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12. Oktober 2011
Location Hostel im Etagi Loft Projekt St.Petersburg
Jeder Reisende wird mir zustimmen, wenn ich sage, dass die Unterkunft einen Großteil des Vergnügens einer Reise ausmacht. Auch wenn man an sonnigen Tagen dort kaum Zeit verbringen wird.
© Jochen Müller Das Location Hostel, Ligovsky Prospekt 74
Es ist der Ort an den man abends heimkehrt. Auch wenn es nur ein Heim auf Zeit ist. Die Unterkunft macht dementsprechend auch einen Großteil der Entspannung der Reise aus. Es ist der Ort an dem man sich abends ermattet danieder sinken lässt, um die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen. Es ist auch der Ort an dem man sich wohlig in sein Bett kuschelt, die Decke bis unter das Kinn zieht und hoffentlich so gut schläft wie daheim. Kurz, egal ob Hostel oder Herberge, ob Pension oder Hotel, die Unterkunft ist auf Reisen das halbe Glück. Es gibt aber Unterkünfte, die bieten mehr als das. Nein, ich meine nicht die Wellnesshotels, in denen man im Fließbandbetrieb angestrengt versucht sich zu entspannen. Von Wellnesshostels ganz zu schweigen, siehe Sauna-Beitrag aus Tallinn. Wir wollen einmal annehmen, dass ein gutes Bett und ein ruhiges Zimmer Entspannung genug bieten. Was aber, wenn das Kulturprogramm gleich ins Hostel integriert wird? Kann das funktionieren? Soviel sei verraten: ja, es kann. Wer das selber herausfinden will, dem sei das Location Hostel in St.Petersburg wärmstens empfohlen.
Der Gründer des Location Hostels in St.Petersburg muss ähnliche Kindheitserfahrungen gemacht haben wie ich. Man schlurft mit seinen Kunst interessierten Eltern durch große Hallen voller Gerümpel und mehr oder minder bunten Bildern an der Wand, sieht die Erwachsenen „oh" und „ah" machen und wild diskutieren. Bewunderung ausdrücken, Leidenschaft entwickeln und kommunizieren. Und bleibt zurück mit der Frage nach dem Warum. Nach dem Worüber. Nach dem Was überhaupt? Und besonders nach dem Wann gehen wir nach Hause, wann gibt es was zu essen, wann beginnt der Spaß, wann kann ich ins Bett, ich bin müde. Als Kind hatte Kunst auf mich einen sedierenden Einfluss. Gehe ich heute in Kunstsausstellungen, gewinne ich den Eindruck, dass das nicht nur für mich gilt.
© Jochen MüllerDas Etagi Loft Projekt
© Jochen Müller Die Kunst fängt an, kaum, dass man durch das Tor geschirtten ist.
Auf den Straßen und Plätzen der Städte, in Parks, auf Freiflächen und in Geschäften wie in Bussen und Bahnen bietet sich einem Erwachsenen folgendes Bild. Kinder sind entweder artig, toben oder sind müde und quengeln. Jeder kennt das. Je mehr Kultur ein Ort zu bieten hat, umso mehr neigt sich die Waagschale in Richtung müde Kinder. Entweder gehen nur die müden Kinder in Museen und Kunstausstellungen oder Kultur macht Kinder müde. Wer hat sich nicht schon mal in seinem Leben ein Bett in einer Kunstausstellung gewünscht? Eines, das kein Exponat ist, sondern eines, in das man sich hineinlegen kann? Die meisten, denke ich. Im Location Hostel ist dieser Wunsch Wirklichkeit geworden. Im Hinterhof des Ligovsky Prospect 74 in St.Petersburg beginnt das außergewöhnlichste Hostelerlebnis, das ich je erfahren habe. Und ich dachte das Dachterrassen-Hostel in Kairo wäre schwer zu überbieten. Die Hallen der alten Backfabrik sind zu Austellungslofts für Kunst der Gegenwart geworden, und das, wie ich finde, äußerst gelungen. Das Loft Projekt stellt zur Zeit schwedische, russische und baltische Fotografie aus, Kunstdrucke und Videoinstallationen. Es gibt ein modernes und dennoch gemütliches Café Restaurant, in dem man herrlich Borschtsch und Teigtaschen essen kann, eine frisch fertig gestellte Dachterrasse und, nun ja, ein Hostel. Doch wer nun denkt, dass es keine große Sache sei, ein Hostel über oder unter eine Kunstgalerie zu packen, dem sei gesagt, dass es so einfach nicht ist. Das Einzige, was hier relativ deutlich vom Rest getrennt ist, ist das Café Restaurant. Obwohl es auch dort genug zu sehen gibt, egal ob Pflanzen oder die diversen unterschiedlichen Stühle, die offene Küche oder das Loftambiente der alten Fabrikhalle.
