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22. November 2012
Willkommen in der Karibik
Der Tayron Nationalpark an der kolumbianischen Karibikküste ist ein beliebtes Ausflugsziel. Kein Wunder, kann man hier durch tropische Regenwälder wandern, unter Palmen baden und in urigen Hängemattenlagern nächtigen. So kam es, dass aus geplanten drei schnell fünf Tage wurden.
Vom Küstenstädtchen Santa Marta aus dauert die Busfahrt nach El Zaino, dem Haupteingang zum Tayron Nationalpark, nur eine knappe Stunde. Am Eingang muss man sich eintragen, eine Eintrittsgebühr von 36500 Peso, etwa 15 Euro, bezahlen und sich einer intensiven Gepäckkontrolle unterziehen. Bewaffnete Militärs durchsuchten unsere Rucksäcke gründlich und erfolglos nach Schnaps und Drogen, danach ging es mit einem kleinen Bus tiefer in den Wald hinein. Weniger Minuten später waren wir in Cañaveral, dem Ausgangspunkt der ersten Wanderung, bestehend aus einer Wendestelle für den Bus und einer kleinen Hütte.
© Jochen Müller Nach dem Transport mit einem Kleinbus geht es in den Wald.
Von hier aus ging es in den Wald, durch kleine Bachläufe vorbei an Bananen- und Kokospalmen unter riesenhaften Bäumen.
© Jochen Müller Die Moskitonetze über den Hängematten waren ein Segen,
obwohl sie nicht alle Biester abhielten.
Zwar war die Wanderung eher ein Spaziergang von einer Stunde, trotzdem waren wir bei unserer Ankunft in Arrecifes, unserem ersten Etappenziel, schweißgebadet. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze taten ihr übriges, dass uns diese Stunde für den ersten Tag reichte. In Arrecifes fanden wir einige Unterkünfte, von einem Zeltplatz, einer Bungalowansammlung bis zu Hängemattenlagern war alles dabei. Wir entschieden uns für die Hängematten, die günstigste und urigste Alternative. Schnell waren die Badesachen angezogen, doch noch schneller hielten uns unsere Gastgeber davon ab, bedenkenlos in die Fluten zu springen. Gefährliche Strömungen vor der Küste haben bereits über 200 Todesopfer gefordert, das Baden am weißen, von Palmen gesäumten Sandstrand daher verboten. Wer sich allerdings in unmittelbarer Nähe des Ufers aufhält, der kann sich wenigstens eine Abkühlung verschaffen, was wir gierig taten.
© Jochen Müller In urigen Camps wie diesem in Arrecifes kann man günstig übernachten.
© Jochen Müller Der Strand von Arrecifes täuscht über die Gefahren die hier lauern. Bereits über 200 Menschenleben haben die Strömungen gefordert.
Den Abend verbrachten wir, gründlich von Anti-Mückenspray eingenebelt,
© Jochen Müller Auch die Dusche war urig.
mit Oliver, einem Deutschen, den wir in Cartagena kennen gelernt hatten und der die Tour mit und machte, sowie einem Pärchen aus Quebec, Karten spielend im zum Lager gehörenden Restaurant. Um uns surrten die Moskitos, die Einheimischen versammelten sich um den Fernseher, um Fußball zu gucken und von hinter uns drangen die Geräusche des Urwalds zu uns herüber. Als wir uns noch einmal an den Strand begaben, stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass dieser 24 Stunden am Tag bewacht wird. Kaum hatten wir uns niedergelassen, kamen zwei Militärs aus der Nacht auf uns zu, betonten noch einmal eindringlich, dass wir vor allem in der Nacht nicht baden sollten, dass Lagerfeuer am Strand verboten seien und ließen es sich dann nicht nehmen vorsichtshalber unsere Taschen erneut zu durchsuchen. Dann verschwanden sie wieder in der Dunkelheit.
© Jochen Müller Im Restaurantbungalow von Arrecifes trafen sich am Abend Besucher wie Einheimische.
