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Ökoströmung
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So funktioniert der Empfehlen-Button von Facebook

Sie möchten den neuen Facebook Empfehlen-Button nutzen, wissen aber nicht genau, was dann mit Ihren Daten passiert? Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Infos zusammengestellt. Die Bereitstellung dieses sog. Social Plugins erfolgt über Facebook, das betrieben wird durch Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA. geo.de verwendet die von Facebook zur Verfügung gestellten Plugins an verschiedenen Stellen des Internetangebots.

Woran erkenne ich diese Plugins?

Die Plugins sind mit einem Facebook Logo oder dem Zusatz "Facebook Social Plugin" versehen und sind bei GEO.de nach dem Vorspann über oder unter dem Artikeltext platziert.

Was passiert auf Seiten, die das PlugIn eingebaut haben, mit meinen Daten?

Haben Sie ein Facebook-Konto und sind zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs bei GEO.de dort auch eingeloggt, stellt Ihr Browser automatisch eine Verbindung zu den Servern von Facebook her. Facebook kann sich so merken, dass Sie die entsprechende Seite aufgerufen haben

Ihr Seitenaufruf bei GEO.de wird nun Ihrem Facebook-Account zugeordnet. Facebook kann die Daten speichern und weiterverarbeiten (s.u., „Was macht Facebook mit meinen Daten?“)

Klicken Sie auf den Empfehlen-Button, wird diese Information von Ihrem Browser direkt an Facebook übermittelt und dort gespeichert

Generell gilt: wenn Sie nicht bei Facebook eingeloggt sind, oder keinen Facebook-Account haben, werden auch keine Daten übermittelt

Was macht Facebook mit meinen Daten?

Was genau Facebook mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzhinweisen des Sozialen Netzwerkes nachlesen: http://www.facebook.com/policy.php

Typische Anwendungsfälle sind: Ein Facebook-Nutzer liest auf GEO.de einen Artikel, den er seinen Freunden empfehlen möchte und klickt auf "Gefällt mir". Seine Freunde sehen den Link zu genau diesem Artikel auf Facebook. Die Freunde können nun wiederum selbst auf den Link klicken, den Artikel auf GEO.de lesen und den Artikel wiederum an ihre Freunde weiterempfehlen.

Dieses Beispiel ist aber nur exemplarisch zu verstehen, da sich Facebook vorbehält sein System ständig weiter zu entwickeln und über die Verwendung der Daten zu informieren.

Wie kann ich mein Facebook-Profil richtig einstellen?

Jeder User hat andere Bedürfnisse und wünscht sich andere Einstellungen. Die Kollegen von stern.de erklären Ihnen hier die Möglichkeiten, die das Soziale Netzwerk Ihnen zum Schutz Ihrer Privatsphäre bietet: » zum Artikel von stern.de

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz auf GEO.de erhalten Sie hier

Weitere Informationen zur Einschätzung des Themas "Facebook Social Plugins und Datenschutz" publizieren die Kollegen von stern.de regelmäßig auf stern.de (Extra "Soziale Netzwerke" von stern.de). Weitere Informationsquellen, für die GEO.de ebenfalls nicht verantwortlich zeichnet, sind u. a. folgende Blogs, die regelmäßig über die fortlaufende Entwicklung des Sozialen Netzwerkes berichten:

http://www.facebookbiz.de/ (nicht von Facebook betrieben)
http://facebookmarketing.de/ (nicht von Facebook betrieben)
http://www.schwindt-pr.com/ (nicht von Facebook betrieben)
http://blog.facebook.com/ (das offizielle Facebook-Blog)

Informationen zum Datenschutz in Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.
» zur Website des Bundesbeauftragten für Datenschutz


So funktioniert der +1-Button von Google

Sie möchten den +1-Button des sozialen Netzwerkes Google+ auf GEO.de nutzen, wissen aber nicht genau, was dann mit Ihren Daten passiert? Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Die Bereitstellung dieses Buttons erfolgt über Google, das betrieben wird durch Google Inc., 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, United States („Google“)

Woran erkenne ich den +1-Button?

Der Button ist an dem Zeichen “+1? auf weißem oder farbigen Hintergrund erkennbar. GEO.de verwendet ihn über und/oder unter redaktionellen Beiträgen oder Beiträgen unserer Community.

