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26. Oktober 2011
Exkurs: Fernsehen in Russland
Fernsehen, ein Zeitvertreib, den ich nach über einem Monat auf Tour noch nicht im Geringsten vermisse. Doch bietet sich einem unverhofft die Gelegenheit dazu, wird man schon neugierig, was das russische TV alles im Programm hat. So konnte auch ich dem ersten Fernseher in Russland nicht widerstehen und zappte mich durch die Programme.
Ok, eine ordentliche Anzahl von ü30 Sendern, die mir hier angeboten wurde. Und alles Wichtige schien dabei zu sein: Mein Interesse weckte zunächst eine Model-Casting-Show, doch verlor ich selbiges bald wieder, denn seien wir ehrlich: ohne unsere Heidi ist das nix.
Die nächste Sendung, die mein Interesse erweckte, waren die russischen Bundys. Was zunächst nur eine Vermutung war, stellte sich tatsächlich als eine eins zu eins Kopie der „schrecklichen netten Familie" heraus. Nur eben mit russischen Darstellern. Also einem Al mit Haaren.
Als begeisterter Sportfan wollte ich dann sehen, für welche Disziplinen das russische Herz so schlägt. Die Antwort war unmissverständlich: Eishockey und Damentennis auf allen Sportkanälen.
Ansonsten fand man den üblichen Trash: Astro- oder Esoterik-TV (zumindest sah es schwer danach aus), Teleshopping, diverse Arztserien, erstaunlich wenig Nachrichten, dafür viele Sachen die sehr an Daily Soaps erinnerten. So weit, so unspektakulär. Doch irgendwann landete ich bei den internationalen Fabrikaten. Egal ob Kommissar Rex, Cartoons (Simpsons, Futurama, American Dad - die üblichen Verdächtigen eben) oder actiongeladene Spielfilme aus Hollywoods Special-effect-Schmiede - hier machte ich eine erstaunliche Feststellung: Die Filme waren synchronisiert. Ok, das allein ist noch nicht so erstaunlich. Aber sie waren synchronisiert im wahrsten Sinne des Wortes und nicht etwa nachvertont: Die originalen Dialoge waren noch zu hören und synchron wurde eine russische Übersetzung dargereicht. Obwohl ganz synchron war auch diese nicht, sondern minimal verzögert. Auch wenn es schwer fällt, sich dabei auf die Handlung oder die Dialoge (egal in welcher Sprache) zu konzentrieren, ist es auf jeden Fall eine witzige Fernseherfahrung. Noch witziger wurde es, als ich versuchte herauszuhören, ob tatsächlich jede Figur ihren eigenen Synchronsprecher hat oder ob es nur einige wenige sind, die ihre Stimmen verstellen. Abschließend konnten diese Frage jedoch nicht geklärt werden. Ebenso wenig wie die möglichen Konsequenzen dieses bilingualen Fernsehvergnügens. Selbst die eine Stunde, die ich vor der Glotze saß, brachte mich bedrohlich nah an den Rand der Schizophrenie. Ich hörte einfach zu viele Stimmen... Langzeitschäden können hier definitiv nicht ausgeschlossen werden.
Peer Bergholter
Ok, eine ordentliche Anzahl von ü30 Sendern, die mir hier angeboten wurde. Und alles Wichtige schien dabei zu sein: Mein Interesse weckte zunächst eine Model-Casting-Show, doch verlor ich selbiges bald wieder, denn seien wir ehrlich: ohne unsere Heidi ist das nix.
Die nächste Sendung, die mein Interesse erweckte, waren die russischen Bundys. Was zunächst nur eine Vermutung war, stellte sich tatsächlich als eine eins zu eins Kopie der „schrecklichen netten Familie" heraus. Nur eben mit russischen Darstellern. Also einem Al mit Haaren.
Als begeisterter Sportfan wollte ich dann sehen, für welche Disziplinen das russische Herz so schlägt. Die Antwort war unmissverständlich: Eishockey und Damentennis auf allen Sportkanälen.
Ansonsten fand man den üblichen Trash: Astro- oder Esoterik-TV (zumindest sah es schwer danach aus), Teleshopping, diverse Arztserien, erstaunlich wenig Nachrichten, dafür viele Sachen die sehr an Daily Soaps erinnerten. So weit, so unspektakulär. Doch irgendwann landete ich bei den internationalen Fabrikaten. Egal ob Kommissar Rex, Cartoons (Simpsons, Futurama, American Dad - die üblichen Verdächtigen eben) oder actiongeladene Spielfilme aus Hollywoods Special-effect-Schmiede - hier machte ich eine erstaunliche Feststellung: Die Filme waren synchronisiert. Ok, das allein ist noch nicht so erstaunlich. Aber sie waren synchronisiert im wahrsten Sinne des Wortes und nicht etwa nachvertont: Die originalen Dialoge waren noch zu hören und synchron wurde eine russische Übersetzung dargereicht. Obwohl ganz synchron war auch diese nicht, sondern minimal verzögert. Auch wenn es schwer fällt, sich dabei auf die Handlung oder die Dialoge (egal in welcher Sprache) zu konzentrieren, ist es auf jeden Fall eine witzige Fernseherfahrung. Noch witziger wurde es, als ich versuchte herauszuhören, ob tatsächlich jede Figur ihren eigenen Synchronsprecher hat oder ob es nur einige wenige sind, die ihre Stimmen verstellen. Abschließend konnten diese Frage jedoch nicht geklärt werden. Ebenso wenig wie die möglichen Konsequenzen dieses bilingualen Fernsehvergnügens. Selbst die eine Stunde, die ich vor der Glotze saß, brachte mich bedrohlich nah an den Rand der Schizophrenie. Ich hörte einfach zu viele Stimmen... Langzeitschäden können hier definitiv nicht ausgeschlossen werden.
Peer Bergholter
Kommentare zu "Exkurs: Fernsehen in Russland"
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Und fix hinterher.
Schön, Nizhny Novgorod. Wieder mal famose Fotos. Erinnert bisschen an die heimische Kurstadt.
http://g.co/maps/u2fba
P.S.: Ha! Ich kann der amerikanische Modelshow auch nich abgewinnen. Ohne unsere Heidi . . .
Danke für den Exkurs. Horizont erweitert.