Erst viel Sonne, dann noch mehr Regen am zweiten Tag
Am nächsten Tag liefen wir nach dem Frühstück los. Zwar war auch an diesem Tag keine lange Wanderung vorgesehen, doch die drei Stunden, die wir letztlich unterwegs waren, waren auch diesmal recht anstrengend. Wir hatten viel Wasser bei uns und genug Essen, um uns die ersten Tage selber zu versorgen. Besonders die erste Hälfte des Weges, die am Strand entlang führte, war mit den dick bepackten Rucksäcken auf lockerem Sand unter der glutheißen Sonne recht fordernd. Doch auch lohnend, denn wir kamen an vielen kleinen Buchten vorbei, mussten teilweise durch das Wasser waten, dann wieder in den Wald hinein, um an hausgroßen Findlinge vorbei zu kommen, für die der Tayron Nationalpark berühmt ist.
© Jochen Müller Die Wanderung des zweiten Tages ging meistens am Strand entlang. Wunderschön aber auch anstrengend.
© Jochen Müller Der Tayron Nationalpark ist für seine Buchten und für seine Findlinge berühmt.
Zwar lief uns allen der Schweiß in Strömen die Körper hinab, doch die Anblicke lenkten uns alle effektiv von den Strapazen ab. Trotzdem verzichteten wir auf eine Pause, als wir in „La Picina" ankamen. Das „Schwimmbad" ist einer der bekanntesten Strände des Parks, eine hufeisenförmige Bucht, an der die gefährlichen Strömungen weit genug vorbeilaufen, dass man gefahrlos baden kann. Wir beließen es bei einer Trinkpause und ließen die Küste vorläufig hinter uns, denn von La Picina aus führt der Weg wieder in den Wald. Der Schatten tat gut, der Weg war gut zu begehen und die Laute des Urwalds nahmen uns ein. Als wir in Cabo San Juan ankamen, waren wir erst einmal baff. Nach den kleinen Hängemattenlagern von Arrecifes wirkte das Gelände wie Massentourismus. Die vorwiegend jungen europäischen Reisenden liefen in Badesachen herum, einige spielten Fußball, der Strand war gut besucht und wer nicht dort lag, der gönnte sich ein Bierchen im Restaurantpavillon. Zwar kosteten hier die Hängematten doppelt so viel wie in Arrecifes, doch um zurück zu laufen waren wir bereits zu müde, abgesehen davon, dass wir ohnehin noch zurück, sondern in einem Rundkurs weiter wandern wollten. Also bezogen wir hier ein Zelt, denn schwarze Wolken kündigten Regen an. Wenige Minuten später sollten wir über diese Entscheidung noch sehr glücklich sein. Kaum hatten wir die Badesachen angezogen und waren in die Bucht gehüpft, als ein sinnflutartiger Regen einsetzte. Bei diesem Wetter in einer Hängematte in einem Pavillon ohne Wände zu schlafen, wäre ein feuchtes Vergnügen gewesen. So war es aber ein besonderer Genuss in der karibischen See zu baden, während die Wasseroberfläche von unzählbaren Regentropfen aufgewühlt wurde. Was wir zuerst für einen Schauer hielten, dauerte letztendlich einige Stunden, bis das ganze Lager knöcheltief unter Wasser stand.
© Jochen Müller In Cabo san Juan fanden wir ein ungleich größeres Camp als in Arrecifes. Die Frage, warum die Zelte hier mit Plastikplanen bedeckt sind, beantwortete sich bald von selbst.
© Jochen Müller Während eines Platzregens in der Bucht zu baden war herrlich. Doch kurz danach stand das gesamte Camp unter Wasser, und die Plastikplanen auf den Zelten retteten uns vor einem nächtlichen Ertrinken.
Ein Pausetag, dann geht es hinein in den Wald
Als der nächste Morgen immer noch grau verhangen war,
© Jochen Müller Ohne die Moskitonetze waren die Hängematten gleich
nochmal so schön.
entschieden wir uns spontan dazu einen Tag zu verlängern. Allerdings wollten wir keine zweite Nacht im Zelt verbringen, also zogen wir um. Auf einer kleinen Halbinsel hatten wir die Möglichkeit in einem Bungalow in Hängematten zu nächtigen. Gesagt, getan. Von hier aus konnte man abends die Sonne über der Küste glutrot untergehen sehen, die Wellen umspülten die Felsen zehn Meter unter uns und ein leichter Wind sorgte dafür, dass es nicht nur angenehme Temperaturen hatte, sondern auch keine Moskitos einen des Nächtens störten. Wir verbrachten also einen Badetag, lasen, spielten Karten und ließen die Seele baumeln.