Wenn Sie ihn anklicken, verändert sich die Farbe des Buttons von weiß zu blau. Zudem wird Ihnen die Gesamtzahl der bisher abgegebenen Empfehlungen angezeigt. Es kann vorkommen, dass Ihnen auch angezeigt wird, wer die Schaltfläche außer Ihnen noch benutzt hat. Ob und welchem Umfang Ihnen diese Informationen angezeigt werden, hängt von der Einstellung Ihres Profils und den Einstellungen Ihrer Kontakte in Google+ ab. Informationen, wie Sie diese Einstellungen steuern können, stellt Google hier zur Verfügung: http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&guide=1207011&answer=1152622

Was passiert auf Seiten, die den Button eingebaut haben, mit meinen Daten?

Haben Sie ein Google-Profil oder einen Google+-Account und sind zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs bei GEO.de dort eingeloggt, stellt Ihr Browser automatisch eine Verbindung zu den Servern von Google her. Google kann sich so merken, dass Sie die entsprechende Seite aufgerufen haben. Der Inhalt des +1-Buttons wird von Google direkt an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die Website eingebunden. (s.u.: "Was macht Google mit meinen Daten?").

GEO.de hat keinen Einfluss auf den Umfang der Daten, die Google mit dem Button erhebt, geht jedoch davon aus, dass auch Ihre IP-Adresse mit erfasst wird.

Wenn Sie Google+-Mitglied sind und nicht möchten, dass Google über GEO.de Daten über Sie sammelt und mit Ihren bei Google gespeicherten Mitgliedsdaten verknüpft, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch bei GEO.de bei Google+ ausloggen.

Was macht Google mit meinen Daten?

Google weist darauf hin, dass die Vergabe von +1 ein öffentlicher Vorgang ist, durch den jeder im Internet möglicherweise Inhalte sehen kann, denen Sie ein +1 gegeben haben. Sie können über Ihre Profil- und Account-Einstellungen steuern, wo, wem und in welchem Umfang Ihre Empfehlungen angezeigt werden. Die einzelnen Optionen erklärt Google hier:
http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&guide=1207011&answer=1047397

Was genau Google mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzbestimmungen des Unternehmens nachlesen: http://www.google.com/intl/de/+/policy/+1button.html

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz auf GEO.de erhalten Sie hier.

Unsere Kollegen von Stern.de informieren auch regelmäßig über die Entwicklungen bei Google+ – das Themen-Extra finden Sie hier.

Weitere Informationsquellen, für die GEO.de aber gleichfalls nicht verantwortlich zeichnet, sind u. a. folgende Blogs, die regelmäßig über die fortlaufende Entwicklung von Goolge+ berichten:

http://googleplusblog.de/ (nicht von Google betrieben)
http://gpluseins.de/ (nicht von Google betrieben)
http://gplusmarketing.de (nicht von Google betrieben)

Informationen zum Datenschutz im Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.

28. Januar 2014

„Gruener-Journalismus.de“: Hochschule Darmstadt startet Medienforum fur nachhaltige Entwicklung


Nachhaltigkeit ist aktuell einer der meiststrapazierten Begriffe. Durch den inflationaren Gebrauch ist es auch fur Journalistinnen und Journalisten schwierig geworden, ihn richtig einzuordnen und korrekt zu vermitteln. Mit www.gruener-journalismus.de startet an der Hochschule Darmstadt (h_da) ein unabhangiges und gemeinnutziges Medienforum, das Journalistinnen und Journalisten dabei hilft, den Uberblick uber die Fachdebatte rund um komplexe grune Themen zu be- halten – gerade auch mit Blick auf erschwerte Recherchemoglichkeiten durch die finanzielle Krise des Journalismus.

Hinter gruener-journalismus.de steht ein Team des Instituts fur Kommunikation und Medien (ikum) am Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt. Das Projekt wird von der Stiftung Forum fur Verantwortung unterstutzt.

Gruener-journalismus.de versteht sich als journalistisches Forum fur Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen und Vermittler neuer Darstellungs- und Erzahlideen, mit denen wichtige Zukunftsthemen ansprechend umgesetzt werden konnen. Zudem finden Journalistinnen und Journalisten hier Experten, Themenideen sowie einen verlinkten Quellenkatalog fur die eigene Recherche.

Themendossiers zu Energie, Mobilität, Fischerei

Das Portal berichtet uber neue Studien, Fachdebatten oder auch Forschungsschwerpunkte und sensibilisiert fur thematische Aspekte, die medial zu kurz kommen. Ein wichtiger Baustein sind einfuhrende Dossiers zu Einzelthemen der nachhaltigen Entwicklung. Zum Start stehen die Themen Energie, Mobilitat und Fischerei im Blickpunkt. Es werden weitere Dossiers folgen zu Feldern wie Klimawandel, Ernahrung, Biodiversitat, nachhaltige Wirtschaft oder Zeit.

