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6. Februar 2012
Problematische Problemstruktur – warum der Klimawandel ein schwieriges Thema ist
Wie aber kann es sein, dass die Mehrheit dieser These zustimmt? Nach all den Debatten der vergangenen Jahre, trotz all des neuen Wissens. Und schon 2001 gab es eine zehn Jahre alte, breite Klimakampagne! Auch das macht die Unterlagen aus der Umzugkiste klar: Zum Beispiel das vergilbte Zehn-Punkte-Programm für eine europäische Energiepolitik, das deutsche Umweltverbände 1993 verfasst haben – zusammen mit dem Hausfrauenbund und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.
Fast zwei Jahrzehnte konnten Politik und Gesellschaft dazulernen, hat die Klimakampagne den Stein gehöhlt. Doch warum sind die politischen Fortschritte nach fast 20 Jahren nicht viel größer? Und auch die Bereitschaft der Bürger, umzusteuern? Sicher: Es tut sich etwas. Und das Wissen ist gewachsen. Aber die Problemlösung geschieht zu langsam, gerät oft ins Stocken. Durch Wegsehen, Verdrängen, Vertagen und Hinhalten. Der absolute Gestaltungswille, den die Regierung in der Finanzkrise gezeigt hat, war nie zu erkennen. Dabei kostet das klimapolitische Zögern mehr als der gerade noch vermiedene Wirtschaftskollaps. Was ist der Grund für diese Diskrepanz? Und Anlass für Politologen die Frage zu stellen, ob Demokratien den Klimawandel überhaupt bewältigen können?
Einige Antworten gibt ein Artikel, der tief unten in einer Kiste liegt: In GEO hat der britische Umweltjournalist George Marshall 2007 die Problemstruktur des Klimawandels psychologisch diskutiert: Vor allem die Zeitdimension des Themas überfordert das politische System, dass – siehe Finanzkrise – zu schnellem, globalem Handeln fähig ist, wenn eine existenzielle Bedrohung aktuell und unmittelbar heraufzieht. Die Folgen des Klimawandels liegen, vor allem für Europäer und Amerikaner, hingegen noch meist in der Zukunft, weshalb das Gros der wirtschaftlichen Kosten noch nicht sichtbar wird.
Die zweite Schwierigkeit ist inhaltlich: Die Ursachen und auch Folgen der Erderwärmung sind hochkomplex, teils noch umstritten - und damit alles in allem sehr unüberschaubar. Zielgerichtetes und vor allem gemeinsames Handeln, das auf geteilten Überzeugungen beruht, erschwert das enorm. Außerdem gibt es keinen klaren Hauptschuldigen wie bei anderen Umweltkatastrophen – siehe BP und das Öl im Golf von Mexiko. Verursacher des fortschreitenden Klimawandels sind Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Alle Ebenen sind beteiligt - und leiden gleichzeitig an den Folgen. Eine Aufteilung in Täter und Opfer erlaubt die Thematik also auch nicht. Umso wichtiger ist es, sie so zu kommunizieren, dass Handlungsbereitschaft entsteht. Und dann gehandelt wird. Daran beißen sich Klimakampagnen, Ministerien, Umweltpädagogen, Lehrer und auch Journalisten die Zähne aus.
Die Gründe für das Zaudern in der Klimafrage sind sicher nicht nur psychologischer Art. Doch diese Dimension des Problems liegt vielen anderen politischen und ökonomischen Hindernissen zu Grunde – wird demgegenüber aber selten diskutiert. Vielleicht kann ja der Gedanke daran zusätzliche Motivation geben und deutlich machen, dass auch psychologisch und intellektuell eine neue gesellschaftliche Herausforderung entstanden ist. Und es ebenfalls um eine mentale Revolution geht, damit der Systemwechsel hin zu einem ökologischen Wirtschaftsmodell gelingt.
Kommentare zu "Problematische Problemstruktur – warum der Klimawandel ein schwieriges Thema ist"
Regelungen helfen, aber ohne Eigenverantwortung geht es nicht
Wir bei der Sparkasse setzen uns auch immer wieder mit der Thematik auseinander, insbesondere was den Hausbau und damit verbundene Energierichtlinien einzuhalten sind.
Es ist schön, dass es Regelungen und Verordnungen gibt, die das Grundgerüst für einen nachhaltigen Klimaschutz bieten. Doch eines sollte jedem klar sein: Ohne eigenverantwortliches Handeln, wird der Klimaschutz nicht funktionieren. Am Beispiel des eigenen Hauses wird das schnell deutlich.
Wer alle Richtlinien eingehalten hat und dennoch mit dem Strom hantiert wie ein Wilder, hat der Umwelt noch lange keinen Gefallen getan. Wie Frank oben bereits erwähnt hat, ist das kalte duschen beispielsweise eine Maßnahme, die tatsächlich als effektiv zu erachten ist. Standby bei Elektrogeräten vermeiden, Licht ausmachen etc.
Diese kleinen Maßnahmen, die jeder eigenverantwortlich durchführen kann, machen den Unterschied!
Liebe Grüße!
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Dr. Torsten Schäfer ist Redakteur bei GEO Inter-
Ich habe einen Selbstversuch unternommen, und zwar:
Jeden Tag bewusst auf Treibhausgas Entwicklung geachtet!
D.h. jeden Tag mim Rad in die Arbeit, so wenig wie möglich Autofahren. Kalt Duschen in der Früh....
und so weiter....
Ich muss sagen dass die Einhaltung in unserer Gesellschaft fast unmöglich ist... es wäre vieles dazu beigetragen wenn jeder ein bisschen bewusster lebt...