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17. Januar 2012
Gespräch an einer chinesischen Hotelrezeption.
Am letzten Tag in Haikou bat ich an der Hotelrezeption darum für mich in Sanya anzurufen. Die Betreiber unserer dort gebuchten Ferienwohnung boten einen Abholservice an, wir wollten unsere Ankunftszeit bekanntgeben, um vom Bahnhof abgeholt zu werden. Eigentlich ganz einfach. Eigentlich.
Ich erklärte den Sachverhalt so langsam und deutlich wie möglich, denn ich hatte bereits erfahren, dass die Angestellten nur wenig Englisch sprachen. Die Dame bedeutete mir, dass sie verstanden hatte und rief die Telefonnummer an, die ich ihr gegeben hatte. Nach etwa fünf Minuten legte sie auf und wendete sich an mich: „Ja, ihre Buchung ist bestätigt" während sie mich freundlich, und nicht ohne Stolz mir helfen zu können, angrinste.
„Ja, das ist schön, danke. Aber das weiß ich schon. Ich wollte nicht meine Buchung bestätigt haben, sondern den Abholservice!"
Ein fragender Blick.
„Abholservice!" Wiederhole ich noch langsamer und noch betonter. Ich versuche es ihr zu erklären. „Wir fahren heute", zeigen auf den Kalender „nach Sanya". Bestätigendes Nicken. „Dort haben wir eine Ferienwohnung." Wieder nicken. „Alles ok, Die Wohnung ist gebucht und bestätigt. Kein Problem" Sie scheint das zu verstehen. Immerhin hat sie maßgeblich dazu beigetragen. „Aber wir müssen vom Bahnhof in Sanya zur Wohnung kommen." Ein kurzes Stirnrunzeln, doch dann lächelt sie. Au weia, das kann vieles bedeuten.
Ich versuche es so: „Am Bahnhof in Sanya" ich halte die Hand über die Augen und stelle pantomimisch verzweifeltes Suchen dar: „Wo ist die Wohnung? Wir wissen nicht, wie wir vom Bahnhof", ich halte eine Hand offen hin und beschreibe mit der anderen Hand einen Bogen, bis ich sie auch offen hinhalte „zur Wohnung kommen sollen". Jetzt hat sie verstanden und gibt mir einen guten, wenn auch etwas einsilbigen Tip: „Taxi!". Ihre Nikolausmütze baumelt durch das heftige Nicken, so dass das Glöckchen daran mich etwas ablenkt. Immerhin, sie versteht jetzt das Kernproblem, das ist doch schon mal was. Jetzt gilt es sie zu bestätigen und nicht an Schwung zu verlieren. „Ja genau, Taxi ist gut. Aber teuer!" Sie nickt und gibt mir durch ein „Money" zu verstehen, dass sie voll bei der Sache ist. „Genau. Unser Gastgeber haben uns gesagt, dass ER uns abholen wird. Direkt von der Wohnung aus. Umsonst. Abholservice!" Sie scheint etwas verwirrt, dann wiederholt sie das, was sie verstanden hat. „Sie wollen von Bahnhof Sanya zur Wohnung fahren?", „Ja, genau!" Super, ich glaube sie hat verstanden. Ich bitte sie erneut anzurufen. „Der Mann in Sapa, soll uns abholen, ok?". „Ja, ok". Nun gut.
Sie spricht diesmal immerhin etwa acht Minuten, dann legt sie auf, kommt auf mich zu und die Spannung steigt ins Unermessliche, bis sie sagt: „Ihre Buchung ist bestätigt!" Nun ist es an mir die Stirn zu runzeln. Hinter mir höre ich Peer kichern. „Ja, äh, gut, das ist schön, aber das hatten wir schon. Und was ist mit dem Abholservice?" „Der Mann in Sanya sagt, sie können sich ein Taxi nehmen, direkt vom Bahnhof bis zur Wohnung." Und um mich zu beruhigen sagt sie dann: „Ganz einfach!". Nickt einmal und grinst. Froh dieses Problem aus der Welt geschafft und Recht behalten zu haben.
Immerhin, sie schreibt mir höflich die Adresse in chinesischer Schrift auf, damit wir sie in Sanya dem Taxifahrer zeigen können. Ich danke ihr höflich. Ist doch alles kein Problem. Wir werden vom Taxi abgeholt, insofern kann man von Abholservice sprechen. Ganz einfach!
Jochen Müller
Ich erklärte den Sachverhalt so langsam und deutlich wie möglich, denn ich hatte bereits erfahren, dass die Angestellten nur wenig Englisch sprachen. Die Dame bedeutete mir, dass sie verstanden hatte und rief die Telefonnummer an, die ich ihr gegeben hatte. Nach etwa fünf Minuten legte sie auf und wendete sich an mich: „Ja, ihre Buchung ist bestätigt" während sie mich freundlich, und nicht ohne Stolz mir helfen zu können, angrinste.
