltthemen stärker beachtet werden, die mit ihm zusammenhängen. Teilweise ist es also gelungen, den Klimawandel als Nachhaltigkeitsthema aufzufassen – und so seine verschiedenen Dimensionen anzusprechen. weiterlesen

Dr. Torsten Schäfer ist Redakteur bei GEO Inter-