Hauptinhalt
11. Mai 2012
Die grüne Apotheke - eine Ode auf den Holunder
Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was mit dem los ist. Hebt an zu einer Ode auf eine Pflanze, die in jedem Park, am Rand vieler Wiesen, massenhaft wächst. Und deren Beeren irgendwie seltsam, zu intensiv, schmecken? Gewiss, der Holunder – oder auch Hollerbusch genannt dort, wo ich ihn kennenlernte – ist kein exotischer und seltener Vertreter mit herausragenden geschmacklichen Talenten. Dennoch will ich kurz eine Lanze brechen (woher kommt dieser Ausdruck eigentlich?) für die schwarze Beere, ihre Blätter, den Stamm, die Blüten. Denn man kann alles verwerten. Und sich damit auch vom Fieber befreien.
Das war mein Schlüsselerlebnis: Pflanzensammelnd versuchte ich so ungefähr zu Abiturszeiten oder kurz davor, mich hie und da mit selbstgetrockneten Tees zu kurieren, wenn ein Leiden aufkam. Da gab es fürchterliche Geschmäcker – etwa den von Eichenrinde, die gegen Was-weiß-ich helfen sollte. Aber einmal hatte ich 39 Fieber und wolle es darauf ankommen lassen: Kein Griff in den Apothekeschrank meiner Mutter, dafür drei Tassen Holundertee. Nach zwei Stunden und extremen Schwitzen, denn das Schweißtreiben ist sein Haupttalent, stand ich bei 37 Grad. Und war hocherfreut.
Dann ist die Pflanze noch sehr stark im Erkältungskampf wegen ihrer Vitamin-C-Zufuhr. Genauer gesagt, die Beeren. Ich habe über Jahre für meine Oma eimerweise die Beeren gesammelt, damit sie Saft und Marmelade daraus machen kann. Ein Fläschchen mit dem Saft war dann zur Schnupfenvorbeugung in jedem Winterurlaub dabei. Einmal habe ich meiner Mutter auch einen Spazierstock aus einem Holunder-Stamm geschnitzt, rund herum wie eine Schleife prangte drauf: „Herzlichen Glückwunsch zum 39.“ Der Haken an der Sache: Schnitzen gehört eher in den äußeren Bereich meines Talentspektrums. Und für einen Wanderstab ist das Holunter-Holz einfach zu schwer.
Dafür kann man es wunderbar aushöhlen und als Stopfen für selbstgebaute Pfeile nehmen, die etwa aus getrockneter Goldrute bestehen. Einfach vorne drauf stecken, und der Pfeil fliegt besser, weil er schwerer vorne ist. Und er ist auch noch ungefährlicher. Und zu guter Letzt ist die Holunderblüte nicht nut Grundlage für den Tee, sondern auch gute Grundlage für eine mächtig frische Bowle.
Das war mein Schlüsselerlebnis: Pflanzensammelnd versuchte ich so ungefähr zu Abiturszeiten oder kurz davor, mich hie und da mit selbstgetrockneten Tees zu kurieren, wenn ein Leiden aufkam. Da gab es fürchterliche Geschmäcker – etwa den von Eichenrinde, die gegen Was-weiß-ich helfen sollte. Aber einmal hatte ich 39 Fieber und wolle es darauf ankommen lassen: Kein Griff in den Apothekeschrank meiner Mutter, dafür drei Tassen Holundertee. Nach zwei Stunden und extremen Schwitzen, denn das Schweißtreiben ist sein Haupttalent, stand ich bei 37 Grad. Und war hocherfreut.
Dann ist die Pflanze noch sehr stark im Erkältungskampf wegen ihrer Vitamin-C-Zufuhr. Genauer gesagt, die Beeren. Ich habe über Jahre für meine Oma eimerweise die Beeren gesammelt, damit sie Saft und Marmelade daraus machen kann. Ein Fläschchen mit dem Saft war dann zur Schnupfenvorbeugung in jedem Winterurlaub dabei. Einmal habe ich meiner Mutter auch einen Spazierstock aus einem Holunder-Stamm geschnitzt, rund herum wie eine Schleife prangte drauf: „Herzlichen Glückwunsch zum 39.“ Der Haken an der Sache: Schnitzen gehört eher in den äußeren Bereich meines Talentspektrums. Und für einen Wanderstab ist das Holunter-Holz einfach zu schwer.
Dafür kann man es wunderbar aushöhlen und als Stopfen für selbstgebaute Pfeile nehmen, die etwa aus getrockneter Goldrute bestehen. Einfach vorne drauf stecken, und der Pfeil fliegt besser, weil er schwerer vorne ist. Und er ist auch noch ungefährlicher. Und zu guter Letzt ist die Holunderblüte nicht nut Grundlage für den Tee, sondern auch gute Grundlage für eine mächtig frische Bowle.
Kommentare zu "Die grüne Apotheke - eine Ode auf den Holunder"
Holunder
von Diethard Schulz
am 17.05.2012 um 21:21 Uhr
In unserem Garten wächst natürlich auch Holunder. Frisch gepresster Holundersaft, dachte ich mir, muss ja wohl mehr als gesund sein. Aber ...
Die grüne Apotheke kann auch Probleme bereiten!
"Die grüne Apotheke - eine Ode auf den Holunder" kommentieren

Dr. Torsten Schäfer ist Redakteur bei GEO Inter-
In einer alten Familienchronik wird überliefert, dass sich eine Frau vor der Ansteckung mit Pest schützte, indem sie Holunderbeeren kaute, bevor sie zu Kranken ging, um sie zu pflegen. Es traute sich sonst nämlich niemand. Sie blieb von der Pest verschont. Auch ich liebe den Holunder, sowohl die Blüten als auch die Beeren. Man kann so feine Sachen daraus machen. Und es gibt sie kostenlos! Nur die Verarbeitung ist ein wenig mühselig. Aber es lohnt sich ...