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So funktioniert der +1-Button von Google

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11. Mai 2012

Mal „Wat" anderes


Alte Paläste, Wats und Stupas, von denen es in Bangkok, wie in ganz Thailand mehr als genug gibt, sind garantiert alle einen Besuch wert. Doch hatten wir nun schon einige davon gesehen und wollten einmal eine andere Seite der thailändischen Hauptstadt erkunden.


Wo Altes dem Neuen weichen muss

Also machten wir uns dorthin auf, wo wir weniger kamerabewehrte Touristen wie uns erwarteten, sondern uns stattdessen einen anderen Blick auf die Metropole erhofften. Unser erster Weg führte uns zum Siam Square, östlich des alten Stadtkerns. Diese Gegend wird inzwischen dominiert von gigantischen Einkaufszentren, Hotel- und Bürokomplexen. Ein Sinnbild des modernen Bangkoks. Doch ebenso ist hier der Kontrast zwischen Alt und Neu mehr als offensichtlich. Das Siam Center etwa, eine der besagten großen Malls, ist ein moderner Bau, der sich an die Trassen der Skytrain, der Hochbahn Bangkoks, schmiegt. Beide wirken wie Fremdkörper inmitten und oberhalb der umliegenden Gebäude. Verlassene Geschäfte und alte Wohnhäuser, die zum Teil dem Verfall preisgegeben wurden, legen Zeugnis davon ab, wie es in diesem einst beschaulichen Wohnviertel einmal ausgesehen hat. Dieses Quartier ist im Umbruch begriffen. Ganz offensichtlich. Hier entsteht etwas Neues, etwas Großes.

Hochbahn Gleise.JPG© Bergholter Diese Trasse der Skytrain endet derzeit im Nichts.


Konsumtempel


Stadion.JPG© Bergholter Das Nationalstadion in Bangkok.
Der Grund für unseren Besuch dieser Ecke Bangkoks war weniger die Aussicht auf interessante Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr die Notwendigkeit zum Einkaufen. Eine neue Sonnenblende für die Kamera musste her. Also begaben wir uns in das Siam Center, das zur Mittagszeit wie ausgestorben war. Offenbar mussten die Menschen arbeiten. Auf der Suche nach einem Fotogeschäft erkundeten wir das gesamte moderne Einkaufszentrum, ohne aber das zu finden, was wir suchten. Also wechselten wir die Straßenseite und standen vor dem nächsten riesigen Shoppingcenter, dem Mah Boon Krong, gegenüber dem sich auch das Siam Center als kleiner Kiosk ausnimmt. Auf sechs Stockwerken reihten sich größere und kleinere Geschäfte aneinander, weiter als das Auge reichte. Hier findet man alles, was das Herz begehrt. Sogar diverse Foto-Shops, ohne jedoch die benötigte Sonnenblende. Dennoch schlenderten wir durch die Mall, bestaunten das Angebot, das von Snacks über Kleidung und High-Tech-Produkte bis zur kompletten Büro- und Wohnungseinrichtung alles bereithielt, während wir uns den Weg durch die Besuchermassen bahnten. Diese gaben zugleich Antwort darauf, warum das gegenüber liegende Siam Center wie leergefegt war.


Spaziergang durch Chinatown

Chinatown Tor2.JPG© Bergholter Willkommen in Chinatown!

Chinatown Tor1.JPG© Bergholter Typisch chinesisches Tor am Eingang des Viertels.
Nicht schlecht staunend, jedoch unverrichteter Dinge zogen wir weiter. Das Ziel war Chinatown, ein uns wärmstens empfohlenes Kleinod inmitten der Hauptstadt. Der Weg führte uns am üppig beflaggten Nationalstadion und dem Hauptbahnhof Hua Lamphong vorbei in das chinesische Viertel. Empfangen wurden wir dort von einem typisch chinesischen Tor, hinter dem sich ein Gewirr kleinerer und größerer Straßen auftat.
Zunächst etwas enttäuscht flanierten wir durch das Viertel, kam uns doch außer den Schriftzeichen an den kleinen Läden und Werkstätten nichts sonderlich chinesisch vor. Als wir jedoch in die Sampeng Lane eintauchten, wurden sämtliche Zweifel ob des vermeintlich fehlenden chinesischen Flairs beseitigt. Diese schmale, mit kleinen offenen Läden gesäumte Gasse bietet gerade einmal genügend Platz, dass sich zwei einander entgegenkommende Personen mühsam aneinander vorbei drücken können. Körperkontakt nicht zu vermeiden. Insbesondere wenn noch vor den Geschäften Essensstände oder Verkäufer mit einem Bauchladen ihre Waren feilboten. Da sich hier neben den Straßenhändlern auch derart viele Besucher tummelten, musste man nicht selten warten, bis sich der Vordermann an der Auslage eines Geschäftes sattgesehen hatte, bevor man selbst einen Blick riskieren oder einfach weiter gehen konnte. Die Masse an Passanten hielt jedoch die Händler oder Lieferanten nicht im Geringsten davon ab, sich in dieses Gewühl mit dem Motorroller oder einer vollbeladenen Sackkarre zu stürzen. Dies führte dazu, dass man in ein Geschäft oder in eine der noch kleineren Seitengassen ausweichen musste, um den Weg freizugeben. Selbstverständlich wurde das von den Betreibern eines Ladens zumeist missinterpretiert, so dass man sich umgehend in einem Verkaufsgespräch wiederfand. Als alte China-Veteranen war es uns aber ein Leichtes, sich diesem ebenso höflich wie bestimmt zu entziehen.

