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28. Dezember 2011
Hongkong, weit mehr als ein Traum in Neon
Straßen wirken hier schmal.
Über den Dächern der Stadt
Doch besteht Hongkong beileibe nicht nur aus Hochhäusern.
Raus aus dem Großstadtdschungel
Wer dem Lärm und der Hektik der Großstadt wirklich entkommen möchte, der begibt sich mit dem Boot zu einer der vorgelagerten Inseln, wo man noch wahre Naturparadiese vorfindet. Aber auch die New Territories, auf dem Festland gelegen, laden mit ihren Parks und Naturschutzgebieten zum Wandern und Erholen ein. Hier begaben uns zum 957 m hohen Gipfel des Tai Mo Shan, dem höchsten Berg Hongkongs, und stiegen von diesem wieder hinab ins Tal. Der Weg führte über zerklüftete Gesteinsformationen oder durch dichte Wälder. Hier und da gab der Wald die Aussicht auf die nächsten Täler frei: Grün soweit das Auge reichte, lediglich in einer Himmelsrichtung ließ sich am Horizont die Skyline der Stadt erahnen.
Je näher wir der Talsohle kamen, desto lauter vernahmen wir die Geräusche von Trommeln und Gesang. Neugierig folgten wir dieser Musik und als wir aus dem Wald heraustraten, standen wir plötzlich mitten auf einem Grillplatz, wo wir in ein nepalesisches Volksfest hineinplatzten. Hier grillte man an unterschiedlichen Feuerstellen sein Fleisch, trank, lachte, sang und tanzte. Wir hatten mit vielem gerechnet, aber dieses farbenfrohe und laute Spektakel ließ und verdutzt darnieder sinken und dem bunten Treiben wortlos beiwohnen.
Der größte sitzende Bronze-Buddha der Welt
Auch die größte sitzende Bronze-Buddha-Statue der Welt befindet sich in Hongkong. Genauer gesagt auf einem Berg der größten zu Hongkong gehörenden Inseln: Lantau. Unser erster Versuch auf den Berg zu kommen scheiterte, da die Seilbahn mit technischem Defekt ausfiel. Zwar hätte man auch mit dem Bus zur Buddha-Statue gelangen können, doch wurde uns von einer Hongkong-Chinesin eben diese Fahrt mit der „Ngong Ping 360" Seilbahn als das wahre Highlight Lantaus ans Herz gelegt. Also kamen wir am Folgetag wieder und konnten diese Empfehlung bestätigen: Die gut 5,5 km lange Seilbahnfahrt, auf Wunsch (und gegen Aufpreis versteht sich) in Gondeln mit Glasboden, war tatsächlich ein Erlebnis. Über die Meerenge, entlang des Flughafens und über endlose grüne Wälder führte uns die Fahrt. Doch leider hielt das Ziel nicht, was die Fahrt versprach. Empfangen wurde man von einem ausnahmslos künstlichen und rein touristischen Dörfchen, in dem sich Filialen bekannter Fast-Food-Anbieter und internationaler Kaffee-Ketten aneinander schmiegten. Der Weg zum etwas entfernt liegenden Tempel war gesäumt von Souvenirständen und der Tempel selbst eine Baustelle. Nur die Buddha-Statue, die über allem thronte, hielt was sie versprach: sie war wirklich groß.
Enttäuschungen
Unsere generelle Begeisterung über Hongkong wurde stellenweise allerdings ein wenig getrübt.
Das Congress and Exhibition Center, vor dem 1997 die feierliche Übergabe Hongkongs an China stattfand, verwehrte uns die angeblich einmalige Aussicht über den Sonnenuntergang über dem Hafen. Aufgrund einer Messe wollte man uns nicht höher als in den zweiten Stock lassen. Gleiches galt für den Panoramablick vom Bank of China Tower: Die wohl spektakuläre und zudem kostenlose Aussicht entging uns, da die Plattform geschlossen war. Einen Grund dafür erfuhren wir nicht.
Das Metrosystem Hongkongs wurde uns als vorbildlich und das Ticketsystem als eines der einfachsten der Welt angekündigt. Nun, wir hatten zwar keine Probleme die Metro zu nutzen oder ein Ticket zu kaufen, aber in Städten wie Moskau, Peking oder Shanghai war es zumindest nicht komplizierter einen Fahrschein zu erwerben oder von A nach B zu kommen. Tendenziell eher einfacher.
Doch auch wenn Hongkong nicht alles hielt, was unser Reiseführer versprach, so hat uns diese Mischung aus geballter Urbanität und wunderbarer Natur, diese einzigartige Kombination aus asiatischem Flair und den noch deutlich erkennbaren Spuren britischer Herrschaft, schlicht und ergreifend umgehauen. Somit steht Hongkong auf der Liste der faszinierendsten Orte, die wir auf dieser Reise bislang besuchten, ganz weit oben.
von Peer Bergholter
Kommentare zu "Hongkong, weit mehr als ein Traum in Neon"
Immer diese längsten Rolltreppen...
Ich bin auch schon einmal eine "längste Rolltreppe der Welt" hochgefahren und war dann doch enttäuscht, weil ich sie mir irgendwie beeindruckender vorgestellt habe. Meine stand im CNN-Hauptquartier in Atlanta. Dein Bericht über Hongkong klingt toll... Jetzt juckt es mich auch in den Fingern, mir diese Stadt mal anzusehen... :o) Guten Rutsch, ihr beiden!
die verlorene karte
liebe reisende,
entschuldigt dass ich etwas hinterher hinke. mich dünkt dass die posts auch gar nicht chronologisch sind, und daher werd ich einfach mal frech in eintragsreihenfolge auf der karte nachfahren. falls ihr zeit und lust habt, könnt ihr ja eine chronologische reisestadtliste schicken, falls nicht sind wir euch trotzdem ganz bald wieder hinterher :)
danke fürs schreiben. ich reise ja so gerne mit. und ein famoses 2012.
http://g.co/maps/mk2sg
Hongkong
Toll, daß wir diese Stadt so richtig mitbereisen dürfen, wiedermal schöne Beschreibung Eurer Eindrücke, ich wünsch Euch einen guten Rutsch in das Jahr 2012, Glück und unvergessliche Erlebnisse und daß Ihr gesund wieder deutschen Boden erreicht. Gisi39
Re: die verlorene karte

Liebe Christine,
zunächst einmal vielen Dank für das regelmäßige Karten-Update - ein Feature, das nicht nur bei uns großen Anklang findet. Und die Berichte sind ebenso wie die Orte chronologisch, von den Städten, die wir nur gestreift haben ("was sonst noch war"), einmal abgesehen. Die lagen z.T auch vor der Jangtse-Bootsfahrt.
Allerdings berichten wir nicht ganz in Echtzeit, da wir die Eindrücke gern einmal ein paar Tage sacken lassen, bevor wir sie niederschreiben. Natürlich müssen wir auch erstmal die entsprechende Ruhe, Muße und eine adäquate Internetverbindung finden, wobe insbesondere Letzteres nicht immer einfach ist...
Wünsche Dir alles Gute für das neue Jahr und hoffe auf weitere regelmäßige Karten-Updates.
"Hongkong, weit mehr als ein Traum in Neon" kommentieren


mit dieser "vorabschließenden"Einschätzung seid ihr nicht allein,nämlich dass es genau die Anziehungskraft dieser Metropole ausmacht,die Briten noch zu spüren, aber die Chinesen zu leben.
Wünsche euch beiden Trabanten einen spannungsgeladenen Jahreswechsel und den ersten hoffnungsvollen Blick nach 2012, auf den ich mich schon freue (zumindest auf den Bericht)