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26. Januar 2012
China, mein Fazit. (Jochen)
Im Norden kalt, im Osten modern, in der Mitte beides kombiniert und im Süden Palmen. Das Land ist immer unterschiedlich. Die Menschen überall freundlich, hilfsbereit, ehrlich und zwanglos. Das Land präsentiert unglaublichste Naturwunder, die Menschen herrlichste Gaumenfreuden. Das ist China!
Das alles und noch mehr, denn wir waren nur zwei Monate hier und konnten beileibe nicht alles sehen. Doch letztendlich lässt sich dieses Fazit auf einen Satz beschränken: kommen sie hier her! China ist ein Land auf das der Satz wirklich zutrifft, dass es für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Wir waren nicht zum letzten Mal hier und wir beide empfehlen es gerne weiter.
Wieso?
Die Landschaft
Seit wie vielen Minuten ich nun mit meinen Fingern über der Tastatur meines Laptops sitze weiß ich nicht. Sobald ich versuche etwas über die chinesische Landschaft zu schreiben, beginnt sie an meinem inneren Auge vorbeizuziehen. Und löscht alle Wörter in mir aus. Fahren sie mit dem Bus von der mongolischen Grenze nach Datong, durch die Einöde der inneren Mongolei, dann wissen sie, wie schön Einöde sein kann. Fahren sie mit dem Boot den Jangtse hinunter und sie wissen was ein ganzer Tag ununterbrochenes Staunen ist. Fahren sie mit dem Zug von Haikou nach Sanya, durch die Plantagen und Reisterrassen Hainans, dann wissen sie, dass zwei Stunden kaum genug sind um mal kurz aus dem Fenster zu blicken. Fahren sie durch China. Schauen Sie hin. Ich kann es ihnen leider nicht beschreiben.
© Jochen Müller Ohne Worte.
Die Natur
Was ist Natur? Ein Gottesgeschenk oder eine Ressource? Mir schien leider allzu oft, dass diese Frage in China noch nicht abschließend beantwortet ist. Allerdings muss der Fairness halber gesagt sein, dass die Chinesen bei allem, was auszusetzen ist, trotzdem schon weiter sind als Russen oder Nordamerikaner. In China stehen zumindest überall Schilder, die die Natur preisen. Und ihren Wert. Um ihrer selbst Willen. Zwar sieht man diese Schilder gerne in einem Häufchen aus Müll stehen, aber ein Anfang ist gemacht. Die Natur wird den Menschen ins Bewusstsein gerufen. Die Mittel sind für uns hin und wieder diskussionswürdig, in Chengdu im Panda Zentrum oder auf Hainan im Yanoda Park bleibt man mit Fragen zurück. Aber es wird etwas getan. Man sollte nicht den Fehler machen und China mit Deutschland vergleichen. Land und Leute sind zu unterschiedlich. China muss seinen eigenen Weg finden, der wird ohne APO und ohne Grüne, ohne Joschka, Strickpullover und ohne Fähnchen sein, vielleicht wird er hier und da ein wenig nach Disneyland aussehen, aber wenn es der Natur nutzt, dann soll es doch recht sein. Oder nicht?
© Jochen Müller Die Papageien im Yanoda Regenwald Tourimus Zentrum zeugen von einem bisweilen diskussionswürdigen Verhältnis der Chinesen zur Natur und ihren Geschöpfen. Trotzdem. Hier tut sich etwas.
Die Menschen
Falls Sie sich einmal wirklich schlimm verlaufen haben, folgender Tip. Stellen Sie sich vor den nächsten Bahnhof und sehen sie verloren aus. Wenn freundliche Menschen auf sie zukommen, sie fragen ob sie Hilfe brauchen, ihnen Zigaretten anbieten, Tee oder Essen, dann sind sie in China. Passiert gar nichts oder werden sie angemeckert, dass sie da herumstehen, dann sind sie in Deutschland.
