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26. November 2011
Zwischenfazit
Unser letztes Zwischenfazit ist bereits eine Weile her. Wollen wir ehrlich sein, wir haben es erst vergessen und dann aufgeschoben. Abgesehen davon wollten wir wenigstens versuchen unsere Ausgaben etwas zu reduzieren, denn die Visumsproblematik in Russland hat doch ein beachtliches Loch in unsere Reisekasse gerissen. Doch alle Versuche günstiger zu leben, scheiterten im Ansatz. Wir lernten Leute kennen, freundeten uns an und gingen gemeinsam aus. Was nie wirklich günstig ist. Oder wir freundeten uns mit der landestypischen Küche an und zogen Restaurants den Instant-Nudelsuppen vor. Auch wenn man etwa in der Mongolei oder in China ziemlich preiswert hervorragend essen kann, es kostet alles Geld. Also genug der Heimlichtuerei, wir wollen ehrlich sein: Wir sind deutlich über dem geplanten Budget. Haben dafür aber auch einiges gesehen und erlebt. Hier sind die Fakten.
Wir sind nun seit 61 Tagen unterwegs, haben in dieser Zeit 13 Städte in sieben Ländern besucht und von Berlin bis Peking 11310 km in Zügen, Bussen und Autos zurückgelegt.
Unsere Schlaftechnik in Bussen ist immer noch nicht perfekt, dafür klappt es in Zügen mittlerweile ohne Probleme. Teilweise sogar besser als in Hostels.
Wir haben seit Berlin insgesamt 5900 Euro ausgegeben, 4000 sollten es sein. Sch...
Doch natürlich haben wir dafür auch einiges erlebt. Von Transport, Unterkunft und Grundnahrungsmitteln einmal abgesehen, hier nun einige Highlights seit dem Verlassen Russlands.
Highlight mongolische Wildnis. Die Berichterstattung dürfte deutlich gemacht haben, dass wir von unserem Trip in die Wildnis mehr als begeistert waren. Doch es dürfte wohl klar sein, dass es das Ganze nicht für lau gab. Aber die 240 Dollar pro Person waren gut investiert.
Highlight Dalai Lama. Zwar mussten wir für die „Audienz" lediglich den Eintritt für das Kloster berappen, doch seine Heiligkeit zu sehen, war eine unerwartete Zugabe und definitiv ein Höhepunkt.
Highlight Datong. Einem Tipp folgend besuchten wir diese Stadt, die eigentlich nicht auf unserer geplanten Route lag. Es erwies sich als Glücksfall. Die Yungang Grotten und das hängende Kloster haben uns schlichtweg beeindruckt. Doch jeder Umweg kostet Geld.
Highlight chinesische Küche. Das für den westlichen Gaumen aufbereitete und mit reichlich Glutamat zubereitete Essen, das sie einem daheim als chinesische Kost verkaufen, hat so rein gar nichts mit dem zu tun, was man hier serviert bekommt. Ein Streifzug durch die Speisekarten bescherte uns neben konventionellen Gerichten inzwischen Hühnerkrallen, Esel- und Hundefleisch. Abgesehen von ersterem war es eine kulinarische Erfahrung, an die man sich gewöhnen könnte. Doch die chinesische Küche wird noch ihren eigenen Beitrag erhalten.
Highlight soziale Kontakte. Unterwegs trifft man viele Leute. Wie immer im Leben sind es solche und solche. Doch ob unsere Retterinnen in Moskau, die schwedischen Mädels aus der Mongolei oder unsere derzeitigen Reisegefährten - wir trafen viele interessante Menschen und viele werden wir sicherlich in Erinnerung behalten. Doch auch die Fraternisierung mit anderen Reisenden hat in der Regel ihren Preis. Man geht gemeinsam Essen, Trinken oder Tanzen. Selten für lau. Doch auch das war bisher jeden einzelnen Rubel, Tugrik oder Yuan wert.
Doch ehrlich: irgendwann, irgendwo werden wir anfangen müssen zu sparen. Man sollte es nur nicht an der falschen Stelle tun.
von Peer Bergholter
Zahlen und Fakten.
Zurückgelegte Wegstrecke (ab Berlin): 11310 km
Transportmittel: Bus, Zug und Auto.
Highlights: Sonnenuntergang in der mongolischen Steppe. Dalai Lama, chinesische Küche, neue Freunde.
Ausgaben seit Berlin: 5900 € (Soll: 4000€. grrrrr)
Kulturelle Aktivitäten: Paläste, Schlösser, Tempel, Museen, hängende Klöster, 1500 Jahre alte Grotten mit 20 m hohen Buddha Statuen, klitzekleine Restaurants in noch kleineren Gassen und immer wieder dieser verfluchte Dschingis Khan Wodka.
Probleme: Manchmal muss man geduldig sein um Tickets zu bekommen oder die Staatsmacht zu Hilfe holen, aber letztlich kommen wir in jeden Zug rein und aus jedem Hostel raus. Nach wie vor Sprachbarrieren, die wir bislang aber meisterten, langsam aufkommender Alkoholismus, Geld.
Verluste: Badelatschen, Toilettenartikel, einzelne Socken, Fotostativ.
Stimmung: Wir sehen die Sonne selbst hinter den Wolken.
Wir sind nun seit 61 Tagen unterwegs, haben in dieser Zeit 13 Städte in sieben Ländern besucht und von Berlin bis Peking 11310 km in Zügen, Bussen und Autos zurückgelegt.
