Hauptinhalt
16. Januar 2012
Busstop mit Überraschung
In chinesischen Nachtbussen passieren lustige Dinge. Man kommt mit Fremden in Kontakt, man müffelt gemeinsam vor sich hin und wird kräftig durchgeschaukelt. Oder man wird mitten im Nirgendwo abgesetzt, und der Bus fährt weg, sobald die Passagiere alle draußen sind. So wie in unserem Fall.
Die Fahrt von Haikou nach Kunming begann gegen Mittag, die Überfahrt mit der Fähre ans Festland war schön, das Wetter herrlich. Am Festland angekommen ging es wieder in den Bus und weiter. Bis wir gegen sieben Uhr abends an einem kleinen Gasthaus hielten. Mitten im Nirgendwo. Uns wurde bedeutet, dass wir aussteigen sollten, um etwas zu essen. Wir waren ohnehin hungrig, also taten wir wie geheißen. Im Gasthaus war es relativ leer, nur wenige der Fahrgäste nahmen die Möglichkeit war, die meisten warteten draußen. Wir aßen etwas, tranken etwas und nach nicht mal einer halben Stunde gingen wir wieder hinaus. Um an einem leeren Parkplatz vor einer leeren Straße zu stehen. Im Dunkeln. Mitten in China.
Au weh. Und nun? Wir waren baff. Mein erster Gedanke galt unseren Rucksäcken, die wir im Bus gelassen hatten. Darin die Laptops und Kameras. Doch bevor der Puls in die Höhe schnellen konnte, blickten wir uns um und sahen einige Menschen, die hier still und geduldig warteten. Einige davon erkannten wir als Mitfahrer. Keiner schien sich Sorgen zu machen, also wollten wir das auch nicht tun. Nach einer halben Stunde kam es uns Spanisch vor. Nach einer Stunde wurde uns kühl. Nach eineinhalb Stunden vermischte sich beides zu einem Gefühl, für das ich keinen Namen habe.
Doch dann kam der Bus. Juhu! Doch die Gruppe machte kein großes Hallo, es schien alles völlig normal zu sein. Der Busfahrer stieg aus, die Fahrgäste stiegen ein. Wir zuckten mit den Schultern und wollten noch unsere Zigaretten zu Ende rauchen, die wir uns gerade angesteckt hatten. So kam es, dass wir sahen, wie der Busfahrer den hinteren Laderaum öffnete, der beim Beladen am Busbahnhof in Haikou geschlossen gewesen war. Er öffnete die Luke, holte Schlauch und Besen, spritzte den Innenraum gründlich ab und schrubbte den gesamten Kofferraum durch. Dann legte er Schlauch und Besen beiseite und stieg wieder in. Gut gelaunt und munter vor sich hin pfeifend. Wir schauten uns fragend an. Und entschieden uns besser nicht den Busfahrer zu fragen, wo er denn die eineinhalb Stunden gewesen sei und wieso er seinen Laderaum nun so gründlich reinigte. Wir stiegen wieder ein, die Fahrt ging ohne Zwischenfälle weiter und wir kamen mit einer Verspätung von etwa eineinhalb Stunden in Kunming an. Warum auch immer.
Jochen Müller
Die Fahrt von Haikou nach Kunming begann gegen Mittag, die Überfahrt mit der Fähre ans Festland war schön, das Wetter herrlich. Am Festland angekommen ging es wieder in den Bus und weiter. Bis wir gegen sieben Uhr abends an einem kleinen Gasthaus hielten. Mitten im Nirgendwo. Uns wurde bedeutet, dass wir aussteigen sollten, um etwas zu essen. Wir waren ohnehin hungrig, also taten wir wie geheißen. Im Gasthaus war es relativ leer, nur wenige der Fahrgäste nahmen die Möglichkeit war, die meisten warteten draußen. Wir aßen etwas, tranken etwas und nach nicht mal einer halben Stunde gingen wir wieder hinaus. Um an einem leeren Parkplatz vor einer leeren Straße zu stehen. Im Dunkeln. Mitten in China.
Au weh. Und nun? Wir waren baff. Mein erster Gedanke galt unseren Rucksäcken, die wir im Bus gelassen hatten. Darin die Laptops und Kameras. Doch bevor der Puls in die Höhe schnellen konnte, blickten wir uns um und sahen einige Menschen, die hier still und geduldig warteten. Einige davon erkannten wir als Mitfahrer. Keiner schien sich Sorgen zu machen, also wollten wir das auch nicht tun. Nach einer halben Stunde kam es uns Spanisch vor. Nach einer Stunde wurde uns kühl. Nach eineinhalb Stunden vermischte sich beides zu einem Gefühl, für das ich keinen Namen habe.
Doch dann kam der Bus. Juhu! Doch die Gruppe machte kein großes Hallo, es schien alles völlig normal zu sein. Der Busfahrer stieg aus, die Fahrgäste stiegen ein. Wir zuckten mit den Schultern und wollten noch unsere Zigaretten zu Ende rauchen, die wir uns gerade angesteckt hatten. So kam es, dass wir sahen, wie der Busfahrer den hinteren Laderaum öffnete, der beim Beladen am Busbahnhof in Haikou geschlossen gewesen war. Er öffnete die Luke, holte Schlauch und Besen, spritzte den Innenraum gründlich ab und schrubbte den gesamten Kofferraum durch. Dann legte er Schlauch und Besen beiseite und stieg wieder in. Gut gelaunt und munter vor sich hin pfeifend. Wir schauten uns fragend an. Und entschieden uns besser nicht den Busfahrer zu fragen, wo er denn die eineinhalb Stunden gewesen sei und wieso er seinen Laderaum nun so gründlich reinigte. Wir stiegen wieder ein, die Fahrt ging ohne Zwischenfälle weiter und wir kamen mit einer Verspätung von etwa eineinhalb Stunden in Kunming an. Warum auch immer.
Jochen Müller
Kommentare zu "Busstop mit Überraschung"
"Busstop mit Überraschung" kommentieren


Hab mich gerade beim Lesen köstlich amüsiert - für solche Anekdoten lohnt es sich doch immer wieder, einen Blick in den Reiseblog zu werfen :)
Das ist China, wie es leibt und lebt - vermutlich wollen wir wirklich nicht wissen, was in der Zwischenzeit genau geschah :o)
Hauptsache ohne Verluste heil angekommen!