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12. September 2012

Meer in Sicht!


Die Tage im Outback waren unbeschreiblich. Schön einerseits, einsam und monoton andererseits. Bisweilen zogen sie sich wie Kaugummi, doch war es ein unvergessliches Erlebnis, ein einmaliger Roadtrip. Dennoch schürte der Blick in die endlose Weite der Steppe allmählich die Sehnsucht nach etwas Anderem. Wir waren nun bereit für die Küste. Sonne, Meer und Strand.


7043-brille.JPG©Bergholter Endlich die Küste und das Meer im Blick.

palmen.JPG©Bergholter Wir konnten es kaum erwarten: Sonne, Palmen und Ozean.


Und wir sollten all dies geboten bekommen. Mit der Ankunft in Townsville, einer 165.000 Einwohner zählenden Stadt an der Ostküste, war unsere Outback-Tour definitiv beendet. Eine richtige Stadt mit Handyempfang, Internet, vernünftigen Unterkünften, einer ausgeprägten Gastronomie- und Kneipenszene und allen Annehmlichkeiten, die die Zivilisation so zu bieten hat. Vor allem Duschen.

Annehmlichkeiten

brewery1.JPG©Bergholter Wilkommen in Townsville!
Staubig, schmutzig und stinkend fuhren wir in die Stadt ein und wir waren uns einig, dass wir uns zumindest für zwei Nächte ein richtiges Zimmer gönnen würden. Die Sehnsucht nach einer Dusche, einem richtigen Bett und vor allem nach einer ordentlichen Nachtruhe waren größer als der Sparzwang. Insbesondere was das Ausschlafen anging, hatten wir Nachholbedarf, denn im Outback herrschte doch ein anderer Rythmus: Man stand mit der Sonne auf (danach herrschten im Van ohnehin Temperaturen wie in einem Backofen), verbrachte nahezu den ganzen Tag auf der Straße und kam in der Dämmerung (wir allerdings regelmäßig danach) auf einem Rastplatz an. Kochen, essen, schlafen. Saßen wir noch bei einem Glas Wein und Kerzenschein bis 22h unter dem Sternenhimmel, waren wir mit Sicherheit die letzten, die noch wach waren. In Townsville sollten wir wieder einen „normalen" Rythmus finden.

townsville3.JPG©Bergholter Townsville: hübsch hier.

townsville5.JPG©Bergholter Endlich mal wieder ein Stadtbild, das den Namen auch verdient.

brewery.JPG©Bergholter Genau das Richtige: Ein kühles Bier aus der lokalen Brauerei,
um den Staub der Straße aus der Kehle zu spülen.
Und so checkten wir im erstbesten Hostel ein, leisteten uns ein feudales Doppelzimmer im Motelstil und verschwendeten keinen Gedanken an den dafür aufgerufenen Preis. Wie kann man auch den Wert eines sauberen, weichen Doppelbetts, eines Fernsehers, eines Kühlschranks mit kalten Getränken und einer Badewanne (!!!) bemessen, nach der Tour, die wir hinter uns hatten? Während wir unserer nicht minder dreckstarrenden Kleidung eine Wäsche spendierten, nahmen wir ein heißes Bad, weichten uns ein, ließen nach einer gefühlten Ewigkeit das grau-braune Brackwasser ab, nahmen eine Dusche und rochen immernoch nach Outback. Doch egal. Eine Rasur, ein gutes Essen, das wir nicht auf dem Gaskocher selbst zusammengerührt haben und ein eiskaltes Bier - wir fanden, wir hatten es uns verdient und wir genossen die Annehmlichkeiten in vollen Zügen.

townsville1.JPG©Bergholter Zurück in der Zivilisation. Aber immernoch angenehm dezent...

townsville2.JPG©Bergholter ... sodass der Kulturschock nach der Zeit in der Wildnis leicht zu verwinden war.


Sonne, Strand und Meer

Ich würde mich selbst nicht als Badenixe bezeichnen, bin nicht der Typ für (ausschließliche) Strandurlaube, da es mir nach einigen Tagen doch meist zu langweilig wird. Aber in Townsville freute ich mich tatsächlich auf den Strand und das Meer. Und von beidem gab es genug hier. Zwar war wegen der Quallen das Baden im Meer auch hier gefährlich, doch es gab, ähnlich wie in Darwin, mit dem „Rockpool" auch hier eine künstlich angelegte Badebucht. Aber allein ein Spaziergang entlang der Promenade, einmal wieder die Füße in den Sand zu setzen und von erfrischend kühlem Meerwasser umspülen zu lassen, war eine Wohltat. Die Sonne brannte, die Temperaturen waren hochsommerlich und wir genossen zwei Tage, in denen wir nichts taten, außer die Seele baumeln und es uns gut gehen zu lassen. Wir erkundeten fußläufig die in der Tat sehr schöne Stadt und genossen diese Streifzüge sehr, aber vielleicht war unsere Wahrnehmung dahingehend auch etwas verzerrt, da wir bis dato ja nicht sonderlich schöne Orte gesehen haben. Wir schlenderten die Küste entlang, planten bei einem Eis oder Kaltgetränk die weitere Route und genossen es auch, den Van einmal für zwei Tage nicht von innen zu sehen. Denn das sollte uns früh genug wieder blühen.

clean_beach.JPG©Bergholter Townsville präsentiert stolz Austaliens saubersten Strand der Jahre 2004 und 2008.

beach1.JPG©Bergholter Doch auch 2012 sieht es noch recht sauber aus.

pier.JPG©Bergholter Angeln am Pier, Segeln oder Parasailing in der Bucht ist kein Problem - nur Schwimmen ist nich Ohne.

rockpool.JPG©Bergholter Zum Baden geht man lieber in den künstlich angelegten "Rockpool".

rockpool5.JPG©Bergholter Nicht das Gleiche wie im Meer, aber auch ganz nett.

meer.JPG©Bergholter Uns genügte am Anfang bereits ein sehnsüchtiger Blick auf den Ozean von der Promenade aus.