„Ja, das ist schön, danke. Aber das weiß ich schon. Ich wollte nicht meine Buchung bestätigt haben, sondern den Abholservice!"
Ein fragender Blick.
„Abholservice!" Wiederhole ich noch langsamer und noch betonter. Ich versuche es ihr zu erklären. „Wir fahren heute", zeigen auf den Kalender „nach Sanya". Bestätigendes Nicken. „Dort haben wir eine Ferienwohnung." Wieder nicken. „Alles ok, Die Wohnung ist gebucht und bestätigt. Kein Problem" Sie scheint das zu verstehen. Immerhin hat sie maßgeblich dazu beigetragen. „Aber wir müssen vom Bahnhof in Sanya zur Wohnung kommen." Ein kurzes Stirnrunzeln, doch dann lächelt sie. Au weia, das kann vieles bedeuten.
Ich versuche es so: „Am Bahnhof in Sanya" ich halte die Hand über die Augen und stelle pantomimisch verzweifeltes Suchen dar: „Wo ist die Wohnung? Wir wissen nicht, wie wir vom Bahnhof", ich halte eine Hand offen hin und beschreibe mit der anderen Hand einen Bogen, bis ich sie auch offen hinhalte „zur Wohnung kommen sollen". Jetzt hat sie verstanden und gibt mir einen guten, wenn auch etwas einsilbigen Tip: „Taxi!". Ihre Nikolausmütze baumelt durch das heftige Nicken, so dass das Glöckchen daran mich etwas ablenkt. Immerhin, sie versteht jetzt das Kernproblem, das ist doch schon mal was. Jetzt gilt es sie zu bestätigen und nicht an Schwung zu verlieren. „Ja genau, Taxi ist gut. Aber teuer!" Sie nickt und gibt mir durch ein „Money" zu verstehen, dass sie voll bei der Sache ist. „Genau. Unser Gastgeber haben uns gesagt, dass ER uns abholen wird. Direkt von der Wohnung aus. Umsonst. Abholservice!" Sie scheint etwas verwirrt, dann wiederholt sie das, was sie verstanden hat. „Sie wollen von Bahnhof Sanya zur Wohnung fahren?", „Ja, genau!" Super, ich glaube sie hat verstanden. Ich bitte sie erneut anzurufen. „Der Mann in Sapa, soll uns abholen, ok?". „Ja, ok". Nun gut.
Sie spricht diesmal immerhin etwa acht Minuten, dann legt sie auf, kommt auf mich zu und die Spannung steigt ins Unermessliche, bis sie sagt: „Ihre Buchung ist bestätigt!" Nun ist es an mir die Stirn zu runzeln. Hinter mir höre ich Peer kichern. „Ja, äh, gut, das ist schön, aber das hatten wir schon. Und was ist mit dem Abholservice?" „Der Mann in Sanya sagt, sie können sich ein Taxi nehmen, direkt vom Bahnhof bis zur Wohnung." Und um mich zu beruhigen sagt sie dann: „Ganz einfach!". Nickt einmal und grinst. Froh dieses Problem aus der Welt geschafft und Recht behalten zu haben.
Immerhin, sie schreibt mir höflich die Adresse in chinesischer Schrift auf, damit wir sie in Sanya dem Taxifahrer zeigen können. Ich danke ihr höflich. Ist doch alles kein Problem. Wir werden vom Taxi abgeholt, insofern kann man von Abholservice sprechen. Ganz einfach!
Jochen Müller
Kommentare zu "Gespräch an einer chinesischen Hotelrezeption."
Ruhe bewahren!
von Reisen
am 18.01.2012 um 10:53 Uhr
Das ist wird eine herrliche Story. Oh man, ich wäre wahrscheinlich in absolute Panik verfallen und hätte gar nicht gewusst wie es weiter geht. Aber nett, dass sie die Adresse dann noch in chinesisch aufgeschrieben hat.
GRINS
von Jojo
am 18.01.2012 um 12:27 Uhr
hihi.. Köstlich.
Am besten mit Händen und Füßen sprechen. :)
aber so lange ihr dann doch noch heil angekommen seit und alle Hindernisse überwunden habt, ist ja alles gut.
:)
"Gespräch an einer chinesischen Hotelrezeption." kommentieren


Herrlich, Jochen, ich lieg imme, herrlich, kann ich mir vorstellen, wie der Hals immer dicker wird, die Beschreibung ist mal wieder typisch und wunderbar erquickend, also weiter lächeln und dann durch G aus KG