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Zwei Jugendfreunde lassen Deutschland für ein Jahr hinter sich und reisen um die Welt. Immer grob in Richtung Osten und ohne ein Flugzeug zu besteigen. In ihrem Blog berichten Jochen Müller und Peer Bergholter wie sie das schaffen und was sie dabei erleben.
Vilnius bei Tag. Nüchtern.
Im Downtown Market Hostel in Vilnius ist der Gast angehalten die gewünschte Frühstückszeit auf die Tafel zu schreiben, die über der Rezeption hängt. Wieso? Weil es hier keinen Frühstücksraum gibt. Man sucht sich eine Zeit aus und bekommt ein Tablett mit dem Frühstück überreichte. Direkt ans Bett. Wahlweise an das kleine Tischchen im Zimmer, für den, der will. Wir wollten nicht, denn so richtig nett ist's nur im Bett. So kann ein Tag beginnen. Das Downtown Market können wir vorbehaltlos empfehlen. Die Betten sind zwar recht weich, aber es ist absolut sauber, die Zimmer sind gemütlich eingerichtet und Dusche und WC sind im Zimmer. Die Wirtin und der Wirt sind ausnehmend freundlich, sprechen Deutsch, geben einem mit einem Lächeln einen kleinen Reiseführer über Vilnius auf Deutsch, bringen einem das Frühstück ans Bett und alles zusammen für 18 € pro Person und Nacht. Super.
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30. September 2011
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Eine Lanze für Vilnius
Vilnius ist schön!
Bei Nacht noch mehr als tagsüber. Das liegt nicht daran, dass man nachts weniger sieht, sondern daran, dass die meisten modernisierten Gebäude effektvoll angestrahlt werden, was ihre Schönheit nur noch mehr hervorhebt. Wer einen Faible für altes Bauwerk hat, der sollte Vilnius besuchen. Hier findet sich jeder Baustil von Gotik bis Glas und Stahl. Alleine die 50 Kirchen in der Innenstadt entlocken dem Besucher Begeisterung und Staunen, unabhängig von seiner eventuellen Religiosität. Zu erwähnen wäre hier, dass Vilnius den Namen „Rom des Ostens" genau daher hat. Weil man kaum zehn Meter gehen kann, ohne auf eine Kirche zu stoßen.
© Jochen Müller Zwei von vielen Kirchen
Es ist unglaublich, sie sind einfach überall. Manchmal direkt nebeneinander, teilweise gehen sie gleich ineinander über. Ich fragte mich zu Beginn noch, wer um alles in der Welt in all diese Kirchen gehen soll, es schienen einfach nicht genug Menschen dafür da zu sein. Doch das wurde irgendwann gleichgültig. Sie sind einfach da. Und sie sind schön. Punkt. weiterlesen
29. September 2011
Bei Nacht noch mehr als tagsüber. Das liegt nicht daran, dass man nachts weniger sieht, sondern daran, dass die meisten modernisierten Gebäude effektvoll angestrahlt werden, was ihre Schönheit nur noch mehr hervorhebt. Wer einen Faible für altes Bauwerk hat, der sollte Vilnius besuchen. Hier findet sich jeder Baustil von Gotik bis Glas und Stahl. Alleine die 50 Kirchen in der Innenstadt entlocken dem Besucher Begeisterung und Staunen, unabhängig von seiner eventuellen Religiosität. Zu erwähnen wäre hier, dass Vilnius den Namen „Rom des Ostens" genau daher hat. Weil man kaum zehn Meter gehen kann, ohne auf eine Kirche zu stoßen.
Vilnius - ein europäisches Trauerspiel
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Prost Vilnius
Wir liegen im Zimmer, obwohl es nach achtzehn Uhr ist. Draußen ist es bewölkt, doch das ist nicht das Problem. Wir sind ein wenig erschöpft.
Auch ein neuer und an sich recht komfortabler Reisebus kann es nicht verhindern, dass man sich nach beinahe elf Stunden Nachtbusfahrt wie gerädert fühlt. Schlafen im Bus ist nicht schlafen, sondern so tun als ob. Man sitzt nur halb, der Kopf baumelt herum wie besoffen. Kommt dann eine Bodenwelle, dann baumelt er noch mehr herum, und man wacht davon auf, dass er mit Wucht an die Scheibe knallt. Wenn man am Fenster sitzt. Zum Gang hin kann das noch ungemütlicher werden. Wenn man sich, so wie wir, die letzte Bank teilt, dann vergeht die Freude über den vielen Platz schnell, wenn man einsehen muss, dass das am Grundproblem auch nichts ändert. Irgendwas drückt immer, der Vordermann tobt sich an seiner Rückenlehne aus, schnarcht oder furzt herzerweichend, es ist entweder zu kalt oder zu warm, und man weiß nie, wo man die Beine hinmachen soll. Wenn man tagsüber fährt, kommt man gegen Abend an, ist etwas erschöpft, bezieht seine Unterkunft isst etwas und geht schlafen. Das ist kein Problem, das kennt man noch von anderen Reisen. Aber nach einem ganzen Tag auf den Beinen die Nacht im Bus zu verbringen, um morgens um halb sieben in einer Stadt anzukommen, in der man erst um zwölf in sein Hostel kann, stellte für uns eine neue Herausforderung dar. Wir begegneten ihr mit Gleichmut.
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Auch ein neuer und an sich recht komfortabler Reisebus kann es nicht verhindern, dass man sich nach beinahe elf Stunden Nachtbusfahrt wie gerädert fühlt. Schlafen im Bus ist nicht schlafen, sondern so tun als ob. Man sitzt nur halb, der Kopf baumelt herum wie besoffen. Kommt dann eine Bodenwelle, dann baumelt er noch mehr herum, und man wacht davon auf, dass er mit Wucht an die Scheibe knallt. Wenn man am Fenster sitzt. Zum Gang hin kann das noch ungemütlicher werden. Wenn man sich, so wie wir, die letzte Bank teilt, dann vergeht die Freude über den vielen Platz schnell, wenn man einsehen muss, dass das am Grundproblem auch nichts ändert. Irgendwas drückt immer, der Vordermann tobt sich an seiner Rückenlehne aus, schnarcht oder furzt herzerweichend, es ist entweder zu kalt oder zu warm, und man weiß nie, wo man die Beine hinmachen soll. Wenn man tagsüber fährt, kommt man gegen Abend an, ist etwas erschöpft, bezieht seine Unterkunft isst etwas und geht schlafen. Das ist kein Problem, das kennt man noch von anderen Reisen. Aber nach einem ganzen Tag auf den Beinen die Nacht im Bus zu verbringen, um morgens um halb sieben in einer Stadt anzukommen, in der man erst um zwölf in sein Hostel kann, stellte für uns eine neue Herausforderung dar. Wir begegneten ihr mit Gleichmut.
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