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21. März 2012
Pleiten, Pech und Pannen (2)
Am nächsten Morgen wollten wir in Richtung der laotischen Grenze aufbrechen. Sicherheitshalber hielten wir an der nächsten Werkstatt an, um unseren Bikes einen Ölwechsel zu gönnen. Der brockige, tiefschwarze Schlamm zeigte, dass es nach 3500 Kilometern mehr als überfällig war.
Auf nach Laos. Der erste Versuch.
Mit frischem Öl und Benzin im Tank machten wir uns also auf den Weg. Hinaus aus der Stadt und auf die Schnellstraße. Herrliches Wetter, wenig Verkehr und vermeintlich topfitte Bikes. Es versprach ein schöner Trip zu werden. Ich hatte diesen Gedanken kaum zu Ende gedacht, als ich durch ein nicht sonderlich vertrauenserweckendes Geräusch von meinem Hinterrad eines Besseren belehrt wurde. Erneut die Kette! Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ich rollte langsam am Straßenrand aus, stieg ab und betrachtete das Malheur. Jochen gesellte sich zu mir, schüttelte den Kopf und stellte fest: Das wird so nichts. Richtig, denn hatte sich nicht nur meine nagelneue Kette von meinem brandneuen Ritzel gelöst, sondern letzteres auch von der Radnabe. Da wir noch nicht weit gekommen waren, beschlossen wir umzukehren und in Siem Reap erneut die Werkstatt aufzusuchen. Jochen fuhr vor, während ich erneut den Fußmarsch antreten wollte. Doch gestaltete sich das schwieriger als erwartet. Aufgrund des kaputten Ritzels blockierte meine Kette das Hinterrad, so dass ich mein Bike nicht einmal mehr schieben konnte.
Hilfe unter Landsleuten
Glücklicherweise trafen wir während unserer Zeit in Kambodscha auf ausnahmslos freundliche und hilfsbereite Menschen. So auch an diesem Tag. Am Wegesrand stand ein Kleinbus mit einer Ladung Touristen und dem dazugehörigen Fremdenführer. Interessiert beobachtete mich die kleine Gruppe, wie ich mich stöhnend und schnaufend die Straße entlang arbeitete. Arbeiten insofern, als dass ich alle paar Meter anhalten musste, um mit einem faustgroßen Stein das Ritzel fest zu hämmern, so dass ich wieder ein paar Meter weit schieben konnte. Eine simple doch wirkungsvolle Methode, die ich mir von den versierten vietnamesischen KFZ-Hexern abgeschaut hatte. Das Ganze geschah unter der gnadenlos brennenden Sonne, die inzwischen den Zenit erklommen hatte.
Als ich die Touristengruppe passierte, sprach mich der Reiseführer an, was denn geschehen sei. Ich erklärte ihm mein Problem und stellte während des Gespräches fest, dass sein Englisch einen weitaus ausgeprägteren deutschen Akzent aufwies als meines. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um eine deutsche Reisegruppe inklusive deutschsprachigem Führer handelte. Es sei selbstverständlich, dass man sich unter Landsleuten helfe, befand ausgerechnet der kambodschanische Reiseleiter. So half man mir, mein Bike noch einige hundert Meter weiter und auf die andere Seite der Straße zu schaffen, wo sich eine kleine Werkstatt befand. Der Reiseleiter erläuterte den Mechanikern das Problem, handelte einen guten Preis aus und überließ mich meinem Schicksal. Seine Reisegruppe wartete.
Einfach, pragmatisch und auch gut?
Binnen einer halben Stunde war das Problem aus der Welt geschafft. Ein Streifen Weißblech, den die findigen Mechaniker aus einer Bierdose herausschnitten, sorgte dafür, dass das Ritzel wieder perfekt in die entsprechende Halterung an der Radnabe passte. So einfach und so pragmatisch, da hätte ich auch selbst drauf kommen können.
Als ich dann zurück nach Siem Reap fuhr, lief das Rad erstaunlich rund. Doch das tat es am Vortag auch...
Ich traf Jochen wieder, der inzwischen eine richtige Werkstatt aufgetan hatte und wir beschlossen, auf Nummer sicher zu gehen und die Hobel nochmal einer gründlichen Untersuchung unterziehen zu lassen. Wir verabschiedeten uns von der Idee, an diesem Tage noch irgendwo hin zu fahren und quartierten uns für eine weitere Nacht in unserem Guesthouse ein.
Von Peer Bergholter
Auf nach Laos. Der erste Versuch.