© Jochen Müller Nach grauem Himmel am Morgen zog es mittags auf und die Gegend erstrahlte in voller karibischer Pracht.
© Jochen Müller Von der Hütte auf der kleinen Insel hatte man einen herrlichen Blick über die Buchten und das Camp von Cabo san Juan.
Am letzten Tag im Tayron Nationalpark stand dann eine stramme Wanderung auf dem Programm. Von Cabo san Juan ging es zweieinhalb Stunden lang durch unwegsames Gelände tief in den Wald. Der Weg, anfangs noch gut zu finden und von vielen Wanderern so platt getreten, dass man gut gehen konnte, wandelte sich bald in eine steile Kletterpartie durch dichte Vegetation. Es ging unter und über Findlinge hinweg, so dass wir an einigen Stellen nur mit gegenseitiger Hilfe weiterkamen.
© Jochen Müller Am letzten Wandertag ging es sprichwörtlich über Stock und Stein. Und manchmal auch darunter hinweg.
Es war heiß, die Luftfeuchtigkeit hoch, es war wahnsinnig anstrengend aber wunderschön. Unsichtbare Tiere riefen durch den Wald, hin und wieder konnten wir von einem Hügel aus durch die Baumkronen hinweg über die Baumkronen bis zum Meer blicken. Alles um uns war grün, Vögel zwitscherten unentwegt und nur sehr selten begegneten wir anderen Wanderern. Nach zweieinhalb Stunden kamen wir in Pueblito an. Dies ist der Ort an dem früher die Tayron wohnten, der Indio Stamm, der dem Park den Namen gab. Leider sind von Pueblito nur noch Ruinen übrig und die Tayron sind von Kolonialmächten vertrieben und ausgerottet wurden. Ihre Nachfahren, die Koguis, leben unweit von Pueblito in einem kleinen Dörfchen aus im Wald verstreuten Hütten.
© Jochen Müller In Pueblito kann man die Überbleibsel der Tayron Siedlung bestaunen. Exemplarisch wurde eine Hütte im Stil der Tayron nachgebaut.
© Jochen Müller Von den übrigen Behausungen sind nur die kreisrunden Befestigungen übrig geblieben.
© Jochen Müller Unweit von Pueblito leben die Kogui, die Nachfahren der Tayron, in losen Ansammlungen von Hütten mitten im Urwald.
Wir hielten uns an die Informationen, die wir in Cartagena bekamen und hielten respektvollen Abstand zu den Hütten und ihren Bewohnern, winkten ihnen nur freundlich zu und schossen keine Fotos von ihnen, da sie dem Glauben anhängen, dass Fotos dem Fotografierten ein Stück der Seele rauben. Doch auch, wenn wir nur am Dorf vorbeiliefen, war es eindrucksvoll zu sehen, wie die Koguis hier noch immer wie vor langer Zeit lebten.
© Jochen Müller Tief hinein ging es in den Wald. Auch Bäche galt es zu durchqueren.
© Jochen Müller Doch Ausblicke wie dieser entlohnten für die Mühen.
Kaum hatten wir das Dorf hinter uns gelassen, als es wieder zu regnen begann. Wir liefen die restlichen zwei Stunden, bald bis auf Haut durchnässt durch den Wald, der Weg wurde ebner und besser zu gehen. Allerdings tat der Regen sein übriges um aus diesen zwei letzten Stunden eine ordentliche Rutschpartie zu machen. Als wir am späten Nachmittag in Calabazo, einem kleinen Dorf an der Straße zu Santa Marta, ankamen, hatten wir vier wundervolle Tage erlebt. Trotzdem waren wir froh uns trockene Sachen anziehen zu können und eine Stunde später, zurück in Santa Marta, nach einer heißen Dusche und einem guten Essen wieder in einem kuscheligen Hostelbett schlafen zu können.
