Hauptinhalt
9. Juni 2012
Die Schweiz Asiens
So wird Singapur auch genannt. Alles, was wir bis dato über diesen Stadtstaat wussten, war, dass Kaugummis hier illegal sind. Die Sauberkeit und Ordentlichkeit Singapurs ist berühmt, die drakonischen Strafen ebenso. Wir waren (an)gespannt, auf was wir zuerst stoßen würden.
Auch nach vielen Monaten in Süd-Ostasien gab es immer noch etwas, was uns überraschen konnte. Wir hatten kleine Dörfer gesehen und große Städte, weite Natur und enge Hochhausschluchten, Gegenden voller Armut und zur Schau gestelltem Reichtum. Doch Singapur war mal wieder ein Novum. Die Gerüchte bewahrheiteten sich, wir sahen keine platt getretenen Kaugummis auf der Straße, selbst Zigarettenstumpen findet man hier nicht. Die Stadt ist sauber, wirkt beinahe steril. Die Gründe dafür dürften in der strengen Regierung liegen, die Singapur den Ruf einer „fine city" eingebracht hat. „Fine" bedeutet übersetzt sowohl schön als auch Strafe, der Zusammenhang wird schnell klar, wenn man sich umsieht. Schilder warnen in der U-Bahn davor nicht zu essen oder zu trinken, die Strafe beträgt 500 Singapur Dollar, immerhin etwas mehr als 300 Euro. Die Straße an nicht dafür ausgewiesenen Stellen zu überqueren, auf den Gehsteig zu spucken oder Müll herumliegen zu lassen, alles wird mit hohen Geldbeträgen geahndet. Drogenkonsum wird mit Gefängnis bestraft, der Besitz größerer Mengen aber auch andere schwerwiegende Delikte mit dem Tode. Nicht gerade selten und bevorzugt durch den Strang vollstreckt. Überhaupt hat Singapur im Verhältnis zur Einwohnerzahl die höchste Hinrichtungsrate weltweit. Begnadigungen kommen so gut wie nicht vor.
© Jochen Müller Das Parlament von Singapur. Der "Kasten".
Was ist davon zu halten? Zumindest wurde uns sowohl von unserer Hostel-Wirtin, als auch von unserem Stadtführer tags drauf bestätigt, dass man sich in Singapur zu jeder Tages- und Nachtzeit an jeder Stelle völlig sicher fühlen könne. Wenn man nicht gerade um sich spuckend und Müll hinterlassend bei Rot über die Straße läuft, während man einen Joint raucht. Wir glaubten es unbesehen und verzichteten aus Furcht auf eine Probe aufs Exempel.
© Jochen Müller Das Informationsministerium. Bunt und fröhlich soll es erscheinen, immerhin geht es hier um das Wohl der Bevölkerung.
Gesalzene Preise
Wie so viele Besucher Singapurs hatten auch wir nur wenig Zeit hier eingeplant. Zwei Nächte um genau zu sein, was uns genau einen vollen Tag ließ, um die Stadt zu erkunden. Es war zu einem Großteil den Preisen geschuldet, dass wir uns hier nicht mehr Zeit gönnten. Die Preise für Übernachtungen bewegen sich auch in Hostels umgerechnet zwischen 10 und 20 Euro pro Bett. Im Schlafsaal. Wir hatten Glück, kamen in einem der günstigsten Hostels der ganzen Stadt unter, bereuten es aber sofort wieder, als wir die schmuddeligen Betten und die sanitären Einrichtungen sahen. Zehn Euro pro Person sind offenbar nicht genug, um Matratzen ohne Wanzen, Laken ohne Blutflecken oder funktionierende Toiletten erwarten zu können. Als Ausgleich war zumindest die Betreiberin erfrischend kurz angebunden und ruppig. Eine Abwechslung zur Ruhe und Freundlichkeit der letzten Monate.
Das „fine city" Konzept wiederholte sich auch hier. Wer zu geizig war, drei Dollar pro Kilo Wäsche zu bezahlen, und dabei erwischt wurde, wie er seine Sachen in der Dusche selber wusch, musste fünf Dollar Strafe zahlen. Natürlich pro gewaschenem Stück. Ich hatte in Melaka meine Laufsachen gleich nach dem Laufen in der Dusche ausgewaschen, sie waren noch nicht ganz trocken als wir abfuhren, so dass ich sie nun im Schlafsaal an unserem Stockbett zum Trocknen aufhängte. Ob das gut ging? Mir war ehrlich mulmig zu Mute, ich zählte in Gedanken die Sachen durch und fragte mich, ob ich im Zweifelsfall für die Socken einzeln würde nachzahlen müssen. Immerhin hatte ich noch die Telefonnummer unserer Unterkunft in Melaka, falls ich eine unabhängige Zeugenaussage brauchte. Doch es kam nicht dazu. Glück gehabt.
