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28. Februar 2012
Ankunft in Kambodscha
Unsere ersten Tage in Kambodscha verbrachten wir in Phnom Penh, es galt zu waschen und zu bloggen. Dann zog es uns raus aus der Stadt in Richtung Strand. Also kramten wir die Motorräder hervor und machten uns auf den Weg. Natürlich genau als der Regen einsetzte.
Doch bis dahin begrüßte uns Kambodscha mit Sonne und lachenden Menschen. Als wir die Grenze hinter uns gelassen hatten, glaubten wir zuerst unseren Augen nicht zu trauen. Hier gab es keine Straße. Es war nicht mal ein Feldweg, mehr ein sandiger, unwegsamer Trampelpfad, der am Mekong entlang zwischen Bambus- und Palmhütten hindurchführte. Den Fluss zur Rechten, hoch bewachsene Felder zur Linken, pflügten wir uns unseren Weg unter Bäumen entlang. Es war so holperig, dass wir kaum über den ersten Gang hinauskamen. Selbst nach einem Monat auf den Böcken war es nicht ganz einfach hier hindurch zu balancieren, denn diese Piste war alles andere als eben. Zusätzlich waren wir beinahe nonstop abgelenkt, denn fast alle Menschen, die uns sahen, begrüßten uns mit überschwänglicher Freude. Alt wie Jung lächelte uns zu, uns wurden unzählige „Hellos" hinterher gerufen und ausnahmslos alle Kinder winkten uns und freuten sich sichtlich darüber, dass wir hier entlang fuhren. Mit so einem Empfang hatten wir nicht gerechnet, wollten gerne jedem Kind zurück winken, doch hatten schon einige Mühe auf dieser Piste mit beiden Händen am Lenker die Balance zu halten. So dass es meistens bei einem unter dem Helm hervor gerufenen „Hello" bleiben musste. Trotzdem wurde uns ganz warm ums Herz, denn entlang der etwas über hundert Kilometer bis nach Phnom Penh wiederholte sich dieses Bild beinahe ohne Unterbrechung.
Wir fanden irgendwann die Straße, fuhren durch diese arme Gegend, immer entlang der Hütten und Behausungen der Leute, nur selten aus Stein erbaut, zur großen Mehrheit aus Holz und Blech, und wurden begrüßt wie eine Sensation. Bei jedem Halt kamen die Kinder zu uns gelaufen, riefen uns „Hello" entgegen, „How are you?" und „Where are you from?". Eine Antwort nicht abwartend kicherten sie hinter vorgehaltenen Händen oder starrten einfach aus großen Augen, wenn wir abstiegen und sie um eine volle Körperlänge überragten. Manch ein wagemutiger Knabe wagte es sogar uns die Hand zu reichen, doch meistens begnügten sich die Kinder mit einem fröhlichen Winken. Und einem strahlenden Kinderlächeln. Manche Mutter schubste ihr Kind zu uns und überredete es, die erlernten englischen Worte aufzusagen, die es kannte. Jedes Mal aufs Neue gerührt, versuchten wir auf jede dieser herzlichen Begrüßungen zu reagieren. Was sich als schwierig erweisen sollte, da es einfach zu viele waren. Doch der Eindruck blieb, dass sich scheinbar das ganze Land freute, uns willkommen heißen zu können.
Pause in Phnom Penh
In der Dunkelheit kamen wir in Phnom Penh an. Hier blieben wir einige Tage, doch erlebten nicht viel, da wir uns darauf beschränkten, unsere Wäsche zu waschen und den Rückstand des Blogs aufzuholen. Nach ein paar Tagen waren wir bereit für den Strand. Nach einem Monat auf den Mopeds fanden wir, uns ein wenig Ruhe und Erholung verdient zu haben. Also folgten wir einem Tipp von Jacob, unserem Freund aus Schweden, und steuerten die Strände im Südwesten an. Am ersten Tag jedoch kamen wir nur bis nach Kampot, denn nach etwas über der Hälfte der Strecke fing es an derartig stark zu regnen, dass man meinen mochte, jemand hätte die Dusche aufgedreht. Es galt uns wohl daran zu erinnern, wo wir herkamen und dass wir uns ja nicht zu sehr an die sonnigen Zustände gewöhnen sollten.
© Jochen Müller Sommer, Sonne, Sonnenschein, zieh ich mir furchtbar gerne rein...
Alte Bekannte
Mit einigen Pausen kamen wir in der Dämmerung an und wurden wieder überrascht. Denn auch wenn Kampot nicht am Meer liegt, wenn es hier keine herausragendes Stadtbild gibt, weder besondere Museen, noch sonstige Attraktionen, so musste es hier etwas geben, was eine magische Anziehungskraft auf Touristen ausübt. Denn die Stadt war voll. Zumindest die Hostels und Hotels. Erst im sechsten Anlauf fanden wir ein freies Zimmer, völlig durchnässt und müde von der Fahrt. Und wir fanden noch mehr: Wie schon so oft auf dieser Reise, trafen wir auch hier auf bekannte Gesichter. Willem und Ted aus den Niederlanden trafen wir erstmals beim gemeinsamen Motorradkauf in Hanoi. Da sie eine ähnliche Route wie wir verfolgten, lief man sich auch bereits in Vietnam gelegentlich über den Weg. Und hier nun wieder. Wir tauschten Erfahrungen und Erlebnisse aus und beschlossen kurzerhand, am nächsten Tag die Strecke nach Sihanoukville gemeinsam im Tross zu fahren.