Jochen Müller
Vom Küstenstädtchen Santa Marta aus dauert die Busfahrt nach El Zaino, dem Haupteingang zum Tayron Nationalpark, nur eine knappe Stunde. Am Eingang muss man sich eintragen, eine Eintrittsgebühr von 36500 Peso, etwa 15 Euro, bezahlen und sich einer intensiven Gepäckkontrolle unterziehen. Bewaffnete Militärs durchsuchten unsere Rucksäcke gründlich und erfolglos nach Schnaps und Drogen, danach ging es mit einem kleinen Bus tiefer in den Wald hinein. Weniger Minuten später waren wir in Cañaveral, dem Ausgangspunkt der ersten Wanderung, bestehend aus einer Wendestelle für den Bus und einer kleinen Hütte.
© Jochen Müller Nach dem Transport mit einem Kleinbus geht es in den Wald.Von hier aus ging es in den Wald, durch kleine Bachläufe vorbei an Bananen- und Kokospalmen unter riesenhaften Bäumen.
obwohl sie nicht alle Biester abhielten.
Den Abend verbrachten wir, gründlich von Anti-Mückenspray eingenebelt,
Erst viel Sonne, dann noch mehr Regen am zweiten Tag
Am nächsten Tag liefen wir nach dem Frühstück los. Zwar war auch an diesem Tag keine lange Wanderung vorgesehen, doch die drei Stunden, die wir letztlich unterwegs waren, waren auch diesmal recht anstrengend. Wir hatten viel Wasser bei uns und genug Essen, um uns die ersten Tage selber zu versorgen. Besonders die erste Hälfte des Weges, die am Strand entlang führte, war mit den dick bepackten Rucksäcken auf lockerem Sand unter der glutheißen Sonne recht fordernd. Doch auch lohnend, denn wir kamen an vielen kleinen Buchten vorbei, mussten teilweise durch das Wasser waten, dann wieder in den Wald hinein, um an hausgroßen Findlinge vorbei zu kommen, für die der Tayron Nationalpark berühmt ist.
© Jochen Müller Die Wanderung des zweiten Tages ging meistens am Strand entlang. Wunderschön aber auch anstrengend.
© Jochen Müller Der Tayron Nationalpark ist für seine Buchten und für seine Findlinge berühmt.Zwar lief uns allen der Schweiß in Strömen die Körper hinab, doch die Anblicke lenkten uns alle effektiv von den Strapazen ab. Trotzdem verzichteten wir auf eine Pause, als wir in „La Picina" ankamen. Das „Schwimmbad" ist einer der bekanntesten Strände des Parks, eine hufeisenförmige Bucht, an der die gefährlichen Strömungen weit genug vorbeilaufen, dass man gefahrlos baden kann. Wir beließen es bei einer Trinkpause und ließen die Küste vorläufig hinter uns, denn von La Picina aus führt der Weg wieder in den Wald. Der Schatten tat gut, der Weg war gut zu begehen und die Laute des Urwalds nahmen uns ein. Als wir in Cabo San Juan ankamen, waren wir erst einmal baff. Nach den kleinen Hängemattenlagern von Arrecifes wirkte das Gelände wie Massentourismus. Die vorwiegend jungen europäischen Reisenden liefen in Badesachen herum, einige spielten Fußball, der Strand war gut besucht und wer nicht dort lag, der gönnte sich ein Bierchen im Restaurantpavillon. Zwar kosteten hier die Hängematten doppelt so viel wie in Arrecifes, doch um zurück zu laufen waren wir bereits zu müde, abgesehen davon, dass wir ohnehin noch zurück, sondern in einem Rundkurs weiter wandern wollten. Also bezogen wir hier ein Zelt, denn schwarze Wolken kündigten Regen an. Wenige Minuten später sollten wir über diese Entscheidung noch sehr glücklich sein. Kaum hatten wir die Badesachen angezogen und waren in die Bucht gehüpft, als ein sinnflutartiger Regen einsetzte. Bei diesem Wetter in einer Hängematte in einem Pavillon ohne Wände zu schlafen, wäre ein feuchtes Vergnügen gewesen. So war es aber ein besonderer Genuss in der karibischen See zu baden, während die Wasseroberfläche von unzählbaren Regentropfen aufgewühlt wurde. Was wir zuerst für einen Schauer hielten, dauerte letztendlich einige Stunden, bis das ganze Lager knöcheltief unter Wasser stand.
