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7. April 2012
Zwei Tage auf dem Mekong
Seit zwei Monaten befinden wir uns in einer Region, die durch einen einzelnen Fluss geprägt wird. Den Mekong. Nun endlich befuhr ich ihn. Zwei Tage lang, von Houay Xai im Norden von Laos bis nach Luang Prabang. Die Fahrt war, wie der Fluss und das Land. Entspannt.
Die Abkürzung für die Demokratische Volksrepublik Laos, Lao PDR, steht offiziell für Lao "People Democratic Republic".
© Jochen Müller Lao PDR
In Laos versteht man darunter jedoch „Please Don't Rush", bitte keine Eile. Besser könnte ich das Land nicht beschreiben. Wenn Vietnam, besonders auf den Straßen, einem emsigen Bienenstock gleicht und Kambodscha mit Stolz auf die Geschichte der Khmer zurückblickt, gewinnt man in Laos den Eindruck, als wäre nichts von alldem ein Grund, um in Hektik zu verfallen. Im Westen liegt Thailand, der Primus Indochinas, im Nordwesten weiß niemand, wie es mit Burma weitergeht und im Norden boomt China vor sich hin. Eingequetscht dazwischen liegt Laos, oft vergessen, wie in der Rolle des Stiefkinds. Es scheint nicht so, als störe das die Laoten besonders. Bei einem Stück gegrillten Huhn und einem kühlen BeerLao am Mekong zu sitzen und der Sonne beim Untergang zuzuschauen, lässt denn auch die hektischsten Gedanken zur Ruhe kommen. Hier kann man wahlweise den lieben Gott oder Buddha einen guten Mann sein lassen. Es liegt sowieso nicht in den eigenen Händen.
Getrennte Wege
Bisher konnten wir Laos leider nicht so erleben, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir mussten uns beeilen, denn wir hatten mit der Gibbon Experience einen fixen Termin einzuhalten. Und mussten, um bis nach Houay Xai im Norden des Landes zu kommen, noch einige hundert Kilometer zurück legen. Also fuhren wir am Süden nur vorbei, verbrachten nur wenig Zeit in Vientiane und fuhren weiter nach Luang Prabang. Mein Moped blieb derweil irgendwo in Vientiane stehen. Nach zwei Tagen in Luang Prabang fuhren wir weiter, erlebten die Gibbon Experience und trennten uns dann in Houay Xai. Denn daheim sind Osterferien und Peer hat das Glück, dass seine Freundin ihn in der Zeit besuchen kommt. In Thailand. Also verabschiedeten wir uns für die kommenden zwei Wochen, wünschten uns alles Gute und
fanden es wohl beide seltsam nach einem halben Jahr auf einmal getrennt zu sein. Peer fuhr nach Bangkok und ich trat die Reise zurück zu meinem Moped an, um es zu verkaufen und dann Laos so lange zu erleben, wie es mein Visum erlaubte. Ganz alleine. Aber nicht allzu lange, denn am Tag des Abschieds hatte ich noch genau zwei Wochen Aufenthaltserlaubnis. Und ich würde alleine drei Tage brauchen um wieder nach Vientiane zu kommen. Ich saß mitten in einem der entspanntesten Länder der Erde und fühlte mich gehetzt. Das konnte nicht so weiter gehen. Aber spätestens als ich am nächsten Morgen im Boot saß und dabei zusah, wie sich dieser kleine Holzkahn in lediglich fünf Stunden erst füllte und dann überfüllte, bevor er mit nur zwei Stunden Verspätung abfuhr, ließ ich mich zurückfallen und schmiss das letzte Bisschen Eile über Bord. Was soll's, ich bin in Laos, das wird schon. Please don't rush. Bloß keine Hetze.
Auf dem Mekong
Der Mekong. Einer der längsten Ströme der Erde, von den Höhen Tibets bis zum Delta in Vietnam. Dazwischen liegen über 4300 Kilometer Fluss. Er ist Lebensader für sechs Nationen und unzählige Menschen, er wird beschifft und befischt, bebadet und getrunken. Und allzu oft kriegt er im Tausch dafür nur die Abwässer zurück. Er nimmt es mit Gelassenheit, wie auch sonst.