Ein aktuell vierkopfiges Team baut das Portal weiter aus. Inhaltlich und konzeptionell steht der Projektgruppe ein Beirat zur Seite, der aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten besteht. Hierzu zahlen Christiane Grefe (Die Zeit), Hanne Tugel (Geo), Bernhard Potter (taz), Peter Carstens (GEO.de), Susanne Bergius (Freie, u.a. Handelsblatt) und Tanja Busse (Freie, u.a. WDR).

Kooperation mit Universität Lüneburg

Der Beirat gibt Themenanregungen, schreibt aber auch Texte fur das Portal. Wissenschaftlich beraten wird das neue Medien- und Recherche- forum unter anderem von Prof. Dr. Gerd Michelsen, der an der Leuphana Universitat Luneburg Umwelt- und Nachhaltigkeitskommunikation lehrt.  Ein weiterer offizieller Partner ist das Netzwerk Recherche, mit dem Beratungen, Veranstaltungen und der Austausch von Inhalten geplant sind.

Finanziert wird gruener-journalimus.de in der Startphase von der Stiftung Forum fur Verantwortung des Stifters Klaus Wiegandt, die einen Schwerpunkt auf die Forderung von Projekten legt, die sich mit nachhaltigen Entwicklungen auseinandersetzen. Die Drittmittelakquise fur den Dauerbetrieb lauft, Forderer werden gesucht. Der strikt journalistische und gemeinnutzige Ansatz schließt eine Forderung durch inhaltlich aktiv interessierte Unternehmen, Verbande oder Parteien aus.

Kontakt: Hochschule Darmstadt Fachbereich Media, Prof. Dr. Torsten Schafer, torsten.schaefer@h-da.de
28. Februar 2013

Wird die EU-Fischereireform doch noch verwässert? Es gibt Anzeichen dafür


Ich hatte im vorletzten Blog schon angedeutet, dass nicht schon alles gewonnen ist für die nachhaltige Fischerei in Europa. Nun beginnt der Ministerrat in der Tat, mit dem geplanten Beifang-Verbot ein zentrales Element der Reform zu verwässern. Das Europäische Parlament muss dagegen halten.

Auch bei dem zweiten Strang, der Reform der Subventionen, ist keineswegs klar, wie es ausgeht. Derzeit sind die Mehrheitsverhältnisse im Parlament schwer  vorherzusagen. Der fischereinahe Franzose Alain Cadec und Berichterstatter für die Fonds-Reform fährt seinen gewohnten Kurs: Nachhaltigkeit ja, aber nur dann, wenn die Dinge größtenteils so bleiben wie sie sind.

Die New York Times bloggt dazu – was zeigt, was für ein internationales Thema die EU-Fischereireform geworden ist.

 

21. Februar 2013

Fundstück: Die Umwelt-Karten von Benjamin Hennig


Benjamin Hennig ist ein junger Kartograf, der an der Universität Sheffield forscht - und für seine ungewöhnlichen Arbeiten bereits den Deutschen Studienpreis bekommen hat. Auf seinem Blog zeigt er immer die aktuellesten Arbeiten, darunter sind einige, die sich auf Demografie und auch Umweltprobleme beziehen, da ihn die Frage des globalen Wandels besonders beschäftig. Ich war mit ihm direkt im Kontakt.

Spannend aus ökologischer Sicht ist die Karte zum "Anthropozän". Denn seien es Klimawandel, Überfischung, Artensterben, vergiftete Flüsse oder verschmutzte Luft – der Mensch hinterlässt seit der Industrialisierung nicht nur Spuren, sondern verändert die Welt. Und zwar massiv, als größte Determinante. In dieser Überzeugung hat der Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen das Zeitalter seit der Industrialisierung 2002 erstmals als „Anthropozän“ bezeichnet – und damit einen Begriff geprägt, der mittlerweile in die Forschung Einzug gehalten hat. Und das Holozän ablösen würde, dem jüngsten Abschnitt in der Erdgeschichte, in dem wir seit rund 11 000 leben.

Der neue Begriff hat Hennig inspiriert zu einer Anthropozän-Weltkarte. Sie behält den geografischen Referenzrahmen bei, lädt die kartografischen Raster jedoch mit weiteren statistischen Größen auf, was die räumlichen Verzerrungen zur Folge hat. Hennig kombiniert die Bevölkerungsdichte mit weiteren Faktoren menschlichen Siedelns wie etwa Beleuchtung, Verkehrsverbindungen (Straßen, Eisenbahn, Flugverkehr, Schifffahrt) und Infrastruktur (u.a Pipelines, Kommunikationskabel), die er in verschiedenen Farben visualisiert. Gelb etwa steht etwa für Beleuchtung.

