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20. November 2012
Einen Fuß in der Neuen Welt
Nach drei Wochen auf See sichteten wir endlich Land. Die Neue Welt lag zum Greifen nah und wartete nur darauf, einmal mehr erforscht zu werden. Diesmal allerdings nicht von goldgierigen Conquistadores, sondern von uns, neugierigen und was Südamerika betrifft, völlig unbeleckten Abenteurern.
Während der Überfahrt machten wir uns Gedanken über die weitere Route: „Oben rum" durch Mittelamerika oder doch lieber „unten rum" durch die nördlichen Gefilde Südamerikas? Wir wussten, wir würden nicht alles sehen können, mussten uns also festlegen und von anderen, allesamt reizvoll erscheinenden Reisezielen verabschieden.
Die Pläne machen sich selbst
Doch das Schicksal war uns gewogen und die Entscheidung wurde uns abgenommen, womit wir sehr gut leben konnten. Aufgrund eines Missverständnisses ging unser Kapitän fest davon aus, dass wir nicht (wie tatsächlich vorgesehen) in Panama von Bord gehen würden, sondern erst in Kolumbien. Doch eigentlich sei es auch kein Problem, uns weiter bis dorthin mitzunehmen, versicherte er uns. Wir zuckten lediglich mit den Schultern und überschlugen im Geiste, dass uns eine direkte Fahrt nach Kolumbien einiges an Zeit und Geld sparen würde. Nach kurzem Hin und Her erhielten wir auch von den kolumbianischen Behörden grünes Licht und damit war die Entscheidung gefällt. Wir winkten der Küstenlinie Panamas sehnsüchtig zu und richteten den Blick nach vorn, nach Cartagena, Kolumbien.
©Bergholter Willkommen in der neuen Welt! Die Bucht von Cartagena.
Unser Tor zur Neuen Welt
Es lag im Frachthafen von Cartagena. Nachdem wir das Schiff und das Hafengelände am frühen Morgen verlassen hatten, zogen wir in die Nähe der Altstadt und suchten uns eine Herberge. Von hier aus starteten wir unsere Streifzüge durch die nordkolumbianische Stadt, deren Einwohnerzahl an der Millionengrenze kratzt. Cartagena sollte uns einen ersten Eindruck von Kolumbien und auch von Südamerika vermitteln. Und dieser war äußerst positiv: farbenfroh präsentierte sich die Stadt, lebensfroh die Menschen und laut hallten die Salsa-Klänge zu jeder Tages- und Nachtzeit durch die Straßen.
©Bergholter Blick auf das Tor zur Altstadt.
©Bergholter Ein Traum - die Altstadt Cartagenas.
©Bergholter Der zentrale Platz, der Vorhof zur Altstadt.
Farbenfreude
Ein Gang durch die Altstadt Cartagenas führte uns die wenigen positiven Überbleibsel der Kolonialzeit vor Augen: eine wunderschöne Architektur, bunte Fassaden und enge Gassen mit grobem Pflaster, auf dem das Leben pulsierte. Wir fühlten uns sofort wohl hier. Die Menschen farbenfroh gekleidet und freundlich, die Straßenhändler weit weniger aufdringlich, als wir es vielleicht befürchtet hatten und alles in allem herrschte hier ein Flair, wie wir es in einem südamerikanischen Karibikstaat wenn doch nicht erwartet, so doch zumindest erhofft hatten.
©Bergholter Die Altstadt Cartagenas.
©Bergholter Kleine verwinkelte Gässchen und bunte Fassaden prägen das Stadtbild.
©Bergholter Die typischen Balkone. Einfach hübsch.
Lebensfreude...
Sagte ich eben, dass sich die Menschen farbenfroh kleideten, so muss ich etwas konkreter werden: Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass die dominierende Farbe Gelb, der bevorzugte Zwirn Trikotstoff war und dass tatsächlich fast jeder auf der Brust das Emblem des Nationalen Fußballverbandes trug. Ob alt oder jung, ob Männlein oder Weiblein, das Nationaltrikot wurde hier gleich einer Uniform getragen. Doch mit wesentlich mehr offen zur Schau gestelltem Stolz. Den Grund dafür sollten wir auch bald erfahren.
©Bergholter Straßenszene in der Altstadt.
