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27. September 2011
Warschau
Kaum in Warschau angekommen, waren auch alle Probleme der letzten Wochen und Monate vergessen. Ab Ankunft in Polen klappte einfach alles. Wir fanden zwar kein Wechselbüro und keinen Bankautomaten, wussten nicht wo der Bus abfuhr, uns konnte oder wollte keiner helfen und selbst als wir die Bushaltestelle gefunden hatten und doch irgendwie zu Geld gekommen waren (keine Sorge, es blieb unblutig), da fuhr der angekündigte Bus einfach nicht. Nun gut er kam, aber er nahm uns nicht mit. Der Busfahrer hatte Feierabend, der ihm durchaus auch gegönnt war, aber auf unsere Frage hin, ob denn noch ein anderer Bus käme, antwortete er etwas, das man als „Hmpf" übersetzen möchte. Nach einer halben Stunde kam dann doch noch ein Bus, der nahm uns auch mit. Hurra. Ich sag doch hier klappt einfach alles. Ok, er wollte uns keine Tickets verkaufen. Und er antwortete nicht mal das landestypische Hmpf, er schüttelte einfach den Kopf, aber wer bin ich dass ich mich beschwere, er nahm uns ja so mit. Und die anderen Fahrgäste hatten Tickets gelöst! Anfänger. Laut Internetseite des Tamka Hostels mussten wir mit dem Bus 102 ab Warschau Hauptbahnhof fünf Stationen fahren. Fünf, acht, wo ist denn da der Unterschied? Warum denn immer alles so genau nehmen? Probiers mal mit Gemütlichkeit, wir kamen ja an und das Hostel und das Zimmer gab es wirklich. Geht doch.
Als wir ankamen war es dann auch zehn Uhr abends, wir waren hungrig und aufgeputscht vom Reiseglück. Also suchten wir uns ein Restaurant, taten uns an Pizza und Bier gütlich und schliefen wie glückliche Kleinkinder.
Den Rest des Tages verbrachten wir gehend, was erstaunlich gut klappte. Wir liefen bis zur Busstation Zachodny, erfreuten uns an der Offenheit und Redegewandtheit der Schalterbeamten, kauften irgendein Ticket, wenn wir Glück haben ist es sogar das Richtige, und nahmen den Bus zurück in die Innenstadt. Zu viel laufen bringt ja auch nichts. Der Bus ist ja eh umsonst. Wundern lohnt nicht.
Als wir vor dem Parlamentsgebäude beim Kaffee saßen, fiel mir allerdings etwas auf, was mich dann doch wieder wundern ließ. Sah ich das richtig oder überinterpretierte ich da etwas? Ich will das unbeantwortet lassen, aber es tauchte die Frage auf, wer hier das Zepter in der Hand hat, um mal etwas Naheliegendes auszusprechen.
Über diese Gedanken sinnierend, beschlossen wir, dass der Tag nun genug gebracht hatte, wir das alles erst einmal verarbeiten mussten und gingen zurück ins Hostel. Ich drehte meine kleine Laufrunde, Peer schüttelte solange den Kopf, und danach gingen wir noch mal in die Altstadt und aßen in einem wundervollen Restaurant eine leichtverdauliche Kleinigkeit. Man soll ja abends nicht mehr so schwer essen.
Jochen Müller
Kommentare zu "Warschau"
Frei von
jeglichen Kohlenhydraten euer Abendmahl...muss man den Polen ja lassen :-)
Jungs, ihr werdet es nicht glauben: ein paar Centimeter weiter unten ist ein C O D E eingeblendet! Endlisch.
Ich bin ein wenig neidisch auf das wunderbare Hotelzimmer. Ich hätte da zu gerne einen Jitorri-Abend verbracht. Später mal.
Auf den Fotos seht ihr ziemlich müde aus. Ihr geht es also ordnungsgemäß an. Ich bin sehr zufrieden mit euch. Es muss ja auch immer weiter gehen. Mein Motto. Bzw. unser.
Ich würde ja noch gerne mehr und dolleres von mir geben. Aber: ich frage mich (bzw. euch) nach wie vor, wer meine Zeilen eigentlich lesen kann.
Nicht, dass die ganze Welt erfährt, dass ihr eure Lieblingskuscheltiere mitgenommen habt oder so.
Also kümmert euch gefälligst um euren einzigen und echten Fan und sagt mir endlich, wie diese Sache läuft.
Ernährt euch mal von Obst und raucht nicht so viel.
Ich küsse euch aus der Heimat!
Your biggest fan. Stan.
interesante idee, auch couchsurfen um die leute und platz besser kennen zu lernen?
@ nothere

Ja, couchsurfen ist definitiv geplant. Wo es geht. Bin selber gespannt, wie das wird, da ich das noch nie gemacht habe.
@ Stan

Natürlich habe ich mein Kuscheltier dabei. Ohne Peer geh ich nirgendwo hin ;)
Re: Frei von

Kann man so nicht sagen, in dem kleinen Körbchen verstecken sich schüchtern ein paar Brotscheiben unter der weißen Serviette. Die hatten aber eher den Anschein einer nicht ganz ernst gemeinten Dekoration.
Re: ...

Das Bild entstand kurz nachdem ich Peer erklärt hatte, dass wie NICHT in das Fußballstadion gehen würden. Ich glaube da hat er das erste Mal richtig realisiert, dass er die EM verpasst. Ouhauerha! Ein Blick kann so viel Leid ausdrücken...
"Warschau" kommentieren

Klingt doch nach einem gelungenen Start!
Milling, den Peer musst Du noch auf Linie kriegen, so wie der in das Bild glotzt....!
Ihr macht das schon! Freue mich auf weitere Berichte...
Greetz
Dooley