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30. Juli 2012
Neues aus Ost-Timor
Auf den Tip eines Polen hin schrieb ich einen Hostel-Besitzer in Dili in Ost-Timor an. Und bekam prompt Antwort. Eine mehrere Seiten lange Mail mit detaillierten Infos über die momentane Lage im Land, sowie einigen Neuigkeiten, was Boote angeht. Besteht doch noch Hoffnung?
Dan nahm sich Zeit, schrieb lange und ausführlich und konnte uns, was einen wichtigen Punkt angeht, beruhigen. Die Lage in Ost-Timor ist sicher, ruhig und stabil. Wir hatten Auskunft erhalten, dass es nach der dortigen Parlaments-Wahl vor einer knappen Woche zu Unruhen gekommen war, es soll Tote gegeben haben und angeblich fahren nicht mal mehr alle Busse von Kupang nach Dili. Dan beschrieb ausführlich den einen Todesfall eines jungen Timoresen aus Viqueque, einem Ort, 180 km entfernt von Dili. Er sei von einem Polizisten nach einer einzelnen Randaliererei erschossen worden, danach kam es zu Tumulten, als die Familie den Leichnam in ihren Heimatort überführte. Bis auf diesen Vorfall sei es völlig ruhig gewesen, er sei schon zu jeder Tages- und Nachtzeit auf der Straße gewesen und habe weder von Ausschreitungen noch sonstigen Unruhen etwas gehört oder gesehen.
Abgesehen davon erklärte er uns, dass die Angestellten von Edwin ihre eigenen Gründe hätten, uns eine Fahrt nach Ost-Timor auszureden. Immerhin wollten sie uns als Gäste nicht verlieren. Das klang ebenso einleuchtend, wie, dass Dan uns als Gäste gewinnen wollte. Doch erstens stand im Internet, dass die UNO nach den friedlich verlaufenen Wahlen nun beginnt ihr Personal bis Ende des Jahres kontinuierlich abzuziehen, was eindeutig gegen Unruhen spricht. Zweitens bestätigten sowohl der Besitzer unserer Unterkunft, als auch Mickey, der Indonesier, mit dem wir tags zuvor sprachen, und ein Einheimischer, den wir auf dem Nachtmarkt beim Abendessen trafen, die ruhige Lage in Ost-Timor.
Wir nahmen uns also vor, es in Ost-Timor zu versuchen. Dazu mussten wir am folgenden Tag im hiesigen Konsulat eine Autorisierung anfordern, denn „Visa-on-arrival" ist an der Landesgrenze nicht möglich. Die Autorisierung würde drei Tage dauern, doch das war in Ordnung, denn Dann schrieb noch mehr. Er nannte uns die Namen zweier Bars, in denen ausländische Segler verkehrten, wenn sie in Kupang seien. Denen wollten wir tags drauf einen Besuch abstatten. Schließlich schrieb er uns noch den Namen des Australischen Yacht Clubs in Darwin auf, von dem die überwiegende Mehrheit der Segler kommen, die nach Dili oder Kupang fahren. Dazu gab es die Kontaktdaten der Verantwortlichen von insgesamt drei Yacht-Rennen, die vor kurzem, momentan oder in der nahen Zukunft zwischen Australien und Ost-Timor bzw. Indonesien ausgetragen werden. Hin und wieder brechen Segler in Timor ab uns segeln zurück, offensichtlich ist ein Kreuzen gegen den Wind also doch möglich, denn die Yacht-Rennen finden immer zur selben Jahreszeit statt und Dan schrieb in den Jahren zuvor hätten es jeweils Reisende geschafft mit einem solchen Segelboot mitgenommen zu werden.
Die Hoffnung ist einfach nicht tot zu bekommen.
Jochen Müller
Dan nahm sich Zeit, schrieb lange und ausführlich und konnte uns, was einen wichtigen Punkt angeht, beruhigen. Die Lage in Ost-Timor ist sicher, ruhig und stabil. Wir hatten Auskunft erhalten, dass es nach der dortigen Parlaments-Wahl vor einer knappen Woche zu Unruhen gekommen war, es soll Tote gegeben haben und angeblich fahren nicht mal mehr alle Busse von Kupang nach Dili. Dan beschrieb ausführlich den einen Todesfall eines jungen Timoresen aus Viqueque, einem Ort, 180 km entfernt von Dili. Er sei von einem Polizisten nach einer einzelnen Randaliererei erschossen worden, danach kam es zu Tumulten, als die Familie den Leichnam in ihren Heimatort überführte. Bis auf diesen Vorfall sei es völlig ruhig gewesen, er sei schon zu jeder Tages- und Nachtzeit auf der Straße gewesen und habe weder von Ausschreitungen noch sonstigen Unruhen etwas gehört oder gesehen.
Abgesehen davon erklärte er uns, dass die Angestellten von Edwin ihre eigenen Gründe hätten, uns eine Fahrt nach Ost-Timor auszureden. Immerhin wollten sie uns als Gäste nicht verlieren. Das klang ebenso einleuchtend, wie, dass Dan uns als Gäste gewinnen wollte. Doch erstens stand im Internet, dass die UNO nach den friedlich verlaufenen Wahlen nun beginnt ihr Personal bis Ende des Jahres kontinuierlich abzuziehen, was eindeutig gegen Unruhen spricht. Zweitens bestätigten sowohl der Besitzer unserer Unterkunft, als auch Mickey, der Indonesier, mit dem wir tags zuvor sprachen, und ein Einheimischer, den wir auf dem Nachtmarkt beim Abendessen trafen, die ruhige Lage in Ost-Timor.
Wir nahmen uns also vor, es in Ost-Timor zu versuchen. Dazu mussten wir am folgenden Tag im hiesigen Konsulat eine Autorisierung anfordern, denn „Visa-on-arrival" ist an der Landesgrenze nicht möglich. Die Autorisierung würde drei Tage dauern, doch das war in Ordnung, denn Dann schrieb noch mehr. Er nannte uns die Namen zweier Bars, in denen ausländische Segler verkehrten, wenn sie in Kupang seien. Denen wollten wir tags drauf einen Besuch abstatten. Schließlich schrieb er uns noch den Namen des Australischen Yacht Clubs in Darwin auf, von dem die überwiegende Mehrheit der Segler kommen, die nach Dili oder Kupang fahren. Dazu gab es die Kontaktdaten der Verantwortlichen von insgesamt drei Yacht-Rennen, die vor kurzem, momentan oder in der nahen Zukunft zwischen Australien und Ost-Timor bzw. Indonesien ausgetragen werden. Hin und wieder brechen Segler in Timor ab uns segeln zurück, offensichtlich ist ein Kreuzen gegen den Wind also doch möglich, denn die Yacht-Rennen finden immer zur selben Jahreszeit statt und Dan schrieb in den Jahren zuvor hätten es jeweils Reisende geschafft mit einem solchen Segelboot mitgenommen zu werden.
Die Hoffnung ist einfach nicht tot zu bekommen.
Jochen Müller
Kommentare zu "Neues aus Ost-Timor"
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Ihr macht es aber auch spannend..
VG
Laarich