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24. November 2011
Abenteuer Ticketkauf in der Mongolei
Dass es nicht überall einfach ist ein Zugticket zu kaufen, haben wir bereits in Russland erfahren. Doch die Mongolei setzte dem die Krone auf. Zuerst begann alles ganz harmlos, wir kauften über unser Hostel ein Ticket für einen Direktzug nach Peking. Das war guter Service und denkbar einfach. Doch leider war es auch teuer. 100 Euro für einen Zwei Tage Trip. Mal wieder gab es nur die zweite Klasse, denn es war ein internationaler Zug, in dem es keine Großraumabteile gibt. Als wir jedoch Bekanntschaften im Hostel machten, erfuhren wir von einer günstigeren Möglichkeit, die wir letztendlich wählten um nach Peking zu kommen. Soviel sei verraten: günstiger heißt nicht einfacher.
Zu fünft ins Abenteuer
Wir lernten drei Leute kennen, mit denen wir uns anfreundeten. Adam und seine Frau Agneschka aus Polen, sowie George aus England. Gemeinsam wollten wir mit einem Zug bis an die Grenze fahren, diese überqueren und dann mit einem chinesischen Zug weiter. Dies bot uns erstens die Möglichkeit einiges an Geld zu sparen, zweitens einiges an Zeit und drittens konnten wir nach Datong. Geld sparten wir, weil der Zug an die Grenze knappe acht Euro kosten sollte, der Zug bis nach Peking nur wenig mehr und die Grenzüberfahrt um die fünf Euro. Deutlich günstiger als im Direktzug für 100 Euro. Zeit sparten wir, weil der Direktzug an der Grenze auf neue Achsen gesetzt wird, da die chinesische Spurbreite eine andere ist. Das dauert inklusive Grenzkontrolle bis zu acht Stunden. Auf unsere Weise sollten wir in unter zwei Stunden die Grenze überqueren. Datong bot sich an, da es gleich zwei Highlights bot, die wir sonst in ganz China nicht sehen konnten. Denn in dieser Stadt, etwa 300 km von der chinesischen Grenze entfernt, gibt es das älteste hängende Kloster Chinas, sowie die Yungang Grotten, die beide ein Muss für jeden China Reisenden sind. Dazu mehr in einem späteren Eintrag.
© Jochen Müller Am Ort des Geschehens. Ulan Bator Hauptbahnhof
Bis an den Rand der Verzweiflung
Als wir also unsere Tickets storniert und das Geld zurückbekommen hatten, gingen wir zu fünft zum Bahnhof in Ulan Bator. Wie zu erwarten schickte man uns zu insgesamt vier Ticketschaltern. Nur vier. Wenn man aus Moskau kommt ist das schon ein Grund zur Freude. Allerdings bekommt man in Moskau irgendwann immerhin ein Ticket. Ein Ticket für genau den Zug, den man buchen will. Nicht so in Ulan Bator. Wir wollten Platzkartny Karten, also Großraumabteil, doch die wollte man uns nicht verkaufen. Es hieß immer wieder der Zug sei schon voll. Doch wir waren fest davon überzeugt, dass das nicht stimmt. Immerhin hieß es, dass wir am folgenden Morgen Karten bekommen könnten, nur nicht am heutigen Abend. Außerdem hatten genau diese Erfahrung bereits andere Leute aus unserem Hostel gemacht und letztendlich doch Platzkartny Karten bekommen. Wir spekulierten, dass Platzkartny zu günstig für Touristen sei, man wollte uns die teureren Coupé Karten verkaufen, also 2. Klasse Abteile mit jeweils vier Betten. Für den doppelten Preis. Alles diskutieren half nichts. Die einzige Möglichkeit sei, so hieß es, am folgenden Morgen um sechs Uhr morgens wieder zu kommen und uns erneut anzustellen. Warum man uns die Karten nicht jetzt verkaufen wollte, am kommenden Morgen aber schon, erklärte man uns nicht.
Die Berichte unserer Hostel-Nachbarn jedoch schreckten uns ab. Denn von morgens um sechs Uhr an vier Stunden lang anzustehen und dann trotzdem eine halbe Stunde diskutieren zu müssen um diese Tickets zu bekommen, dazu hatte keiner von uns Lust. Sie erzählten uns, dass man auch morgens keine Platzkartny Karten an Touristen verkauft und nur das schauspielerische Talent eines Spaniers die Wende brachte. Erst hahnebüchende Geschichten von ablaufenden Visa und einsam wartenden Freundinnen an der chinesischen Grenze, kranken Müttern und Beerdigungen der Großmutter konnten bewirken, dass die Dame im Schalter anfangen musste zu lachen und auf einmal doch noch freie Plätze gefunden hatte. Wir rechneten nach und entschieden uns dafür statt acht lieber 17 Euro für die Fahrt an die Grenze zu zahlen.
