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2. Oktober 2012
Ins Hinterland
Abseits der Küste mit ihren Touristenorten gibt es einiges zu entdecken. Wer dem Trouble der überlaufenen Strandorte entfliehen möchte, muss in der Regel nicht sonderlich weit fahren. Ein kurzer Trip ins Hinterland entführt einen in eine gänzlich andere Welt.
Etwa 25 Kilometer südlich von Coffs Harbour fuhren wir vom Pacific Highway ab und wandten uns nach Westen. Hier liegt der Waterfall Way, eine von Australiens berühmten Themenstrecken. Wie der Name vermuten lässt, taucht man hier in eine Landschaft ein, die von Urwald, gigantischen Schluchten und eben zahlreichen Wasserfällen geprägt ist. Ein Tag auf und neben dem Waterfall Way sollte eine willkommene Abwechslung zu den Strandpanoramen der vergangenen Tage und Wochen werden.
In die Berge
Kaum hatten wir den Highway hinter uns gelassen, änderte sich die Landschaft schlagartig. Wir fühlten uns zunächst ins Alpenvorland versetzt: sanft geschwungene Hügel und das satte Grün der Weiden, auf denen glücklich wirkende Kühe grasten. Und auch die Strasse veränderte sich. Bald wand sich die Route in engen Serpentinen die Berge hinauf, zu beiden Seiten flankiert von dichtem Wald. An manchen Stellen gab dieser den Blick frei auf tiefe Schluchten oder weitläufige Täler. Wir waren nun in den Ausläufern der Great Dividing Range, dem Gebirge, das sich etwas abseits der Küste parallel zu dieser erstreckt. Die ersten kleineren Wasserfälle erinnerten uns daran, wo wir uns befanden: am Anfang der Waterfall Ways.
Wir waren spät dran an diesem Tag, kamen auf der kurvenreichen Strecke nicht wirklich schnell voran, weshalb uns die Dunkelheit mitten in den Bergen überraschte. Wir suchten den einzigen Rastplatz in der Gegend und fanden ihn nicht. Mehrfach drehten wir um und fuhren die Strecke in inzwischen völliger Finsternis ab. Entnervt gaben wir auf und fuhren etwas ab der Straße zu einem Aussichtspunkt. Hier verbrachten wir die Nacht. Mutterseelenallein und in ständiger Furcht vor den Rangern, da das Kampieren hier verboten war. Und wir froren erstmals. Je weiter wir nach Süden kamen, desto frischer wurde es. Und hier, auf dem Mountain Top Aussichtspunkt (bei dem Namen hätte man hellhörig werden können), auf dem Gipfel der Berge, war es richtig schattig. Doch die Aussicht am Morgen, entschädigte uns für die klappernden Zähne in der Nacht: Wir überblickten ein Tal zu unseren Füßen, über dessen Wäldern der Frühnebel aufstieg.
© Peer Bergholter Schlafplatz mit Panorama und herrlicher Aussicht am frühen Morgen.
Über dem Dach des Urwaldes
Früh machten wir uns wieder auf den Weg nach Dorrigo, ein Ort auf der Strecke und am südlichen Ende des gleichnamigen Nationalparks gelegen. Dorrigo ist bekannt für seinen Skywalk, einen Steg mit angrenzender Aussichtsplattform, von der aus man einen wunderbaren Ausblick auf den Regenwald hat. Natürlich wollten wir uns diese nicht entgehen lassen. Und es war tatsächlich ein schönes Panorama. Ein anschließender kurzer Spaziergang durch das Dickicht brachte uns den Resten des Urwaldes nah, der hier einst die gesamte Region bedeckte.
© Peer Bergholter Der Skywalk im Dorrigo Nationalpark.
© Peer Bergholter Und der entsprechende Panoramablick dazu.
Herrliche Aussichten
In der Nähe von Dorrigo liegen dann auch die Dangar Falls, die ersten auf der Strecke, die wirklich den Namen Wasserfall verdient haben. Über dreißig Meter fallen die Wassermassen hier über eine Basaltwand in die Tiefe. Zwar sahen wir auf unserer Reise schon größere Wasserfälle, aber immerhin. Die Aussicht von der eigens errichteten Besucherplattform sowie vom nahe gelegenen Wanderweg war schon hübsch.
© Peer Bergholter Blick auf Dangar Falls.
© Peer Bergholter Gut zu wissen, man könnte sonst auf dumme Gedanken kommen...
Da entlang der gut 165 Kilometer langen Strecke so viele Wasserfälle liegen, beschlossen wir, uns auf die großen zu beschränken. Das gab uns auch die Zeit, etwas durch die jeweiligen umliegenden Nationalparks zu streifen.
So kamen wir zu den Ebor Falls. Hier stürzt das Wasser über zwei Kaskaden (27 und 63 Meter), bevor es in eine bewaldete Schlucht fällt. Rings um diese, ergießen sich weitere kleine Bachläufe über die Ränder des Canyons, den einige schöne Wanderwege erschließen.
© Peer Bergholter Der obere Ebor Wasserfall.
© Peer Bergholter Und der untere Ebor Wasserfall.
© Peer Bergholter Einer der kleinen Bachläufe, die sich hier
über die Klippe ergießen.
Die letzten Wasserfälle auf unserer Etappe dieses Tages waren der Wollomombi und der Chandler Wasserfall. Beide erinnern im Vergleich zu den vorherigen eher an kleine Rinnsale, sind nicht sonderlich spektakulär. Aber dafür ist es der Canyon, in den sich diese ergießen. Und da diese Schlucht so tief ist, zählt der Wollomombi Fall zu den höchsten Wasserfällen Australiens (ob zweit- oder dritthöchster, da streiten sich die Gelehrten), auch wenn man ihm das auf den ersten Blick nicht ansieht.
