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19. September 2011
Nur der Wandel ist beständig.
Herman von Moltke war ein weiser Mann. Von ihm stammt der Satz: "Kein Schlachtplan überlebt die erste Feindberührung". Recht hatte er. Es kann aber auch schon früher schief gehen. Ich hab den Plan nur ausgesprochen, da ist er schon zum Teufel. Man kann auch sagen im Arsch. Dazu hätte ich momentan mehr Lust. Das hat mehr Kraft. Ob das die GEO.de Moderatoren durchgehen lassen? Ich hoffe doch, denn so wie es mir scheint, wird das nicht der letzte Fluch dieser Reise sein. Himmel hilf, die negativen Konnotationen beginnen schon vor der Reise. Oh Schreck. Schlechtes Karma. Ach und weh.
© Jochen MüllerDer erste Schritt einer Reise beginnt im Kopf.
Wir erinnern uns. Im vorletzten Eintrag (für alle aufmerksamen Leser, ja, es war der erste seiner Art, das macht es einfacher, den unfreiwilligen Humor zu entdecken) schrieb ich noch, dreist wie ich bin, dass es am 23.9. ab Lübeck los geht. Glatt gelogen. Wahrscheinlich sogar beides.
Nun gut, immer der Reihe nach.
Wir hatten uns das so gedacht, dass wir mit dem Fährschiff nach Russland düsen, gleich zu Beginn der Reise von einer lauen Ostseebrise auf Reisestimmung eingenordet werden, um St Petersburg vom Hafen aus im Sturm zu erobern. Das wäre so herrlich romantisch gewesen. Aber Romantik endet ja bekanntermaßen meist nach der ersten kritischen Überprüfung der Fakten. So auch hier. Finnlines mag uns nämlich nicht einfach so mitnehmen. Wir müssen obligatorisch eine Kabine buchen. Auch meine glaubhafte Versicherung, dass wir keinerlei Probleme damit haben, die 48 Stunden dauernde Fahrt an der Bar zu verbringen, konnte daran nichts ändern. Selbst mein Angebot, ganz still, leise und lieb auf unseren Rucksäcken zu sitzen, in eine dunkle Ecke gedrängt, um die Mitreisenden nicht mit unserem Anblick zu stören, wurde ausgeschlagen. Nichts zu machen. Die Kabinen kosten 350 Euro. Zusätzlich zu den 150 Euro Fahrtpreis. Pro Person. Versteht sich. Was hab ich gelacht.
Nun wird die Reise dann doch in der Hauptstadt beginnen. Das passt ja auch irgendwie ganz gut. Die Piraten entern das Berliner Rathaus, und Peer und ich lassen uns am Telefon von der Fährgesellschaft abwimmeln. Ok, das passt überhaupt nicht, aber immerhin habe ich mir geschworen, dass ich mich in Zukunft nicht mehr so leicht abwimmeln lassen werde. Ich bin ab genau jetzt Pirat. Und das hat überhaupt nichts mit Opportunismus zu tun. In Zukunft werde ich mich des nächtens an der Halteleine entlang hangeln, den Rucksack hinter mir herziehend, das Messer zwischen den Zähnen und mich dann unter Kartoffelbergen verstecken. Ha! Wenn sie es so wollen, dann kriegen sie es so. Piraten olé! Auf, auf und davon! Halt, Stopp, das war Supermann. Egal, ich schweife ohnehin ab.
Zurück zum Thema. Es geht also ab Berlin los. Mit Bus oder Bahn. Ich kümmere mich darum jetzt gar nicht mehr erst, ich lasse es einfach auf mich zukommen, es ändert sich ja sowieso alles noch mal. Eben zum Beispiel. Da erreichte mich eine Mail. Ein Freund ist auf dem Weg hierher. Kevin und seine Band „Barn Burner", die ich noch aus meiner Zeit in Kanada kenne, machen ihre zweite Europa Tournee und geben am 24.9. ein Konzert in Berlin. Die Jungs mag ich sehr, die Musik auch, und zu oft sieht man sich ja auch nicht, wenn man so weit auseinander wohnt. Gell? Das darf doch nicht wahr sein! Höre ich da das Schicksalsglöckchen läuten, oder ist das waschechter Heavy Metal, den die Jungs durch die Boxen leiten? Passt das nicht irgendwie ins Gesamtkonzept? Alles ändert sich, nichts klappt, außer man macht es spontan, hoch die Tassen, die Piraten sind im Stadtparlament, jetzt ist sowieso alles egal, da kann ich auch noch zwei Tage länger hier bleiben und Sonntag verkatert in den Bus steigen, auf der Fähre wollen sie uns eh nicht, da muss ich mir die Reisekrankheit, äh, -laune halt selber basteln.
