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Zwei Jugendfreunde lassen Deutschland für ein Jahr hinter sich und reisen um die Welt. Immer grob in Richtung Osten und ohne ein Flugzeug zu besteigen. In ihrem Blog berichten Jochen Müller und Peer Bergholter wie sie das schaffen und was sie dabei erleben.
Location Hostel im Etagi Loft Projekt St.Petersburg
Jeder Reisende wird mir zustimmen, wenn ich sage, dass die Unterkunft einen Großteil des Vergnügens einer Reise ausmacht. Auch wenn man an sonnigen Tagen dort kaum Zeit verbringen wird.
© Jochen Müller Das Location Hostel, Ligovsky Prospekt 74
Es ist der Ort an den man abends heimkehrt. Auch wenn es nur ein Heim auf Zeit ist. Die Unterkunft macht dementsprechend auch einen Großteil der Entspannung der Reise aus. Es ist der Ort an dem man sich abends ermattet danieder sinken lässt, um die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen. Es ist auch der Ort an dem man sich wohlig in sein Bett kuschelt, die Decke bis unter das Kinn zieht und hoffentlich so gut schläft wie daheim. Kurz, egal ob Hostel oder Herberge, ob Pension oder Hotel, die Unterkunft ist auf Reisen das halbe Glück. Es gibt aber Unterkünfte, die bieten mehr als das. Nein, ich meine nicht die Wellnesshotels, in denen man im Fließbandbetrieb angestrengt versucht sich zu entspannen. Von Wellnesshostels ganz zu schweigen, siehe Sauna-Beitrag aus Tallinn. Wir wollen einmal annehmen, dass ein gutes Bett und ein ruhiges Zimmer Entspannung genug bieten. Was aber, wenn das Kulturprogramm gleich ins Hostel integriert wird? Kann das funktionieren? Soviel sei verraten: ja, es kann. Wer das selber herausfinden will, dem sei das Location Hostel in St.Petersburg wärmstens empfohlen. weiterlesen
11. Oktober 2011
Widrigkeiten
Nun ist es so weit. Kaum haben wir die vertrauten Gefilde der EU verlassen, kommen prompt die ersten Probleme auf. Nichts, was wir nicht erfolgreich aus der Welt geschafft hätten, aber es wird langsam ernst. Hier in Russland ist erstmals etwas mehr Aufmerksamkeit, Phantasie und gestikulatives Geschick gefragt.
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9. Oktober 2011
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St Petersburg. Ein erster Eindruck.
Es gibt Städte, die kann man nur bei Sonnenschein ertragen. Es gibt Städte, bei denen hilft nicht mal blauer Himmel. Und es gibt St Petersburg. Der Himmel war hauptsächlich grau als wir es kennen lernten. Das fiel mir jedoch erst beim Betrachten der Bilder auf. Hier ist das Wetter gleichgültig. Nur ein Tip: man sollte sich die Stadt vielleicht nicht bei strömendem Regen antun. Es würde einem ständig in den vor Staunen geöffneten Mund regnen. weiterlesen
6. Oktober 2011
Sauna vor dem Frühstück. Ein Selbstversuch.
Wenn der Hostelvater im Tallinnischen 16€Hotel denkt, er kann mich dadurch am saunieren hindern, dass er mich da nur vor dem Frühstück rein lässt, dann hat er sich geschnitten. Als er mir die Öffnungszeiten verriet und mich so feist angrinste, da dachte ich nur bei mir „Du wirst Dich noch wundern Freundchen, ich schwitz Dir die Bude kalt, aber Hallo". Und nahm mir vor, jeden Morgen um Punkt neun Uhr auf der Matte zu stehen und jede Minute bis elf Uhr auszukosten. Ich spielte sogar mit dem Gedanken draußen zu schlafen, damit meine Unterkühlung die Saunaheizung extra beansprucht. Wenn die hier denken, dass sie so weniger Kosten verursachen, dann kennen sie mich schlecht. weiterlesen
Tallinn. Unten anfangen, oben aufhören.