Auf in den Tag!
Am nächsten Morgen ging es früh los. Wir fuhren mit der U-Bahn zum Hafen und buchten eine Fähre nach Batam für den nächsten Tag. Diese nächstgelegene indonesische Insel ist der unweigerliche Zielort für jeden, der Singapur nach Süden verlassen möchte, ohne zu fliegen. Direkte Verbindungen zu anderen Destinationen oder gar nach Jakarta gibt es nicht, doch sollte es sie von dort aus geben.
Wir nahmen vom Hafen aus die U-Bahn zurück in die Stadt und schlenderten durch Chinatown.
© Jochen Müller Selbst Chinatown ist hier ordentlich
und adrett.
Nach wenigen Minuten hatten wir genug gesehen. Wer einmal die chinesischen Viertel in anderen Städten gesehen hat, wird sich hier nicht lange aufhalten. Es mangelte an Authentizität, an dem von uns so geliebten Charme eines gewachsenen Viertels. Das bunte Leben auf den Straßen, die günstigen Bräter, die vielen kleinen Geschäfte mit ihren Kuriositäten. Sie fehlten gänzlich. In den adrett angelegten Straßen sahen wir Souvenirstände, Restaurants für zahlungskräftiges Publikum und ordentlich aneinander gereihte Stände, von Begrenzungen gleichermaßen getrennt wie kastriert. Es überraschte uns nicht, als wir erfuhren, dass dieses Viertel nicht gewachsen ist, sondern 1828 auf Empfehlung von Sir Thomas Stamford Raffles, dem Gründer Singapurs, angelegt wurde. Wir sind wahrlich keine Experten für chinesischen Lebensstil, doch selbst uns schien es, als hätten die Stadtväter nicht ganz verstanden, worum es beim chinesischen Lebensgefühl geht. Ein bisschen Chaos hätte unserer Meinung nach hier ganz gut getan. Eine Gruppe Amerikaner schien das ganz anders zu sehen. Ich konnte einer Unterhaltung lauschen, in der sie sich darüber überglücklich zeigten mal endlich ein „ordentliches" Chinatown erleben zu können. Derweil sie sich „original" chinesische Hemden kauften, die hier ja „so günstig" seien. Jeder, wie er es mag.
© Jochen Müller Noch so jung und bereits eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. Das Marina Bay Sands Hotel. Links im Bild das ArtScience Museum, das bei ein wenig mehr Zeit sicher einen Besuch wert gewesen wäre.
Stadt mit Führung und Fügung
Wir vertrieben uns die Zeit bis zum frühen Nachmittag mit mehr oder minder ziellosem umherschlendern. Um drei Uhr trafen wir uns schließlich mit „Fish".
© Jochen MüllerDas Denkmal für die zivilen Opfer der
japanischen Besatzung.
Da laut eigener Aussage sein Name nicht mal seine chinesischen Freunde richtig aussprechen können, sich ein Teil davon jedoch wie das chinesische Wort für Fisch anhört, war dies der Spitzname unseres Stadtführers. Denn auch in Singapur hatten wir uns dazu entschlossen eine „Free City Tour" zu buchen. Und mal wieder waren wir begeistert. Fish nahm sich viel Zeit für uns, letztlich verabschiedeten wir uns erst gegen sieben Uhr von ihm. Er zeigte uns in der Zeit die gesamte Innenstadt. Von der Shopping Meile, an der wir uns trafen, ging es zum Denkmal für die Zivilopfer der japanischen Besatzung 1942-1945, wo wir einiges über die Kriegsjahre in Singapur erfuhren. Nach Kriegsende blieb Singapur bis 1959 britische Kolonie, vereinigte sich 1963 mit Malaysia, um nur kurz später seine Unabhängigkeit zu erklären. Seither schreibt Singapur eine Erfolgsgeschichte, die der Stadt zu Beginn niemand zugetraut hätte.
© Jochen Müller "Fish" erklärte uns seine Stadt
mit Hingabe.
