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30. März 2012
Die Eine unter vielen
Don Det ist eine der größeren und bewohnten der 4000 Mekong-Inseln im Süden von Laos und der perfekte Ort, um einmal die Seele baumeln zu lassen. Hier, in der Grenzregion zu Kambodscha, bekamen wir einen ersten Eindruck von Laos. Einen äußerst positiven.
Auch wenn wir die 4000 Inseln im Mekong nicht gezählt haben, so bekamen wir doch eine Vorstellung davon, wie diese Ansammlung von Flussinseln zu ihrem Namen kam. Die kleinsten dieser Inseln sind nicht mehr als Büsche, die aus dem Wasser ragen, die größten hingegen richtige bewohnte Eilande. Während auf den meisten der größeren Inseln lediglich laotische Fischer leben, ist Don Det touristisch erschlossen. Mit dem Boot setzt man von Nakasan auf dem Festland über und wird entweder an einem der natürlichen Anleger oder direkt am Strand der Nordspitze der Insel abgesetzt. Nun gut, der Strand ist nicht mehr als eine etwa 50 Meter lange Sandfläche, was die meisten Besucher, die sich hier tummeln aber nicht weiter zu stören scheint.
© Jochen Müller Der Nordstrand von Don Det. Anlege- und Badestelle in einem.
Touristisches Zentrum mit ganz eigenem Charme
Die Nordspitze Don Dets ist dann auch das touristische Zentrum der Insel, wenngleich die südlichen Regionen zunehmend für Besucher erschlossen werden. Doch auch den Norden darf man sich nicht als eine Ansammlung von überfüllten Bettenburgen vorstellen. Es ist vielmehr eine Reihe kleiner, spartanischer Bungalows, viele auf Stelzen direkt am Ufer errichtet und die meisten mit einer Veranda und der dazugehörigen Hängematte versehen. Dazwischen gemütliche kleine Restaurants und hier und da ein winziges Reisebüro, das Bootstouren über den Mekong anbietet. Steinbauten sucht man hier im Norden vergeblich. Von der Nordspitze Don Dets gehen zwei „Straßen" ab, die nicht mehr als Sandwege sind. Am östlichen Ufer führt die Sunrise-Street entlang und im Westen die Sunset-Street. Was man hüben im Morgen und drüben am Abend zu erwarten hat, dürfte wohl klar sein. Autos fahren hier keine, lediglich einen Motorroller oder ein Fahrrad sieht man ab und zu. Doch hat man die Insel auch in einer knappen Stunde in ihrer gesamten Länge zu Fuß abgeschritten, so dass man auf den Wegen neben einer Hand voll Fußgängern sonst nur Hühner, Kühe oder streunende Hunde und Katzen antrifft.
© Jochen Müller Einige wenige Häuser sind aus Stein gebaut. Die meisten jedoch aus Holz, wenn auch nicht alle so windschief wie hier.
© Jochen Müller Die Abende verbringt man auf der Veranda bei einem guten Essen und einem kühlen BeerLao.
Die Seele baumeln lassen
Viel zu tun gibt es auf Don Det nicht. Und das ist wohl der Grund, warum diese Insel einerseits so beliebt ist und andererseits das Leben hier seinem eigenen, äußerst gemächlichen Takt folgt. Man liegt in seiner Hängematte oder auf der Terrasse eines der Restaurants, liest ein Buch und trinkt ein BeerLao. Oder einen der köstlichen Eiskaffees, wenn es einem zu früh für Bier erscheint. Für besonders Unternehmungslustige gibt es Touren zu den Mekong-Fällen, mit einer Breite von einem knappen Kilometer Und einer Falltiefe von etwa 15 Metern die größten Wasserfälle Südost Asiens, bei denen man mit etwas Glück auch Flussdelphine bei ihrem Spiel im Wasser beobachten kann. Andere Trips führen einen mit dem Boot durch die 4000 Inseln und geben einem die Gelegenheit, im seichten und nur knietiefen Wasser des Mekong stehend, den Sonnenuntergang zu bestaunen. Natürlich ist hier auch „Tubing" angesagt. Wie in vielen Orten Laos' sieht man auch rund um Don Det des Nachmittags zahlreiche Urlauber in großen Gummireifen im erstaunlich sauberen und warmen Wasser des Mekong dümpeln. Abends genießt man dann ein in der Regel hervorragendes Essen in einem der Restaurants und seufzt andächtig, während die Sonne in einem fantastischen Farbenspiel im Mekong versinkt. Zumindest auf der Westseite der Insel.