Mit frischem Öl und Benzin im Tank machten wir uns also auf den Weg. Hinaus aus der Stadt und auf die Schnellstraße. Herrliches Wetter, wenig Verkehr und vermeintlich topfitte Bikes. Es versprach ein schöner Trip zu werden. Ich hatte diesen Gedanken kaum zu Ende gedacht, als ich durch ein nicht sonderlich vertrauenserweckendes Geräusch von meinem Hinterrad eines Besseren belehrt wurde. Erneut die Kette! Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ich rollte langsam am Straßenrand aus, stieg ab und betrachtete das Malheur. Jochen gesellte sich zu mir, schüttelte den Kopf und stellte fest: Das wird so nichts. Richtig, denn hatte sich nicht nur meine nagelneue Kette von meinem brandneuen Ritzel gelöst, sondern letzteres auch von der Radnabe. Da wir noch nicht weit gekommen waren, beschlossen wir umzukehren und in Siem Reap erneut die Werkstatt aufzusuchen. Jochen fuhr vor, während ich erneut den Fußmarsch antreten wollte. Doch gestaltete sich das schwieriger als erwartet. Aufgrund des kaputten Ritzels blockierte meine Kette das Hinterrad, so dass ich mein Bike nicht einmal mehr schieben konnte.
Hilfe unter Landsleuten
Glücklicherweise trafen wir während unserer Zeit in Kambodscha auf ausnahmslos freundliche und hilfsbereite Menschen. So auch an diesem Tag. Am Wegesrand stand ein Kleinbus mit einer Ladung Touristen und dem dazugehörigen Fremdenführer. Interessiert beobachtete mich die kleine Gruppe, wie ich mich stöhnend und schnaufend die Straße entlang arbeitete. Arbeiten insofern, als dass ich alle paar Meter anhalten musste, um mit einem faustgroßen Stein das Ritzel fest zu hämmern, so dass ich wieder ein paar Meter weit schieben konnte. Eine simple doch wirkungsvolle Methode, die ich mir von den versierten vietnamesischen KFZ-Hexern abgeschaut hatte. Das Ganze geschah unter der gnadenlos brennenden Sonne, die inzwischen den Zenit erklommen hatte.
Als ich die Touristengruppe passierte, sprach mich der Reiseführer an, was denn geschehen sei. Ich erklärte ihm mein Problem und stellte während des Gespräches fest, dass sein Englisch einen weitaus ausgeprägteren deutschen Akzent aufwies als meines. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um eine deutsche Reisegruppe inklusive deutschsprachigem Führer handelte. Es sei selbstverständlich, dass man sich unter Landsleuten helfe, befand ausgerechnet der kambodschanische Reiseleiter. So half man mir, mein Bike noch einige hundert Meter weiter und auf die andere Seite der Straße zu schaffen, wo sich eine kleine Werkstatt befand. Der Reiseleiter erläuterte den Mechanikern das Problem, handelte einen guten Preis aus und überließ mich meinem Schicksal. Seine Reisegruppe wartete.
Einfach, pragmatisch und auch gut?
Binnen einer halben Stunde war das Problem aus der Welt geschafft. Ein Streifen Weißblech, den die findigen Mechaniker aus einer Bierdose herausschnitten, sorgte dafür, dass das Ritzel wieder perfekt in die entsprechende Halterung an der Radnabe passte. So einfach und so pragmatisch, da hätte ich auch selbst drauf kommen können.
Als ich dann zurück nach Siem Reap fuhr, lief das Rad erstaunlich rund. Doch das tat es am Vortag auch...
Ich traf Jochen wieder, der inzwischen eine richtige Werkstatt aufgetan hatte und wir beschlossen, auf Nummer sicher zu gehen und die Hobel nochmal einer gründlichen Untersuchung unterziehen zu lassen. Wir verabschiedeten uns von der Idee, an diesem Tage noch irgendwo hin zu fahren und quartierten uns für eine weitere Nacht in unserem Guesthouse ein.
Von Peer Bergholter
Kommentare zu "Pleiten, Pech und Pannen (2)"
Bierdose - Retter in der Not
von Britt
am 27.03.2012 um 19:05 Uhr
oh man, da bleibt Dir aber auch nichts erspart- aber man sieht wozu so eine Bierdose so alles gut sein kann :-)
"Pleiten, Pech und Pannen (2)" kommentieren


Moin Moin die Herren,
das hoert sich ja so an, als ob ihr eine Relaxphase benoetigt ;-)
Wir sind gerade in Suedlaos, auf den 4000 Inseln um genau zu sein. Noch genauer auf Don Khon.
Und das ist ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen :-)
Vielleicht trifft man sich ja wieder, wenn ihr es die Tage nach Laos schafft.
Don Khon ist fast wie Koh Rong, nur ohne Meer ;-)
viele Gruesse und viel Glueck Julian und Jessica