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22. Februar 2012
Straßensplitter (5)
Die gute Nachricht: Wir leben noch. Zudem sind wir noch in einem Stück. Doch das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit.
Reiseempfehlung
Reisen über Land
Eine starke Gefährdung geht vom Straßenverkehr aus. Bei der Anzahl der Verkehrstoten (zurzeit mehr als 12.000 pro Jahr) rangiert Vietnam in der Weltstatistik ganz vorn. Auch die mittlerweile eingeführte Helmpflicht für Mopedfahrer hat daran nichts geändert, denn Gründe sind eine oftmals rücksichtslose Fahrweise sowie die steigende Anzahl der Verkehrsteilnehmer. Es wird daher zu größtmöglicher Vorsicht im Straßenverkehr geraten und nachdrücklich davor gewarnt, während des Urlaubaufenthaltes angemietete Pkw oder Mopeds eigenhändig in dem ungewohnten Verkehr zu steuern. Des Weiteren ist zu beachten, dass ausländische bzw. internationale Führerscheine in Vietnam nicht anerkannt werden. Das Fahren ohne gültigen Führerschein kann mit einem Bußgeld oder - im Fall eines schweren Unfalls - mit einer mehrjährigen Haftstrafe geahndet werden.
(Auszug aus den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes für Vietnam)
© Bergholter Helmpflicht!
Unbestritten war die Motorradtour durch Vietnam ein einmaliges Erlebnis. Wir fuhren die schönsten Strecken und erfuhren auf der anderen Seite auch die Widrigkeiten der Straße. Zum einen die Unwegbarkeiten der Straßen selbst, wie auch die vermeintliche Unberechenbarkeit der anderen Verkehrsteilnehmer. Vor dem, was das Auswärtige Amt „ungewohnten Verkehr" nennt, wurden wir im Vorfeld gewarnt: „Denkt niemals, ein Vietnamese könne dieses oder jenes Manöver im Straßenverkehr doch nicht vollführen. Er kann. Und er wird." Egal wie halsbrecherisch und gesundheitsgefährdend die Aktion ist. Sie tun es wirklich. Doch mit dieser Gewissheit im Hinterkopf ergibt sich schon wieder eine gewisse Berechenbarkeit. Stets das Unmögliche annehmen und erwarten. Es wird garantiert eintreten. Und dann ist es gut, darauf vorbereitet zu sein. Diese Erkenntnis veranlasste uns dazu, defensiv und äußerst vorausschauend zu fahren. Letzteres zumindest soweit es die Sicht zuließ. Ich möchte behaupten, dass uns dieses Fahrverhalten den Hals gerettet hat, auch wenn es zwischendurch die eine oder andere brenzlige Situation gab. Andererseits mussten wir uns aber auch den Gepflogenheiten auf vietnamesischen Straßen anpassen. Rechts überholen auf dem Seitenstreifen, rote Ampeln ignorieren und teilweise einfach darauf vertrauen, dass die Vietnamesen auch unser zurückhaltendes Fahrverhalten antizipieren. Und es ging gut.
© Bergholter Selbst ein echter Biker hat irgendwann genug Staub geschluckt...
Auch ohne die inzwischen geltende Helmpflicht im Lande, hätten wir es wohl nicht gewagt, ohne Sturzhelm am Verkehr teilzunehmen. Was die Führerscheine angeht, so bestand keinerlei Gefahr, dass sie uns diese entziehen könnten, da zumindest ich gar keinen besitze. Natürlich haben wir uns vorher erkundigt und von mehreren Seiten wurde uns versichert, einen Führerschein brauche man hier nicht. Die meisten Vietnamesen hätten selber keinen. Also machten wir uns locker und beschlossen, die Warnungen des Auswärtigen Amtes einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Das Ergebnis ist bekannt. Und ich möchte an dieser Stelle eine eigene Empfehlung an all diejenigen aussprechen, die mit dem Gedanken spielen, diese Tour ebenfalls zu wagen: Tun Sie es, es lohnt sich! Nach einem solchen Trip haben Sie sich das Prädikat „Biker" redlich verdient. Allerdings sind Sie gut beraten, es uns gleich zu tun: Fahren Sie vorsichtig, defensiv und vorausschauend. Rechnen Sie stets mit dem Unwahrscheinlichen, denn Sie werden sehen, es ist wahrscheinlicher, als Sie vielleicht annehmen. Fahren Sie nicht in der Dunkelheit, denn das ist wirklich lebensgefährlich. Fahren Sie niemals ohne Helm und lassen Sie bei einem Unfall die Polizei außen vor. Man kann sich immer mit den Vietnamesen einigen...
Hals- und Beinbruch!