© Jochen Müller "Tubing" heißt diese Freizeitaktivität, bei der man in LKW-Schläuchen im Wasser treibt. Wobei das Wort "Aktivität" nicht richtig passen will.
Nach wie vor ein traumhaftes Fleckchen Erde
Seit rund zwei Jahren gibt es auch Strom auf Don Det, was dazu führte, dass die Geräusche der Generatoren verstummt sind und man dennoch bei Licht (und Ventilator) auf der Veranda eines Restaurants verweilen kann. Für all jene, die gar nicht ohne auskommen, gibt es hier und da sogar eine rudimentäre Internetverbindung.
© Jochen Müller Obwohl die Insel touristisch erschlossen ist, das Leben dreht sich noch immer um den Fluss und seinen Fisch.
© Jochen Müller Die typischen Boote mit ihren langen Motorauslegern prägen die Gegend.
Da ich mich mit dem Bus von Phnom Penh nach Don Det begeben habe, während Jochen die Strecke nach wie vor auf dem Motorrad zurücklegte, kamen wir zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf der Insel an. Während ich mich auf der Sunset-Seite einquartierte (eine weise Entscheidung, da man hier nicht schon am frühen Morgen von der Hitze aus dem Bett getrieben wird), quartierte sich Jochen auf der Ostseite ein. Das hatte den Vorteil, dass wir beide Seiten zu sehen bekamen, auch wenn wir durch einen gut halbstündigen Fußmarsch voneinander getrennt waren.
© Jochen Müller Sonnenuntergangsidyll auf dem Mekong.
Es bleibt festzuhalten, dass jede Ecke der Insel einfach nur paradiesisch ist. Das traumhafte Ambiente stören nicht einmal die Touristen, da diese (noch) nicht in solchen Massen hier auftreten, dass es die Stimmung zerstören würde. Ohnehin verbringen die meisten von ihnen ihre Tage im Mekong und die Abende auf der Veranda in der Hängematte. Und lassen einfach mal die Seele baumeln.
Von Peer Bergholter
Auch wenn wir die 4000 Inseln im Mekong nicht gezählt haben, so bekamen wir doch eine Vorstellung davon, wie diese Ansammlung von Flussinseln zu ihrem Namen kam. Die kleinsten dieser Inseln sind nicht mehr als Büsche, die aus dem Wasser ragen, die größten hingegen richtige bewohnte Eilande. Während auf den meisten der größeren Inseln lediglich laotische Fischer leben, ist Don Det touristisch erschlossen. Mit dem Boot setzt man von Nakasan auf dem Festland über und wird entweder an einem der natürlichen Anleger oder direkt am Strand der Nordspitze der Insel abgesetzt. Nun gut, der Strand ist nicht mehr als eine etwa 50 Meter lange Sandfläche, was die meisten Besucher, die sich hier tummeln aber nicht weiter zu stören scheint.
Touristisches Zentrum mit ganz eigenem Charme
Die Nordspitze Don Dets ist dann auch das touristische Zentrum der Insel, wenngleich die südlichen Regionen zunehmend für Besucher erschlossen werden. Doch auch den Norden darf man sich nicht als eine Ansammlung von überfüllten Bettenburgen vorstellen. Es ist vielmehr eine Reihe kleiner, spartanischer Bungalows, viele auf Stelzen direkt am Ufer errichtet und die meisten mit einer Veranda und der dazugehörigen Hängematte versehen. Dazwischen gemütliche kleine Restaurants und hier und da ein winziges Reisebüro, das Bootstouren über den Mekong anbietet. Steinbauten sucht man hier im Norden vergeblich. Von der Nordspitze Don Dets gehen zwei „Straßen" ab, die nicht mehr als Sandwege sind. Am östlichen Ufer führt die Sunrise-Street entlang und im Westen die Sunset-Street. Was man hüben im Morgen und drüben am Abend zu erwarten hat, dürfte wohl klar sein. Autos fahren hier keine, lediglich einen Motorroller oder ein Fahrrad sieht man ab und zu. Doch hat man die Insel auch in einer knappen Stunde in ihrer gesamten Länge zu Fuß abgeschritten, so dass man auf den Wegen neben einer Hand voll Fußgängern sonst nur Hühner, Kühe oder streunende Hunde und Katzen antrifft.
