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21. Januar 2012
Ein Nachmittag in Kunming
Nach einem späten Frühstück und einer kleinen Mittagspause, in der wir die Sonne auf der Dachterrasse unseres Hostels genossen, machten wir uns bereit für ein wenig Sightseeing-Programm. Für diesen Nachmittag hatten wir uns einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt vorgenommen, für die uns empfohlenen wirklichen Highlights, wie etwa die bizarre Felslandschaft des Steinwaldes, aber hätten wir die Stadt für einen Tagestrip verlassen müssen. Dafür fehlte uns aber leider die Zeit.
In unserem Kiez
© Bergholter ... steht der Ostpagode in nichts nach.
© Bergholter Die Westpagode zu Kunming...
Also blieb uns nur, die nähere Umgebung zu erkunden. Und in dieser sollten wir auch gleich fündig werden. Nur einen Block von unserer Bleibe entfernt stehen zwei Pagoden - die östliche und die westliche. Beide sind durch eine Straße miteinander verbunden, die in Gänze von einem Markt eingenommen wurde. Dieser erwies sich dann auch als wesentlich interessanter als die Pagoden selbst. Die beiden turmhohen Bauten waren nicht zugänglich und konnten lediglich in einem winzigen Garten umrundet werden. Wir taten dies binnen weniger Minuten und widmeten uns einer unserer Lieblingsbeschäftigungen in China: wir verloren uns in dem bunten Marktreiben, begutachteten die unterschiedlichsten Waren und brachten es nicht übers Herz, die hier angebotenen Speisen zu ignorieren. Wir fanden, dies sei der richtige Ort für unser Mittagessen. Also ließen wir uns auf kleinen wackeligen Plastikhockern in der Sonne nieder und unterzogen die kulinarischen Angebote einer eingehenden Prüfung. Wie nicht anders zu erwarten war, fiel die abschließende Bewertung rundum positiv aus.
© Bergholter Zwischen den Pagoden der Markt...
© Bergholter ... wo es allerlei leckere Dinge zu kaufen gibt.
Alter Tempel...
Nach dieser kleinen Stärkung ging es auf zum nächsten Programmpunkt: Dem Yuantong Tempel. Diese über 1200 Jahre alte Tempelanlage ist das älteste Zeugnis buddhistischer Religion in der gesamten Region. Also versprachen wir uns einiges davon. Der verhältnismäßig spottbillige Eintritt von 6 Yuan ließ jedoch erste Skepsis aufkommen. Als wir durch das imposante Hauptportal traten, wurden wir gewahr, was diesen günstigen Preis rechtfertigte: Die erste Tempelhalle, die unmittelbar vor uns lag, glich einer Baustelle. Das gleiche Bild boten die Seitenflügel, die die erste Halle flankierten. Es drohte sich Enttäuschung breit zu machen.
© Bergholter Der Yuantong Tempel, ältestes Zeugnis des Buddhismus in der Region.
So schnell wollten wir aber nicht aufgeben. Wir umrundeten die erste Baustelle und bekamen das zu sehen, was wir uns erhofften: Eine wunderschöne Tempelanlage, angelegt um ein großes Bassin, in dessen Mitte sich, einer Insel gleich, ein kleiner Pavillon erhob. Schwaden zahlloser Räucherstäbchen schwängerten die Luft. Zwar wurde auch das Wasser des Bassins gerade für Reinigungs- oder Renovierungsarbeiten abgepumpt, so dass sich die zahlreichen Fische und Schildkröten nur noch in kleinen schlammigen Pfützen tummelten, aber es ließ sich doch erahnen, wie schön die Anlage einmal war und wohl auch bald wieder werden wird. Natürlich hätten wir gern den Tempel in seiner ganzen Pracht und ohne Baugerüste gesehen, aber es reichte doch, um das Areal nicht enttäuscht verlassen zu müssen.
© Bergholter Im Inneren des Tempels.
...und neue Moschee
Als die Pforten des Tempels gegen 17 Uhr schlossen, war es an der Zeit den letzten Programmpunkt des Nachmittages anzugehen. Ein Besuch der Moschee Kunmings. Sie soll das Zentrum der recht großen muslimischen Gemeinschaft der Hui-Chinesen sein (da hier so viele Muslime leben, weiß ich nicht, ob der Begriff der Minderheit noch angebracht ist) der Stadt sein. Wir schlenderten durch die Alleen Kunmings, bis wir bereits aus der Ferne das Minarett sahen. Als wir näher kamen, offenbarte sich uns die Moschee in ihrer ganzen Tristesse. Ein architektonischer Alptraum aus Kachelfassade und Fenstern aus Milchglasquadern wollte so gar nicht zu unseren Vorstellungen von und Erfahrungen mit Moscheen passen. Wir erfuhren, dass die ursprüngliche, 400 Jahre alte Moschee, diesem neuen Ungetüm in den 1990er Jahren weichen musste. Schade.
© Bergholter Schon von Weitem zu erkennen...
© Bergholter ... die große Moschee von Kunming.
Im Gegensatz zum Erscheinungsbild erfüllte sie aber unsere Vorstellung des Zwecks einer Moschee in vollem Maße: Sie ist nicht nur religiöses und spirituelles Zentrum einer Gemeinde, sondern auch deren sozialer Mittelpunkt. Dementsprechend fand auch hier das Gemeindeleben statt. Vor dem Portal war eine Garküche aufgebaut und dutzende Hungriger wurden hier bedient. Zu beiden Seiten des Eingangs konnte man in lauschigen und zur Gänze eingewachsenen Nischen sitzen und die hier frisch zubereiteten Speisen verzehren. Ausnahmsweise einmal nicht hungrig beließen wir es dabei, das Areal abzuschreiten und einen Blick in das Innere der Moschee zu werfen, der aber nichts Spektakuläres bereithielt. Das Innere spiegelte das Äußere in perfekter Weise wider: architektonische Tristesse und eine reine Ausrichtung auf Funktionalität.