© Jochen Müller Die Chinesen, so wie wir sie kennen gelernt haben, sind unglaublich freundlich, ehrlich und offen. Und locker. Sie nehmen das Leben nicht so kompliziert und machen das Beste aus dem, was sie haben. Wie dieser Vertreter hier. Wer keine Zigaretten hat, der raucht halt eingerolltes Zeitungspapier. Geht auch!
Freundliche Menschen gibt es natürlich überall auf der Welt. Ich habe sogar schon welche in Berlin erlebt. Ich dachte bisher Kanada und Ägypten seien besonders hervorragende Beispiele, erlebte auf dieser Reise die Gastfreundschaft der Russen. Um in China davon überzeugt zu werden, dass es immer noch Raum für mehr gibt. Uns wurden Handies hinterher getragen, zu viel bezahltes Geld erstattet und in Haikou nahm eine Frau uns bei der Hand, brachte uns zum richtigen Bus und erklärte dem Busfahrer wann er uns bescheid sagen sollte, dass wir aussteigen müssen. Wir wurden beschenkt, bewirtet, bemuttert. Wir wurden eingeladen und immer wie gern gesehene Gäste empfangen. Die Höflichkeit war sprichwörtlich aber unverkrampft. Die Chinesen, so wie wir sie erlebt haben, sind gut mit dem Wort „locker" zu beschreiben. Wenn ich darüber nachdenke ist es das beste Wort um sie zu beschreiben. Gastfreundliche, zuvorkommende, lockere Menschen. Herrlich.
Die Städte
Wow!
Die Kultur
Wie viele tausend Jahre es nun auch immer sein mögen, China hat auf jeden Fall eine lange Geschichte. Hier war bereits eine Hochkultur in voller Blüte, als die Germanen noch in Felle gehüllt vor sich hin grunzten. Wenn man in Datong vor den 1500 Jahre alten Grotten steht und die in den Stein gehauenen Buddha Statuen bewundert, das 1000 Jahre alte hängende Kloster, die über 1000 Jahre alte Moschee on Xi'an, die 2200 Jahre alte Terrakotta Armee oder den 1200 Jahre alten Tempel in Kunming, dann erfährt man Erfurcht und Respekt vor dieser staunenswerten Kultur. Sehen Sie sich die 600 Jahre alte verbotene Stadt an, die zwischen 500 und 2200 Jahre alte große chinesische Mauer, bewundern sie die über 40.000 Schriftzeichen, lassen Sie sich von traditioneller chinesischer Medizin heilen, trainieren Sie die Künste des Kung Fu, Tai Chi oder Chi Gong, folgen sie den Weisen Konfuzius oder der unzähligen anderen weisen Gelehrten die dieses Land hervorgebracht hat. China hatte schon eine Kultur, als man bei uns nicht einmal das Wort kannte. Und sie haben es noch heute. Sie sind zu Recht stolz darauf, manchmal zu stolz, vielleicht, doch es wird verständlich, wenn man dieses Land bereist.
© Jochen Müller Eine der über 40 Buddha Statuen in Datong. 20 Meter hoch, vor 1500 Jahren in den blanken Fels gehauen.
Das Essen
Es ist zu spät darüber zu schreiben. Ich bin schon aus China draußen. Und jetzt über das chinesische Essen schreiben zu müssen wäre wie für einen Verdurstenden den Geschmack von Wasser preisen zu müssen. Einfach nicht fair. Die Darmschlingen brauche ich nicht unbedingt wieder, der ganze Rest war purer Genuss.
Seufz.
Jochen Müller
Das alles und noch mehr, denn wir waren nur zwei Monate hier und konnten beileibe nicht alles sehen. Doch letztendlich lässt sich dieses Fazit auf einen Satz beschränken: kommen sie hier her! China ist ein Land auf das der Satz wirklich zutrifft, dass es für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Wir waren nicht zum letzten Mal hier und wir beide empfehlen es gerne weiter.
Wieso?