© Jochen Müller Die typischen Slowboote auf dem Mekong. Vorne sind die Passagiere untergebracht, hinten die Familie. Und die Passagiere, die vorne nicht mehr hinein passen.
Unser Boot, ein Holzkahn von vielleicht drei Metern Breite und über hundert Metern Länge, schipperte gemütlich dahin, gezogen von der nicht zu unterschätzenden Strömung, vorbei an Fischern, die ihre Netze auswarfen, Kindern die im Wasser spielten und Wasserbüffeln, die nichts anderes zu tun schienen als im Wasser zu sitzen und gelangweilt drein zu schauen. Hin und wieder galt es eine kleine Stromschnelle zu überwinden, man konnte spüren, wie das Boot vom Wasser bewegt wurde. Ich dachte mir noch, dass die Bootsführer den Fluss auswendig zu kennen schienen, so sicher wie sie die diversen Stellen elegant und ohne die kleinste Unsicherheit umschifften. Als auf ein mal ein lautes Dröhnen zu vernehmen war.
© Jochen Müller Sanfte Landschaften säumen die Ufer.
© Jochen Müller Der Mekong prägt das Leben seiner Anwohner.
Bügelbrett mit Außenborder
Kaum hatte ich meinen Kopf zur Seite gedreht, schoß etwas gelbrotes an mir vorbei, bügelte über alle von uns so elegant umschifften Unstellen einfach hinüber, zog eine ordentliche Welle hinter sich her und verschwand am Horizont. Ein Speedboot. Kaum mehr als ein Kanu, dafür aber mit einem getunten V8 auf dem Buckel, so sah es zumindest aus. Diese Boote machen die Strecke von Houay Xai nach Luang Prabang in nur einem Tag. Für die ganz Eiligen. Darin konnte man, wenn man den Kopf schnell genug herum bekam, drei bis sechs behelmte Insassen ausmachen, die allesamt nicht aussahen, als lohne sich der Zeitgewinn. Meist zu kleine Jethelme quetschten die geröteten Gesichter gegen den Fahrtwind und das aufspritzende Wasser. Was an Gewebe nicht verkrampft war, flatterte im Winde. Ein schreckgeweitetes Auge stemmt sich mutig allem entgegen, was da kommen mochte, das andere wurde, vermutlich aus Sicherheitsgründen, in den Helminnenraum zurückgezogen. Alles an, in und um diese Boote schien zu vibrieren. Ich musste an die heimischen jungen Männer denken, die ihre Autos so tief legen, dass sie völlig ohne Federung zurückbleiben und die Fahrer hernach aussehen, als hoppelten sie in ihren Sitzen. Allerdings kamen die nicht auf die Idee ohne Windschutzscheibe, Sitz oder Sicherheitsgurt mit 200 Stundenkilometern einen ganzen Tag lang über Wiesen und Felder zu heizen.
© Jochen Müller Speedboote. Im vorliegenden Fall die untermororisierte Variante. Diese Höllenmaschinen bekommt man nur klar ins Bild, wenn man sie dort fotografiert, wo sie am besten aufgehoben sind. Festgezurrt an einem Anleger.
Dann lieber zwei Tage in einem Slowboot den Mekong herunter schippern, als nach einem Tag auf einem Speedboot ein Fall für den Chiropraktiker zu sein. Oder für den Totengräber, denn der schlimmste Fall tritt auf diesen Nussschalen immer wieder ein. Ich fragte mich, wie sie es schafften diese Monstren von Motoren auf solch zerbrechlichen Bügelbrettern zu befestigen, ohne, dass das Endprodukt in Bröseln daher kam. Wir hatten uns bereits in Kambodscha eindringlich davor warnen lassen mit diesen Höllenmaschinen fahren. Nun, da ich das erste Mal ein Exemplar in freier Wildbahn zu Gesicht bekam, glaubte ich sofort alle Geschichten in sämtlichen blutigen Details. Aber hallo.
