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4. August 2012
Kaum möglich: Ein Fazit für Indonesien
Nach zwei Monaten haben wir Indonesien verlassen, es ist wieder an der Zeit für ein Zwischenfazit. Doch ein Land wie Indonesien in einem Fazit zusammen zu fassen, ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit.
Der größte Inselstaat der Welt
Indonesien ist groß. Sehr groß. Von West nach Ost erstreckt sich der größte Inselstaat der Welt über 5114 Kilometer. Dazwischen liegen unglaubliche 17508 Inseln, von denen knapp 6000 bewohnt sind. 240 Millionen Menschen leben hier, was Indonesien zum viertbevölkerungsreichsten Land der Welt macht. Allein diese wenigen Zahlen machen es deutlich, warum man Indonesien so schwer zusammenfassen kann. Denn Indonesien ist nicht nur groß, sondern auch unterschiedlich. Sehr unterschiedlich. „Das" Indonesien gibt es gar nicht. Nicht mal die Sprache „Bahasa Indonesia", von der ehemaligen Kolonialmacht Holland mit eingeführt, wird überall gesprochen. Die über 360 Völker Indonesiens sprechen über 700 verschiedene Sprachen, alleine auf Flores werden vier völlig voneinander unterschiedliche Sprachen gesprochen. Jede Insel ist anders, jede Gegend, die Menschen, die Kulturen, alles ist voneinander verschieden. Wir sahen von Batam bis West-Timor insgesamt nur neun von 17508 Inseln. Doch schon diese Inseln haben mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten. Trotzdem wollen wir versuchen unsere Zeit hier zusammen zu fassen.
Highlights Inseln: Java
Vom botanischen Garten in Bogor waren zumindest die Biologen unserer Reisegruppe restlos begeistert. Die Anlage war riesig groß und gut gepflegt, die Bepflanzung wunderschön und herrlich angelegt. Selbst die Nicht-Biologen unter uns konnten sich hier und da zu etwas Begeisterung überreden lassen. Ebenso herrlich waren die Wasserfälle im Gunung Halimun Nationalpark, ein lohenswerter Tagesausflug von Bogor aus.
In der Nähe von Yogyakarta hat uns Borobodur begeistert. Die größte buddhistische Tempelanlage der Welt hielt einen 800 jährigen Dornröschenschlaf unter Vulkanasche, bevor die Anlage im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurde. Nach langer Restaurierung zieht sie nun Besucher wieder in ihren Bann. Uns auf jeden Fall.
© Jochen Müller
Highlight Inseln: Bali
Bali ist anders. Völlig anders als der Rest Indonesiens. Architektur und Trachten, Kultur und Religion, auf Bali verbrachten wir zwei Wochen mit vor Staunen und Begeisterung geöffnetem Mund. Und mussten uns zwingen abzureisen. Die vielen Tempel sind allesamt eine Augenweide, die Reisterrassen weltberühmt. Von hohen Vulkan, weiten Wäldern bis zu weiten Stränden gibt es hier alles, was man sich wünschen kann. Und für uns war die Verbrennunsgzeremonie der Hohepriesterin Ida Pedanda Istri Mas, zu der wir eingeladen waren, nicht nur ein Highlight der Zeit in Indonesien, sondern der gesamten Reise. Eine Zeremonie wie sie nur einmal in hundert Jahren abgehalten wird, bescherte uns einen tiefen Einblick in die balinesische Kultur und ein unvergessliches Erlebnis.
© Jochen Müller
Highlight Inseln: Lombok
Was
© Jochen Müller
wäre ein Besuch Indonesiens ohne die Besteigung eines Vulkans? Wohl kaum vollständig. Für uns war die mehrtägige Wanderung auf den „Gunung Rinjani" zwar ein schmerzhaftes aber dennoch wundervolles Erlebnis, in den Krater hinabzusteigen eine eindrucksvolle Erfahrung. Die Sonne über Lombok, den Gilis und Bali auf- und untergehen zu sehen, entlohnte für einen mühsamen Aufstieg. Ein Bad in heißen, vulkanischen Quellen linderte die Schmerzen in den müden Beinen, eine anschließende Massage und ein frischer Fisch ließen die Anstrengungen vergessen.
Highlight Inseln: Rinca
© Jochen Müller
Die Komodo-Warane, die wir auf Rinca sahen, sind eindrucksvolle, mächtige Tiere. Die letzten lebenden Drachen der Erde sind nicht einfach und nicht günstig zu besuchen, doch alle Mühe wert. Man sollte nur eine Übernachtung einplanen, damit man sie vielleicht in freier Wildbahn zu sehen bekommt. Ansonsten muss man sich mit ein paar Exemplaren zufrieden geben, die, aus verschiedenen Gründen, am Besucher- und Informations-Zentrum herum lungern.
Highlight Inseln: Timor
© Jochen Müller
Sei es der „Pantai Lasiana" nahe Kupang oder der Strand von Tablolong. Weißer Sand, klares Wasser und kaum eine Seele weit und breit. Ob zum surfen oder baden, die Strände von Timor sind einen Besuch allemal wert.
