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31. Januar 2012

Wandern in den Tälern um Sapa


Die Gegend um Sapa ist dazu gemacht zu Fuß erkundet zu werden. Wir wanderten mit einheimischen Frauen ihren Heimweg vom Markt in Sapa zurück in ihr Dorf. Durch die Felder und Reisterrassen der Berge. Mit jedem Schritt wurden Natur und Ausblicke atemberaubender.


Markt1.JPG© Jochen Müller Auf dem Markt in Sapa kann man herumschlendern...

Markt2.JPG© Jochen Müller ... sich mit Essen eindecken...

Markt Essen.JPG© Jochen Müller ... oder sich hinsetzen und eine Nudelsuppe schlürfen.

Zu Hause bei den H'Mong

Am Abend lernten wir in einer Bar ein spanisches Pärchen, einen Holländer und einen Schweizer kennen und freundeten uns an. Gemeinsam entschieden wir uns am nächsten Tag eine Wanderung zu machen.
HMong2.JPG© Jochen Müller Die Trachten der H'Mong sind vielfältig.
Es galt früh aufzustehen, dann wurden wir von einer H'Mong Frau abgeholt und marschierten zu siebt mit noch zwei Franzosen durch die Reisterrassen und die Felder um Sapa. Es war wundervoll. Für jeden Menschen, der die Natur mag ist diese Wanderung ein Muss. Sie brauchen nichts zu buchen, sparen Sie sich die Angebote der Hostels in Vietnam. Gehen sie in Sapa über den Markt, die in bunte Trachten gewandeten Frauen werden sie finden und auf sie zu kommen. Ob Sie wollen oder nicht. Kaufen sie die Armbänder, die Ohrringe und die Taschen, die Kleider und die Hüte bedenkenlos, denn sie sind wirklich selber gemacht und alles Geld landet bei den Einheimischen. Hier ist es gut investiert. Besser als in den Nippesläden in den großen Städten. Oder sie gehen auf das Angebot ein, mit einer der Frauen als Führerin eine Wanderung zu machen. Die Frauen kommen ohnehin jeden Morgen die 12 Kilometer von ihrem Dorf nach Sapa gelaufen und nehmen gerne auf dem Heimweg Touristen mit. Sie finden in den Damen atemberaubend trittsichere Wanderer, gute Führerinnen, die erstaunlich gutes Englisch sprechen, während der Wanderung aus Bambusästchen kleine Dinge basteln und sie nach Ankunft in ihrem Dorf für 3 Dollar pro Person fürstlich bekochen.

HMong.JPG© Jochen Müller Die H'Mong Frauen in ihren Trachten.

Guide1.JPG© Jochen Müller Mischa (o.ä.) Unser Guide für diesen Tag.
HMong3.JPG© Jochen Müller
 
Gebastelt.JPG© Jochen Müller Aus Bambus in Windeseile gebastelt.


Die Tour hat 50 Dollar gekostet, doch wie gesagt, das war ein Festpreis, durch sieben geteilt war das in Ordnung. Wir aßen gemeinsam mit der Familie in ihrem Heim ein wundervolles Essen, es gab Hühnchen, Gemüse, Kohl, Tofu, Reis und Nudeln, einfach aber sehr schmackhaft zubereitet. Wir spielten mit den Kindern und gingen dann zurück nach Sapa. Wir brauchten einige Zeit um unsere Gastgeberin davon zu überzeugen, dass wir den Weg zurück alleine finden konnten. Die Straße nach Sapa war von ihrem Haus aus zu sehen, auf ihr konnten wir uns nicht verlaufen. Doch auf dem Hinweg durch die Felder und Terrassen hatten wir so viel Zeit mit Staunen und Fotografieren verbummelt, dass uns allen klar war, dass sie nun in Verzug war mit ihrem häuslichen Pflichten, den vier Kindern und der Feldarbeit. Wir versprachen ihr, dass es sicher in Ordnung sei, dankten ihr vielmals für die Gastfreundschaft und das tolle Mahl und winkten ihr und ihrer Familie zum Abschied lange nach.

Reisterrasse1.JPG© Jochen Müller Die Reisterrassen geben immer ein gutes Fotomotiv ab.