Nachdem wir gestern in Tallinn ankamen, fühlten wir uns erst ein wenig verloren.
Tallinn. Schönheit hat ihren Preis.
Man nehme: Gebäude aus dem Mittelalter, ausschließlich Kopfsteinpflaster in den Gassen und drum herum eine dicke Stadtmauer mit hohen Wehrtürmen, Einflüsse (gewaltsam und relativ gewaltfrei) von Deutschem Orden, Hanse, Schweden und Russen in einer bewegten Geschichte von Kriegen, Eroberungen, Belagerungen, Besetzungen und dem ewig dagegenhaltenden Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung. Man lasse das von Birkenwäldern umwachsen, vom rauen Ostseewind durchwehen und knapp 800 Jahre gut reifen. Was kommt dabei heraus? Ein freies, stolzes und bezaubernd schönes Tallinn.
© Jochen Müller Tallinn, Reval, wie man es auch nennt, es ist schön.
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4. Oktober 2011
Lettischer Volkssport
Eine weitere Beobachtung auf Rigas Straßen: Was uns in Vilnius bereits in zarten Ansätzen begegnete, scheint in Lettland ein Volkssport zu sein: Das Schnorren. Angesprochen wird man quasi von jedermann. Hier ein paar Lats, da eine Zigarette. Das Ganze geschieht im wahrsten Wortsinn beiläufig. Also im Vorbeigehen. Und die meisten Fragesteller halten nicht einmal inne, um den erwarteten negativen Bescheid ihrer Anfrage abzuwarten. Erbarmt man sich und verschenkt eine Zigarette, kann es dann doch einmal passieren, dass der Schnorrer stehen bleibt. Allerdings nicht, um sich zu bedanken, wie man vielleicht meinen könnte, sondern um gleich nach einer zweiten Zigarette zu fragen, während er sich die gerade erhaltene in die Tasche steckt. Für Bargeld gilt dies in gleichem, wenn nicht gar in gesteigertem Maße. Nachdem uns dieses Verhalten mehrfach begegnete, sah ich mich genötigt, einmal nachzufragen ob das denn nicht vielleicht ein wenig dreist sei. Wie selbstverständlich machte der zur Rechenschaft gezogene Schnorrer folgende Rechnung auf: Da Zigaretten in unserem Fall in Deutschland sehr teuer seien, sei es sonnenklar, dass wir uns in Lettland ausreichend mit günstigen Kippen eindeckten, also immer bestückt seien und es als vermeintlich wohlhabende Wessis ohnehin verschmerzen könnten. Dieser Logik konnte auch ich mich nicht verschließen. Die zweite Zigarette gab es dann trotzdem nicht.
Peer Bergholter
4. Oktober 2011
Peer Bergholter
Schläft Riga wirklich nie?
Die Stadt, die niemals schläft, so sagt man über Riga. Oder sagt Riga das über sich selbst? Ich höre das nicht zum ersten Mal, wenn es um die Beschreibung des mannigfaltigen Nachtlebens einer Stadt geht. Aber in Riga hatten wir die Gelegenheit, diese (Selbst-) Einschätzung einer eingehenden Überprüfung zu unterziehen. Schließlich wollte es das Schicksal, dass unser Aufenthalt ein Wochenende einschloss.
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3. Oktober 2011
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Riga - meine Perle!
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Kritische Selbstreflektion
Bei dem Tempo, dass wir bei unserem bisherigen Vormarsch an den Tag legten, blieb kaum Zeit, einmal in Ruhe über das Gesehene und Erlebte nachzudenken. Nun haben wir uns in Riga unseren ersten und wohlverdienten freien Tag gegönnt. Dieser war nötig und hat gut getan. Die ganzen Eindrücke einmal sacken lassen, verarbeiten und ein wenig reflektieren. Ich versuche mir hierbei Zeit zu nehmen um zu überprüfen, was in den ersten eineinhalb Woche alles passiert ist, was von den Vorstellungen und Erwartungen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Reise erfüllt oder auch enttäuscht wurde.
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