Chinatown1.JPG© Bergholter Schon ganz nett, aber nicht das, was wir erwarteten.

Chinatown4.JPG© Bergholter Dann schon eher das hier: Sampeng Lane.

Chinatown7.JPG© Bergholter Sampeng Lane. Hier ist was los...

Chinatown2.JPG© Bergholter Kein Durchkommen?

Chinatown6.JPG© Bergholter Von wegen!
Wir verloren uns in der Sampeng Lane und den zahllosen kleinen Nebenwegen und genossen gefühlte Stunden lang das Treiben in der angenehmen Kühle, für die Schatten spendende Plastikplanen über der gesamten Gasse selbst zur Nachmittagszeit im sonst unvermindert heißen Bangkok sorgten. Inmitten des Trubels, den munter drauflos plappernden Verkäufern und dem Angebot an mannigfaltigen Waren, bevorzugt in rosa gehalten, mindestens aber mit einem hohen Kitschfaktor ausgestattet, fühlten wir uns tatsächlich an China erinnert. Und wir liebten es!



Chinatown5.JPG© Bergholter Hier findet man viele Dinge. Mal mehr, mal weniger geschmackvoll, oftmals aber kunterbunt.

Chinatown3.JPG© Bergholter Manchmal aber auch nur in einer Farbe. Schön.


Munteres Feilschen


Selig doch langsam erschöpft traten wir aus der Sampeng Lane hinaus und wurden umgehend wieder von der unsäglichen Hitze in Empfang genommen. Wir beschlossen, es sei an der Zeit für eine Abkühlung. Da ein erstandenes Kaltgetränk nur kurzfristig Linderung verschaffen konnte, begaben wir uns auf den Marsch in Richtung Banglampoo, „unserem" Viertel der Stadt. Auf dem Weg dorthin fanden wir tatsächlich noch die gesuchte Sonnenblende - und zwar nicht in einer überdimensionierten Shopping-Mall, sondern in einem kleinen chinesischen Lädchen.

Bootstour5.JPG© Bergholter Bangkok vom Fluss aus gesehen.

In Banglampoo angekommen, schlenderten wir zu einem der vielen Piers, die dort das Ufer des Menam Chao Phraya Flusses säumen. In der Hoffnung auf eine kühle Brise wollten wir nun mit einem traditionellen Langboot den Fluss und die Kanäle Bangkoks erkunden. Prompt tappten wir bereits am ersten Pier in eine Touristenfalle. Wir buchten den einstündigen Trip für 150 Baht pro Nase, was wir durchaus angemessen fanden und klaglos akzeptierten. Als sich dann jedoch herausstellte, dass das erstandene Ticket nicht für ein Langboot galt, sondern für eine der überfüllten, großen Touristenfähren, die lediglich den Fluss entlang schipperten, gingen wir zurück, um unseren Fahrschein umzutauschen. Erstaunlich bereitwillig nahm man das Ticket zurück und händigte uns ein neues aus. Zu sage und schreibe nahezu dem zehnfachen Preis. Kein Wunder, dass die Ticketverkäufer umgehend einlenkten. Weniger schnell waren sie hingegen bereit, den Fahrschein ganz zurück zu nehmen und uns das Geld wieder auszubezahlen. Nach einigem guten Zureden gelang es uns aber, die Fahrt zu stornieren.

Bootstour7.JPG© Bergholter Bangkok vom Fluss aus gesehen.

