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20. Februar 2012
Straßensplitter (3)
Auch in Vietnam gebe es Verkehrsregeln. So zumindest antwortete man uns auf unsere ungläubige Nachfrage zu diesem Thema, nachdem wir erstmals das Treiben auf den Straßen Hanois erlebten. Doch entweder halte man sich nicht an diese, oder sie haben eine gänzlich unterschiedliche Bedeutung als bei uns.
Zeichen und Symbole im Straßenverkehr
Es gibt sie auch hier, die Ampeln. Gern dazu verwendet, um den Verkehr an vielbefahrenen Kreuzungen zu regeln. Wir lernten, dass man bei Grün fahren darf und bei Rot gefälligst anzuhalten hat. Nicht so in Vietnam. Eine rote Ampel wird hier in der Regel nicht weiter beachtet. Sind die Kreuzungen allzu groß, kann es schon mal vorkommen, dass an einer solchen angehalten wird, in der Regel jedoch werden solche profanen Hinweise schlichtweg ignoriert. Wer braucht schon eine Ampel, wenn er doch eine Hupe hat. Auch wir gingen irgendwann dazu über, es den Vietnamesen gleich zu tun und rote Ampeln geflissentlich zu überfahren. Selbstredend ließen wir dabei die nötige Umsicht walten. Doch wenn man als einziger vor einer roten Ampel stoppt, während links und rechts die Roller an einem vorbei schießen, kommt man sich irgendwann ganz schön blöd vor. Zumal im Umkehrschluss eine grüne Ampel auch keine Garantie für eine freie Fahrt darstellt.
© Bergholter Faxen machen - aber nur am Straßenrand!
Tempolimits sind zumindest in vietnamesischen Städten und Ortschaften obligatorisch. Da die Tachos an unseren Bikes aber seit dem ersten Tag nicht funktionieren, kann man lediglich grobe Schätzungen bezüglich seiner Geschwindigkeit abgeben. Wir schaffen in der Regel 50 Kilometer Wegstrecke in der Stunde, woraus sich leicht eine durchschnittliche Geschwindigkeit errechnen lässt (es sind 50 km/h - für alle, denen Kopfrechnen Probleme bereitet). Natürlich ist man auf freier Strecke schneller unterwegs als in Ortschaften, aber hier ergibt sich ohnehin kaum die Möglichkeit einer Geschwindigkeitsübertretung. Schlechte Straßen, viel Verkehr, kreuzende Radfahrer und Fußgänger sowie Straßenhändler, die den Seitenstreifen (respektive die Überholspur) bevölkern. Und Ampeln. Also orientiert man sich bei seiner Geschwindigkeit einfach an den Einheimischen. Solange ein Rollerfahrer, ein Bus oder LKW noch schneller ist, als man selbst, so bewegt man sich im tolerablen Bereich.
Um weitere Zeichen zu deuten oder überhaupt zu sehen, muss man schon genauer hinschauen. Ortschilder sehen alle gleich aus und verraten einem mitnichten den Namen einer Ortschaft. Aber solange man eine Straßenkarte bei sich hat, kann man immer noch jeden Anwohner fragen, wo man sich gerade befindet. Dabei sollte man sich nicht davon abschrecken lassen, wenn dieser hilfsbereite Mensch zunächst einen Vorort von Hoh-Chi-Minh-City im Großraum Hanoi oder im angrenzenden Kambodscha sucht. Mit einem dezenten Hinweis auf die ungefähre Gegend, in der man sich befindet, klappt das meistens ganz gut.
Unterschiedliche Lesarten gibt es offenbar auch bei anderen Symbolen. Verkehrsschilder sind hier eine Rarität, allerdings meinten wir das Zeichen für Hauptstraße (=Vorfahrtsstraße?) gedeutet zu haben. An die von uns angenommene Vorfahrt auf dieser Straße hält sich freilich niemand, der in diese einbiegen möchte. Stichwort hupen, Augen zu und durch.
Und während bei uns zulande eine durchgezogene Linie in der Straßenmitte eine gewisse definierte Bedeutung hat, so scheint sie in Vietnam die Empfehlung, wenn nicht gar die zwingende Aufforderung zu einem gewagten Überholmanöver zu sein. Dies gilt in besonderem Maße in Kurven.
Wie heißt es so schön: andere Länder, andere Sitten. Dies trifft ganz besonders auf den Verkehr in Vietnam zu. Aber da wir uns ja mit anderen Ländern und deren Sitten auseinander setzen wollen, hatten wir hier reichlich Gelegenheit dazu. Wehe dem, der uns daheim wieder auf deutschen Straßen begegnet...