Die Skyline des Bankenviertels scheint Beweis dafür, dass man es auch ohne Bodenschätze, mit einem strategisch günstigen Standort, einem der größten Häfen der Welt und viel Handelsgeschick an die Weltspitze schaffen kann. Bis auf den Hafen durchaus der Schweiz ähnlich.
Die Gründe für den Wohlstand Singapurs dürften auch in den Steuern zu finden sein. Als ein Beispiel sei folgendes erwähnt. In jedem Fahrzeug ist ein kleiner grauer Kasten sichtbar angebracht. Eine Art Transponder, der aktiviert wird, wenn der Fahrer auf- oder einsteigt und seine Bankkarte einführt. Detektoren auf jeder Straße registrieren die Fahrten durch Gassen, Schnellwege oder Autobahnen und die entsprechend anfallende Gebühr wird gleich vom Konto des Fahrers abgebucht. Dies spült 50 Millionen Dollar in die Staatskasse. Jeden einzelnen Tag. Abgesehen davon stellt es sicher, dass die Obrigkeit zu jeder Zeit weiß wer sich wann wo befindet. Paradiesische Zustände.
© Jochen Müller Die alten Speichergebäude an der Riverside sind heute allesamt Bars und Restaurants.
Dicke Hummer und schwere Waffen
Wir liefen einen Teil der Formel1 Strecke ab und hielten an der Marina Bay,
© Jochen Müller Die alte Feuerwache.
einem künstlich angelegten Binnensee, der zugleich das Frischwasserreservoir der Stadt darstellt. Neben dem Merlion, einem Fabelwesen, das halb Seejungfrau (englisch Mermaid), halb Löwe (englisch Lion), und das Wahrzeichen Singapurs ist, hat man einen guten Blick über die Bay auf das markante Marina Bay Sands Hotel, dessen Anblick mit der drei Gebäude überspannenden Dachterrasse wahrlich eindrucksvoll ist. Von hier ging es an die Riverside, der alten Speicherstadt Singapurs. Heute beherbergen die alten Speicherhäuser viele Bars und Restaurants, die betuchteren Kunden als uns die größten Schalentieren offerierten, die wir je sahen. Nachdem wir das alte und das neue Parlamentsgebäude gesehen hatten, verstanden wir auch, warum die Einwohner Singapurs das neue Bauwerk so abfällig als „Schachtel" bezeichnen. Doch zum Glück gibt es in Singapur noch genug hübsche Bauten. Das Informationsministerium ist dabei etwas fragwürdig renoviert worden, die bunten Fensterläden sollen wohl einen lebensfrohen Eindruck vermitteln und darüber hinwegtäuschen, dass Singapur eines der am strengsten reglementierten Länder der Welt ist. Die St. Andrews Kathedrale und die alte Feuerwache hingegen geben einen von modernen Einflüssen verschont gebliebenen Eindruck der kolonialen Architektur und sind wirklich schön anzusehen.
© Jochen Müller Die Skyline Singapurs. Rechts im Bild das Wahrzeichen der Stadt, der/das Merlion.
Nebenbei erklärte uns Fish die Geschichte des Landes und gab uns eine Einführung
© Jochen Müller Die St. Andrews Kathedrale
in die kleinen Geheimnisse Singapurs. Mal wieder mit viel Liebe und Begeisterung für seine Heimatstadt vorgetragen und mit einer Engelsgeduld ob unserer Fragen. Schlussendlich besuchten wir die Boxengasse der Formel1 Strecke, in der das Militär gerade eine Art Tag der offenen Tür abhielt. Als wir kleine Kinder auf Panzern mit Maschinengewehren spielen sahen, staunten wir nicht schlecht. In Singapur schien dies völlig normal und keiner dachte sich etwas dabei, kleinen Kindern schwere Waffen in die Hand zu geben. Wir mussten Fish erklären, dass solche Bilder in Deutschland einiges an Diskussion auslösen würden, und er zeigte sich begeistert davon wieder etwas über andere Länder gelernt zu haben. Dies sei sein größter Lohn erklärte er uns, denn die Trinkgelder, die er von seinen Kunden erhielt, seien allesamt nicht für ihn privat sondern werden dazu verwendet Flyer oder Poster zu drucken um das „Projekt" der „Free City Tours" weiter bekannt zu machen. Wir spendeten natürlich gerne für diesen guten Zweck und freuten uns noch mehr darüber, ein wenig pazifistisches Gedankengut gestreut haben zu können.
© Jochen Müller Vom Vater zum Sohne, das Werbeplakat anlässlich der 45 Jahrfeier der Armee Singapurs.