... und wie sie ihren Ausdruck findet
Wir schlenderten durch die Gassen der Altstadt und wunderten uns bereits über Passanten oder Radfahrer, die ein Radio mit sich führten, aus dessen Lautsprechern sich aufgeregte Stimmen überschlugen. Als wir um eine Ecke bogen, begriffen wir: Hier stand ein alter Fernseher auf der Straße, das gestörte schwarz-weiß-Bild ließ schemenhaft einen Fußballplatz erahnen, die davor versammelten Menschen und ihre Tracht legten nahe, dass Kolumnien spielte und das aufgeregte Geplärre aus dem auch hier nicht fehlendem Radio ließ uns dem ganzen Event eine gewisse Bedeutung beimessen. Neugierig gesellten wir uns zu der gelbbetuchten Menschentraube auf der Straße und versuchten einen Blick auf die Mattscheibe zu erhaschen. Der Mann neben mir spürte mein Interesse und klärte mich auf: Es war Länderspielzeit, Kolumbien gegen Paraguay, WM-Qualifikation. Aha. Kaum wollte ich den Spielstand erfragen, ertönte aus dem kleinen Radio sowie aus unzähligen Kehlen das für spanische Fußballübertragungen so typische langgezogene Gooooooooooooooooooooooooooooooool!!!, bei dem es mich stets wundert, dass der Kommentator dabei nicht erstickt. Plötzlich Volksfeststimmung in den Straßen. Menschen fielen sich in die Arme und im Nu wurden riesige kolumbianische Nationalflaggen hervorgezaubert und geschwenkt. Der Fahnenschwenker vor mir schenkte mir ein zahnloses Grinsen und einen erhobenen Daumen. Ich nickte anerkennend, hob ebenfalls den Daumen und fragte „Falcao?". Der einzige kolumbianische Stürmer den ich kannte und natürich lag ich richtig.
©Bergholter Public Viewing: Fußball gucken auf der Straße.
Immer mittendrin
Kurze Zeit später zogen wir weiter und strandeten in einem Supermarkt. Einige Kunden, aber keine Angestellten waren zu sehen. Von irgendwoher kam allerdings der unverkennbare spansiche Kommentar eines begeisterten Sportreporters. Plötzlich brach über uns ein frenetischer Jubel aus. Das Café im zweiten Stock des Supermarktes war zum Bersten gefüllt und offenbar verfolgten auch hier alle das Spiel. Sogar die Angestellten des Supermarktes. Obwohl ich ehrlich sein will: nicht alle sahen das Spiel. Beim Torschrei gingen die Türen zum Lager auf und eine Handvoll tatsächlich Arbeitender sprang schnellen Schrittes auf die Empore, um wenigstens die Wiederholung des zweiten kolumbianischen Tores des Tages zu erleben.
©Bergholter Kolumbien gegen Paraguay - im Moment scheint es nichts wichtigeres zu geben.
Salsa
Ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass es sich bei Kolumbianern um ein lebensfrohes Volk zu handeln scheint, lieferte uns ein Abend in einer Bar. Zumindest hielten wir diesen kleinen Raum mit Ausschank für eine Bar. Offenbar handelte es sich aber eher um einen Underground-Salsa-Schuppen. Die Musik war ohrenbetäubend, an ein Gespräch nicht zu denken. Schweiß und Alkohol flossen in Strömen und überall wurde engumschlungen getanzt. Natürlich Salsa. Denn nicht nur die scharfe Tunke die man hier zu seinem Pollo oder Carne begommt nennt sich Salsa - also Soße, sondern auch der lateinamerikanische Tanz, bei dem sich die Leiber einer Soße gleich vermengen und der vielen als Vorspiel zu einem ganz anderen Tänzchen gilt. Und so beobachteten wir dann auch, dass Pärchen (so es denn welche waren), wenn sie nicht gerade tanzten, sich wild knutschend am Tresen oder in den Ecken des kleinen verschwitzten Raumes herumdrückten. Als frisch eingetrudelte Gringos standen wir staunend daneben, waren uns aber einig, dass wir uns an diesen Lifestyle gewöhnen konnten.
Vielleicht sind die geschilderten Erlebnisse nicht gerade repräsentativ und auch nicht unbedingt geeignet, um einem ganzen Volk eine gewisse Lebensfreude zu unterstellen, doch für uns war es in diesem Moment definitiv ein Indikator.