© Peer Bergholter Und einmal mehr eine herrliche Aussicht.
© Peer Bergholter Sieht nicht so aus, aber hierbei handelt sich um einen der höchsten Wasserfälle Australiens.
von Peer Bergholter
Etwa 25 Kilometer südlich von Coffs Harbour fuhren wir vom Pacific Highway ab und wandten uns nach Westen. Hier liegt der Waterfall Way, eine von Australiens berühmten Themenstrecken. Wie der Name vermuten lässt, taucht man hier in eine Landschaft ein, die von Urwald, gigantischen Schluchten und eben zahlreichen Wasserfällen geprägt ist. Ein Tag auf und neben dem Waterfall Way sollte eine willkommene Abwechslung zu den Strandpanoramen der vergangenen Tage und Wochen werden.
In die Berge
Kaum hatten wir den Highway hinter uns gelassen, änderte sich die Landschaft schlagartig. Wir fühlten uns zunächst ins Alpenvorland versetzt: sanft geschwungene Hügel und das satte Grün der Weiden, auf denen glücklich wirkende Kühe grasten. Und auch die Strasse veränderte sich. Bald wand sich die Route in engen Serpentinen die Berge hinauf, zu beiden Seiten flankiert von dichtem Wald. An manchen Stellen gab dieser den Blick frei auf tiefe Schluchten oder weitläufige Täler. Wir waren nun in den Ausläufern der Great Dividing Range, dem Gebirge, das sich etwas abseits der Küste parallel zu dieser erstreckt. Die ersten kleineren Wasserfälle erinnerten uns daran, wo wir uns befanden: am Anfang der Waterfall Ways.
Wir waren spät dran an diesem Tag, kamen auf der kurvenreichen Strecke nicht wirklich schnell voran, weshalb uns die Dunkelheit mitten in den Bergen überraschte. Wir suchten den einzigen Rastplatz in der Gegend und fanden ihn nicht. Mehrfach drehten wir um und fuhren die Strecke in inzwischen völliger Finsternis ab. Entnervt gaben wir auf und fuhren etwas ab der Straße zu einem Aussichtspunkt. Hier verbrachten wir die Nacht. Mutterseelenallein und in ständiger Furcht vor den Rangern, da das Kampieren hier verboten war. Und wir froren erstmals. Je weiter wir nach Süden kamen, desto frischer wurde es. Und hier, auf dem Mountain Top Aussichtspunkt (bei dem Namen hätte man hellhörig werden können), auf dem Gipfel der Berge, war es richtig schattig. Doch die Aussicht am Morgen, entschädigte uns für die klappernden Zähne in der Nacht: Wir überblickten ein Tal zu unseren Füßen, über dessen Wäldern der Frühnebel aufstieg.
Über dem Dach des Urwaldes
Früh machten wir uns wieder auf den Weg nach Dorrigo, ein Ort auf der Strecke und am südlichen Ende des gleichnamigen Nationalparks gelegen. Dorrigo ist bekannt für seinen Skywalk, einen Steg mit angrenzender Aussichtsplattform, von der aus man einen wunderbaren Ausblick auf den Regenwald hat. Natürlich wollten wir uns diese nicht entgehen lassen. Und es war tatsächlich ein schönes Panorama. Ein anschließender kurzer Spaziergang durch das Dickicht brachte uns den Resten des Urwaldes nah, der hier einst die gesamte Region bedeckte.
Herrliche Aussichten
In der Nähe von Dorrigo liegen dann auch die Dangar Falls, die ersten auf der Strecke, die wirklich den Namen Wasserfall verdient haben. Über dreißig Meter fallen die Wassermassen hier über eine Basaltwand in die Tiefe. Zwar sahen wir auf unserer Reise schon größere Wasserfälle, aber immerhin. Die Aussicht von der eigens errichteten Besucherplattform sowie vom nahe gelegenen Wanderweg war schon hübsch.
Da entlang der gut 165 Kilometer langen Strecke so viele Wasserfälle liegen, beschlossen wir, uns auf die großen zu beschränken. Das gab uns auch die Zeit, etwas durch die jeweiligen umliegenden Nationalparks zu streifen.
So kamen wir zu den Ebor Falls. Hier stürzt das Wasser über zwei Kaskaden (27 und 63 Meter), bevor es in eine bewaldete Schlucht fällt. Rings um diese, ergießen sich weitere kleine Bachläufe über die Ränder des Canyons, den einige schöne Wanderwege erschließen.
über die Klippe ergießen.
Die letzten Wasserfälle auf unserer Etappe dieses Tages waren der Wollomombi und der Chandler Wasserfall. Beide erinnern im Vergleich zu den vorherigen eher an kleine Rinnsale, sind nicht sonderlich spektakulär. Aber dafür ist es der Canyon, in den sich diese ergießen. Und da diese Schlucht so tief ist, zählt der Wollomombi Fall zu den höchsten Wasserfällen Australiens (ob zweit- oder dritthöchster, da streiten sich die Gelehrten), auch wenn man ihm das auf den ersten Blick nicht ansieht.
von Peer Bergholter
Kommentare zu "Ins Hinterland"
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Hach, da habt Ihr ja so ne schöne Ecke erwischt, und wir durften mal wieder mit Euch geniessen, danke für die wunderschönen Bilder, könnt jetzt grad loswandern. LG Gisi