© Jochen Müller Während eines Platzregens in der Bucht zu baden war herrlich. Doch kurz danach stand das gesamte Camp unter Wasser, und die Plastikplanen auf den Zelten retteten uns vor einem nächtlichen Ertrinken.Ein Pausetag, dann geht es hinein in den Wald
Als der nächste Morgen immer noch grau verhangen war,
nochmal so schön.
© Jochen Müller Von der Hütte auf der kleinen Insel hatte man einen herrlichen Blick über die Buchten und das Camp von Cabo san Juan.Am letzten Tag im Tayron Nationalpark stand dann eine stramme Wanderung auf dem Programm. Von Cabo san Juan ging es zweieinhalb Stunden lang durch unwegsames Gelände tief in den Wald. Der Weg, anfangs noch gut zu finden und von vielen Wanderern so platt getreten, dass man gut gehen konnte, wandelte sich bald in eine steile Kletterpartie durch dichte Vegetation. Es ging unter und über Findlinge hinweg, so dass wir an einigen Stellen nur mit gegenseitiger Hilfe weiterkamen.
© Jochen Müller Am letzten Wandertag ging es sprichwörtlich über Stock und Stein. Und manchmal auch darunter hinweg.Es war heiß, die Luftfeuchtigkeit hoch, es war wahnsinnig anstrengend aber wunderschön. Unsichtbare Tiere riefen durch den Wald, hin und wieder konnten wir von einem Hügel aus durch die Baumkronen hinweg über die Baumkronen bis zum Meer blicken. Alles um uns war grün, Vögel zwitscherten unentwegt und nur sehr selten begegneten wir anderen Wanderern. Nach zweieinhalb Stunden kamen wir in Pueblito an. Dies ist der Ort an dem früher die Tayron wohnten, der Indio Stamm, der dem Park den Namen gab. Leider sind von Pueblito nur noch Ruinen übrig und die Tayron sind von Kolonialmächten vertrieben und ausgerottet wurden. Ihre Nachfahren, die Koguis, leben unweit von Pueblito in einem kleinen Dörfchen aus im Wald verstreuten Hütten.
Wir hielten uns an die Informationen, die wir in Cartagena bekamen und hielten respektvollen Abstand zu den Hütten und ihren Bewohnern, winkten ihnen nur freundlich zu und schossen keine Fotos von ihnen, da sie dem Glauben anhängen, dass Fotos dem Fotografierten ein Stück der Seele rauben. Doch auch, wenn wir nur am Dorf vorbeiliefen, war es eindrucksvoll zu sehen, wie die Koguis hier noch immer wie vor langer Zeit lebten.
Kaum hatten wir das Dorf hinter uns gelassen, als es wieder zu regnen begann. Wir liefen die restlichen zwei Stunden, bald bis auf Haut durchnässt durch den Wald, der Weg wurde ebner und besser zu gehen. Allerdings tat der Regen sein übriges um aus diesen zwei letzten Stunden eine ordentliche Rutschpartie zu machen. Als wir am späten Nachmittag in Calabazo, einem kleinen Dorf an der Straße zu Santa Marta, ankamen, hatten wir vier wundervolle Tage erlebt. Trotzdem waren wir froh uns trockene Sachen anziehen zu können und eine Stunde später, zurück in Santa Marta, nach einer heißen Dusche und einem guten Essen wieder in einem kuscheligen Hostelbett schlafen zu können.
Jochen Müller
Kommentare zu "Willkommen in der Karibik"
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Was für ein wunderschöner Bericht, und man ist mittendrin, einfach toll, danke! Gisi