Reisterrasse7.JPG© Jochen Müller Ganz gleich...

Reisterrasse8.JPG© Jochen Müller ... wie oft...

Reisterrasse9.JPG© Jochen Müller ... man sie ablichtet.

Pause.JPG© Jochen Müller Erschöpft von Wanderung und Sinneseindrücken.

Wer sich das Geld sparen will, der kann auch die Straße von Sapa aus nehmen und das mit dem Roller oder zu Fuß erkunden, das geht problemlos ohne Führer. Doch glauben sie mir, sie bringen sich um ein einmaliges Erlebnis. Wenn man um eine Biegung kommt und vor einem liegt ein weites Tal, welches nur aus Reisterrassen besteht, in dem hin und wieder kleine Hütten stehen, dann bleibt man automatisch stehen. Mit großen Augen fährt man über das Panorama und wenn sie von irgendwo her etwas vernehmen, das sich nach „oah" anhört, denn wissen sie, dass ihre Mitwanderer auch um die Biegung gekommen sind. Und glauben sie mir, sie werden den selben Laut gemacht haben. Jeder macht es. Es ist unbeschreiblich schön.

Wanderung1.JPG© Jochen Müller Über Stock und Stein, querfeldein. Die H'Mong Frauen sind unglaublich trittsichere Wanderer. Und alles in Badeschlappen.

HMong Heimweg.JPG© Jochen Müller Die H'Mong Frauen auf ihrem täglichen Weg.

HMong Dorf2.JPG© Jochen Müller Unser Tagesziel, das Dorf der H'Mong.



HMong und wir.JPG© Jochen Müller Angekommen im Heim unserer Führerin wurden wir von ihren Kindern begrüßt.

HMong Kinder.JPG© Jochen Müller Dann ging es zurück zum Spielen in den Reisfeldern.

Kueche.JPG© Jochen Müller In der Zeit wurde das Mahl zubereitet.

4657-Essen.JPG© Jochen Müller Das wir danach alle gemeinsam einnahmen.

Wanderung Gruppe.JPG© Jochen Müller Unsere Wandergruppe.

Heimweg.JPG© Jochen Müller Der Heimweg führte über die Straße. Doch auch die ist schön.

HMong Kinder2.JPG© Jochen Müller Am Wegesrand begrüßten uns H'Mong Kinder und liefen ein Stück mit uns.

Zurück in Sapa

Von einem Ausflug nach Sapa zurück zu kommen ist hingegen wie ein Erwachen nach einem schönen Traum. Zurück in der Realität. Restaurants mit gesalzenen Preisen, von überall die Rufe doch hier oder dort dies oder jenes zu kaufen und die Betreiber von Restaurants, die uns Heimweh nach China machten. Wir kamen gerade aus einem Land in dem wir uns zwei Monate lang als Gast gefühlt hatten. In Sapa selbst fühlten wir uns wie Touristen. Kein Restaurantbetreiber empfahl uns Speisen oder freute sich besonders, wenn wir hereinkamen, wir hörten kein fröhliches Gegacker aus der Küche oder Gelächter vom Personal. Wer in Sapa arbeitet, der kämpft um jeden Gast. Nur leider feiert er ihn nicht, wenn er einen hat. Er nimmt ihm die Speisekarte für die Einheimischen weg und ersetzt sie durch die für die Touristen. Weil dort die Preise fünf mal so hoch sind.

Wir fanden jedoch doch noch einen Ort, der eine Ausnahme bildete. Die Misty Bar war an allen drei Abenden unsere Wahl. Nicht nur, weil sie genau neben unserem Domizil lag. Selbst wenn wir in Sapa durch den Markt schlenderten passierte es, dass auf einmal jemand auf uns zugelaufen kam und vor uns sprang, sich diebisch freute, uns erschreckt zu haben und uns dann mit einem Klopfen auf die Schultern begrüßte. Es war einer der Angestellten aus der Misty Bar, der sich schon darauf freute, dass wir abends wieder vorbei kommen würden. Um gegen ihn im Billard zu verlieren oder deutschen Hip Hop zu diskutieren, von dem sie alle deutlich mehr Ahnung hatten als wir. So spielten sie uns ihre gesamte Sammlung vor, erzählten vom Besitzer der Bar und seinem deutschen Freund, einem echten Rapper und ließen uns das vietnamesische Bier probieren.