So verließen wir die Moschee nach einer kurzen Stippvisite in der Gewissheit, dass diese nicht zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt zu zählen ist. Wir begaben uns erneut in Richtung unseres Hostels, um uns kurz frisch zu machen und die letzte Etappe eines langen Tages in Kunmings in Angriff zu nehmen.
von Peer Bergholter
In unserem Kiez
Alter Tempel...
Nach dieser kleinen Stärkung ging es auf zum nächsten Programmpunkt: Dem Yuantong Tempel. Diese über 1200 Jahre alte Tempelanlage ist das älteste Zeugnis buddhistischer Religion in der gesamten Region. Also versprachen wir uns einiges davon. Der verhältnismäßig spottbillige Eintritt von 6 Yuan ließ jedoch erste Skepsis aufkommen. Als wir durch das imposante Hauptportal traten, wurden wir gewahr, was diesen günstigen Preis rechtfertigte: Die erste Tempelhalle, die unmittelbar vor uns lag, glich einer Baustelle. Das gleiche Bild boten die Seitenflügel, die die erste Halle flankierten. Es drohte sich Enttäuschung breit zu machen.
So schnell wollten wir aber nicht aufgeben. Wir umrundeten die erste Baustelle und bekamen das zu sehen, was wir uns erhofften: Eine wunderschöne Tempelanlage, angelegt um ein großes Bassin, in dessen Mitte sich, einer Insel gleich, ein kleiner Pavillon erhob. Schwaden zahlloser Räucherstäbchen schwängerten die Luft. Zwar wurde auch das Wasser des Bassins gerade für Reinigungs- oder Renovierungsarbeiten abgepumpt, so dass sich die zahlreichen Fische und Schildkröten nur noch in kleinen schlammigen Pfützen tummelten, aber es ließ sich doch erahnen, wie schön die Anlage einmal war und wohl auch bald wieder werden wird. Natürlich hätten wir gern den Tempel in seiner ganzen Pracht und ohne Baugerüste gesehen, aber es reichte doch, um das Areal nicht enttäuscht verlassen zu müssen.
...und neue Moschee
Als die Pforten des Tempels gegen 17 Uhr schlossen, war es an der Zeit den letzten Programmpunkt des Nachmittages anzugehen. Ein Besuch der Moschee Kunmings. Sie soll das Zentrum der recht großen muslimischen Gemeinschaft der Hui-Chinesen sein (da hier so viele Muslime leben, weiß ich nicht, ob der Begriff der Minderheit noch angebracht ist) der Stadt sein. Wir schlenderten durch die Alleen Kunmings, bis wir bereits aus der Ferne das Minarett sahen. Als wir näher kamen, offenbarte sich uns die Moschee in ihrer ganzen Tristesse. Ein architektonischer Alptraum aus Kachelfassade und Fenstern aus Milchglasquadern wollte so gar nicht zu unseren Vorstellungen von und Erfahrungen mit Moscheen passen. Wir erfuhren, dass die ursprüngliche, 400 Jahre alte Moschee, diesem neuen Ungetüm in den 1990er Jahren weichen musste. Schade.
So verließen wir die Moschee nach einer kurzen Stippvisite in der Gewissheit, dass diese nicht zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt zu zählen ist. Wir begaben uns erneut in Richtung unseres Hostels, um uns kurz frisch zu machen und die letzte Etappe eines langen Tages in Kunmings in Angriff zu nehmen.
von Peer Bergholter
Kommentare zu "Ein Nachmittag in Kunming"
von Dalai Lama
am 22.01.2012 um 21:32 Uhr
Liebe Reisenden,
ihr seid in Kumning und sollt wichtig zum ersten Weltwunder der Chinesen reisen. Den Steinwald MUSS gesehn haben, wenn man schon so nah ist.
Der Dalai Lama
"Ein Nachmittag in Kunming" kommentieren


MEINE LIEBEN FREUNDE... D-VIEHMANN IST JA KINDERGARTEN IM GEGENSATZ ZU EUCH.HABE JETZT EINE KNAPPE WOCHE GEBRAUCHT UM MICH KOMPLETT AUF EUREN SCHON SEHR LANGEN TRIP EINZULASSEN...BIN BEI EUREN TEXTEN,FOTOS UND GEDANKEN SEHR OFT AM LACHEN.WIE EIN SCHÖNES BUCH.SCHÖNEN GRUSS AUCH AN DIE DAME DIE EUCH BEI G-MAPS VERFOLGT...TOLL.ZURÜCK ZU EUCH- SAGT DOCH MAL GROB BESCHEID OB UND WIE IHR INDONESIEN KREUZT HAB DA EIN PAAR SCHMANCKERL FÜR EUCH.BIN AUF JEDEN FALL TIEF BEEINDRUCKT DAS IHR ES SCHAFFT TROTZ DES TEMPOS WAS IHR VORLEGT SO EINEN SCHÖNENM BLOG AM LEBEN ZU HALTEN ...WEITER SO!!ZUM ABSCHLUSS NOCH EIN WICHTIGER TIPP VON MIR ALS ZT DENKT AN EURE ZÄHNE IMMER SCHÖN PUTZEN AUCH IM BUSCH.BROTHER FROM STAN-IS GOING AGAIN-WRITING HIS NAME-ITS ONLY A GAME!!BOBSN13