Highlight Menschen
Ein Punkt, der sich durch alle
© Jochen Müller
Fazits süd-ostasiatischer Länder zieht. So auch in Indonesien. Freundlich, zugänglich, hilfsbereit, immer an einem Gespräch mit den Fremden interessiert, die den langen Weg vom fernen Europa aus auf sich genommen haben, um nach Indonesien zu kommen. Wenn auch die Sprache hier und da eine Barriere darstellte, mit Händen, Füßen und gutem Willen konnten wir uns noch immer verständigen. Gleich ob auf welcher Insel, ob in Zügen, Bussen oder Schiffen, in Unterkünften, Restaurants, auf Märkten oder am Wegesrand. Wir wurden begrüßt und behandelt, als habe man genau auf uns sehnlich gewartet.
Highlight Essen
© Jochen Müller
Nasi oder Bami Goreng, gebratener Reis oder Nudeln, Nasi Campur, Reis mit diversen Fleisch- Fisch- oder Gemüsegerichten, gegrilltes Fleisch oder, nicht zu vergessen, Fisch und Meeresfrüchte. So vielfältig wie das Land. Doch immer köstlich. Dazu ein frisch gepresster Saft oder ein Bintang Bier und das Festmahl ist perfekt.
Highlight Sonnenuntergänge
© Jochen Müller
Sahen wir auch schon vorher oft herrlichste Sonnenuntergänge in intensiven Farben, in Indonesien schienen sie uns noch öfter noch intensiver glutrot, tief violett oder beinahe kitschig mehrfarbig. Achtung, man sollte immer genug Platz auf der Speicherkarte der Kamera haben, sonst droht verzweifelte Hektik, beim Versuch Bilder zu löschen, um den x-ten Sonnenuntergang wie von der Panorama-Tapete ablichten zu können.
Highlight Fahrten
© Jochen Müller
Es mag seltsam erscheinen die vielen, teilweise anstrengenden Fahrten mit Bussen, Zügen und Schiffen als Highlight zu bezeichnen. Doch wie es immer so ist. Was anstrengend ist, solange man es erlebt, bietet im Nachhinein die besten Geschichten. Nirgendwo sonst schrieben wir so viele Einträge in der Kategorie „In Bewegung". Von fast 50 Stunden, die wir von Batam nach Jakarta brauchten, über 24stündige Zug- Fähr und Busfahrten von Java nach Bali, bis zur Bus- und Fährfahrt von Flores nach Timor. Diese und noch mehr haben alle eines gemeinsam. Sie brachten uns bisweilen an den Rand der Verzweiflung. Dennoch möchten wir im Nachhinein keine davon missen, denn wir haben tolle Menschen kennen gelernt und echte Abenteuer erlebt. Genau so, wie wir uns das vor der Reise gewünscht hatten.
Zahlenspiele
In 306 Tagen legten wir von Berlin bis Dili in Ost-Timor 36500 Kilometer zurück. Wir bereisten dabei 86 Städte in 15 Ländern. Die Gesamtausgaben seit Reisebeginn belaufen sich nun auf 19307 Euro, bei einem Soll von 20196 Euro. In Indonesien kann man günstig leben, was besonders für uns wichtig war, denn in Australien und Neuseeland wird das Leben empfindlich teurer werden.
Zahlen und Fakten
Zurückgelegte Wegstrecke (ab Berlin): ca. 36500 km
Transportmittel: Bus, Zug, Auto, Schiff, Moped.
Highlights: der botanische Garten von Bogor, Borobodur, Bali in Gänze, die Kremation von Ida Pedanda Istri Mas im Besonderen. Die Wanderung auf den Gunung Rinjani auf Lombok, und die Komodo Warane auf Rinca.
Ausgaben seit Berlin: 19307€ (Soll: 20196€)
Kulturelle Aktivitäten: Borobodur, die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Die vielen Tempel von Bali. Die Verbrennungszeremonie einer balinesischen Hohepriesterin.
Probleme: 17500 Inseln, die wir nicht sehen konnten. Eine Darmverstimmung, die mich zu einem Arztbesuch zwang. Und kein einziges findbares Schiff, das uns nach Australien bringen wollte.
Verluste: Beinahe die Hoffnung doch noch ein Schiff zu finden.
Jochen Müller
Der größte Inselstaat der Welt
Indonesien ist groß. Sehr groß. Von West nach Ost erstreckt sich der größte Inselstaat der Welt über 5114 Kilometer. Dazwischen liegen unglaubliche 17508 Inseln, von denen knapp 6000 bewohnt sind. 240 Millionen Menschen leben hier, was Indonesien zum viertbevölkerungsreichsten Land der Welt macht. Allein diese wenigen Zahlen machen es deutlich, warum man Indonesien so schwer zusammenfassen kann. Denn Indonesien ist nicht nur groß, sondern auch unterschiedlich. Sehr unterschiedlich. „Das" Indonesien gibt es gar nicht. Nicht mal die Sprache „Bahasa Indonesia", von der ehemaligen Kolonialmacht Holland mit eingeführt, wird überall gesprochen. Die über 360 Völker Indonesiens sprechen über 700 verschiedene Sprachen, alleine auf Flores werden vier völlig voneinander unterschiedliche Sprachen gesprochen. Jede Insel ist anders, jede Gegend, die Menschen, die Kulturen, alles ist voneinander verschieden. Wir sahen von Batam bis West-Timor insgesamt nur neun von 17508 Inseln. Doch schon diese Inseln haben mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten. Trotzdem wollen wir versuchen unsere Zeit hier zusammen zu fassen.