Sapa ist ein Touristenort, soviel ist sicher. Doch das hat seine Gründe, und die sind die Reise allemal wert.


Jochen Müller

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Kommentare zu "Wandern in den Tälern um Sapa"

[antworten]

von Stan am 31.01.2012 um 09:05 Uhr

Jetzt bin ich gerade sehr sehr neidisch.
Oje, ich wäre sehr gerne mitgewandert. Traumhaft!
Und traumhafte Bilder!
Ihr Glücklichen.

Viel Spaß beim Schuhe putzen.

Your biggest fan. Stan.


GOD MORNING VIETNAM! [antworten]

von BOB am 31.01.2012 um 16:32 Uhr

DA WAREN SIE WIEDER MEINE 2 LEGIONÄRE.....SEHR SCHÖNE EINDRÜCKE VON VIETNAM,SEHR SCHÖNE BILDER UND NICHT ZU VERGESSEN DIE HEISSEN SCHLITTEN OHNE HELM ...WEITER SO IFOLLOW YO!!ONLY THE TOPPEST GETS GREETINGS FROM BOBBES! BOB


Wie schön [antworten]

von Gilili am 31.01.2012 um 20:18 Uhr

Hallo Lieblingsreisende,
ich war vor 14 Jahren in Sapa.. wie reich diese Gegend jetzt wirkt, und wie sauber! Der Markt überdeckt, die Häuser/Hütten alle recht gross, die Kinder ohne klebende Dauerrotznase mit Spielzeug- Tourismuskritik hin oder her, ich gönne diesen wunderbar freundlichen Menschen ihren Wohlstand von ganzem Herzen.


Einfach herrlich ... [antworten]

von Charlestone am 31.01.2012 um 20:32 Uhr

... die Vorstellung, wie ihr beide, mit einer lustigen Zigarette in der Hand, durch die Reisfelder flaniert ;-) Ich glaube, das wär auch was für mich ;-)))
Weltklasse Bilder und Beschreibung mal wieder !
Immer weiter so und viel Spass.
Ist eigentlich grad Regenzeit ???
greetz
shaq


Jahreszeit [antworten]

von Brigitte Bergholter am 31.01.2012 um 21:18 Uhr

Gestattet, Jungs, einmal solch eine profane Frage von "halbgebildeten" Pädagogen(sorry:innen)ist das okay, dass ihr euch in T-shirts bewegt (Bildnachweis)während wir russsischen Temperatuen (-zweistellig)trotzen?.
Falls meine Annahme stimmt ---Seeeehnsucht!!1
Brigitte


Sapa [antworten]

von gisi Lamprecht am 31.01.2012 um 23:02 Uhr

Himmel, wie gerne würde ich dort sein, müssen wir hier wirklich mit -20 Grad zittern, während Ihr durch Reisfelder tippelt, herrlich, und diese tollen Bilder, einfach suuuper, ach, ich gönns Euch ja so sehr, weiter schöne Erlebnisse und toi toi toi Gisi39


Mischa [antworten]

von Brigitte am 31.01.2012 um 23:21 Uhr

Wunderschönes Portrait!!!!


map updated [antworten]

von Christine am 01.02.2012 um 02:56 Uhr

Ha! Das mit den Schuhen ist mir auch aufgefallen, Jochen :-D
Zauberhafte Fotos. Ich hätte auch noch mehr Fotos von Reisterrassen angeschaut.

Freue mich schon auf's denouement wenn's auf den Ozean zugeht.

Falls ich das richtige Sapa gefunden habe sind wir auch schon wieder hinterher:
http://g.co/maps/kmvhs


[antworten]

von Valerie am 01.02.2012 um 15:18 Uhr

Versuch dich mal am Hahaped zu wenden - es gibt viel Information zu diesem Thema


Schön zu sehen [antworten]

von Lillia75 am 20.02.2012 um 11:55 Uhr

Dass es Msiha gut geht. Ichwar 2007 in Vietnam und bin dabei auch durch Sapa gereist. An Mishca erinnere ich mich gut. Ich habe auch ein ähnliches Foto von ihr:-)



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