Die Seele baumeln lassen
Viel zu tun gibt es auf Don Det nicht. Und das ist wohl der Grund, warum diese Insel einerseits so beliebt ist und andererseits das Leben hier seinem eigenen, äußerst gemächlichen Takt folgt. Man liegt in seiner Hängematte oder auf der Terrasse eines der Restaurants, liest ein Buch und trinkt ein BeerLao. Oder einen der köstlichen Eiskaffees, wenn es einem zu früh für Bier erscheint. Für besonders Unternehmungslustige gibt es Touren zu den Mekong-Fällen, mit einer Breite von einem knappen Kilometer Und einer Falltiefe von etwa 15 Metern die größten Wasserfälle Südost Asiens, bei denen man mit etwas Glück auch Flussdelphine bei ihrem Spiel im Wasser beobachten kann. Andere Trips führen einen mit dem Boot durch die 4000 Inseln und geben einem die Gelegenheit, im seichten und nur knietiefen Wasser des Mekong stehend, den Sonnenuntergang zu bestaunen. Natürlich ist hier auch „Tubing" angesagt. Wie in vielen Orten Laos' sieht man auch rund um Don Det des Nachmittags zahlreiche Urlauber in großen Gummireifen im erstaunlich sauberen und warmen Wasser des Mekong dümpeln. Abends genießt man dann ein in der Regel hervorragendes Essen in einem der Restaurants und seufzt andächtig, während die Sonne in einem fantastischen Farbenspiel im Mekong versinkt. Zumindest auf der Westseite der Insel.
Nach wie vor ein traumhaftes Fleckchen Erde
Seit rund zwei Jahren gibt es auch Strom auf Don Det, was dazu führte, dass die Geräusche der Generatoren verstummt sind und man dennoch bei Licht (und Ventilator) auf der Veranda eines Restaurants verweilen kann. Für all jene, die gar nicht ohne auskommen, gibt es hier und da sogar eine rudimentäre Internetverbindung.
Da ich mich mit dem Bus von Phnom Penh nach Don Det begeben habe, während Jochen die Strecke nach wie vor auf dem Motorrad zurücklegte, kamen wir zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf der Insel an. Während ich mich auf der Sunset-Seite einquartierte (eine weise Entscheidung, da man hier nicht schon am frühen Morgen von der Hitze aus dem Bett getrieben wird), quartierte sich Jochen auf der Ostseite ein. Das hatte den Vorteil, dass wir beide Seiten zu sehen bekamen, auch wenn wir durch einen gut halbstündigen Fußmarsch voneinander getrennt waren.
Es bleibt festzuhalten, dass jede Ecke der Insel einfach nur paradiesisch ist. Das traumhafte Ambiente stören nicht einmal die Touristen, da diese (noch) nicht in solchen Massen hier auftreten, dass es die Stimmung zerstören würde. Ohnehin verbringen die meisten von ihnen ihre Tage im Mekong und die Abende auf der Veranda in der Hängematte. Und lassen einfach mal die Seele baumeln.
Von Peer Bergholter
Kommentare zu "Die Eine unter vielen"
Re:
von Jochen Müller
am 04.04.2012 um 08:16 Uhr

Wir dachten auch erst, dass es genügen würde sich mit einem Stück Gartenschlauch in der Hand in die Fluten zu stürzen. Aber das ist nicht dasselbe. Obwohl wir uns danach ganz schön geschlaucht fühlten. Ich wünsche viel Glück mit der Badewanne. Mit dem Schlauchgebrauch natürlich auch :)
"Die Eine unter vielen" kommentieren

Verdammt. Ich habe heute versucht, einen LKW-Reifen in die Badewanne zu bekommen, um mal auf Tubing zu machen. Hat nicht geklappt. Jetzt habe ich den Artikel nochmal gelesen und gemerkt, warum nicht. Morgen versuche ich es mit dem Schlauch.
Your biggest fan. Stan.