©Bergholter Mit der nötigen Gelassenheit... Straßenszene in Cartagena.
Einzigartiges Cartagena
Ebenso wie sich aus unseren ersten Eindrücken keine allgemeingültigen Regeln ableiten lassen, so kann auch Cartagena nicht als Beispiel für andere kolumbianische Städte dienen. Cartagena gilt mit seiner Kolonialarchitektur der Altstadt, die übrigens in Gänze mit dem UNESCO-Weltkulturerbe-Siegel versehen ist, als eine der schönsten Städte des Landes, wenn nicht gar ganz Südamerikas. Eine Stadt mit einer besonderen Aura: Was den Frischverliebten oder Frischvermählten Europas Paris ist, ist den Südamerikanern Cartagena. Bei einer kleinen Radtour durch die Stadt fanden wir diese Einschätzungen unseres Reiseführers bestätigt: Die Kirchen platzten aus allen Nähten und die Brautpaare gaben sich hier die Klinken in die Hand. Und wie in vielen katholisch geprägten Städten Südamerikas gibt es auch in Cartagena sehr viele Kirchen...
©Bergholter Blick von der historischen Stadtmauer auf die Karibik und die Neustadt.
©Bergholter Das moderne Cartagena.
Ferner sah man hier viele Touristen. Doch nicht nur die üblichen Westler (Gringos) sondern auch viele Kolumbianer schienen sich in den Hostels zu tummeln. Und egal welcher Herkunft, wo Touristen sind, gibt es auch immer ebenso findige wie zwielichtige Geschäftemacher. An den Ecken unseres Viertels drückten sich dralle und grell geschminkte Dirnen herum, in den Straßen wurde einem im verschwörerischen Flüsterton Drogen angeboten oder lautstark Souvenirs angepriesen und wer nichts anzubieten hatte, der fragte einfach so nach etwas Geld.
©Bergholter Unser Kiez: nicht ganz so herausgeputzt, aber wir fühlten uns wohl.
©Bergholter Bei Tage wie bei Nacht, in der Altstadt ist immer was los.
Ich muss sagen, dass wir trotz dieser Schattenseiten des Tourismus die Stadt Cartagena einfach bezaubernd fanden und unser erster Eindruck von Land und Leuten ein rein positiver war. So konnte es weitergehen in der Neuen Welt.
von Peer Bergholter
Während der Überfahrt machten wir uns Gedanken über die weitere Route: „Oben rum" durch Mittelamerika oder doch lieber „unten rum" durch die nördlichen Gefilde Südamerikas? Wir wussten, wir würden nicht alles sehen können, mussten uns also festlegen und von anderen, allesamt reizvoll erscheinenden Reisezielen verabschieden.
Die Pläne machen sich selbst
Doch das Schicksal war uns gewogen und die Entscheidung wurde uns abgenommen, womit wir sehr gut leben konnten. Aufgrund eines Missverständnisses ging unser Kapitän fest davon aus, dass wir nicht (wie tatsächlich vorgesehen) in Panama von Bord gehen würden, sondern erst in Kolumbien. Doch eigentlich sei es auch kein Problem, uns weiter bis dorthin mitzunehmen, versicherte er uns. Wir zuckten lediglich mit den Schultern und überschlugen im Geiste, dass uns eine direkte Fahrt nach Kolumbien einiges an Zeit und Geld sparen würde. Nach kurzem Hin und Her erhielten wir auch von den kolumbianischen Behörden grünes Licht und damit war die Entscheidung gefällt. Wir winkten der Küstenlinie Panamas sehnsüchtig zu und richteten den Blick nach vorn, nach Cartagena, Kolumbien.
Unser Tor zur Neuen Welt
Es lag im Frachthafen von Cartagena. Nachdem wir das Schiff und das Hafengelände am frühen Morgen verlassen hatten, zogen wir in die Nähe der Altstadt und suchten uns eine Herberge. Von hier aus starteten wir unsere Streifzüge durch die nordkolumbianische Stadt, deren Einwohnerzahl an der Millionengrenze kratzt. Cartagena sollte uns einen ersten Eindruck von Kolumbien und auch von Südamerika vermitteln. Und dieser war äußerst positiv: farbenfroh präsentierte sich die Stadt, lebensfroh die Menschen und laut hallten die Salsa-Klänge zu jeder Tages- und Nachtzeit durch die Straßen.