© Jochen Müller Biker unter sich... Willem, Ted und Peer bei einem Päuschen mit Meerblick.
Doch auch am folgenden Tag sollte sich das Wetter nicht ändern. Die Fahrt nach Sihanoukville bestand aus einer glücklich getimten Pause, die die Wolken nutzten um sich mal so richtig leer zu regnen, ansonsten aus Landschaft, die man sich gerne im Sonnenschein angesehen hätte. In Sihanoukville angekommen kam dann der richtige Wolkenbruch. Endlich. Doch als die Wolken sich verzogen hatten und die Sonne herauskam, als man den Blick erheben konnte und sich mal ausgiebig umsehen konnte, da staunten wir nicht schlecht.
© Jochen Müller Endlich Regen, das hatten wir uns so sehr gewünscht.
Sihanoukville, Kambodschas Tor zu maritimen Welt
Sihanoukville selber ist unspektakulär. Doch der Strand hat hellen, feinen Sand und das Wasser ist kristallklar. Hin und wieder eine Palme, fertig ist der Urlaubstraum. Als das Dörfchen 1956 zum einzigen Hochseehafen des Landes ausgebaut wurde, bekam es den Namen von König Sihanouk und den Auftrag, Kambodscha näher an den Rest der Welt zu rücken. Das funktionierte auch ganz gut und so reihen sich heute von feierwütigen Touristen belagerte Gasthäuser und Restaurants aneinander und beschallen die Strände, als gäbe es kein Morgen. Am Strand selber sind nicht mal Lücken zwischen den Bars und Restaurants, abends sitzen die Gäste in Bastsesseln auf dem Strand und essen fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte, endlos aufgereiht vom Pier bis zum Ende der Bucht und noch weiter.
Das war nicht das, was wir suchten. Also buchten wir uns eine Fahrt mit dem Kutter und am nächsten Morgen um sieben Uhr ging es los in Richtung Koh Rong. Wer jetzt an eine abgelegene Insel denkt, ohne Handy und Internet, ohne Straßen oder fließend Wasser, mit wenigen Touristen und dafür mit Palmen und einsamen Stränden, der liegt genau richtig. Doch das ist eine andere Geschichte...
Jochen Müller
Doch bis dahin begrüßte uns Kambodscha mit Sonne und lachenden Menschen. Als wir die Grenze hinter uns gelassen hatten, glaubten wir zuerst unseren Augen nicht zu trauen. Hier gab es keine Straße. Es war nicht mal ein Feldweg, mehr ein sandiger, unwegsamer Trampelpfad, der am Mekong entlang zwischen Bambus- und Palmhütten hindurchführte. Den Fluss zur Rechten, hoch bewachsene Felder zur Linken, pflügten wir uns unseren Weg unter Bäumen entlang. Es war so holperig, dass wir kaum über den ersten Gang hinauskamen. Selbst nach einem Monat auf den Böcken war es nicht ganz einfach hier hindurch zu balancieren, denn diese Piste war alles andere als eben. Zusätzlich waren wir beinahe nonstop abgelenkt, denn fast alle Menschen, die uns sahen, begrüßten uns mit überschwänglicher Freude. Alt wie Jung lächelte uns zu, uns wurden unzählige „Hellos" hinterher gerufen und ausnahmslos alle Kinder winkten uns und freuten sich sichtlich darüber, dass wir hier entlang fuhren. Mit so einem Empfang hatten wir nicht gerechnet, wollten gerne jedem Kind zurück winken, doch hatten schon einige Mühe auf dieser Piste mit beiden Händen am Lenker die Balance zu halten. So dass es meistens bei einem unter dem Helm hervor gerufenen „Hello" bleiben musste. Trotzdem wurde uns ganz warm ums Herz, denn entlang der etwas über hundert Kilometer bis nach Phnom Penh wiederholte sich dieses Bild beinahe ohne Unterbrechung.