Unsere Schlaftechnik in Bussen ist immer noch nicht perfekt, dafür klappt es in Zügen mittlerweile ohne Probleme. Teilweise sogar besser als in Hostels.
Wir haben seit Berlin insgesamt 5900 Euro ausgegeben, 4000 sollten es sein. Sch...
Doch natürlich haben wir dafür auch einiges erlebt. Von Transport, Unterkunft und Grundnahrungsmitteln einmal abgesehen, hier nun einige Highlights seit dem Verlassen Russlands.
Highlight mongolische Wildnis. Die Berichterstattung dürfte deutlich gemacht haben, dass wir von unserem Trip in die Wildnis mehr als begeistert waren. Doch es dürfte wohl klar sein, dass es das Ganze nicht für lau gab. Aber die 240 Dollar pro Person waren gut investiert.
Highlight Dalai Lama. Zwar mussten wir für die „Audienz" lediglich den Eintritt für das Kloster berappen, doch seine Heiligkeit zu sehen, war eine unerwartete Zugabe und definitiv ein Höhepunkt.
Highlight Datong. Einem Tipp folgend besuchten wir diese Stadt, die eigentlich nicht auf unserer geplanten Route lag. Es erwies sich als Glücksfall. Die Yungang Grotten und das hängende Kloster haben uns schlichtweg beeindruckt. Doch jeder Umweg kostet Geld.
Highlight chinesische Küche. Das für den westlichen Gaumen aufbereitete und mit reichlich Glutamat zubereitete Essen, das sie einem daheim als chinesische Kost verkaufen, hat so rein gar nichts mit dem zu tun, was man hier serviert bekommt. Ein Streifzug durch die Speisekarten bescherte uns neben konventionellen Gerichten inzwischen Hühnerkrallen, Esel- und Hundefleisch. Abgesehen von ersterem war es eine kulinarische Erfahrung, an die man sich gewöhnen könnte. Doch die chinesische Küche wird noch ihren eigenen Beitrag erhalten.
Highlight soziale Kontakte. Unterwegs trifft man viele Leute. Wie immer im Leben sind es solche und solche. Doch ob unsere Retterinnen in Moskau, die schwedischen Mädels aus der Mongolei oder unsere derzeitigen Reisegefährten - wir trafen viele interessante Menschen und viele werden wir sicherlich in Erinnerung behalten. Doch auch die Fraternisierung mit anderen Reisenden hat in der Regel ihren Preis. Man geht gemeinsam Essen, Trinken oder Tanzen. Selten für lau. Doch auch das war bisher jeden einzelnen Rubel, Tugrik oder Yuan wert.
Doch ehrlich: irgendwann, irgendwo werden wir anfangen müssen zu sparen. Man sollte es nur nicht an der falschen Stelle tun.
von Peer Bergholter
Zahlen und Fakten.
Zurückgelegte Wegstrecke (ab Berlin): 11310 km
Transportmittel: Bus, Zug und Auto.
Highlights: Sonnenuntergang in der mongolischen Steppe. Dalai Lama, chinesische Küche, neue Freunde.
Ausgaben seit Berlin: 5900 € (Soll: 4000€. grrrrr)
Kulturelle Aktivitäten: Paläste, Schlösser, Tempel, Museen, hängende Klöster, 1500 Jahre alte Grotten mit 20 m hohen Buddha Statuen, klitzekleine Restaurants in noch kleineren Gassen und immer wieder dieser verfluchte Dschingis Khan Wodka.
Probleme: Manchmal muss man geduldig sein um Tickets zu bekommen oder die Staatsmacht zu Hilfe holen, aber letztlich kommen wir in jeden Zug rein und aus jedem Hostel raus. Nach wie vor Sprachbarrieren, die wir bislang aber meisterten, langsam aufkommender Alkoholismus, Geld.
Verluste: Badelatschen, Toilettenartikel, einzelne Socken, Fotostativ.
Stimmung: Wir sehen die Sonne selbst hinter den Wolken.
Kommentare zu "Zwischenfazit"
Geldnot?
von Gisi Müller
am 28.11.2011 um 10:23 Uhr
Mannomann, war ja zu erwarten, daß das alles auch kostet, aber Eure Berichte sind wirklich so spannend und unterhaltsam, daß wir alle hier im Ländle hoffen, daß es weitergeht, wenn Ihr das ein oder andere Land auslasst, wäre doch zu verschmerzen, auf jeden Fall sind Eure (und unsere) Erlebnisse unvergesslich. Viel Glück weiter wünscht Gisi39
"Zwischenfazit" kommentieren


Liebe Freunde,
ein kurzer Gruß aus Berlin und mal wieder ein großes Dankeschön für eure immer spannenden, lustigen, dramatischen, Fernweh erzeugenden Berichte. Ihr zieht ein Zwischenfazit und ich auch: es lohnt sich, regelmäßig hierher zu kommen und auf neue Texte von euch zu hoffen. Meist wird man fündig und kann so an euren Abenteuern teilhaben. Toll! Also, immer weiter so, ich trink gerade nen Guinness auf euch und bin mir sicher: das mit der Kohle wird sich regeln. Geb bevorzugt die Euronen aus und spart erstmal mit Dollars. Denn der Euro ist bald nicht mehr viel wert, wenn das Merkel so weiter "regiert" ;-)
Glück auf!
Dirk