Hauptinhalt
1. August 2012
Alternativen?
Seit fünf Tagen sind wir in Kupang, im Westteil von Timor. Kein Tag verging ohne Neuigkeiten, Nachrichten, Hinweise oder scheinbare Möglichkeiten. Doch wann kommt endlich etwas Konkretes? Die Hoffnung schwindet zusammen mit der Zeit. Grund genug, sich um Alternativen zu kümmern.
Es war Zeit für einen Anruf in Wuppertal. Die Firma „Internationale Frachtschiffreisen Pfeiffer GmbH" stand uns hilfreich und zuverlässig zur Seite, als es darum ging, Überfahrten von Australien nach Neuseeland oder von dort nach Panama zu buchen. Ich rief Frau Weber an und berichtete ihr von unserem jetzigen Problem. Wie immer hatte sie eine Lösung. Sogar drei. Doch leider passten die nicht zum Problem. Wir könnten Schiffe bekommen, sagte sie. Vielleicht, denn sie könne es uns freilich so spontan nicht garantieren, wann freie Plätze zu bekommen seien. Doch das war nicht das Problem. Die Abfahrtsorte schon eher. Singapur wäre noch möglich gewesen, Hongkong oder gar Süd-Korea weniger. Problem war, dass das Schiff aus Singapur erst nach Hongkong fahren würde und von dort aus nach Australien. Der Preis, der sich nach der Dauer der Fahrt berechnet, war dementsprechend. Ob wir nicht nach Hongkong oder Korea fliegen könnten?
Lassen wir das. Irgendwann stößt auch Frau Weber an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Die Hoffnung auf Surabaya auf Java oder gar Papua Neu-Guinea machte sie mir dann auch noch zunichte. Die großen Reederein laufen zwar dortige Häfen an, versicherte sie mir, doch das Problem seien die Unsicherheiten im Hafen. Die Infrastruktur sei dort so schlecht, dass man quasi ohne hohe Bestechung beim Hafenmeister gar nicht auf das Schiff käme. Aus diesem Grund würden die Reedereien die dortigen Häfen nicht als Zusteigeorte für Frachtschiffreisen anbieten. Es sei zu unverlässig und gefährlich. Damit schieden auch diese Möglichkeiten aus.
© Jochen Müller Der Fischer- und Seglerhafen von Kupang. Überfüllt sieht anders aus. Für die, die es erkennen können: Die zwei Segelboote tragen indonesische Flagge und steuern nicht nach Australien.
Am Nachmittag bekam ich dafür Antworten der Verantwortlichen der Yacht-Rennen, die ich angeschrieben hatte. Von einem erhielt ich die Auskunft, dass er nicht wissen könne, was die Teilnehmer seiner Regatta nach Ankunft in Kupang für Pläne hätten. Er könne mir nicht weiter helfen. Der Organisator des „Darwin-Dili Yacht Race" schrieb immerhin, dass er meine Bitte an alle Teilnehmer weiter leiten wolle. So weit so gut.
Mickey brachte nichts Neues. Er meinte nur, es sei zu dieser Jahreszeit ohnehin sehr schwer. Wir hätten ohnehin schon alles probiert und sollten doch einfach fliegen. Einfach? Wenn der wüsste.
© Jochen Müller Der letzte Versuch: Ein Aushang am schwarzen Brett der Pantai Laut Bar. Ob ein Segler darauf antworten wird? Wir werden sehen.
Es war Zeit eine Entscheidung zu treffen. Und auch, wenn es uns schwer fiel, wir gaben die Suche in Indonesien auf. Ich machte noch einen Aushang in der Pantai Laut Bar, vielleicht würde ja einer der Regatta-Segler antworten. Anschließend reservierten wir uns einen Roller für den nächsten und ein Busticket nach Dili für den übernächsten Tag. Wir wollten wenigstens noch einen Tagesausflug machen, um etwas von West-Timor gesehen zu haben. Dann würden wir nach zwei Monaten Indonesien in Richtung Ost-Timor verlassen. Ein Australier drückte es so aus: "In Dili sind Eure Chancen fast Null. Aber hier in Kupang sind sie noch schlechter". Das klang doch vielversprechend.