Hennig will so in komplexer Weise die Intensität menschlichen Siedelns deutlich machen, vor allem auch dessen global unterschiedliche Stärke. Und damit zeigen, in welchen Regionen der Mensch besonders stark zur umweltverändernden Kraft geworden ist: Nordamerika und Europa leben sehr energieintensiv und sind eng in die globalen Verkehrsnetze verstrickt; entsprechend auffällig sind diese Regionen: hell erleuchtet und durchzogen wie umgeben von Trassenstrecken und Routenlinien. Asien schwillt durch die große Bevölkerungszahl stark an, ist aber weniger stark erleuchtet. Afrika bleibt fast völlig dunkel, weil es „unterentwickelt“ ist, wie man sagen könnte, aber gerade deshalb einen anderen ökologischen Fußabdruck hat als die reichen Regionen.

Insofernmacht die Karte auch die Notwendigkeit deutlich, den Begriff der Entwicklung neu zu denken. Und danach zu fragen, ob Wirtschaftswachstum samt seiner Umweltfolgen weiter das Credo der menschlichen Entwicklung sein kann - oder ob es nicht andere, erdfreundlichere Wege des Lebens gibt. Die Forschung beginnt, sich damit zu beschäftigen unter dem Stichwort der „Postwachstumsökonomie“. Ausschüsse diskutieren, ob in Frankreich oder Deutschland, neue Wachstumsindikatoren, in die soziale und ökologische Veränderungen einfließen. Doch noch sind dies nur kleinste Ansätze und Ideen - die aber durch Bilder und Karten, wie sie Benjamin Hennig hier entworfen hat, mit einem mal groß werden und zeigen, welche Aufgaben zu lösen sind.   
11. Februar 2013

EU-Parlament hat entschieden: Etappensieg für Fisch und EU-Politik


Der Jubel ist groß, in der Presse, bei Politikern, Teilen der Fischerei und auch den sonst so kritisch gestimmten Umweltverbänden. Sie allen haben Recht: Die Entscheidung des Europaparlamentes für ein besseres Fischereimanagement ist ein Grund zum Jubeln und ein Meilenstein für die EU-Fischereipolitik – nicht nur inhaltlich. Denn zum ersten Mal durfte das Parlament in diesem Feld mitbestimmen. Und dabei ist es auch seinem Ruf gerecht geworden, öfter das ökologische Korrektiv im EU-Machtgefüge zu sein.

Die Ziele, auf die sich die Abgeordneten verständigt haben, sind weit mehr als das, was noch vor wenigen Monaten zu erwarten war. Denn die ambitionierte Fischereireform von Kommissarin Damanaki, die unter anderem ein verpflichtendes Nachhaltigkeitsziel einführt und den unsinnigen Beifang weitestgehend verbietet, ist nicht im Parlament geschreddert worden. Was vor einem halben Jahr noch möglich schien, weil der Widerstand im Fischereiausschuss des Parlaments groß war gegen manche der Ideen. Doch die Frauen, die alles eingefädelt haben, widerstanden dem Widerstand.

Rodusts Kunststück

Die Vorlage, die Berichterstatterin Ulrike Rodust mit Geduld und Verhandlungsgeschick aus den 2600 Änderungsanträgen destilliert hat und dem Plenum schmackhaft machte, ist nahe an Damanakis Ideen geblieben. Und damit an dem, was wirklich nötig war, um eine historische Reform möglich zu machen. Selbst die fragwürdige EU-Fischerei vor Afrikas Küsten wird von den Plänen erfasst und soll verbessert werden.

Doch noch ist alles Konjunktiv und damit im Status des Sollens und Könnens. Der EU-Ministerrat, also die nationalen Regierungen, müssen der Vorlage des Parlaments noch zustimmen. Die Chancen dafür stehen zwar gut, andererseits haben die Agrar- und Fischereiminister schon sehr oft der vorbereiteten Vernunft ein Schnippchen geschlagen und ihre eigene Lesart der Lage zum Gesetz gemacht. Und selten war die EU-Politik unberechenbarer und abhängiger von äußeren Umständen als jetzt. Insofern lohnen sich hoffnungsvolles Warten und berechtige Vorfreude auf eine neue Fischereipolitik, auf einen großen umweltpolitischen Erfolg. Und eine tolle Leistung des europäischen Parlaments. Doch mehr ist jetzt noch nicht drin.