Wir fanden irgendwann die Straße, fuhren durch diese arme Gegend, immer entlang der Hütten und Behausungen der Leute, nur selten aus Stein erbaut, zur großen Mehrheit aus Holz und Blech, und wurden begrüßt wie eine Sensation. Bei jedem Halt kamen die Kinder zu uns gelaufen, riefen uns „Hello" entgegen, „How are you?" und „Where are you from?". Eine Antwort nicht abwartend kicherten sie hinter vorgehaltenen Händen oder starrten einfach aus großen Augen, wenn wir abstiegen und sie um eine volle Körperlänge überragten. Manch ein wagemutiger Knabe wagte es sogar uns die Hand zu reichen, doch meistens begnügten sich die Kinder mit einem fröhlichen Winken. Und einem strahlenden Kinderlächeln. Manche Mutter schubste ihr Kind zu uns und überredete es, die erlernten englischen Worte aufzusagen, die es kannte. Jedes Mal aufs Neue gerührt, versuchten wir auf jede dieser herzlichen Begrüßungen zu reagieren. Was sich als schwierig erweisen sollte, da es einfach zu viele waren. Doch der Eindruck blieb, dass sich scheinbar das ganze Land freute, uns willkommen heißen zu können.
Pause in Phnom Penh
In der Dunkelheit kamen wir in Phnom Penh an. Hier blieben wir einige Tage, doch erlebten nicht viel, da wir uns darauf beschränkten, unsere Wäsche zu waschen und den Rückstand des Blogs aufzuholen. Nach ein paar Tagen waren wir bereit für den Strand. Nach einem Monat auf den Mopeds fanden wir, uns ein wenig Ruhe und Erholung verdient zu haben. Also folgten wir einem Tipp von Jacob, unserem Freund aus Schweden, und steuerten die Strände im Südwesten an. Am ersten Tag jedoch kamen wir nur bis nach Kampot, denn nach etwas über der Hälfte der Strecke fing es an derartig stark zu regnen, dass man meinen mochte, jemand hätte die Dusche aufgedreht. Es galt uns wohl daran zu erinnern, wo wir herkamen und dass wir uns ja nicht zu sehr an die sonnigen Zustände gewöhnen sollten.
Alte Bekannte
Mit einigen Pausen kamen wir in der Dämmerung an und wurden wieder überrascht. Denn auch wenn Kampot nicht am Meer liegt, wenn es hier keine herausragendes Stadtbild gibt, weder besondere Museen, noch sonstige Attraktionen, so musste es hier etwas geben, was eine magische Anziehungskraft auf Touristen ausübt. Denn die Stadt war voll. Zumindest die Hostels und Hotels. Erst im sechsten Anlauf fanden wir ein freies Zimmer, völlig durchnässt und müde von der Fahrt. Und wir fanden noch mehr: Wie schon so oft auf dieser Reise, trafen wir auch hier auf bekannte Gesichter. Willem und Ted aus den Niederlanden trafen wir erstmals beim gemeinsamen Motorradkauf in Hanoi. Da sie eine ähnliche Route wie wir verfolgten, lief man sich auch bereits in Vietnam gelegentlich über den Weg. Und hier nun wieder. Wir tauschten Erfahrungen und Erlebnisse aus und beschlossen kurzerhand, am nächsten Tag die Strecke nach Sihanoukville gemeinsam im Tross zu fahren.
© Jochen Müller Biker unter sich... Willem, Ted und Peer bei einem Päuschen mit Meerblick.Doch auch am folgenden Tag sollte sich das Wetter nicht ändern. Die Fahrt nach Sihanoukville bestand aus einer glücklich getimten Pause, die die Wolken nutzten um sich mal so richtig leer zu regnen, ansonsten aus Landschaft, die man sich gerne im Sonnenschein angesehen hätte. In Sihanoukville angekommen kam dann der richtige Wolkenbruch. Endlich. Doch als die Wolken sich verzogen hatten und die Sonne herauskam, als man den Blick erheben konnte und sich mal ausgiebig umsehen konnte, da staunten wir nicht schlecht.
Sihanoukville, Kambodschas Tor zu maritimen Welt
Sihanoukville selber ist unspektakulär. Doch der Strand hat hellen, feinen Sand und das Wasser ist kristallklar. Hin und wieder eine Palme, fertig ist der Urlaubstraum. Als das Dörfchen 1956 zum einzigen Hochseehafen des Landes ausgebaut wurde, bekam es den Namen von König Sihanouk und den Auftrag, Kambodscha näher an den Rest der Welt zu rücken. Das funktionierte auch ganz gut und so reihen sich heute von feierwütigen Touristen belagerte Gasthäuser und Restaurants aneinander und beschallen die Strände, als gäbe es kein Morgen. Am Strand selber sind nicht mal Lücken zwischen den Bars und Restaurants, abends sitzen die Gäste in Bastsesseln auf dem Strand und essen fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte, endlos aufgereiht vom Pier bis zum Ende der Bucht und noch weiter.
Das war nicht das, was wir suchten. Also buchten wir uns eine Fahrt mit dem Kutter und am nächsten Morgen um sieben Uhr ging es los in Richtung Koh Rong. Wer jetzt an eine abgelegene Insel denkt, ohne Handy und Internet, ohne Straßen oder fließend Wasser, mit wenigen Touristen und dafür mit Palmen und einsamen Stränden, der liegt genau richtig. Doch das ist eine andere Geschichte...
Jochen Müller
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