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21. Juli 2010
BERICHT 12. Moshi, Tansania. East Africa Cup
East Africa Cup am Fuße des Kilimanjaro

© Christian Rinke
© Joohn BrömstrupNächste Runde Public Transport, Free Body Massage! Wir hoppeln durch Kenia und wollen die Grenze zu Tansania in Taveta überqueren. Die Reise dahin war aber natürlich länger als uns angekündigt und so verbringen wir die Nacht unfreiwillig in der Grenzstadt.
© Christian Rinke
© Joohn Brömstrup
© Joohn BrömstrupGrenzstädte sind überall auf der Welt gleich, sie sind nur da, weil sie an der Grenze sind, sie Leben nicht, sondern existieren einfach nur. So ist es auch in Taveta, trotzdem gefällt uns die Einfachheit des Stadtbildes, die von den Grills verrauchten Straßen und die herrlichen Lichter, die aus den Läden auf die Straßen fallen.
© Christian Rinke
© Joohn BrömstrupNach Reis und Bohnen finden wir eine volle Bar, in der wir die einzigen Weißen sind…und vor allem auch die einzigen, die Deutschland im Spiel gegen Ghana unterstützen. Jeder Fehler der Deutschen wird gefeiert, es wird schadenfreudig gelacht und wir lachen mit. Beim Führungstor der Deutschen springe ich auf und schreie…um mich direkt wieder hinzusetzen. Zu lange will ich das Tor auch nicht zelebrieren. Wir können es aber auch nicht richtig feiern, die Ungewissheit, ob auch Ghana es in die nächste Runde schafft, trübt die Stimmung im ganzen Laden, uns definitiv eingeschlossen. Aber Australien macht Serbien weg und wir können beide Mannschaften feiern.
© Joohn BrömstrupAm nächsten Morgen überqueren wir die Grenze. Ich werde direkt wieder zurück geschickt zum Geld holen. Man nimmt meinen Dollarschein nicht an, da er von 1996 ist. Christian schlägt sich derweil wacker mit den üblichen, stets freundlichen Anschnackern. Nachdem alles geklappt hat und die Visumsgebühr in der Hemdtasche des Beamten gelandet ist, fahren wir nach Moshi.
Vorher noch ein kleiner Geldtausch am Straßenrand.
© Christian RinkeIn Moshi angekommen machen wir uns direkt auf zum East Africa Cup. Das Turnier für 12-16 jährige Mädchen und Jungs wird hier von sozialen und kirchlichen Organisationen aus Afrika und Norwegen bereits zum 10. Mal veranstaltet und richtet sich auch an soziale Projekte, die den Fußball als Motivator und Motor der Aufklärung nutzen. Wir nutzen den ersten Tag, um die Turnierluft zu schnuppern. Es soll fair zugehen, neben dem Platz entstehen Freundschaften, die Freude am Fußball ist offensichtlich, allerdings wird sich auf dem Platz gar nichts geschenkt. Nach 3 Stunden muss ich den Rückzug ins Hotelzimmer antreten, ich fühle mich elend und lege mich ins Bett. Christian inspiziert derweil die Gegend, während mein Fieber immer höher wird. Wasser, Entspannung und Schlaf sind jetzt für mich angesagt.
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© Joohn Brömstrup
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© Christian Rinke
Am nächsten Morgen bricht Christian zum Turnier auf, ich fahre zum christlichen Krankenhaus um mich checken zu lassen. Für den Bluttest bleibt nicht genug Zeit, da wir in zwei Tagen schon weiter nach Dar-Es-Salaam wollen. Also bekomme ich die volle Chemie-Keule: Anti-Malaria-Pillen, Tabletten gegen Typhus und obendrauf noch ein Antibiotikum sollen mich heilen. Ich will es ausmerzen, nehme alle Pillen mit Kusshand. Einen Tag später bin ich wieder fit, nicht das blühende Leben, aber wieder auf den Beinen. Nur eine Nacht heftiges Fieber und die Symptome lassen auf Typhus schließen, daher ich vorher dagegen geimpft wurde und dieser dann eher schwach verläuft. Wie auch immer, Krankheit weg, weitermachen.
© Joohn BrömstrupChristian verbringt den Tag an den Spielfeldern, wird inoffizieller Co-Trainer der Mädels von Moving the Goalposts aus Kilifi. Für jeden Sieg gibt es eine Runde Eis für die Mädels. Nach dem ersten Tag wird Christian die Kamera aus dem Hotelzimmer geklaut, mit ziemlicher Sicherheit mithilfe des Hotelpersonals. Wir müssen mit einer Kamera weniger auskommen, ich ohne Ladegerät, Ersatz gibt es erst in Dar-es-Salaam.
© Christian Rinke
© Joohn BrömstrupAuch am nächsten Tag schlagen sich die Mädels extrem gut, stoßen bis ins Halbfinale vor. Alle Teilnehmer, vor allem auch die Mädels von MTG sind hochmotiviert…verständlich wenn man die weite Anreise zu einem afrikanischem Turnier am Fuße des Kilimanjaro antritt. Wie oft haben wir uns gewünscht, auch noch mal 16 zu sein und noch mal bei so einem Turnier teilzunehmen. Im Halbfinale müssen sich unsere Mädels leider geschlagen geben. Vom späteren Turniersieger Super Mary aus Tansania. Diese wiederum zelebrieren ihren Sieg vor meiner Kamera, die Mädels von MTG aus Kilifi nehmen es sportlich.
© Joohn Brömstrup
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1300 Kinder nehmen hier Teil, die Stimmung untereinander ist ohne Ausnahme super. Der Kilimanjaro ist eine tolle Kulisse für dieses Turnier. Zweimal bekommen wir ihn zu Gesicht, die Spiele scheinen zu stoppen, alles blickt gebannt auf den zweithöchsten Gipfel der Welt.
© Christian RinkeEs hat uns großen Spaß gemacht, aber jetzt heißt es Abschied nehmen von den Mädels und Betreuern von MTG, in Johannesburg werden wir nur die 16-18 wieder treffen.
© Christian Rinke
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© Joohn Brömstrup
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© Christian Rinke
© Christian Rinke
© Christian RinkeDie kleinen persönlichen Rückschläge haben wir weggesteckt und wir fahren in Vorfreude auf zwei freie Tage am Strand nach Dar-es-Salaam.
Text: John Brömstrup
Photos: Christian Rinke & John Brömstrup