Einstimmung

Vor der Küste von Townsville (aber natürlich nicht nur dort) erstreckt sich das legendäre Great Barrier Reef. Eines der zahlreichen Naturwunder, die Australien zu bieten hat. Wenn auch kein Tauchgang, da wir beide keinerlei Taucherfahrung hatten, so war doch zumindest das Schnorcheln an diesem Riff geplant. Zwar beschlossen wir, es auf einen anderen Tag und einen anderen Ort zu verschieben, doch gab es in Townsville die Möglichkeit, sich schon einmal auf die faszinierende Unterwasserwelt einzustimmen. Hier nämlich ist das Reef Headquarter, das nicht nur ein Aquarium ist, sondrn sich selbst als Bildungseinrichtung versteht. Riesiege Tanks mit nachgebauten Korallenriffen beherbergen unzählige Fische und andere Meerestiere, die ausnahmslos am Great Barrier Reef beheimatet sind. Hier kann man einiges über die Unterwasserwelt am Riff erfahren. Mein persönliches Highlight war jedoch das Raubfischbecken und die Fütterung der Insassen, der wir beiwohnten. Rochen, Haie und Schertfische aus größter Nähe- so nah würde ich ihnen beim geplanten Schnorcheltrip hoffentlich nicht kommen.

7045-fisch2.JPG©Bergholter Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs. Zwar nur hinter Glas, aber immerhin.

7046-fisch3.JPG©Bergholter Kunterbunte Riffbewohner, mal kleiner...

fische2.JPG©Bergholter ... und mal größer.

hammerhai.JPG©Bergholter Und bei manchen war man froh, hinter einer Scheibe zu stehen.

haie.JPG©Bergholter Obwohl diese Riffhaie gefährlicher sind, als der Hammerhai.


Back to the Roots

Nach zwei Nächten in unserer feudalen Absteige beschlossen wir dann, uns wieder auf die wahre Natur unseres Trips zu besinnen. Also zogen wir wieder in den Van um und verbrachten zwei weitere Nächte wild campend an der Strandpromenade. So sehr wir die Annehmlichkeiten der vergangenen Tage auch genossen haben, so schön war es auch, wieder „daheim" zu sein. Insbesondere in diesem Ambiente: Abends saßen wir an der Promenade, grillten unser butterzartes Känguru-Filet an einem der vielen öffentlichen BBQs und betrachteten den Sonnenuntergang über dem Meer, während wir dinierten. Morgens wurde man vom Rauschen der Brandung und dem Geschrei der Möwen geweckt, schlug die Augen auf und blickte auf den Ozean.

7039-BBQ.JPG©Bergholter Ein netter Ort, um sich seine Mahlzeit zu bereiten...

stuehle_meerblick.JPG©Bergholter ... und sich auf einen Snack niederzulassen.


Die öffentlichen Sanitäranlagen waren durchaus annehmbar, die Strandduschen waren zwar kalt, was uns bei den sommerlichen Außentemperaturen aber nicht das Geringste ausmachte. Spätestens die kalte Dusche hatte den Schmutz des Outbacks endültig abgespült und die ersten Nächte im Van ließen ein gewisses Kribbeln aufkommen: Es war wieder an der Zeit auf die Straße zu kommen und weiter zu ziehen. Und so sollte es dann auch sein.


ss2_berg.JPG©Bergholter The Strand - die Promenade von Townsville. Das Meer im Rücken und mit Blick auf Castle Hill...

7054-panorama2.JPG©Bergholter ... der eine herrliche Aussicht auf die Bucht und die Stadt bietet.


 

von Peer Bergholter

 

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Kommentare zu "Meer in Sicht!"

Hach [antworten]

von rollinger am 12.09.2012 um 10:37 Uhr

Endlich am Meer, ich fieberte mit. Aber schon mal überlegt wie menschenfeindlich so ein Paradiesstrand ist. Kein Schatten, brennende Sonne und dann nur Salzwasser. Viel mir dieses Jahr am Atlantik auf.
Gute Reise weiterhin.


Lebensfeindliche Umgebung [antworten]

von Dan am 13.09.2012 um 09:41 Uhr

Das schau ich mir gerne an. Da kommen Erinnerungen hoch! Der Pool ist auf jeden Fall keine Alternative -aber, wenn sich zu früher nichts geändert hat, die vielen Pubs auf der Haupteinkaufsstraße. Es gab da auch so ein nettes Hostel mit Hängematten gleich zu Beginn der Ortschaft!...Naja und so könnte es weitergehen. Ach..ist das schön!

Ganz viel Spaß und Gute Reise!


Meer in Sicht [antworten]

von Anna-Maria Ciupe am 13.09.2012 um 16:14 Uhr

Wunderbare Photos! Kann verstehen, dass ihr Sehnsucht nach ein bisschen Zivilisation hattet und freue mich auf weitere Eindruecke.

Gute Reise!


Me(h)er [antworten]

von gisilamprecht am 15.09.2012 um 11:41 Uhr

Wir sind dabei und genießen mit, ach, die Welt kann so schön sein. Mehr Meer!!! Viel Glück weiter LG Gisi


Fotos [antworten]

von enc am 17.09.2012 um 10:05 Uhr

Das Bild von dem Grillplatz hatten wir schon mal in Darwin. Merkwürdig wie sich die Gegenden ähneln.
Ist sicher nur ein versehen.
Macht weiter so ich lese gerne mit.



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