© Jochen Müller Ein Wat am thailändischen Ufer des Mekong.
Beruhigung
Dann kehrte wieder Stille ein, das Rauschen des Weißwassers fiel zurück, die Köpfe drehten sich wieder nach vorne und das ganze Boot atmete durch. Von nun an gab nichts weiter als uns, das Boot, den Fluss und die Landschaft. Welche ihr übriges dazu beitrug die Fahrgäste wieder einzulullen. An den Ufern zu beiden Seiten an- und abschwellende, sanft begrünte Hänge, dazwischen eine Hütte oder eine Ansammlung davon, hin und wieder Fischer mit ihren Booten, ab und an ein wenig Landwirtschaft, ansonsten nur wilde Natur. Laos zur Linken, Thailand zur Rechten, der Unterscheid ist an dieser Stelle des Mekong nicht leicht auszumachen. Hüben wie drüben vollzieht sich das Leben in stetig langsamer Geschwindigkeit. Das Leben treibt dahin wie der Mekong.
© Jochen Müller Der Landschaft dabei zuzusehen, wie sie vorbeizieht, ist ungemein entspannend.
Im Fluss
So kamen wir am Abend des ersten Tages in Pak Beng an, und bereits nach diesem einen Tag konnte man den Leuten ansehen, dass das Leben hier nicht spurlos an seinen Besuchern vorbeigeht. Von der Hektik des Morgens war beim Ausladen des Bootes nichts mehr zu spüren. Die üblichen Männer standen um das Boot herum, versuchten ihre Gasthäuser als die schönsten und besten anzupreisen, einige kletterten sogar in das Boot. Die etwas über hundert zumeist westlichen Fahrgäste brachte das nicht mehr aus dem Trott. Ruhig, beinahe gemächlich zuckelte die Gruppe in das Örtchen, die Verhandlungen über Abendessen und Zimmerpreise war freundlich aber kurz, die Entscheidung wurde gefällt, was soll man sich dabei in Wallung bringen?
© Jochen Müller Sonnenuntergang über Thailand.
Am nächsten Morgen schlumpfte die Gruppe dann auch gleich drei Stunden schneller ins Boot. Ironischerweise sahen die übrigen zwei Stunden wesentlich entspannter aus, als die ganzen fünf des vorigen Tages. Dann umfing uns wieder der Mekong und entspannte gemeinsam mit uns den ganzen Tag hindurch gleichmäßig stromabwärts. Hin und wieder hielt das Boot am Flussufer, es stiegen ein paar Einheimische aus oder zu, das war die einzige Abwechslung. Gegen Mittag hatte ich mein Buch zu Ende gelesen. Also machte ich es mir gemütlich, lehnte mich auf die Reling und schaute dem Ufer beim vorbeiziehen zu. Als wir am späten Nachmittag in Luang Prabang ankamen, verließ ich das Boot erfrischt, geradezu erholt. Ich glaube ich habe meditiert, ohne es zu bemerken.
© Jochen Müller Am Ziel, dem Bootsanleger von Luang Prabang.
Jochen Müller
Die Abkürzung für die Demokratische Volksrepublik Laos, Lao PDR, steht offiziell für Lao "People Democratic Republic".