Highlights Inseln: Java
Vom botanischen Garten in Bogor waren zumindest die Biologen unserer Reisegruppe restlos begeistert. Die Anlage war riesig groß und gut gepflegt, die Bepflanzung wunderschön und herrlich angelegt. Selbst die Nicht-Biologen unter uns konnten sich hier und da zu etwas Begeisterung überreden lassen. Ebenso herrlich waren die Wasserfälle im Gunung Halimun Nationalpark, ein lohenswerter Tagesausflug von Bogor aus.
In der Nähe von Yogyakarta hat uns Borobodur begeistert. Die größte buddhistische Tempelanlage der Welt hielt einen 800 jährigen Dornröschenschlaf unter Vulkanasche, bevor die Anlage im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurde. Nach langer Restaurierung zieht sie nun Besucher wieder in ihren Bann. Uns auf jeden Fall.
© Jochen MüllerHighlight Inseln: Bali
Bali ist anders. Völlig anders als der Rest Indonesiens. Architektur und Trachten, Kultur und Religion, auf Bali verbrachten wir zwei Wochen mit vor Staunen und Begeisterung geöffnetem Mund. Und mussten uns zwingen abzureisen. Die vielen Tempel sind allesamt eine Augenweide, die Reisterrassen weltberühmt. Von hohen Vulkan, weiten Wäldern bis zu weiten Stränden gibt es hier alles, was man sich wünschen kann. Und für uns war die Verbrennunsgzeremonie der Hohepriesterin Ida Pedanda Istri Mas, zu der wir eingeladen waren, nicht nur ein Highlight der Zeit in Indonesien, sondern der gesamten Reise. Eine Zeremonie wie sie nur einmal in hundert Jahren abgehalten wird, bescherte uns einen tiefen Einblick in die balinesische Kultur und ein unvergessliches Erlebnis.
© Jochen MüllerHighlight Inseln: Lombok
Was
Highlight Inseln: Rinca
© Jochen MüllerHighlight Inseln: Timor
Highlight Menschen
Ein Punkt, der sich durch alle
Highlight Essen
Highlight Sonnenuntergänge
Highlight Fahrten
Zahlenspiele
In 306 Tagen legten wir von Berlin bis Dili in Ost-Timor 36500 Kilometer zurück. Wir bereisten dabei 86 Städte in 15 Ländern. Die Gesamtausgaben seit Reisebeginn belaufen sich nun auf 19307 Euro, bei einem Soll von 20196 Euro. In Indonesien kann man günstig leben, was besonders für uns wichtig war, denn in Australien und Neuseeland wird das Leben empfindlich teurer werden.
Zahlen und Fakten
Zurückgelegte Wegstrecke (ab Berlin): ca. 36500 km
Transportmittel: Bus, Zug, Auto, Schiff, Moped.
Highlights: der botanische Garten von Bogor, Borobodur, Bali in Gänze, die Kremation von Ida Pedanda Istri Mas im Besonderen. Die Wanderung auf den Gunung Rinjani auf Lombok, und die Komodo Warane auf Rinca.
Ausgaben seit Berlin: 19307€ (Soll: 20196€)
Kulturelle Aktivitäten: Borobodur, die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Die vielen Tempel von Bali. Die Verbrennungszeremonie einer balinesischen Hohepriesterin.
Probleme: 17500 Inseln, die wir nicht sehen konnten. Eine Darmverstimmung, die mich zu einem Arztbesuch zwang. Und kein einziges findbares Schiff, das uns nach Australien bringen wollte.
Verluste: Beinahe die Hoffnung doch noch ein Schiff zu finden.
Jochen Müller
Kommentare zu "Kaum möglich: Ein Fazit für Indonesien"
von Spakowitsch Tatiana
am 05.08.2012 um 15:55 Uhr
Ich habe die wunderbaren Reiseerlebnisse mit grossem Interesse gelesen. Ihr schreibt so spannend, wie kaum ein anderer Reisebericht. Bin begeistert. Hoffe sehr, dass ihr bald ein Schiff f. die Überfahrt nach Australien bekommt.
Hoffentlich kann bald lesen, dass ihr in Australien geankert seid. Halte ganz fest die Daumen.
"Kaum möglich: Ein Fazit für Indonesien" kommentieren


Ihr habt uns an wunderbaren Erlebnissen, Abenteuern und Emotionen teilhaben lassen, Ihr habt so wunderschön ge-und beschrieben, wie ich das selten gelesen habe, Ihr habt Bilder gemacht von einmaliger Schönheit und wir haben Indonesien kennengelernt, als ob wir mitgereist wären. Danke Ihr lieben Globetrotter und viel Glück auf Eurem weiteren Weg, liebe Grüße Gisi