© Jochen Müller Das Café Restaurant. Schick und lecker.
© Jochen Müller Aufenthalts- und Ausstellungsraum, Rezeption, Internetcafé und Küche. Alles in einem Raum.
Im Aufenthaltsraum des Hostels hängen die schwedischen Modefotos, im ersten Gang des Hostels die Kunstdrucke, im zweiten Gang ist die erste Videoinstallation, kurz davor die zweite und oben drüber ist die russisch-baltische Fotoausstellung. Das Hostel ist nicht unter oder über der Kunst, es ist in der Kunst. Das Hostel selber ist Kunst. Das Location Hostel im Etagi Loft Projekt ist wahrlich ein gehaltenes Versprechen. Top Location, gutes Hostel, viele Etagen in herrlichen Lofts. Projekt gelungen.
© Jochen Müller Gemütlich und stylisch, selbst mit Durchgangsverkehr.
Von hier aus sind es 200 Meter zur nächsten U-Bahn Station, man ist in kaum fünf Minuten zu Fuß am Moskovskiy Bahnhof, in knapp zehn Minuten zu Fuß am Vitebskiy Bahnhof und alles in allem in einer Top Ausgangslage um das historische Zentrum von St Petersburg zu erkunden.
© Jochen Müller Eine der Fotoausstellungen im Etagi Loft Projekt.
Dass unser Lonely Planet Reiseführer über Russland das Etagi Loft Projekt für einen Besuch empfiehlt, leuchte sofort ein, es ist einmalig. Dass das Hostel darin nicht aufgeführt wird, obwohl es gemeinsam mit dem Etagi Loft Projekt vor fünf Jahren gegründet wurde, wird wohl daran liegen, dass das Hostel zwischendurch für eine Weile geschlossen worden war. Warum, konnte mir die Dame an der Rezeption leider nicht sagen, aber es muss genau dann gewesen sein, als die Autoren für den Lonely Planet Russia in St.Petersburg recherchiert haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum es dort nicht auftaucht.
© Jochen Müller Fabrikloft meets Videoinstallation.
© Jochen MüllerNicht nur sauber, sondern fein.
Die beiden Sanitärraume sind sauberer als in manch anderen Hostels, die Duschen sind zum wohlfühlen, die Waschmaschine ist für Gäste umsonst, und das einzige Manko bisher war, dass wir keinen Wäscheständer hatten. Da wir aber 10 Meter Schnur dabei haben, haben wir unseren Raum einfach in ein eigenes Kunstprojekt verwandelt. Gelungen, wie ich selber finde.
© Jochen MüllerOhne Fenster, ohne Projekt...
© Jochen Müller ... ohne Fenster aber mit Projekt!
Zuerst wohnten wir im vierten Stock in einem 14 Bett Schlafraum, wobei hier erwähnt sein soll, dass es sich bei den 14 Betten um sechs Stockbetten und ein von Vorhängen separiertes Doppelbett für Pärchen handelt. Die großen Fenster waren super, der Raum lichtdurchflutet, es gab einen Tisch in der Mitte und trotzdem hatte man auch mit mehreren Nachbarn noch genug Platz. Etwas ungünstig war freilich, dass es weder Schränke, noch Locker gab. Allerdings kann man, wenn man nicht alles bei Tagestouren mit sich herumschleppen möchte, an der Rezeption mit ein wenig Charme erreichen, dass eine der Damen dort einen mit Wertsachen gepackten Rucksack unter ihren Stuhl schiebt. Der sicherste Platz im ganzen Hostel, denn die Rezeption ist 24 Stunden am Tag besetzt.