Getrennte Wege
Bisher konnten wir Laos leider nicht so erleben, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir mussten uns beeilen, denn wir hatten mit der Gibbon Experience einen fixen Termin einzuhalten. Und mussten, um bis nach Houay Xai im Norden des Landes zu kommen, noch einige hundert Kilometer zurück legen. Also fuhren wir am Süden nur vorbei, verbrachten nur wenig Zeit in Vientiane und fuhren weiter nach Luang Prabang. Mein Moped blieb derweil irgendwo in Vientiane stehen. Nach zwei Tagen in Luang Prabang fuhren wir weiter, erlebten die Gibbon Experience und trennten uns dann in Houay Xai. Denn daheim sind Osterferien und Peer hat das Glück, dass seine Freundin ihn in der Zeit besuchen kommt. In Thailand. Also verabschiedeten wir uns für die kommenden zwei Wochen, wünschten uns alles Gute und
fanden es wohl beide seltsam nach einem halben Jahr auf einmal getrennt zu sein. Peer fuhr nach Bangkok und ich trat die Reise zurück zu meinem Moped an, um es zu verkaufen und dann Laos so lange zu erleben, wie es mein Visum erlaubte. Ganz alleine. Aber nicht allzu lange, denn am Tag des Abschieds hatte ich noch genau zwei Wochen Aufenthaltserlaubnis. Und ich würde alleine drei Tage brauchen um wieder nach Vientiane zu kommen. Ich saß mitten in einem der entspanntesten Länder der Erde und fühlte mich gehetzt. Das konnte nicht so weiter gehen. Aber spätestens als ich am nächsten Morgen im Boot saß und dabei zusah, wie sich dieser kleine Holzkahn in lediglich fünf Stunden erst füllte und dann überfüllte, bevor er mit nur zwei Stunden Verspätung abfuhr, ließ ich mich zurückfallen und schmiss das letzte Bisschen Eile über Bord. Was soll's, ich bin in Laos, das wird schon. Please don't rush. Bloß keine Hetze.
Auf dem Mekong
Der Mekong. Einer der längsten Ströme der Erde, von den Höhen Tibets bis zum Delta in Vietnam. Dazwischen liegen über 4300 Kilometer Fluss. Er ist Lebensader für sechs Nationen und unzählige Menschen, er wird beschifft und befischt, bebadet und getrunken. Und allzu oft kriegt er im Tausch dafür nur die Abwässer zurück. Er nimmt es mit Gelassenheit, wie auch sonst.
© Jochen Müller Die typischen Slowboote auf dem Mekong. Vorne sind die Passagiere untergebracht, hinten die Familie. Und die Passagiere, die vorne nicht mehr hinein passen.Unser Boot, ein Holzkahn von vielleicht drei Metern Breite und über hundert Metern Länge, schipperte gemütlich dahin, gezogen von der nicht zu unterschätzenden Strömung, vorbei an Fischern, die ihre Netze auswarfen, Kindern die im Wasser spielten und Wasserbüffeln, die nichts anderes zu tun schienen als im Wasser zu sitzen und gelangweilt drein zu schauen. Hin und wieder galt es eine kleine Stromschnelle zu überwinden, man konnte spüren, wie das Boot vom Wasser bewegt wurde. Ich dachte mir noch, dass die Bootsführer den Fluss auswendig zu kennen schienen, so sicher wie sie die diversen Stellen elegant und ohne die kleinste Unsicherheit umschifften. Als auf ein mal ein lautes Dröhnen zu vernehmen war.
Bügelbrett mit Außenborder
Kaum hatte ich meinen Kopf zur Seite gedreht, schoß etwas gelbrotes an mir vorbei, bügelte über alle von uns so elegant umschifften Unstellen einfach hinüber, zog eine ordentliche Welle hinter sich her und verschwand am Horizont. Ein Speedboot. Kaum mehr als ein Kanu, dafür aber mit einem getunten V8 auf dem Buckel, so sah es zumindest aus. Diese Boote machen die Strecke von Houay Xai nach Luang Prabang in nur einem Tag. Für die ganz Eiligen. Darin konnte man, wenn man den Kopf schnell genug herum bekam, drei bis sechs behelmte Insassen ausmachen, die allesamt nicht aussahen, als lohne sich der Zeitgewinn. Meist zu kleine Jethelme quetschten die geröteten Gesichter gegen den Fahrtwind und das aufspritzende Wasser. Was an Gewebe nicht verkrampft war, flatterte im Winde. Ein schreckgeweitetes Auge stemmt sich mutig allem entgegen, was da kommen mochte, das andere wurde, vermutlich aus Sicherheitsgründen, in den Helminnenraum zurückgezogen. Alles an, in und um diese Boote schien zu vibrieren. Ich musste an die heimischen jungen Männer denken, die ihre Autos so tief legen, dass sie völlig ohne Federung zurückbleiben und die Fahrer hernach aussehen, als hoppelten sie in ihren Sitzen. Allerdings kamen die nicht auf die Idee ohne Windschutzscheibe, Sitz oder Sicherheitsgurt mit 200 Stundenkilometern einen ganzen Tag lang über Wiesen und Felder zu heizen.