Die Landschaft
Seit wie vielen Minuten ich nun mit meinen Fingern über der Tastatur meines Laptops sitze weiß ich nicht. Sobald ich versuche etwas über die chinesische Landschaft zu schreiben, beginnt sie an meinem inneren Auge vorbeizuziehen. Und löscht alle Wörter in mir aus. Fahren sie mit dem Bus von der mongolischen Grenze nach Datong, durch die Einöde der inneren Mongolei, dann wissen sie, wie schön Einöde sein kann. Fahren sie mit dem Boot den Jangtse hinunter und sie wissen was ein ganzer Tag ununterbrochenes Staunen ist. Fahren sie mit dem Zug von Haikou nach Sanya, durch die Plantagen und Reisterrassen Hainans, dann wissen sie, dass zwei Stunden kaum genug sind um mal kurz aus dem Fenster zu blicken. Fahren sie durch China. Schauen Sie hin. Ich kann es ihnen leider nicht beschreiben.
Die Natur
Was ist Natur? Ein Gottesgeschenk oder eine Ressource? Mir schien leider allzu oft, dass diese Frage in China noch nicht abschließend beantwortet ist. Allerdings muss der Fairness halber gesagt sein, dass die Chinesen bei allem, was auszusetzen ist, trotzdem schon weiter sind als Russen oder Nordamerikaner. In China stehen zumindest überall Schilder, die die Natur preisen. Und ihren Wert. Um ihrer selbst Willen. Zwar sieht man diese Schilder gerne in einem Häufchen aus Müll stehen, aber ein Anfang ist gemacht. Die Natur wird den Menschen ins Bewusstsein gerufen. Die Mittel sind für uns hin und wieder diskussionswürdig, in Chengdu im Panda Zentrum oder auf Hainan im Yanoda Park bleibt man mit Fragen zurück. Aber es wird etwas getan. Man sollte nicht den Fehler machen und China mit Deutschland vergleichen. Land und Leute sind zu unterschiedlich. China muss seinen eigenen Weg finden, der wird ohne APO und ohne Grüne, ohne Joschka, Strickpullover und ohne Fähnchen sein, vielleicht wird er hier und da ein wenig nach Disneyland aussehen, aber wenn es der Natur nutzt, dann soll es doch recht sein. Oder nicht?
Die Menschen
Falls Sie sich einmal wirklich schlimm verlaufen haben, folgender Tip. Stellen Sie sich vor den nächsten Bahnhof und sehen sie verloren aus. Wenn freundliche Menschen auf sie zukommen, sie fragen ob sie Hilfe brauchen, ihnen Zigaretten anbieten, Tee oder Essen, dann sind sie in China. Passiert gar nichts oder werden sie angemeckert, dass sie da herumstehen, dann sind sie in Deutschland.
Freundliche Menschen gibt es natürlich überall auf der Welt. Ich habe sogar schon welche in Berlin erlebt. Ich dachte bisher Kanada und Ägypten seien besonders hervorragende Beispiele, erlebte auf dieser Reise die Gastfreundschaft der Russen. Um in China davon überzeugt zu werden, dass es immer noch Raum für mehr gibt. Uns wurden Handies hinterher getragen, zu viel bezahltes Geld erstattet und in Haikou nahm eine Frau uns bei der Hand, brachte uns zum richtigen Bus und erklärte dem Busfahrer wann er uns bescheid sagen sollte, dass wir aussteigen müssen. Wir wurden beschenkt, bewirtet, bemuttert. Wir wurden eingeladen und immer wie gern gesehene Gäste empfangen. Die Höflichkeit war sprichwörtlich aber unverkrampft. Die Chinesen, so wie wir sie erlebt haben, sind gut mit dem Wort „locker" zu beschreiben. Wenn ich darüber nachdenke ist es das beste Wort um sie zu beschreiben. Gastfreundliche, zuvorkommende, lockere Menschen. Herrlich.
Die Städte
Wow!