© Jochen Müller Loftige Zimmer mit Ausblick. Schön aber...
Nach zwei Nächten zogen wir in ein Zweierzimmer im dritten Stock um, da es noch mal hundert Rubel günstiger war, als der Dorm. Wieso das? Weil ein Doppelzimmer ohne Fenster, zu dem man gelangt, indem man durch zwei Vierer-Dorms geht, einfach keinen höheren Preis wert ist. Wenn man allerdings frisch gewaschene Wäsche-Aktionskunstprojekte betreibt, dann ist es cool und riecht auch nicht mehr so würzig. Die unschlagbaren Vorteile des Zweierzimmers waren die besseren Matratzen und die Locker. Zusätzlich zu der durch einen Zahlencode gesicherten Tür.
© Jochen Müller ... die Videoinstallation vor der Tür macht Krach ab elf.
Hinzu kam die Videoinstallation direkt vor der Tür. Bzw. das Fehlen derselben. Zwar wird die Installation erst um elf eingeschaltet, es gibt aber gewisse Nächte, meist an Wochenenden, da kann elf Uhr früh sich nach elf Uhr zu früh anfühlen. Wenn nicht gar nach elf Uhr viel zu früh. Besonders, wenn die Videoinstallation sechs Technobeats beinhaltet, die in einer Endlosschleife wiederholt werden. Es gilt am Abend zuvor genug Vodka zu trinken, so dass man es tags drauf im Tiefschlaf überhört, aber nicht zu viel, dass man davon in ein sensorisches Ungleichgewicht verfrachtet wird. Eine Gratwanderung.
Spannend wird es, wenn man genau an einem Morgen, an dem man die falsche Seite des Grats beschritt, von der Angestellten mit der Erinnerung geweckt wird, dass man doch in sein neues Zimmer umziehen möge. Wohl dem, der einen Reisepartner dabei hat, der am Abend zuvor widerstand. Wer an diesem sonnigen Morgen die helfende Hand und wer das willenlos leidende Monchichi war, sei einmal dahin gestellt. Fakt ist, dass die Beats der Videoinstallation es nicht einfacher machten. Fakt ist auch, dass ein abschließbares Zweierzimmer ohne Fenster bisweilen ein Segen sein kann. Für den, der drin liegt. Nicht für den, der den sonnigen Morgen genoss und nach ein paar Stunden ohne Gasmaske wieder kehrte. Aber das ist eine andere Geschichte.
© Jochen Müller Kunst im Durchgang.
© Jochen Müller Kunst im Aufenthaltsraum.
Als Fazit lässt sich sagen, dass das Location Hostel definitiv ein Hostel ist, welches man nicht so leicht vergessen wird. Es ist wahrhaft stylisch, es ist trotzdem gemütlich und definitiv ein guter Ort um interessante Leute kennen zu lernen. Denn hier wird nicht nur Kunst ausgestellt, hier wohnen auch einige Künstler, junge Fotografen, die in der St.Petersburger Szene Fuß fassen wollen und mindestens ein (männliches) Model. Aber. Man muss sich darüber klar werden, dass es ein paar Dinge mit sich bringt, in einer Kunstausstellung zu wohnen. Von der Videoinstallation einmal abgesehen. Zu beinahe jeder Tageszeit, an beinahe jedem Wochentag herrscht hier Betrieb. Und da sogar der Aufenthaltsraum Ausstellungsraum ist, möchte ich gar nicht wissen, auf wie vielen privaten Diashows wir als leicht derangiertes Stillleben daheim präsentiert werden. Direkt nach dem Aufwachen auf dem Weg zur morgendlichen Dusche fotografiert zu werden, ist nichts für Jedermann. Doch wer sich einmal als Objekt fotografischer Begierde fühlen möchte, oder damit zumindest kein Problem hat, dem kann ich das Location Hostel vorbehaltlos empfehlen. Das Etagi Loft Projekt empfehle ich jedem, der St.Petersburg besucht und einen Faible für Architektur, Kunst oder guten Kaffee hat. Aber kommen Sie morgens, da sehen die Bewohner lustiger aus.
