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10. Januar 2012
Mallorca-Feeling
Man muss sich arrangieren
Obwohl es nicht der einzige Weg der Entspannung ist, denn fast zu jeder Tages- und Nachtzeit trafen wir auf der Strandpromenade Gruppen von Chinesen, die sich im kollektiven Tai Chi oder im Gesellschaftstanz ergingen. Und dabei sichtlich Freude entwickelten. Eine ähnliche Freude hatten die Chinesen offenbar auch bei der Auswahl ihrer Strandmode: Allerorts sah man Paare und ganze Familien im Partnerlook der farblich abgestimmten Bermudashorts und Hawaii-Hemden.
Die Stadt selber erkundeten wir in mehreren Streifzügen und fanden auch hier nette kleine Parkanlagen und Kanäle, eingefasst von interessanter Architektur sowie bunte kleine Gässchen, in denen das Leben tobte. Traditionelle Straßenbräter oder kleine Restaurants. Und natürlich unzählige Geschäfte für Strandbedarf und Souveniers. Was Sanya zu bieten hatte war zwar nicht spektakulärer als andernorts, aber es erinnerte uns doch wieder daran, dass wir nicht am Ballermann sondern nach wie vor in China waren.
Strandurlaub de Luxe
Wir schlenderten ein wenig den Strand entlang, bis wir den Ort erreichten, an dem offenbar die Chinesen abzusteigen pflegen, die nicht auf den Yuan schauen müssen. Ein ebenso luxuriöses wie künstliches Wellness-Resort, direkt am Strand. Kleine Hütten, unverkennbar Nobelrestaurants, säumen eine Poollandschaft zwischen künstlichen Felsen (Plastik!) und Wasserfällen. Zugegebenermaßen hielten auch wir einen Fuß in den Pool, von dem man aus über einen Palmenhain direkt aufs Meer blicken konnte. Wer auf so etwas mag, findet sich hier in einem wahren Paradies wieder. Wir mochten es nicht wirklich, genossen dennoch diesen Tag, der uns mit einem Hauch von Luxus umwehte.
Die Suche nach Kontrasten
Zurück in Sanya beschlossen wir, für die nächsten Tage ein etwas anderes Programm auszutüfteln. Etwas mehr von der Inselmitte mit ihren Urwäldern zu sehen und das Ursprüngliche auf Hainan zu suchen. Denn wir erlebten hier bisher das, was viele Regionen vereint, die für ihre Naturschönheit, ihre Palmenhaine und ihre Strände berühmt sind (was übrigens auch für Mallorca gilt!). Die Touristen kommen und für sie wird Platz geschaffen. Irgendwann erreicht es allerdings einen Punkt, an dem man sich fragt wie lange das noch gehen mag, bis von dem, wofür die Menschen eigentlich kommen, nichts mehr zu sehen ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen ein Einsehen haben und nicht die ganze Insel in Beton kleiden. Es wäre wahrlich ein Jammer. Denn so viel ist sicher. Hainan ist wunderschön. Hier und da, wenn man genau hinsah, eröffnete sich uns bereits ein flüchtiger Blick auf das Kontrastprogramm abseits der mit Palmen gesäumten Badestrände: Die etwa 200 km durchmessende Insel ist ein Paradies für Fahrradfahrer und Wanderer, sie bietet kleinere und größere Naturbuchten und genug Riffe für Taucher. Im Landesinneren kann man die Dörfer der Li und der Miao, der zwei größten ethnischen Minderheiten, besuchen oder durch Reisterrassen wandern, sich im Dschungel verlieren oder auf den Fünf Finger Berg, den mit 1876m höchsten Berg der Insel, steigen. Ein kleines Paradies. Und das wollten wir sehen, das chinesische Mallorca abseits des Ballermanns.
von Peer Bergholter
Kommentare zu "Mallorca-Feeling"
Nachträglich ein frohes neues Jahr und schonmal einen guten Rutsch für das chinesische Neujahrsfest, das ja demnächst noch ansteht.
Bin gerade dabei, meinen "Rückstand" bzgl. Eurer Reise aufzuholen - natürlich antichronologisch, Ihr kennt mich ;-)
Alles wird gut aber wohl vieles anders. Mehr dazu an anderer Stelle
lg, roe
Hallo Ihr Lieben!!
Find ich toll was ihr macht!! Spannend wär jetzt auch gern unterwegs around the world!
Alles Bunte!
http://www.global2000.at/site/de/aktivitaeten/atom/zufussumdiewelt/
(Vl. trefft ihr euch;)
Documenta in Sanya
Habe ich richtig gesehen, dass ein Laserstrahl die
nächtliche Idylle durchschneidet?
Apropos- in 5 Monaten öffnet die doc 13 ihre Türen..
werdet es wohl kaum zur Eröffnung schaffen, obwohl ich euch schon ein Plätzchen reserviert habe...
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Frohes Neues erstmal noch und viel Spaß und Spannung auf der weiteren Reise! Auch ich oute mich gern man wieder als regelmäßiger Besucher hier im blog. Und heute ist mir in den Kopf gekommen: sieht man mal von den Hochhäusern ab, so erinnert mich das Bild von Sanya bei Nacht irgendwie an Kassel und seinen guten, alten Laserstrahl;-) Da kommt dann sicherlich kein Heimweh auf, oder?
Beste Grüße aus B
Der Diggler