Die Kultur
Wie viele tausend Jahre es nun auch immer sein mögen, China hat auf jeden Fall eine lange Geschichte. Hier war bereits eine Hochkultur in voller Blüte, als die Germanen noch in Felle gehüllt vor sich hin grunzten. Wenn man in Datong vor den 1500 Jahre alten Grotten steht und die in den Stein gehauenen Buddha Statuen bewundert, das 1000 Jahre alte hängende Kloster, die über 1000 Jahre alte Moschee on Xi'an, die 2200 Jahre alte Terrakotta Armee oder den 1200 Jahre alten Tempel in Kunming, dann erfährt man Erfurcht und Respekt vor dieser staunenswerten Kultur. Sehen Sie sich die 600 Jahre alte verbotene Stadt an, die zwischen 500 und 2200 Jahre alte große chinesische Mauer, bewundern sie die über 40.000 Schriftzeichen, lassen Sie sich von traditioneller chinesischer Medizin heilen, trainieren Sie die Künste des Kung Fu, Tai Chi oder Chi Gong, folgen sie den Weisen Konfuzius oder der unzähligen anderen weisen Gelehrten die dieses Land hervorgebracht hat. China hatte schon eine Kultur, als man bei uns nicht einmal das Wort kannte. Und sie haben es noch heute. Sie sind zu Recht stolz darauf, manchmal zu stolz, vielleicht, doch es wird verständlich, wenn man dieses Land bereist.
Das Essen
Es ist zu spät darüber zu schreiben. Ich bin schon aus China draußen. Und jetzt über das chinesische Essen schreiben zu müssen wäre wie für einen Verdurstenden den Geschmack von Wasser preisen zu müssen. Einfach nicht fair. Die Darmschlingen brauche ich nicht unbedingt wieder, der ganze Rest war purer Genuss.
Seufz.
Jochen Müller
Kommentare zu "China, mein Fazit. (Jochen)"
China
von Sheriff aus Gaibach
am 26.01.2012 um 19:36 Uhr
ist schon schade,daß wir china nicht mehr live erleben können.mit Rollator unvorstellbar. Aber deshalb freue ich mch umso mehr über Eure hervorragend geschriebenen Berichte..Nützen könnte ich euch höchstens als berater beim Mopedkauf in Vietnam.Vorsicht im Verkehr.
China
von GisiLamprecht
am 26.01.2012 um 20:49 Uhr
Selten passiert es, aber beim Lesen dieser Liebeserklärung für ein solch Riesenland und seine offenbar wunderbaren Menschen schwitzten meine Augen. Was für ein tolles Urteil, ich bin grad total geplättet, so schön hast Du das beschrieben, Jochen. Voller Gefühl! Mancheiner sollte sich hier in unserem kleinkarierten Ländle mal an der Nase zupfen. Ich wünsch Euch Beiden weiter viel Glück und immer offene Augen für die Schönheit dieser Welt Gisi39
"China, mein Fazit. (Jochen)" kommentieren


Hm...Anfang Januar erzähltet ihr, dass am 23.1. erst "Silvester" gefeiert wird und ihr da leider nicht mehr im Lande seit. Nun seid ihr doch noch da gewesen, aber irgendwie scheint doch nicht kein Feuerwerk gewesen zu sein? Und ich hatte mich aus der Ferne schon darauf gefreut und dass Ihr doch noch im Lande seid. Schade. Aber es scheint ja dem Fazit China nicht geschadet zu haben. Und es ist fein, dass China für NeuBereisende auch faszinierend ist und dem Negativ-Votum derer, die es vor 35 Jahren kannten und heute wieder sehen, nicht standhält. Das freut mich. Mir fällt gerade ein chinesisches Sprichwort ein: "Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt." Ich bin so frei und ergänze: Und sie endet aber erst mit dem letzten! Viel Spaß Euch beiden und viele schöne, aufregende, unterhaltsame Schritte:-)