Große Sichttiefe

Man könnte für diesen Status quo nun viele Metaphern finden, etwa, dass die Schiffe noch nicht im Hafen oder die Fische keineswegs bereits im Netz sind. Vielleicht geht es aber auch so: EU-Politik hat ihre eigenen Zeitspannen und Überraschungsmomente. Darauf sollte man immer hinweisen - gerade, weil diese EU Vieles in unserem Alltag beeinflusst und dennoch so unbekannt geblieben ist.

In diesem Fall ist die Sichttiefe aber recht groß, liegen die Dinge einigermaßen klar auf dem Grund. Und ein Baustein steht schon: die Ankunft des Parlamentes in einem neuen Politikfeld und damit seine wiedergewonnene Überzeugungskraft in heiklen umweltpolitischen Fragen.

 

21. Januar 2013

Wolf und Wels werden uns fressen – sind wir noch im Mittelalter? Medien schüren unnötig Panik


Sie ist schon seltsam und verleitet zum Aufregen: diese uralte Panik, die gerade wieder vor Wildtieren geschürt wird. Ob von der Hamburger Morgenpost, die  heute davor warnt auf dem Titel, dass der Wolf immer näher kommt. Oder auch bei Spiegel online, die in einem längeren Artikel ziemlich deutlich herausarbeiten, welche Monster von Welsen in unseren Gewässern leben.

Das Stück endet mit einer Weiße-Hai-Szene: Fisch frisst fast Mädchen – die Bedrohung ist da. In der Tat hat da ein Wels eine 14-Jährige angegriffen, ein krasser Vorfall! Aber auch eine bisher große Ausnahme. Ähnliche Fälle sind hierzulande und auch sonst meines Wissens nicht dokumentiert; es gibt alte Berichte aus Osteuropa über Angriffe bei Frauen, die Wäsche waschen, aber da geht es immer darum, dass der Wels in seinem Laichgebiet gestört wurde und den Nachwuchs verteidigen wollte. Und er hat nur Bürstenzähne, die einen Menschen nicht schwer verletzen können, tiefe Kratzer gibt es natürlich schon.

Bis drei Meter Länge ist für Europa so weit ich weiß auch nichts Seriöses dokumentiert, leider steht es immer wieder in den Artikeln zu dieser Art. In dem Artikel fehlen auch andere wissenschaftliche Einschätzungen, Angler haben eben eine eigene Perspektive und Dramaturgie. Das weiß ich, weil ich selbst einer bin.

Und der Wolf? Wie lange führen wie die Debatte über seiner Rückkehr schon? Seit 2000, und es gibt viele gute Berichte dazu, Managementpläne, Studien. Und dann doch immer wieder dieses unterschwellige Schüren der Angst. Angst als Auflagenmittel – das ist einfach immer wieder nicht schön zu lesen.
14. Januar 2013

Wie schützen Sie die Umwelt? Ideen und Vorschläge bitte! Hier meine Antworten...


Ich für mich versuche, wie wohl die meisten, an verschiedenen Stellen verschieden stark und konsequent anzusetzen. Zuvorderst will ich kaum fliegen, im Inland schon gar nicht. Denn mit einem Flug verhagelt man sich die eigene CO2-Bilant kräftig und konterkariert viele andere kleinere Schutzschritte. Also Bahnfahren, Bus, U-Bahn – und eben auch so wenig Autofahren wie möglich.

Dann die eigene Schreiberei und Seminararbeit zu Umweltthemen als – hoffentlich – bewusstseinsfördernde Maßnahme. Wir kaufen meist nur im Bioladen ein und durchweg, wenn mal woanders, Bio-Produkte. Energiesparende Geräte werden angeschafft (zuletzt Kühlschrank, Waschmaschine), und auch auf das Heizen schauen wir. Etwas Geld geht an „GEO schützt den Regenwald“. Dennoch esse ich Fleisch, Fisch, fliege hie und da (kompensiere es dann) fahre Auto, verbrauche als Journalist viel Papier. Und übe bisher nirgendwo Radikalverzicht. 