Farbenfreude
Ein Gang durch die Altstadt Cartagenas führte uns die wenigen positiven Überbleibsel der Kolonialzeit vor Augen: eine wunderschöne Architektur, bunte Fassaden und enge Gassen mit grobem Pflaster, auf dem das Leben pulsierte. Wir fühlten uns sofort wohl hier. Die Menschen farbenfroh gekleidet und freundlich, die Straßenhändler weit weniger aufdringlich, als wir es vielleicht befürchtet hatten und alles in allem herrschte hier ein Flair, wie wir es in einem südamerikanischen Karibikstaat wenn doch nicht erwartet, so doch zumindest erhofft hatten.
Lebensfreude...
Sagte ich eben, dass sich die Menschen farbenfroh kleideten, so muss ich etwas konkreter werden: Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass die dominierende Farbe Gelb, der bevorzugte Zwirn Trikotstoff war und dass tatsächlich fast jeder auf der Brust das Emblem des Nationalen Fußballverbandes trug. Ob alt oder jung, ob Männlein oder Weiblein, das Nationaltrikot wurde hier gleich einer Uniform getragen. Doch mit wesentlich mehr offen zur Schau gestelltem Stolz. Den Grund dafür sollten wir auch bald erfahren.
... und wie sie ihren Ausdruck findet
Wir schlenderten durch die Gassen der Altstadt und wunderten uns bereits über Passanten oder Radfahrer, die ein Radio mit sich führten, aus dessen Lautsprechern sich aufgeregte Stimmen überschlugen. Als wir um eine Ecke bogen, begriffen wir: Hier stand ein alter Fernseher auf der Straße, das gestörte schwarz-weiß-Bild ließ schemenhaft einen Fußballplatz erahnen, die davor versammelten Menschen und ihre Tracht legten nahe, dass Kolumnien spielte und das aufgeregte Geplärre aus dem auch hier nicht fehlendem Radio ließ uns dem ganzen Event eine gewisse Bedeutung beimessen. Neugierig gesellten wir uns zu der gelbbetuchten Menschentraube auf der Straße und versuchten einen Blick auf die Mattscheibe zu erhaschen. Der Mann neben mir spürte mein Interesse und klärte mich auf: Es war Länderspielzeit, Kolumbien gegen Paraguay, WM-Qualifikation. Aha. Kaum wollte ich den Spielstand erfragen, ertönte aus dem kleinen Radio sowie aus unzähligen Kehlen das für spanische Fußballübertragungen so typische langgezogene Gooooooooooooooooooooooooooooooool!!!, bei dem es mich stets wundert, dass der Kommentator dabei nicht erstickt. Plötzlich Volksfeststimmung in den Straßen. Menschen fielen sich in die Arme und im Nu wurden riesige kolumbianische Nationalflaggen hervorgezaubert und geschwenkt. Der Fahnenschwenker vor mir schenkte mir ein zahnloses Grinsen und einen erhobenen Daumen. Ich nickte anerkennend, hob ebenfalls den Daumen und fragte „Falcao?". Der einzige kolumbianische Stürmer den ich kannte und natürich lag ich richtig.
Immer mittendrin
Kurze Zeit später zogen wir weiter und strandeten in einem Supermarkt. Einige Kunden, aber keine Angestellten waren zu sehen. Von irgendwoher kam allerdings der unverkennbare spansiche Kommentar eines begeisterten Sportreporters. Plötzlich brach über uns ein frenetischer Jubel aus. Das Café im zweiten Stock des Supermarktes war zum Bersten gefüllt und offenbar verfolgten auch hier alle das Spiel. Sogar die Angestellten des Supermarktes. Obwohl ich ehrlich sein will: nicht alle sahen das Spiel. Beim Torschrei gingen die Türen zum Lager auf und eine Handvoll tatsächlich Arbeitender sprang schnellen Schrittes auf die Empore, um wenigstens die Wiederholung des zweiten kolumbianischen Tores des Tages zu erleben.