Nach zwei Stunden verließen wir den Bahnhof wieder, müde, erschöpft, hungrig und ehrlich gesagt auch ziemlich genervt. Aber immerhin hatten wir die Tickets. Wir verbrachten unsere letzte Nacht in der Mongolei und stiegen am nächsten Morgen in den Zug an die chinesische Grenze. Jetzt würde alles gleichmäßig und einfach verlaufen, so dachten wir. Doch natürlich kam alles ganz anders.
Jochen Müller
Zu fünft ins Abenteuer
Wir lernten drei Leute kennen, mit denen wir uns anfreundeten. Adam und seine Frau Agneschka aus Polen, sowie George aus England. Gemeinsam wollten wir mit einem Zug bis an die Grenze fahren, diese überqueren und dann mit einem chinesischen Zug weiter. Dies bot uns erstens die Möglichkeit einiges an Geld zu sparen, zweitens einiges an Zeit und drittens konnten wir nach Datong. Geld sparten wir, weil der Zug an die Grenze knappe acht Euro kosten sollte, der Zug bis nach Peking nur wenig mehr und die Grenzüberfahrt um die fünf Euro. Deutlich günstiger als im Direktzug für 100 Euro. Zeit sparten wir, weil der Direktzug an der Grenze auf neue Achsen gesetzt wird, da die chinesische Spurbreite eine andere ist. Das dauert inklusive Grenzkontrolle bis zu acht Stunden. Auf unsere Weise sollten wir in unter zwei Stunden die Grenze überqueren. Datong bot sich an, da es gleich zwei Highlights bot, die wir sonst in ganz China nicht sehen konnten. Denn in dieser Stadt, etwa 300 km von der chinesischen Grenze entfernt, gibt es das älteste hängende Kloster Chinas, sowie die Yungang Grotten, die beide ein Muss für jeden China Reisenden sind. Dazu mehr in einem späteren Eintrag.
Bis an den Rand der Verzweiflung
Als wir also unsere Tickets storniert und das Geld zurückbekommen hatten, gingen wir zu fünft zum Bahnhof in Ulan Bator. Wie zu erwarten schickte man uns zu insgesamt vier Ticketschaltern. Nur vier. Wenn man aus Moskau kommt ist das schon ein Grund zur Freude. Allerdings bekommt man in Moskau irgendwann immerhin ein Ticket. Ein Ticket für genau den Zug, den man buchen will. Nicht so in Ulan Bator. Wir wollten Platzkartny Karten, also Großraumabteil, doch die wollte man uns nicht verkaufen. Es hieß immer wieder der Zug sei schon voll. Doch wir waren fest davon überzeugt, dass das nicht stimmt. Immerhin hieß es, dass wir am folgenden Morgen Karten bekommen könnten, nur nicht am heutigen Abend. Außerdem hatten genau diese Erfahrung bereits andere Leute aus unserem Hostel gemacht und letztendlich doch Platzkartny Karten bekommen. Wir spekulierten, dass Platzkartny zu günstig für Touristen sei, man wollte uns die teureren Coupé Karten verkaufen, also 2. Klasse Abteile mit jeweils vier Betten. Für den doppelten Preis. Alles diskutieren half nichts. Die einzige Möglichkeit sei, so hieß es, am folgenden Morgen um sechs Uhr morgens wieder zu kommen und uns erneut anzustellen. Warum man uns die Karten nicht jetzt verkaufen wollte, am kommenden Morgen aber schon, erklärte man uns nicht.
Die Berichte unserer Hostel-Nachbarn jedoch schreckten uns ab. Denn von morgens um sechs Uhr an vier Stunden lang anzustehen und dann trotzdem eine halbe Stunde diskutieren zu müssen um diese Tickets zu bekommen, dazu hatte keiner von uns Lust. Sie erzählten uns, dass man auch morgens keine Platzkartny Karten an Touristen verkauft und nur das schauspielerische Talent eines Spaniers die Wende brachte. Erst hahnebüchende Geschichten von ablaufenden Visa und einsam wartenden Freundinnen an der chinesischen Grenze, kranken Müttern und Beerdigungen der Großmutter konnten bewirken, dass die Dame im Schalter anfangen musste zu lachen und auf einmal doch noch freie Plätze gefunden hatte. Wir rechneten nach und entschieden uns dafür statt acht lieber 17 Euro für die Fahrt an die Grenze zu zahlen.
Nach zwei Stunden verließen wir den Bahnhof wieder, müde, erschöpft, hungrig und ehrlich gesagt auch ziemlich genervt. Aber immerhin hatten wir die Tickets. Wir verbrachten unsere letzte Nacht in der Mongolei und stiegen am nächsten Morgen in den Zug an die chinesische Grenze. Jetzt würde alles gleichmäßig und einfach verlaufen, so dachten wir. Doch natürlich kam alles ganz anders.
Jochen Müller
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