 


3. Januar 2013

Welchen Fisch soll ich essen? Fragen und Antworten


Was ist Nachhaltigkeit? Diese Frage steht im Zentrum der Debatte um die Fischsiegel - und um Biosiegel generell. Gibt es für sie Ausschlusskriterien, wie die Schleppnetzfischerei für Greenpeace? Oder relative, die sich zusammen sinnvoll ergänzen müssen – gemäß der Logik des Marine Stewardship Council (MSC)? Und was reicht für mich als Verbraucher? „Delfinfreundlich gefangen“ ist die weichste Schutzregel, die auf Fischprodukten, meist Thunfischdosen, zu finden ist. Demgegenüber stehen selektive Siegel wie etwa „Wild Ocean“, das nur kleinere Küstenfischer im Blick hat, Nachhaltigkeit streng definiert und mit Demeter zusammenarbeitet. Doch auch bei den kleineren, noch besser kontrollierbaren Siegeln wie etwa Friends oft the Sea stellen Studien des Kieler Fischereiforschers Rainer Froese Defizite fest: 19 Prozent der zertifizierten Fischereibetriebe seien nicht nachhaltig.

Woran sollen Verbraucher da noch glauben? Ein anderes Problem für sie: den Überblick nicht verlieren. Denn wie bei Biosiegeln generell geht auch bei den nachhaltigen Fisch-Marken langsam die Ordnung verloren. Eine Seite im Netz fehlt, die die Zertifikate vergleicht – eine sinnvolle Aufgaben für Verbraucherschützer. Dennoch können bei der Frage, welchen Fisch man essen soll, die Siegel nicht alleine die Antwort geben. Denn es gibt auch kulturelle und kulinarische Gründe für die Überfischung, die Fischhändler und Fischer immer wieder nennen, wenn man sie danach fragt.


Wieviele Gräten traue ich mir zu?

Etwa der Umgang mit Gräten: Arten, die etwas mehr Gräten haben, gelten als schwerer verkäuflich und oft auch kulinarisch minderwertig. Wenn Verbraucher – die Fischer auch als „Generation Fischstäbchen“ bezeichnen  – aber mehr Erfahrungen damit hätten, wie grätenreiche und dennoch schmackhafte Fische zerlegt und gegessen werden können, würde das Spektrum der Speisefische breiter. Und könnten überfischte Bestände womöglich so entlasten werden. Gleiches gilt für die Namen: Leckere Arten wie Lumb oder Pollack klingen aus Sicht der Supermärkte eher abstoßend. Genau aus diesem Grund werden Köhler („Seelachs“) und Dornhai („Schillerlocke“ für den Bauchlappen) für den Verkauf umbenannt. Wenn Unternehmen den Kunden aber auch vermeintlich plumpe Namen zutrauten, würde ebenfalls das Spektrum breiter. Und ließe vermutlich auch der Druck auf manche stark befischte Bestände nach. 

Ein weiter wenig beachtetes Thema: die Unkenntnis in Restaurants. Die wenigsten Kellner und auch Köche wissen, woher der Fisch genau kommt. Deshalb lohnt es sich, genauer und immer wieder nachzufragen. Da sei eine der besten Ideen gegen Überfischung, sagt etwa Andrea Herrlich, Präsidentin der schweizerischen Initiative „Fish4future“, die ein Nachhaltigkeits-Label eigens für Restaurants herausgibt. Und auch begonnen hat, das Personal in der Gastronomie zu schulen. Das kann zum Beispiel darauf aufmerksam machen, dass Thunfisch nicht gleich Thunfisch ist – und die häufigste Dosenvariante, der nahe Verwandte Echter Bonito (Katsuwonus pelamis, auf Englisch „Skipjack“) noch gut gegessen werden kann. Selbst nach den strengeren Greenpeace-Maßstäben. Demgegenüber stehen die überfischten Arten wie der Rote Thun, die auf keine Speisekarte mehr gehören.

Erfolgreiche Kampagne in England


Letztlich geht es also um Aufklärung in größtmöglicher Breite: nicht nur über Siegel und Zertifikate, sondern auch direkt durch den Einzelhandel und die Gastronomie. Da gibt es noch viel tun. Doch auch Medien selbst können etwas gegen Überfischung tun: Zumindest auf MSC-Produkte setzen, wie es etwa die Kantine des Verlages Gruner + Jahr oft tut - oder selbst aktiv werden: Die enorm erfolgreiche
Fishfight-Kampagne des britischen Journalisten Hugh Fearnley-Whittingstall hat schon begonnen, den Fischkonsum in Großbritannien zu verändern. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, dass mit wort- und bildgewandter Aufklärung auch kulturelle Muster verändert werden können. Und doch mehr Menschen dazu bereit sind, überfischte Arten nicht mehr zu kaufen. Das ist – nach dem Radikalverzicht auf Fisch - der beste Schritt, selbst etwas zu tun.