Jochen Müller
Der Gründer des Location Hostels in St.Petersburg muss ähnliche Kindheitserfahrungen gemacht haben wie ich. Man schlurft mit seinen Kunst interessierten Eltern durch große Hallen voller Gerümpel und mehr oder minder bunten Bildern an der Wand, sieht die Erwachsenen „oh" und „ah" machen und wild diskutieren. Bewunderung ausdrücken, Leidenschaft entwickeln und kommunizieren. Und bleibt zurück mit der Frage nach dem Warum. Nach dem Worüber. Nach dem Was überhaupt? Und besonders nach dem Wann gehen wir nach Hause, wann gibt es was zu essen, wann beginnt der Spaß, wann kann ich ins Bett, ich bin müde. Als Kind hatte Kunst auf mich einen sedierenden Einfluss. Gehe ich heute in Kunstsausstellungen, gewinne ich den Eindruck, dass das nicht nur für mich gilt.
Auf den Straßen und Plätzen der Städte, in Parks, auf Freiflächen und in Geschäften wie in Bussen und Bahnen bietet sich einem Erwachsenen folgendes Bild. Kinder sind entweder artig, toben oder sind müde und quengeln. Jeder kennt das. Je mehr Kultur ein Ort zu bieten hat, umso mehr neigt sich die Waagschale in Richtung müde Kinder. Entweder gehen nur die müden Kinder in Museen und Kunstausstellungen oder Kultur macht Kinder müde. Wer hat sich nicht schon mal in seinem Leben ein Bett in einer Kunstausstellung gewünscht? Eines, das kein Exponat ist, sondern eines, in das man sich hineinlegen kann? Die meisten, denke ich. Im Location Hostel ist dieser Wunsch Wirklichkeit geworden. Im Hinterhof des Ligovsky Prospect 74 in St.Petersburg beginnt das außergewöhnlichste Hostelerlebnis, das ich je erfahren habe. Und ich dachte das Dachterrassen-Hostel in Kairo wäre schwer zu überbieten. Die Hallen der alten Backfabrik sind zu Austellungslofts für Kunst der Gegenwart geworden, und das, wie ich finde, äußerst gelungen. Das Loft Projekt stellt zur Zeit schwedische, russische und baltische Fotografie aus, Kunstdrucke und Videoinstallationen. Es gibt ein modernes und dennoch gemütliches Café Restaurant, in dem man herrlich Borschtsch und Teigtaschen essen kann, eine frisch fertig gestellte Dachterrasse und, nun ja, ein Hostel. Doch wer nun denkt, dass es keine große Sache sei, ein Hostel über oder unter eine Kunstgalerie zu packen, dem sei gesagt, dass es so einfach nicht ist. Das Einzige, was hier relativ deutlich vom Rest getrennt ist, ist das Café Restaurant. Obwohl es auch dort genug zu sehen gibt, egal ob Pflanzen oder die diversen unterschiedlichen Stühle, die offene Küche oder das Loftambiente der alten Fabrikhalle.
Im Aufenthaltsraum des Hostels hängen die schwedischen Modefotos, im ersten Gang des Hostels die Kunstdrucke, im zweiten Gang ist die erste Videoinstallation, kurz davor die zweite und oben drüber ist die russisch-baltische Fotoausstellung. Das Hostel ist nicht unter oder über der Kunst, es ist in der Kunst. Das Hostel selber ist Kunst. Das Location Hostel im Etagi Loft Projekt ist wahrlich ein gehaltenes Versprechen. Top Location, gutes Hostel, viele Etagen in herrlichen Lofts. Projekt gelungen.