Und für alle Negativdenker, Pessimisten, Schwarzseher und Serviettenbenutzer: Danzig ist schön! Definitiv eine Reise wert, so viel weiß ich seit 2007. Über das Baltikum kann ich das noch nicht sagen, muss ich aber auch nicht, das kommt dann nach. Bald. Es sei denn es ändert sich wieder was. Also bitte dranbleiben.
Bis dahin, Ahoi!
Jochen Müller
Wir erinnern uns. Im vorletzten Eintrag (für alle aufmerksamen Leser, ja, es war der erste seiner Art, das macht es einfacher, den unfreiwilligen Humor zu entdecken) schrieb ich noch, dreist wie ich bin, dass es am 23.9. ab Lübeck los geht. Glatt gelogen. Wahrscheinlich sogar beides.
Nun gut, immer der Reihe nach.
Wir hatten uns das so gedacht, dass wir mit dem Fährschiff nach Russland düsen, gleich zu Beginn der Reise von einer lauen Ostseebrise auf Reisestimmung eingenordet werden, um St Petersburg vom Hafen aus im Sturm zu erobern. Das wäre so herrlich romantisch gewesen. Aber Romantik endet ja bekanntermaßen meist nach der ersten kritischen Überprüfung der Fakten. So auch hier. Finnlines mag uns nämlich nicht einfach so mitnehmen. Wir müssen obligatorisch eine Kabine buchen. Auch meine glaubhafte Versicherung, dass wir keinerlei Probleme damit haben, die 48 Stunden dauernde Fahrt an der Bar zu verbringen, konnte daran nichts ändern. Selbst mein Angebot, ganz still, leise und lieb auf unseren Rucksäcken zu sitzen, in eine dunkle Ecke gedrängt, um die Mitreisenden nicht mit unserem Anblick zu stören, wurde ausgeschlagen. Nichts zu machen. Die Kabinen kosten 350 Euro. Zusätzlich zu den 150 Euro Fahrtpreis. Pro Person. Versteht sich. Was hab ich gelacht.
Nun wird die Reise dann doch in der Hauptstadt beginnen. Das passt ja auch irgendwie ganz gut. Die Piraten entern das Berliner Rathaus, und Peer und ich lassen uns am Telefon von der Fährgesellschaft abwimmeln. Ok, das passt überhaupt nicht, aber immerhin habe ich mir geschworen, dass ich mich in Zukunft nicht mehr so leicht abwimmeln lassen werde. Ich bin ab genau jetzt Pirat. Und das hat überhaupt nichts mit Opportunismus zu tun. In Zukunft werde ich mich des nächtens an der Halteleine entlang hangeln, den Rucksack hinter mir herziehend, das Messer zwischen den Zähnen und mich dann unter Kartoffelbergen verstecken. Ha! Wenn sie es so wollen, dann kriegen sie es so. Piraten olé! Auf, auf und davon! Halt, Stopp, das war Supermann. Egal, ich schweife ohnehin ab.
Zurück zum Thema. Es geht also ab Berlin los. Mit Bus oder Bahn. Ich kümmere mich darum jetzt gar nicht mehr erst, ich lasse es einfach auf mich zukommen, es ändert sich ja sowieso alles noch mal. Eben zum Beispiel. Da erreichte mich eine Mail. Ein Freund ist auf dem Weg hierher. Kevin und seine Band „Barn Burner", die ich noch aus meiner Zeit in Kanada kenne, machen ihre zweite Europa Tournee und geben am 24.9. ein Konzert in Berlin. Die Jungs mag ich sehr, die Musik auch, und zu oft sieht man sich ja auch nicht, wenn man so weit auseinander wohnt. Gell? Das darf doch nicht wahr sein! Höre ich da das Schicksalsglöckchen läuten, oder ist das waschechter Heavy Metal, den die Jungs durch die Boxen leiten? Passt das nicht irgendwie ins Gesamtkonzept? Alles ändert sich, nichts klappt, außer man macht es spontan, hoch die Tassen, die Piraten sind im Stadtparlament, jetzt ist sowieso alles egal, da kann ich auch noch zwei Tage länger hier bleiben und Sonntag verkatert in den Bus steigen, auf der Fähre wollen sie uns eh nicht, da muss ich mir die Reisekrankheit, äh, -laune halt selber basteln.
Und für alle Negativdenker, Pessimisten, Schwarzseher und Serviettenbenutzer: Danzig ist schön! Definitiv eine Reise wert, so viel weiß ich seit 2007. Über das Baltikum kann ich das noch nicht sagen, muss ich aber auch nicht, das kommt dann nach. Bald. Es sei denn es ändert sich wieder was. Also bitte dranbleiben.
Bis dahin, Ahoi!
Jochen Müller
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