Es geht um Fische wie Aal, Rotbarsch oder Dornhai – Arten, die in den Führern von WWF und Greenpeace rot marktiert sind und für die das FAO-Fanggebiet keine größere Rolle spielt. Das ist der zweite Punkt bei der Wahl: Neben der Art ist das Fanggebiet entscheidend, das seit 2012 auf allen Fischereiprodukten der EU ausgewiesen wird und in den Fischführern eine wichtige Rolle spielt. Doch auch über die Website Fischbestände online  des Thünen-Instituts kann man sich zusätzlich informieren, wie es in den in den Gebieten aussieht. Im Nordostatlantik etwa sind viele Bestände noch halbwegs intakt. Doch diese Faustregel entlastet nicht davon, im Einzelfall doch nach der genauen Herkunft zu fragen.

Überforderte Kellner

Das regionale Kriterium hilft dem Fischkäufer, noch gründlicher auszuwählen. Doch es macht die Wahl gleichzeitig komplizierter. In Restaurants sind auch halbwegs fischkundige Kellner mit der Frage nach der Meeresregion, aus der Fisch kommt, überfordert. Da können dann wieder Fischführer helfen, die es als App für das Smartphone gibt: vom WWF oder auch dem Kieler Geomar-Institut (fischimhandy.de), dessen Ratgeber allerdings etwas veraltet ist – und sich auf die WWF- und Greenpeace-Ratgeber bezieht. Deren jährliche Aktualität ist wichtig, weil sich draußen im Meer doch einiges verändert. Galt die Nordsee-Scholle vor wenigen Jahren noch als kritisch, kann man sie jetzt essen.

Der WWF-Führer stützt sich stark auf die MSC-Verbreitung. Greenpeace wählt schärfer aus, markiert etwa Sardelle, Scholle und Kabeljau größtenteils als „nicht empfehlenswert“, wohingegen der WWF diese Arten in der Gesamtübersicht, bei der die Fanggebiete noch keine Rolle spielen, als eher unbedenklich empfiehlt. So gibt es viele Unterschiede zwischen beiden Führern; Greenpeace bewertet in der groben Übersicht insgesamt nur Forelle, Hering, Karpfen, Makrele und Zander als gut, das WWF-Artenspektrum ist viel breiter. Welchem Führer man nun folgt, hängt von Antworten auf einfache Fragen ab:

# Wie viel Verzicht will ich?

# Wie streng ist meine eigene Nachhaltigkeit? Folgt sie eher dem Vorsorgeansatz, den Greenpeace verkörpert und der einen vorsichtigeren Kauf bedeutet. Oder der etwas wirtschaftlich orientierten Nachhaltigkeit des MSC?

# Will ich mit meinem Kauf die Verbreitung von MSC unterstützen, das die Fischerei schon – nach seinen eigenen Kriterien – stark verändert hat. Oder reichen mir die Kriterien nicht aus und setze ich eher auf kleine Unternehmen, die überschaubar zertifiziert werden?

# Will ich also, womöglich weichere, Veränderungen in der Masse - oder strengere für Nischen?

Fragen für die Kauf-Entscheidung

Daneben stehen andere grundlegende Fragen. Der Reihe nach könnten dies die Fragen für den Fischkonsum sein:

# Will ich überhaupt noch Fisch essen?

# Wenn ja, welche Arten sind generell, in allen Fischführern, tabu?

# Welchem Führer vertraue ich? Wo bekomme ich schnell per App auch Angaben über die Fanggebiete?

# Kann/will ich mein eigenes Essverhalten ändern? Traue ich mir mehr Gräten zu?

# Möchte ich auch mal unbekanntere Arten versuchen?

# Was wissen die Fischverkäufer, Kellner und Köche über die Herkunft der Produkte?

24. Dezember 2012

Fischereireform ein Erfolg im Parlament


Die SPD-Abgeordnete Ulrike Rodust hat als Berichterstatterin im Fischereiausschuss des EU-Parlaments einen guten Job gemacht und überraschend klar auch die Zweifler auf Linie gebracht. Vor wenigen Tagen hat die Reform den Ausschuss mit großer Mehrheit passiert; jetzt ist das Parlamentsplenum dran. Die Deutsche Umwelthilfe schreibt:

Mit dem vorliegenden Kompromiss der deutschen Berichterstatterin Ulrike Rodust (SPD) verpflichtet sich die EU rechtlich dazu, Fangmöglichkeiten für alle europäischen Fischbestände ab 2015 nur noch innerhalb nachhaltiger Grenzen festzulegen. Ziel ist es, bis 2020 alle Bestände auf ein nachhaltiges Niveau wachsen zu lassen mit Größen oberhalb des sogenannten „höchstmöglichen Dauerertrags“. Das Europäische Parlament kann zum ersten Mal nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags über eine Neuausrichtung der europäischen Fischerei mitbestimmen. 