Doch waren wir nicht bereit, so schnell aufzugeben. Wir schlenderten die Uferpromenade entlang und wurden in regelmäßigen Abständen von vorbeifahrenden Bootsführern auf eine Tour angesprochen. Munter wurde gefeilscht. Über das Wasser hinweg rufend verhandelten wir die Preise, die allerdings allesamt an Abzocke grenzten. Schließlich trafen wir auf ein Pärchen aus Hongkong, denen es ebenso wie uns zu ergehen schien. Lust auf eine Bootsfahrt, aber nicht gewillt, jeden Preis dafür zu bezahlen. Spontan schlossen wir uns zu einer Interessen- oder Schicksalsgemeinschaft zusammen, was dazu führte, dass wir im Handumdrehen einen Trip für einen fairen Preis erstehen konnten.

Bootstour6.JPG© Bergholter Bangkok vom Fluss aus gesehen.


Perspektivwechsel

Bootstour8.JPG© Bergholter Gegenüber von unserem Pier.
Die einstündige Bootsfahrt führte uns dann durch die Kanäle Thonburis, auf der anderen Seite des Flusses gelegen. Wie schon zuvor in Ayutthaya genossen wir diese Rundfahrt sehr, bescherte sie uns doch einen Perspektivwechsel, einen gänzlich anderen Blick auf zumindest dieses Viertel Bangkoks. Vorbei an kleinen windschiefen Holzhütten und neuen feudalen Wohnhäusern, durch kleinere und größere Wasserstraßen, die tatsächlich zum Teil mit einer Straßenbeleuchtung versehen waren, dümpelten wir dahin. Die erhoffte kühle Brise wehte uns um die Nase, wenn unser Bootsführer den vermutlich aus einem LKW ausgebauten und kurzerhand mit einer Schiffsschraube versehenen Motor des Bootes einmal zu Höchstleistung anspornte. Dann pflügten wir durch die Kanäle und staunten nicht schlecht, dass hier tatsächlich das Leben zu großen Teilen auf, am oder im Wasser stattzufinden scheint. Nahezu jedes Haus hatte seine eigene Treppe, die von einer Veranda aus in den Kanal führte und an deren Fuße Kinder badeten. Geschäfte öffneten sich zum Wasser hin und schienen nur über einen Anleger zu erreichen zu sein. Wir passierten den Ort des legendären schwimmenden Marktes, der an diesem Tag leider geschlossen war. Das hielt einzelne Händler jedoch nicht davon ab, mit einem kleinen Kahn an unser Boot zu kommen und uns Getränke, Früchte oder andere Snacks anzubieten.

Bootstour1.JPG© Bergholter Schwimmender Händler in den Kanälen Bangkoks.

Bootstour2.JPG© Bergholter Leben am Wasser: Plantschende Kinder in den Kanälen.

Bootstour3.jpg© Bergholter Shopping: Dieser Supermarkt ist nur vom Wasser aus zu erreichen.

Bootstour4.JPG© Bergholter Ebenso wie diese Wohnhäuser.

Den Tag abrunden

Als wir nach einstündiger Fahrt wieder festen Boden unter den Füßen hatten, schlugen wir den Heimweg ein. Wir machten uns frisch und beschlossen diesen Tag gebührend abzurunden. Was in Bangkok natürlich nicht fehlen darf, ist ein Einkaufsbummel im Dunstkreis der Khao San Road. Also stürzten wir uns ins Gewühl, feilschten munter drauf los und erstanden am Ende Notwendiges und weniger Erforderliches, bevor wir bei einem leckeren Curry und einem kühlen Bier den Tag ausklingen ließen. Wir waren uns einig, dass man auch abseits von Wats und Palästen, Museen und sonstigen Sehenswürdigkeiten eine Stadt wunderbar erkunden und erleben kann. Es ist halt mal „Wat" anderes.

KaohSanRd.JPG© Bergholter Shoppen auf der Kaoh San Road.

 

von Peer Bergholter

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Kommentare zu "Mal „Wat" anderes"

Bangkok [antworten]

von Christine am 11.05.2012 um 22:47 Uhr

... mal ganz anders. Ein toller Bericht über die anderen Seiten einer Stadt. Weierhin gute Reise.


BACK ON TRACK [antworten]

von BOB am 12.05.2012 um 17:38 Uhr

JA MÄNNER HIER ISSA MA WIEDER ...WAR AUCH NIE RICHTIG FORT VON EUCH!SO-BRING EUCH MA AUFN NEUSTEN SPORTLICHEN STAND-HEUTE DFB POKALFINALE -BVB:FCB...UND HIER EIN INSIDER "STAN" IST EIN ROTER HEUT ABEND!!BIS AUF DEN KLEINEN AUSSETZER BIN ICH IMMER BEI EUCH AM START TEXTE &FOTOS ÜBERZEUGEN AUCH NACH SO VIEL MONATEN ...RESPEKT FROM BOBSN AUSM EMPIRE STATE OF HARLES! "GOD BLESS U"



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