Von Peer Bergholter
Reiseempfehlung
Reisen über Land
Eine starke Gefährdung geht vom Straßenverkehr aus. Bei der Anzahl der Verkehrstoten (zurzeit mehr als 12.000 pro Jahr) rangiert Vietnam in der Weltstatistik ganz vorn. Auch die mittlerweile eingeführte Helmpflicht für Mopedfahrer hat daran nichts geändert, denn Gründe sind eine oftmals rücksichtslose Fahrweise sowie die steigende Anzahl der Verkehrsteilnehmer. Es wird daher zu größtmöglicher Vorsicht im Straßenverkehr geraten und nachdrücklich davor gewarnt, während des Urlaubaufenthaltes angemietete Pkw oder Mopeds eigenhändig in dem ungewohnten Verkehr zu steuern. Des Weiteren ist zu beachten, dass ausländische bzw. internationale Führerscheine in Vietnam nicht anerkannt werden. Das Fahren ohne gültigen Führerschein kann mit einem Bußgeld oder - im Fall eines schweren Unfalls - mit einer mehrjährigen Haftstrafe geahndet werden.
(Auszug aus den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes für Vietnam)
Unbestritten war die Motorradtour durch Vietnam ein einmaliges Erlebnis. Wir fuhren die schönsten Strecken und erfuhren auf der anderen Seite auch die Widrigkeiten der Straße. Zum einen die Unwegbarkeiten der Straßen selbst, wie auch die vermeintliche Unberechenbarkeit der anderen Verkehrsteilnehmer. Vor dem, was das Auswärtige Amt „ungewohnten Verkehr" nennt, wurden wir im Vorfeld gewarnt: „Denkt niemals, ein Vietnamese könne dieses oder jenes Manöver im Straßenverkehr doch nicht vollführen. Er kann. Und er wird." Egal wie halsbrecherisch und gesundheitsgefährdend die Aktion ist. Sie tun es wirklich. Doch mit dieser Gewissheit im Hinterkopf ergibt sich schon wieder eine gewisse Berechenbarkeit. Stets das Unmögliche annehmen und erwarten. Es wird garantiert eintreten. Und dann ist es gut, darauf vorbereitet zu sein. Diese Erkenntnis veranlasste uns dazu, defensiv und äußerst vorausschauend zu fahren. Letzteres zumindest soweit es die Sicht zuließ. Ich möchte behaupten, dass uns dieses Fahrverhalten den Hals gerettet hat, auch wenn es zwischendurch die eine oder andere brenzlige Situation gab. Andererseits mussten wir uns aber auch den Gepflogenheiten auf vietnamesischen Straßen anpassen. Rechts überholen auf dem Seitenstreifen, rote Ampeln ignorieren und teilweise einfach darauf vertrauen, dass die Vietnamesen auch unser zurückhaltendes Fahrverhalten antizipieren. Und es ging gut.
Auch ohne die inzwischen geltende Helmpflicht im Lande, hätten wir es wohl nicht gewagt, ohne Sturzhelm am Verkehr teilzunehmen. Was die Führerscheine angeht, so bestand keinerlei Gefahr, dass sie uns diese entziehen könnten, da zumindest ich gar keinen besitze. Natürlich haben wir uns vorher erkundigt und von mehreren Seiten wurde uns versichert, einen Führerschein brauche man hier nicht. Die meisten Vietnamesen hätten selber keinen. Also machten wir uns locker und beschlossen, die Warnungen des Auswärtigen Amtes einer eigenen Prüfung zu unterziehen. Das Ergebnis ist bekannt. Und ich möchte an dieser Stelle eine eigene Empfehlung an all diejenigen aussprechen, die mit dem Gedanken spielen, diese Tour ebenfalls zu wagen: Tun Sie es, es lohnt sich! Nach einem solchen Trip haben Sie sich das Prädikat „Biker" redlich verdient. Allerdings sind Sie gut beraten, es uns gleich zu tun: Fahren Sie vorsichtig, defensiv und vorausschauend. Rechnen Sie stets mit dem Unwahrscheinlichen, denn Sie werden sehen, es ist wahrscheinlicher, als Sie vielleicht annehmen. Fahren Sie nicht in der Dunkelheit, denn das ist wirklich lebensgefährlich. Fahren Sie niemals ohne Helm und lassen Sie bei einem Unfall die Polizei außen vor. Man kann sich immer mit den Vietnamesen einigen...
Hals- und Beinbruch!
Von Peer Bergholter
Kommentare zu "Straßensplitter (5)"
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Jungs, ich fürchte mich vor Straßensplitter (6)!
Habt ihr einen Deal mit einem Motorrad-Magazin laufen oder habt ihr den Biker-Virus?
Bitte schreibt uns mal wieder was über Menschen und Natur, ich mache nachts schon Motorgeräusche...woooääääääääää...
Your biggest fan. Stan.