© Jochen Müller Ohne Kommentar
Chinesischer Abschied
Nach unserem Abschied schlenderten wir noch mal an der Marina Bay entlang und genossen den Anblick der erleuchteten Skyline in der Dunkelheit. Zum Abendessen kehrten wir zu unserer Unterkunft zurück und prompt fanden wir auch ein wenig China in dieser Stadt. Direkt neben unserem Hostel gab es einen chinesischen Imbiss. Wir genossen das gedünstete Hühnchen nach hainanesischer Art und erfreuten uns an einem Tsingtao Bier, während um uns laut und fröhlich auf Chinesisch geplaudert wurde. Mitten in Little India.
Am nächsten Morgen schellte der Wecker wieder sehr früh. Es galt Singapur zu verlassen und nach Indonesien aufzubrechen. Was für ein Abenteuer dies werden würde, konnten wir da noch nicht ahnen.
© Jochen Müller Das Marina Bay Sands und das ArtScience Museum bei Nacht.
© Jochen Müller Singapurs Skyline bei Nacht.
Jochen Müller
Auch nach vielen Monaten in Süd-Ostasien gab es immer noch etwas, was uns überraschen konnte. Wir hatten kleine Dörfer gesehen und große Städte, weite Natur und enge Hochhausschluchten, Gegenden voller Armut und zur Schau gestelltem Reichtum. Doch Singapur war mal wieder ein Novum. Die Gerüchte bewahrheiteten sich, wir sahen keine platt getretenen Kaugummis auf der Straße, selbst Zigarettenstumpen findet man hier nicht. Die Stadt ist sauber, wirkt beinahe steril. Die Gründe dafür dürften in der strengen Regierung liegen, die Singapur den Ruf einer „fine city" eingebracht hat. „Fine" bedeutet übersetzt sowohl schön als auch Strafe, der Zusammenhang wird schnell klar, wenn man sich umsieht. Schilder warnen in der U-Bahn davor nicht zu essen oder zu trinken, die Strafe beträgt 500 Singapur Dollar, immerhin etwas mehr als 300 Euro. Die Straße an nicht dafür ausgewiesenen Stellen zu überqueren, auf den Gehsteig zu spucken oder Müll herumliegen zu lassen, alles wird mit hohen Geldbeträgen geahndet. Drogenkonsum wird mit Gefängnis bestraft, der Besitz größerer Mengen aber auch andere schwerwiegende Delikte mit dem Tode. Nicht gerade selten und bevorzugt durch den Strang vollstreckt. Überhaupt hat Singapur im Verhältnis zur Einwohnerzahl die höchste Hinrichtungsrate weltweit. Begnadigungen kommen so gut wie nicht vor.
Was ist davon zu halten? Zumindest wurde uns sowohl von unserer Hostel-Wirtin, als auch von unserem Stadtführer tags drauf bestätigt, dass man sich in Singapur zu jeder Tages- und Nachtzeit an jeder Stelle völlig sicher fühlen könne. Wenn man nicht gerade um sich spuckend und Müll hinterlassend bei Rot über die Straße läuft, während man einen Joint raucht. Wir glaubten es unbesehen und verzichteten aus Furcht auf eine Probe aufs Exempel.
© Jochen Müller Das Informationsministerium. Bunt und fröhlich soll es erscheinen, immerhin geht es hier um das Wohl der Bevölkerung.Gesalzene Preise
Wie so viele Besucher Singapurs hatten auch wir nur wenig Zeit hier eingeplant. Zwei Nächte um genau zu sein, was uns genau einen vollen Tag ließ, um die Stadt zu erkunden. Es war zu einem Großteil den Preisen geschuldet, dass wir uns hier nicht mehr Zeit gönnten. Die Preise für Übernachtungen bewegen sich auch in Hostels umgerechnet zwischen 10 und 20 Euro pro Bett. Im Schlafsaal. Wir hatten Glück, kamen in einem der günstigsten Hostels der ganzen Stadt unter, bereuten es aber sofort wieder, als wir die schmuddeligen Betten und die sanitären Einrichtungen sahen. Zehn Euro pro Person sind offenbar nicht genug, um Matratzen ohne Wanzen, Laken ohne Blutflecken oder funktionierende Toiletten erwarten zu können. Als Ausgleich war zumindest die Betreiberin erfrischend kurz angebunden und ruppig. Eine Abwechslung zur Ruhe und Freundlichkeit der letzten Monate.