Von hier aus sind es 200 Meter zur nächsten U-Bahn Station, man ist in kaum fünf Minuten zu Fuß am Moskovskiy Bahnhof, in knapp zehn Minuten zu Fuß am Vitebskiy Bahnhof und alles in allem in einer Top Ausgangslage um das historische Zentrum von St Petersburg zu erkunden.
Dass unser Lonely Planet Reiseführer über Russland das Etagi Loft Projekt für einen Besuch empfiehlt, leuchte sofort ein, es ist einmalig. Dass das Hostel darin nicht aufgeführt wird, obwohl es gemeinsam mit dem Etagi Loft Projekt vor fünf Jahren gegründet wurde, wird wohl daran liegen, dass das Hostel zwischendurch für eine Weile geschlossen worden war. Warum, konnte mir die Dame an der Rezeption leider nicht sagen, aber es muss genau dann gewesen sein, als die Autoren für den Lonely Planet Russia in St.Petersburg recherchiert haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum es dort nicht auftaucht.
© Jochen Müller Fabrikloft meets Videoinstallation.Die beiden Sanitärraume sind sauberer als in manch anderen Hostels, die Duschen sind zum wohlfühlen, die Waschmaschine ist für Gäste umsonst, und das einzige Manko bisher war, dass wir keinen Wäscheständer hatten. Da wir aber 10 Meter Schnur dabei haben, haben wir unseren Raum einfach in ein eigenes Kunstprojekt verwandelt. Gelungen, wie ich selber finde.
Spannend wird es, wenn man genau an einem Morgen, an dem man die falsche Seite des Grats beschritt, von der Angestellten mit der Erinnerung geweckt wird, dass man doch in sein neues Zimmer umziehen möge. Wohl dem, der einen Reisepartner dabei hat, der am Abend zuvor widerstand. Wer an diesem sonnigen Morgen die helfende Hand und wer das willenlos leidende Monchichi war, sei einmal dahin gestellt. Fakt ist, dass die Beats der Videoinstallation es nicht einfacher machten. Fakt ist auch, dass ein abschließbares Zweierzimmer ohne Fenster bisweilen ein Segen sein kann. Für den, der drin liegt. Nicht für den, der den sonnigen Morgen genoss und nach ein paar Stunden ohne Gasmaske wieder kehrte. Aber das ist eine andere Geschichte.
Als Fazit lässt sich sagen, dass das Location Hostel definitiv ein Hostel ist, welches man nicht so leicht vergessen wird. Es ist wahrhaft stylisch, es ist trotzdem gemütlich und definitiv ein guter Ort um interessante Leute kennen zu lernen. Denn hier wird nicht nur Kunst ausgestellt, hier wohnen auch einige Künstler, junge Fotografen, die in der St.Petersburger Szene Fuß fassen wollen und mindestens ein (männliches) Model. Aber. Man muss sich darüber klar werden, dass es ein paar Dinge mit sich bringt, in einer Kunstausstellung zu wohnen. Von der Videoinstallation einmal abgesehen. Zu beinahe jeder Tageszeit, an beinahe jedem Wochentag herrscht hier Betrieb. Und da sogar der Aufenthaltsraum Ausstellungsraum ist, möchte ich gar nicht wissen, auf wie vielen privaten Diashows wir als leicht derangiertes Stillleben daheim präsentiert werden. Direkt nach dem Aufwachen auf dem Weg zur morgendlichen Dusche fotografiert zu werden, ist nichts für Jedermann. Doch wer sich einmal als Objekt fotografischer Begierde fühlen möchte, oder damit zumindest kein Problem hat, dem kann ich das Location Hostel vorbehaltlos empfehlen. Das Etagi Loft Projekt empfehle ich jedem, der St.Petersburg besucht und einen Faible für Architektur, Kunst oder guten Kaffee hat. Aber kommen Sie morgens, da sehen die Bewohner lustiger aus.
Jochen Müller
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