Wartet noch ein Leser auf das Auftauchen des „berühmten" Edwin in seiner legendären „Lavalon Bar"? Dann geht es ihnen wie uns.
Und die Hoffnung? Jaja, ich kann es selber schon nicht mehr hören.
Jochen Müller
Es war Zeit für einen Anruf in Wuppertal. Die Firma „Internationale Frachtschiffreisen Pfeiffer GmbH" stand uns hilfreich und zuverlässig zur Seite, als es darum ging, Überfahrten von Australien nach Neuseeland oder von dort nach Panama zu buchen. Ich rief Frau Weber an und berichtete ihr von unserem jetzigen Problem. Wie immer hatte sie eine Lösung. Sogar drei. Doch leider passten die nicht zum Problem. Wir könnten Schiffe bekommen, sagte sie. Vielleicht, denn sie könne es uns freilich so spontan nicht garantieren, wann freie Plätze zu bekommen seien. Doch das war nicht das Problem. Die Abfahrtsorte schon eher. Singapur wäre noch möglich gewesen, Hongkong oder gar Süd-Korea weniger. Problem war, dass das Schiff aus Singapur erst nach Hongkong fahren würde und von dort aus nach Australien. Der Preis, der sich nach der Dauer der Fahrt berechnet, war dementsprechend. Ob wir nicht nach Hongkong oder Korea fliegen könnten?
Lassen wir das. Irgendwann stößt auch Frau Weber an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Die Hoffnung auf Surabaya auf Java oder gar Papua Neu-Guinea machte sie mir dann auch noch zunichte. Die großen Reederein laufen zwar dortige Häfen an, versicherte sie mir, doch das Problem seien die Unsicherheiten im Hafen. Die Infrastruktur sei dort so schlecht, dass man quasi ohne hohe Bestechung beim Hafenmeister gar nicht auf das Schiff käme. Aus diesem Grund würden die Reedereien die dortigen Häfen nicht als Zusteigeorte für Frachtschiffreisen anbieten. Es sei zu unverlässig und gefährlich. Damit schieden auch diese Möglichkeiten aus.
Am Nachmittag bekam ich dafür Antworten der Verantwortlichen der Yacht-Rennen, die ich angeschrieben hatte. Von einem erhielt ich die Auskunft, dass er nicht wissen könne, was die Teilnehmer seiner Regatta nach Ankunft in Kupang für Pläne hätten. Er könne mir nicht weiter helfen. Der Organisator des „Darwin-Dili Yacht Race" schrieb immerhin, dass er meine Bitte an alle Teilnehmer weiter leiten wolle. So weit so gut.
Mickey brachte nichts Neues. Er meinte nur, es sei zu dieser Jahreszeit ohnehin sehr schwer. Wir hätten ohnehin schon alles probiert und sollten doch einfach fliegen. Einfach? Wenn der wüsste.
Es war Zeit eine Entscheidung zu treffen. Und auch, wenn es uns schwer fiel, wir gaben die Suche in Indonesien auf. Ich machte noch einen Aushang in der Pantai Laut Bar, vielleicht würde ja einer der Regatta-Segler antworten. Anschließend reservierten wir uns einen Roller für den nächsten und ein Busticket nach Dili für den übernächsten Tag. Wir wollten wenigstens noch einen Tagesausflug machen, um etwas von West-Timor gesehen zu haben. Dann würden wir nach zwei Monaten Indonesien in Richtung Ost-Timor verlassen. Ein Australier drückte es so aus: "In Dili sind Eure Chancen fast Null. Aber hier in Kupang sind sie noch schlechter". Das klang doch vielversprechend.
Wartet noch ein Leser auf das Auftauchen des „berühmten" Edwin in seiner legendären „Lavalon Bar"? Dann geht es ihnen wie uns.
Und die Hoffnung? Jaja, ich kann es selber schon nicht mehr hören.
Jochen Müller
Kommentare zu "Alternativen?"
"Alternativen?" kommentieren


Geduld, Geduld.... die Rettung wird nahen, in welcher Form auch immer (Piraten!??)
Wir drücken die Daumen !
Sigrid und Martin wünschen weiterhin erfolgreiches Mittendurch