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25. Dezember 2011
Shanghai. Dritter Tag.
Das Künstlerquartier
Einem Tipp von Freunden folgend, die einige Jahre in Shanghai gelebt haben, gingen wir in das Kunstquartier „50 Mongshan Road", unweit des Shanghaier Hauptbahnhofs. In diesem alten Industriekomplex sind heute viele kleine und große Galerien, Ateliers und Werkstätten für Kunsthandwerk. Man kann sicher einen ganzen Tag hier herum schlendern, den Künstlern bei der Arbeit zusehen, und ihre Werke bewundern oder erstehen. Für jeden Kunstinteressierten sollte der Besuch dieses Geländes auf dem Shanghai-Programm stehen. Besonders erwähnenswert ist, dass im Gegensatz zu vielen Kunstgalerien in anderen Städten, hier kein Eintritt erhoben wird. Doch auch wenn wir hier gut und gerne noch Stunden hätten zubringen können, mahnte uns die Uhr zur Eile, so dass wir hier leider nur die Oberfläche ankratzen konnten. Trotzdem lohnte sich der Besuch. Ich fand es besonders erstaunlich, wie teilweise offen kritisch die Objekte mit dem Regime umgingen. Es wäre spannend in ein paar Monaten wieder zu kommen und zu sehen, ob diese Künstler weiterhin ihre Kunst schaffen können. Wir wünschen es ihnen.
Der Jadebuddha
Gautamas.
(rechts).
Nur wenige Minuten zu Fuß vom Kunstquartier entfernt liegt der Jadebuddha Tempel. Dieser Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Tempel birgt die wunderschöne Statue des Gautama Buddhas, eingerahmt von zwei weiteren Statuen zu seiner linken und rechten. Auf der Rückseite kann man die Statue Guanyins und seiner 53 Leher bewundern, die mir unglaublicher Liebe zum Detail in die hölzerne Wand geschnitzt wurden. Die Hauptattraktion und der Namensgeber des Tempels jedoch ist der etwa mannshohe sitzende Buddha aus burmesischer Jade. Auch dieser, wie der im Jing'an Tempel, durfte nicht fotografiert werden. Doch sei dem Leser versichert, dass er eine Augenweide ist. Mir persönlich war vorher nicht bewusst in wie vielen unterschiedlichen Farbtönen dieser Stein existiert. Von einem tiefen klaren grün bis zu einem milchigen Weiß gibt es diverseste Mischformen. Der Jadebuddha im gleichnamigen Tempel ist aus einem leicht durchscheinenden, milchigen Cremeweiß. Mit niedergeschlagenen Augen sitzt er erhaben auf einer Empore und lässt den Betrachter in Bewunderung erstarrern. Die zehn Yuan Extragebühr, die das Betreten seiner Kammer kosten, ist der Anblick allemal wert.
Die kleinen Gassen von Qibao
Nach einem wohl verdienten Mittagessen in einer der kleinen Suppenküchen fuhren wir mit der Metro hinaus nach Qibao. In unserem Reiseführer heißt es „wer genug hat von Shanghais unaufhörlichem Streben nach Modernität, wird gerne diese alte Stadt aufsuchen (...), die von kleinen belebten Gässchen und einem malerischen Kanal durchzogen wird". Wenn auch, wie bereits im Bericht unseres ersten Tages in Shanghai erwähnt, der Eindruck entstand, als sei Qibao erst kürzlich erbaut geworden um genau so zu wirken, ist dennoch der Beschreibung wenig hinzuzufügen. Man sieht keinerlei Hochhäuser, dafür die versprochenen kleinen Gassen, in denen geschäftiges Treiben herrscht. Biegt man allerdings in eine der noch kleineren Seitenwege, so steht man unvermittelt in einem Wohnquartier, wo offene Fenster und Türen den Blick freigeben in überfüllte Räume, die gleichermaßen zum Kochen, Schlafen, Essen sowie als Abstellkammer zu dienen scheinen.
Sobald die Sonne untergegangen war, präsentierte sich das Viertel in einer noch bunteren, noch märchenhafteren Art. Nur der Hunger riss uns aus den Gassen fort und der Tipp unseres Reiseführers nach einer Portion würzigen Hummers. Als wir dann im Restaurant saßen und in der Karte lasen, dass dieser Hummer aus Australien kam, entschieden wir uns jedoch dagegen und aßen das etwas klimaneutralere Hühnchen. Leider muss ich sagen, denn von allen chinesischen Gerichten war dies eines der teuersten und am wenig schmackhaftesten. Doch letztlich passte es zum Gesamteindruck Qibaos als Touristenmeile. Wenn wir auch die Gassen und den Kanal Qibaos vorbehaltlos jedem Besucher Shanghais empfehlen können. Ein Essen sollte man sich lieber an anderen Orten gönnen, es wird sicherlich günstiger und wahrscheinlich auch besser sein.
Jochen Müller
Kommentare zu "Shanghai. Dritter Tag."
Hallo Peer,Dir und Deinem Freund wünschen wir ein frohes Weinachtsfest auf Hainan. Wir haben dort vor 3 Jahren Urlaub gemacht und waren erstaunt über den Luxus der Hotels. Zur Bemerkung über Euren Besuch in Qibao,"Qibao sei erst kürzlich erbaut geworden", wir haben gelernt, daß die Chinesen überhaupt keine Beziehung zu alten Gebäuden haben, sondern Ihnen ist nur der Ort wichtig. Auch wenn die Gebäude neu sind - aber im alten Stil- errichtet wurden, haben die Chinesen genau die gleiche Erfurcht vor dem historischen Ort.
Shanghai
Hallo, Jungs, dieser Bericht hat uns mal wieder an Eurem Tripp teilhaben lassen, man ist wirklich dabei und schlendert mit Euch durch diese Riesenstadt, mal wieder sehr realistisch und sehr spannend beschrieben, wir sind immer mit dabei, eigentlich braucht man da gar nicht mehr hin. Grüße an die Hühnchenteile von der deutschen Weihnachtsgans
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hallo ihr,
habe soeben ganz intensiv den bericht der letzten drei tage eurer reise gelesen
..diese vielen eindrücke erschlagen mich..
..die beschreibung der jadebuddha ist euch so gut gelungen, dass ich sie mir bildlich vorstellen kann (sicher ein traum).
..nun bei uns wird weihnachten gefeiert, wenn schon ohne schnee, so aber mit vielen kerzen und tannenbaum..habt ihr weihnachtsgefühle?
..ganz liebe grüße an euch
edith röder
m