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31. Januar 2012
Wandern in den Tälern um Sapa
Zu Hause bei den H'Mong
Am Abend lernten wir in einer Bar ein spanisches Pärchen, einen Holländer und einen Schweizer kennen und freundeten uns an. Gemeinsam entschieden wir uns am nächsten Tag eine Wanderung zu machen.
Die Tour hat 50 Dollar gekostet, doch wie gesagt, das war ein Festpreis, durch sieben geteilt war das in Ordnung. Wir aßen gemeinsam mit der Familie in ihrem Heim ein wundervolles Essen, es gab Hühnchen, Gemüse, Kohl, Tofu, Reis und Nudeln, einfach aber sehr schmackhaft zubereitet. Wir spielten mit den Kindern und gingen dann zurück nach Sapa. Wir brauchten einige Zeit um unsere Gastgeberin davon zu überzeugen, dass wir den Weg zurück alleine finden konnten. Die Straße nach Sapa war von ihrem Haus aus zu sehen, auf ihr konnten wir uns nicht verlaufen. Doch auf dem Hinweg durch die Felder und Terrassen hatten wir so viel Zeit mit Staunen und Fotografieren verbummelt, dass uns allen klar war, dass sie nun in Verzug war mit ihrem häuslichen Pflichten, den vier Kindern und der Feldarbeit. Wir versprachen ihr, dass es sicher in Ordnung sei, dankten ihr vielmals für die Gastfreundschaft und das tolle Mahl und winkten ihr und ihrer Familie zum Abschied lange nach.
Wer sich das Geld sparen will, der kann auch die Straße von Sapa aus nehmen und das mit dem Roller oder zu Fuß erkunden, das geht problemlos ohne Führer. Doch glauben sie mir, sie bringen sich um ein einmaliges Erlebnis. Wenn man um eine Biegung kommt und vor einem liegt ein weites Tal, welches nur aus Reisterrassen besteht, in dem hin und wieder kleine Hütten stehen, dann bleibt man automatisch stehen. Mit großen Augen fährt man über das Panorama und wenn sie von irgendwo her etwas vernehmen, das sich nach „oah" anhört, denn wissen sie, dass ihre Mitwanderer auch um die Biegung gekommen sind. Und glauben sie mir, sie werden den selben Laut gemacht haben. Jeder macht es. Es ist unbeschreiblich schön.
Zurück in Sapa
Von einem Ausflug nach Sapa zurück zu kommen ist hingegen wie ein Erwachen nach einem schönen Traum. Zurück in der Realität. Restaurants mit gesalzenen Preisen, von überall die Rufe doch hier oder dort dies oder jenes zu kaufen und die Betreiber von Restaurants, die uns Heimweh nach China machten. Wir kamen gerade aus einem Land in dem wir uns zwei Monate lang als Gast gefühlt hatten. In Sapa selbst fühlten wir uns wie Touristen. Kein Restaurantbetreiber empfahl uns Speisen oder freute sich besonders, wenn wir hereinkamen, wir hörten kein fröhliches Gegacker aus der Küche oder Gelächter vom Personal. Wer in Sapa arbeitet, der kämpft um jeden Gast. Nur leider feiert er ihn nicht, wenn er einen hat. Er nimmt ihm die Speisekarte für die Einheimischen weg und ersetzt sie durch die für die Touristen. Weil dort die Preise fünf mal so hoch sind.
Wir fanden jedoch doch noch einen Ort, der eine Ausnahme bildete. Die Misty Bar war an allen drei Abenden unsere Wahl. Nicht nur, weil sie genau neben unserem Domizil lag. Selbst wenn wir in Sapa durch den Markt schlenderten passierte es, dass auf einmal jemand auf uns zugelaufen kam und vor uns sprang, sich diebisch freute, uns erschreckt zu haben und uns dann mit einem Klopfen auf die Schultern begrüßte. Es war einer der Angestellten aus der Misty Bar, der sich schon darauf freute, dass wir abends wieder vorbei kommen würden. Um gegen ihn im Billard zu verlieren oder deutschen Hip Hop zu diskutieren, von dem sie alle deutlich mehr Ahnung hatten als wir. So spielten sie uns ihre gesamte Sammlung vor, erzählten vom Besitzer der Bar und seinem deutschen Freund, einem echten Rapper und ließen uns das vietnamesische Bier probieren.
Sapa ist ein Touristenort, soviel ist sicher. Doch das hat seine Gründe, und die sind die Reise allemal wert.
Jochen Müller
Kommentare zu "Wandern in den Tälern um Sapa"
GOD MORNING VIETNAM!
DA WAREN SIE WIEDER MEINE 2 LEGIONÄRE.....SEHR SCHÖNE EINDRÜCKE VON VIETNAM,SEHR SCHÖNE BILDER UND NICHT ZU VERGESSEN DIE HEISSEN SCHLITTEN OHNE HELM ...WEITER SO IFOLLOW YO!!ONLY THE TOPPEST GETS GREETINGS FROM BOBBES! BOB
Wie schön
Hallo Lieblingsreisende,
ich war vor 14 Jahren in Sapa.. wie reich diese Gegend jetzt wirkt, und wie sauber! Der Markt überdeckt, die Häuser/Hütten alle recht gross, die Kinder ohne klebende Dauerrotznase mit Spielzeug- Tourismuskritik hin oder her, ich gönne diesen wunderbar freundlichen Menschen ihren Wohlstand von ganzem Herzen.
Einfach herrlich ...
... die Vorstellung, wie ihr beide, mit einer lustigen Zigarette in der Hand, durch die Reisfelder flaniert ;-) Ich glaube, das wär auch was für mich ;-)))
Weltklasse Bilder und Beschreibung mal wieder !
Immer weiter so und viel Spass.
Ist eigentlich grad Regenzeit ???
greetz
shaq
Jahreszeit
Gestattet, Jungs, einmal solch eine profane Frage von "halbgebildeten" Pädagogen(sorry:innen)ist das okay, dass ihr euch in T-shirts bewegt (Bildnachweis)während wir russsischen Temperatuen (-zweistellig)trotzen?.
Falls meine Annahme stimmt ---Seeeehnsucht!!1
Brigitte
Sapa
Himmel, wie gerne würde ich dort sein, müssen wir hier wirklich mit -20 Grad zittern, während Ihr durch Reisfelder tippelt, herrlich, und diese tollen Bilder, einfach suuuper, ach, ich gönns Euch ja so sehr, weiter schöne Erlebnisse und toi toi toi Gisi39
Mischa
Wunderschönes Portrait!!!!
map updated
Ha! Das mit den Schuhen ist mir auch aufgefallen, Jochen :-D
Zauberhafte Fotos. Ich hätte auch noch mehr Fotos von Reisterrassen angeschaut.
Freue mich schon auf's denouement wenn's auf den Ozean zugeht.
Falls ich das richtige Sapa gefunden habe sind wir auch schon wieder hinterher:
http://g.co/maps/kmvhs
Versuch dich mal am Hahaped zu wenden - es gibt viel Information zu diesem Thema
Schön zu sehen
Dass es Msiha gut geht. Ichwar 2007 in Vietnam und bin dabei auch durch Sapa gereist. An Mishca erinnere ich mich gut. Ich habe auch ein ähnliches Foto von ihr:-)
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Jetzt bin ich gerade sehr sehr neidisch.
Oje, ich wäre sehr gerne mitgewandert. Traumhaft!
Und traumhafte Bilder!
Ihr Glücklichen.
Viel Spaß beim Schuhe putzen.
Your biggest fan. Stan.