Von Peer Bergholter
Zeichen und Symbole im Straßenverkehr
Es gibt sie auch hier, die Ampeln. Gern dazu verwendet, um den Verkehr an vielbefahrenen Kreuzungen zu regeln. Wir lernten, dass man bei Grün fahren darf und bei Rot gefälligst anzuhalten hat. Nicht so in Vietnam. Eine rote Ampel wird hier in der Regel nicht weiter beachtet. Sind die Kreuzungen allzu groß, kann es schon mal vorkommen, dass an einer solchen angehalten wird, in der Regel jedoch werden solche profanen Hinweise schlichtweg ignoriert. Wer braucht schon eine Ampel, wenn er doch eine Hupe hat. Auch wir gingen irgendwann dazu über, es den Vietnamesen gleich zu tun und rote Ampeln geflissentlich zu überfahren. Selbstredend ließen wir dabei die nötige Umsicht walten. Doch wenn man als einziger vor einer roten Ampel stoppt, während links und rechts die Roller an einem vorbei schießen, kommt man sich irgendwann ganz schön blöd vor. Zumal im Umkehrschluss eine grüne Ampel auch keine Garantie für eine freie Fahrt darstellt.
Tempolimits sind zumindest in vietnamesischen Städten und Ortschaften obligatorisch. Da die Tachos an unseren Bikes aber seit dem ersten Tag nicht funktionieren, kann man lediglich grobe Schätzungen bezüglich seiner Geschwindigkeit abgeben. Wir schaffen in der Regel 50 Kilometer Wegstrecke in der Stunde, woraus sich leicht eine durchschnittliche Geschwindigkeit errechnen lässt (es sind 50 km/h - für alle, denen Kopfrechnen Probleme bereitet). Natürlich ist man auf freier Strecke schneller unterwegs als in Ortschaften, aber hier ergibt sich ohnehin kaum die Möglichkeit einer Geschwindigkeitsübertretung. Schlechte Straßen, viel Verkehr, kreuzende Radfahrer und Fußgänger sowie Straßenhändler, die den Seitenstreifen (respektive die Überholspur) bevölkern. Und Ampeln. Also orientiert man sich bei seiner Geschwindigkeit einfach an den Einheimischen. Solange ein Rollerfahrer, ein Bus oder LKW noch schneller ist, als man selbst, so bewegt man sich im tolerablen Bereich.
Um weitere Zeichen zu deuten oder überhaupt zu sehen, muss man schon genauer hinschauen. Ortschilder sehen alle gleich aus und verraten einem mitnichten den Namen einer Ortschaft. Aber solange man eine Straßenkarte bei sich hat, kann man immer noch jeden Anwohner fragen, wo man sich gerade befindet. Dabei sollte man sich nicht davon abschrecken lassen, wenn dieser hilfsbereite Mensch zunächst einen Vorort von Hoh-Chi-Minh-City im Großraum Hanoi oder im angrenzenden Kambodscha sucht. Mit einem dezenten Hinweis auf die ungefähre Gegend, in der man sich befindet, klappt das meistens ganz gut.
Unterschiedliche Lesarten gibt es offenbar auch bei anderen Symbolen. Verkehrsschilder sind hier eine Rarität, allerdings meinten wir das Zeichen für Hauptstraße (=Vorfahrtsstraße?) gedeutet zu haben. An die von uns angenommene Vorfahrt auf dieser Straße hält sich freilich niemand, der in diese einbiegen möchte. Stichwort hupen, Augen zu und durch.
Und während bei uns zulande eine durchgezogene Linie in der Straßenmitte eine gewisse definierte Bedeutung hat, so scheint sie in Vietnam die Empfehlung, wenn nicht gar die zwingende Aufforderung zu einem gewagten Überholmanöver zu sein. Dies gilt in besonderem Maße in Kurven.
Wie heißt es so schön: andere Länder, andere Sitten. Dies trifft ganz besonders auf den Verkehr in Vietnam zu. Aber da wir uns ja mit anderen Ländern und deren Sitten auseinander setzen wollen, hatten wir hier reichlich Gelegenheit dazu. Wehe dem, der uns daheim wieder auf deutschen Straßen begegnet...
Von Peer Bergholter
Kommentare zu "Straßensplitter (3)"
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Ein ZivilisationsEingliederungs-Kurs nebst Sprachkurs für 'Fortgeschrittene in Deutsch, Berlinerisch, Kasselänerisch und einigen unterfränkischen Sprachfetzen wird ohnehin zwingend erforderlich sein, falls Ihr jemals wieder heimischen Boden betreten wollt. Sonst werdet Ihr die Gesichtskontrolle hierzulande nicht durchlaufen können (schon allein wegen besagter Bilder!!!!!!)