Das „fine city" Konzept wiederholte sich auch hier. Wer zu geizig war, drei Dollar pro Kilo Wäsche zu bezahlen, und dabei erwischt wurde, wie er seine Sachen in der Dusche selber wusch, musste fünf Dollar Strafe zahlen. Natürlich pro gewaschenem Stück. Ich hatte in Melaka meine Laufsachen gleich nach dem Laufen in der Dusche ausgewaschen, sie waren noch nicht ganz trocken als wir abfuhren, so dass ich sie nun im Schlafsaal an unserem Stockbett zum Trocknen aufhängte. Ob das gut ging? Mir war ehrlich mulmig zu Mute, ich zählte in Gedanken die Sachen durch und fragte mich, ob ich im Zweifelsfall für die Socken einzeln würde nachzahlen müssen. Immerhin hatte ich noch die Telefonnummer unserer Unterkunft in Melaka, falls ich eine unabhängige Zeugenaussage brauchte. Doch es kam nicht dazu. Glück gehabt.
Auf in den Tag!
Am nächsten Morgen ging es früh los. Wir fuhren mit der U-Bahn zum Hafen und buchten eine Fähre nach Batam für den nächsten Tag. Diese nächstgelegene indonesische Insel ist der unweigerliche Zielort für jeden, der Singapur nach Süden verlassen möchte, ohne zu fliegen. Direkte Verbindungen zu anderen Destinationen oder gar nach Jakarta gibt es nicht, doch sollte es sie von dort aus geben.
Wir nahmen vom Hafen aus die U-Bahn zurück in die Stadt und schlenderten durch Chinatown.
und adrett.
© Jochen Müller Noch so jung und bereits eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. Das Marina Bay Sands Hotel. Links im Bild das ArtScience Museum, das bei ein wenig mehr Zeit sicher einen Besuch wert gewesen wäre.Stadt mit Führung und Fügung
Wir vertrieben uns die Zeit bis zum frühen Nachmittag mit mehr oder minder ziellosem umherschlendern. Um drei Uhr trafen wir uns schließlich mit „Fish".
japanischen Besatzung.
© Jochen Müller "Fish" erklärte uns seine Stadt mit Hingabe.
Die Gründe für den Wohlstand Singapurs dürften auch in den Steuern zu finden sein. Als ein Beispiel sei folgendes erwähnt. In jedem Fahrzeug ist ein kleiner grauer Kasten sichtbar angebracht. Eine Art Transponder, der aktiviert wird, wenn der Fahrer auf- oder einsteigt und seine Bankkarte einführt. Detektoren auf jeder Straße registrieren die Fahrten durch Gassen, Schnellwege oder Autobahnen und die entsprechend anfallende Gebühr wird gleich vom Konto des Fahrers abgebucht. Dies spült 50 Millionen Dollar in die Staatskasse. Jeden einzelnen Tag. Abgesehen davon stellt es sicher, dass die Obrigkeit zu jeder Zeit weiß wer sich wann wo befindet. Paradiesische Zustände.
© Jochen Müller Die alten Speichergebäude an der Riverside sind heute allesamt Bars und Restaurants.Dicke Hummer und schwere Waffen
Wir liefen einen Teil der Formel1 Strecke ab und hielten an der Marina Bay,
Nebenbei erklärte uns Fish die Geschichte des Landes und gab uns eine Einführung
Chinesischer Abschied
Nach unserem Abschied schlenderten wir noch mal an der Marina Bay entlang und genossen den Anblick der erleuchteten Skyline in der Dunkelheit. Zum Abendessen kehrten wir zu unserer Unterkunft zurück und prompt fanden wir auch ein wenig China in dieser Stadt. Direkt neben unserem Hostel gab es einen chinesischen Imbiss. Wir genossen das gedünstete Hühnchen nach hainanesischer Art und erfreuten uns an einem Tsingtao Bier, während um uns laut und fröhlich auf Chinesisch geplaudert wurde. Mitten in Little India.
Am nächsten Morgen schellte der Wecker wieder sehr früh. Es galt Singapur zu verlassen und nach Indonesien aufzubrechen. Was für ein Abenteuer dies werden würde, konnten wir da noch nicht ahnen.
Jochen Müller
Kommentare zu "Die Schweiz Asiens"
"Die Schweiz Asiens" kommentieren


Wieder mal toll geschrieben.Mich wundert nur sehr ,daß im beinahe sprichwörtlich sauberen Singapur so eine verschmutzte Unterkunft wie Euer Hostel möglich ist ???