Dann lieber zwei Tage in einem Slowboot den Mekong herunter schippern, als nach einem Tag auf einem Speedboot ein Fall für den Chiropraktiker zu sein. Oder für den Totengräber, denn der schlimmste Fall tritt auf diesen Nussschalen immer wieder ein. Ich fragte mich, wie sie es schafften diese Monstren von Motoren auf solch zerbrechlichen Bügelbrettern zu befestigen, ohne, dass das Endprodukt in Bröseln daher kam. Wir hatten uns bereits in Kambodscha eindringlich davor warnen lassen mit diesen Höllenmaschinen fahren. Nun, da ich das erste Mal ein Exemplar in freier Wildbahn zu Gesicht bekam, glaubte ich sofort alle Geschichten in sämtlichen blutigen Details. Aber hallo.
Beruhigung
Dann kehrte wieder Stille ein, das Rauschen des Weißwassers fiel zurück, die Köpfe drehten sich wieder nach vorne und das ganze Boot atmete durch. Von nun an gab nichts weiter als uns, das Boot, den Fluss und die Landschaft. Welche ihr übriges dazu beitrug die Fahrgäste wieder einzulullen. An den Ufern zu beiden Seiten an- und abschwellende, sanft begrünte Hänge, dazwischen eine Hütte oder eine Ansammlung davon, hin und wieder Fischer mit ihren Booten, ab und an ein wenig Landwirtschaft, ansonsten nur wilde Natur. Laos zur Linken, Thailand zur Rechten, der Unterscheid ist an dieser Stelle des Mekong nicht leicht auszumachen. Hüben wie drüben vollzieht sich das Leben in stetig langsamer Geschwindigkeit. Das Leben treibt dahin wie der Mekong.
Im Fluss
So kamen wir am Abend des ersten Tages in Pak Beng an, und bereits nach diesem einen Tag konnte man den Leuten ansehen, dass das Leben hier nicht spurlos an seinen Besuchern vorbeigeht. Von der Hektik des Morgens war beim Ausladen des Bootes nichts mehr zu spüren. Die üblichen Männer standen um das Boot herum, versuchten ihre Gasthäuser als die schönsten und besten anzupreisen, einige kletterten sogar in das Boot. Die etwas über hundert zumeist westlichen Fahrgäste brachte das nicht mehr aus dem Trott. Ruhig, beinahe gemächlich zuckelte die Gruppe in das Örtchen, die Verhandlungen über Abendessen und Zimmerpreise war freundlich aber kurz, die Entscheidung wurde gefällt, was soll man sich dabei in Wallung bringen?
Am nächsten Morgen schlumpfte die Gruppe dann auch gleich drei Stunden schneller ins Boot. Ironischerweise sahen die übrigen zwei Stunden wesentlich entspannter aus, als die ganzen fünf des vorigen Tages. Dann umfing uns wieder der Mekong und entspannte gemeinsam mit uns den ganzen Tag hindurch gleichmäßig stromabwärts. Hin und wieder hielt das Boot am Flussufer, es stiegen ein paar Einheimische aus oder zu, das war die einzige Abwechslung. Gegen Mittag hatte ich mein Buch zu Ende gelesen. Also machte ich es mir gemütlich, lehnte mich auf die Reling und schaute dem Ufer beim vorbeiziehen zu. Als wir am späten Nachmittag in Luang Prabang ankamen, verließ ich das Boot erfrischt, geradezu erholt. Ich glaube ich habe meditiert, ohne es zu bemerken.
Jochen Müller
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