Die DUH appellierte an das Plenum, das bis spätestens März 2013 über den Bericht zur GFP-Reform entscheidet, die gestern gefassten Beschlüsse mitzutragen und nicht durch kurzfristige Profitinteressen zu verwässern. Das Europäische Parlament tritt im kommenden Jahr mit dem EU-Ministerrat in Verhandlungen über die GFP-Reform. (...) Auch dass die EU-Mitgliedstaaten Überkapazitäten in ihren Flotten künftig erfassen und abbauen müssen und Fördermittel auf Mitgliedstaaten und Fischereibetreiber beschränkt werden, die ihre Fangkapazitäten an vorhandene Fangmöglichkeiten anpassen, sei als positiv zu bewerten.

Mehr unter duh.de

 

 

16. Dezember 2012

Ist die Fischerei-Wende geschafft? Keineswegs


Im Laufe des Jahres vermelden Fischereiverbände immer wieder, dass es den EU-Beständen deutlich besser geht und eine „Nachhaltigkeitswende“ geschafft sei. Mir sind die Meldungen etwas zu euphorisch. Ich denke dazu...,

# dass man unbedingt hervorheben muss, dass sich etwas tut, die nachhaltigen Ziele stärker angenommen werden und Management-Pläne greifen, allerdings...

# sind 53 Prozent im Nordostatlantik nachhaltige Befischung nicht 100 Prozent,

# ist dies erst seit kurzem erreicht. Wir haben also noch keine langfristigen Resultate sondern erste Anzeichen nach Jahrzehnten des Desasters

# geht es nur um die erfassten Bestände; viele sind es nicht. Und es geht nur um die Speisefische. Wer fragt da etwa nach Rochen und Haien, denen es mies geht.

# gibt es auch externe Faktoren, die teils nicht benannt werden, aber zu Erfolgen beitragen wie etwa in Polen, das lange illegal fischen ließ und erst mit einem Regierungswechsel eine Änderung bekam. Das ist ein wichtiger Grund für das „Ostseedorsch-Wunder“

# sind die zentralen Fehler im EU-System immer noch da, warten wir die Reform ab

# Wird immer noch darum gerungen, was denn die besten Kriterien für „nachhaltige Fischerei“ sind, dazu mehr in unserer Serie

# ist die Situation regional sehr verschieden, im Mittelmeer etwa sind über 80 Prozent noch überfischt.

5. Dezember 2012

Die neue GEO-Fischerei-Serie - um was es geht


Ich möchte kurz für die neue Serie zur Europäischen Fischerei werben, die auf GEO.de letzte Woche angelaufen ist. Es geht u.a darum, warum die EU-Bestände bedroht sind, was die Forschung weiß und auch, welche Lösungen es gibt. Wir hinterfragen die Überfischung in der sechsteiligen Reihe multimedial und aus verschiedenen Perspektiven. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, die Leitbild der Fischereireform ist.

Es gibt Texte, Infoboxen, Fotostrecken, Filme und Audio-Interviews. Hier auf dem Blog werde ich in der Zeit, in der die Serie läuft, die politische Entwicklung in Brüssel kurz kommentieren – denn da wird gerade die Zukunft der Meere verhandelt. Es geht darum, Fehler aus 30 Jahren zu beseitigen, ein großes Vorhaben!

Heute ist im Fischereiausschuss des EU-Parlamentes ein Kompromiss erzielt worden. Ein wichtiger Zwischenschritt. Was genau das bedeutet folgt in Kürze. Der WWF bloggt dazu: 

Wow! Heute haben sich die “Berichterstatter” des Fischerei-Ausschusses auf einen Entwurf geeinigt, über den alle Mitglieder am 18. Dezember abstimmen werden.Wir hatten schon gefürchtet, dass sie sich mal wieder nicht einigen können. In der Verhandlung hat es wohl einige Kompromisse gegeben, die einzelne Punkte des Gesetzes aufweichen. Allerdings sieht so aus, als ob die meisten guten Abschnitte auch drin geblieben sind.

 

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