Salsa
Ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass es sich bei Kolumbianern um ein lebensfrohes Volk zu handeln scheint, lieferte uns ein Abend in einer Bar. Zumindest hielten wir diesen kleinen Raum mit Ausschank für eine Bar. Offenbar handelte es sich aber eher um einen Underground-Salsa-Schuppen. Die Musik war ohrenbetäubend, an ein Gespräch nicht zu denken. Schweiß und Alkohol flossen in Strömen und überall wurde engumschlungen getanzt. Natürlich Salsa. Denn nicht nur die scharfe Tunke die man hier zu seinem Pollo oder Carne begommt nennt sich Salsa - also Soße, sondern auch der lateinamerikanische Tanz, bei dem sich die Leiber einer Soße gleich vermengen und der vielen als Vorspiel zu einem ganz anderen Tänzchen gilt. Und so beobachteten wir dann auch, dass Pärchen (so es denn welche waren), wenn sie nicht gerade tanzten, sich wild knutschend am Tresen oder in den Ecken des kleinen verschwitzten Raumes herumdrückten. Als frisch eingetrudelte Gringos standen wir staunend daneben, waren uns aber einig, dass wir uns an diesen Lifestyle gewöhnen konnten.
Vielleicht sind die geschilderten Erlebnisse nicht gerade repräsentativ und auch nicht unbedingt geeignet, um einem ganzen Volk eine gewisse Lebensfreude zu unterstellen, doch für uns war es in diesem Moment definitiv ein Indikator.
©Bergholter Mit der nötigen Gelassenheit... Straßenszene in Cartagena.Einzigartiges Cartagena
Ebenso wie sich aus unseren ersten Eindrücken keine allgemeingültigen Regeln ableiten lassen, so kann auch Cartagena nicht als Beispiel für andere kolumbianische Städte dienen. Cartagena gilt mit seiner Kolonialarchitektur der Altstadt, die übrigens in Gänze mit dem UNESCO-Weltkulturerbe-Siegel versehen ist, als eine der schönsten Städte des Landes, wenn nicht gar ganz Südamerikas. Eine Stadt mit einer besonderen Aura: Was den Frischverliebten oder Frischvermählten Europas Paris ist, ist den Südamerikanern Cartagena. Bei einer kleinen Radtour durch die Stadt fanden wir diese Einschätzungen unseres Reiseführers bestätigt: Die Kirchen platzten aus allen Nähten und die Brautpaare gaben sich hier die Klinken in die Hand. Und wie in vielen katholisch geprägten Städten Südamerikas gibt es auch in Cartagena sehr viele Kirchen...
©Bergholter Das moderne Cartagena.Ferner sah man hier viele Touristen. Doch nicht nur die üblichen Westler (Gringos) sondern auch viele Kolumbianer schienen sich in den Hostels zu tummeln. Und egal welcher Herkunft, wo Touristen sind, gibt es auch immer ebenso findige wie zwielichtige Geschäftemacher. An den Ecken unseres Viertels drückten sich dralle und grell geschminkte Dirnen herum, in den Straßen wurde einem im verschwörerischen Flüsterton Drogen angeboten oder lautstark Souvenirs angepriesen und wer nichts anzubieten hatte, der fragte einfach so nach etwas Geld.
Ich muss sagen, dass wir trotz dieser Schattenseiten des Tourismus die Stadt Cartagena einfach bezaubernd fanden und unser erster Eindruck von Land und Leuten ein rein positiver war. So konnte es weitergehen in der Neuen Welt.
von Peer Bergholter
Kommentare zu "Einen Fuß in der Neuen Welt"
von holber
am 20.11.2012 um 22:10 Uhr
Herzlichen Glückwunsch zur Ankunft in der neuen Welt. Ich wünsche weiterhin viel Neugier und Reiselust. Und Schutz vor Un- und Überfällen.
von Jessy
am 21.11.2012 um 11:09 Uhr
Ein wirklich schöner Bericht. Wenn man das Ganze so liest und sich die Bilder anschaut, würd ich am liebsten die Koffer packen und aus dem kalten/tristen Deutschland fliehen. Nur leider wird mein Chef da nicht mitspielen!
Re:
von Jochen Müller
am 27.11.2012 um 19:27 Uhr

Vielen Dank für die lieben Kommentare. Wir bleiben dran und versuchen mit unseren Beschreibungen vielleicht auch das Herz eines unwilligen Chefs zu erweichen. Viel Spaß beim nächsten Urlaub wünscht, Jochen Müller
"Einen Fuß in der Neuen Welt" kommentieren

Ein wunderbarer Bericht mit tollen Aufnahmen!
Weiterhin gute Reise und viele schöne Begegnungen!
Barbara