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14. April 2012
Sakura - die Kirschblüte. Ein Fest der vergänglichen Schönheit
Wenn die Blüten der japanischen Pflaumenbäume abfallen, markiert das den Übergang in eine weitere Zeit der Blütenpracht und eine der wichtigsten Jahreszeiten in Japan. Gespannt verfolgen die Menschen "sakura zensen", was wörtlich übersetzt so viel wie Kirschblüten-Front bedeutet. Die Japanische Meteorologische Behörde veröffentlicht Prognosen über die sich von Okinawa im Süden ausbreitende Kirschblüte, von Anfang Februar auf den subtropischen Inseln bis Mitte Mai auf der nördlichsten Insel Hokkaido.
Zögerlich weicht die winterliche Kälte den warmen Temperaturen des Frühlings und die Menschen bereiten sich auf Hanami vor - die Feste des "Blüten-Betrachtens"
© Marcus Haid
© Marcus Haid
Geschichtlich wird der Beginn dieser Festlichkeiten in die Nara-Periode (710-794) platziert, in der noch Ume - die Pflaumenblüte - bevorzugt wurde. In der Heian-Periode (794-1185) verlagerte sich die Verehrung dann auf die Kirschblüte und in der Poesie wurde Sakura, die Kirschblüte, zum Synonym der Blume. In Gedichten und der Literatur wurden die Blüten mit dem Leben selbst verglichen - zerbrechlich und wunderschön aber auch kurz und vergänglich. Dieses Konzept der vergänglichen Schönheit zieht sich bis in die heutige Zeit durch die japanische Kunst und Kultur.
© Marcus Haid
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Diese untrennbar mit Japan verbundene Zeit wollte ich unbedingt selbst erleben und habe mir die ehemalige Kaiserstadt Kyoto als Basis für mein persönliches Hanami ausgewählt. Kyoto ist eine sehr schöne, überschaubare Stadt mit vielen wunderbaren Möglichkeiten die Kirschblüte zu erleben. Zusätzlich liegt Kyoto verkehrsgünstig zwischen Osaka und Tokyo und ermöglicht so auch Tagesausflüge in andere Gebiete um möglichst viele Eindrücke zu sammeln.
Doch zunächst kam die Ernüchterung…
Kyoto begrüßte mich mit Regen und eisigen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Von Kirschblüten keine Spur und das sollte auch noch einige Zeit so bleiben. Auch sakura zensen war nicht besonders ermutigend. Aufgrund einer ausgedehnten Kälteperiode würde die Kirschblüte dieses Jahr ungewöhnlich spät beginnen und aus den geplanten zwei Wochen in Kyoto sollten vier werden.
© Marcus Haid
Doch in der Zwischenzeit stehen die Kirschblüten in voller Pracht und die Menschen strömen zu hunderten und tausenden in die Tempelanlagen, Gärten und Parks um die Blüten zu betrachten. Ganz Japan scheint auf den Füßen und in Bewegung zu sein, von neugeborenen Babies bis zu alten Menschen. Hochzeiten haben Hochsaison, Getränke- und Essensstände sind für den Ansturm der Massen gerüstet.
© Marcus Haid
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© Marcus Haid
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Besonders beliebt sind zu dieser Jahreszeit Picknicks unter freiem Himmel inmitten der Kirschbäume in den vielen Gärten. Der Boden ist von riesigen blauen Plastikplanen bedeckt, rote Papierlaternen hängen in den Bäumen und Jung und Alt treffen sich hier, um zu essen, trinken und Spass zu haben.
© Marcus Haid
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Tempelanlagen und Bäume sind nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet, viele historische, normalerweise nicht zugängliche, Gebäude und Gärten sind für die kurze Zeit der Kirschblüte für Besucher geöffnet.
© Marcus Haid
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Trotz des Massenansturms gibt es noch einige Geheimtipps und es ist mir auch gelungen, kleine Tempelanlagen zu finden in denen ich die Kirschblüten ganz für mich alleine hatte und zu verstehen begann, was die Kernaussage von Hanami - das besinnliche Betrachten der Blüten - ist…
© Marcus Haid
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Zögerlich weicht die winterliche Kälte den warmen Temperaturen des Frühlings und die Menschen bereiten sich auf Hanami vor - die Feste des "Blüten-Betrachtens"
© Marcus Haid
© Marcus HaidGeschichtlich wird der Beginn dieser Festlichkeiten in die Nara-Periode (710-794) platziert, in der noch Ume - die Pflaumenblüte - bevorzugt wurde. In der Heian-Periode (794-1185) verlagerte sich die Verehrung dann auf die Kirschblüte und in der Poesie wurde Sakura, die Kirschblüte, zum Synonym der Blume. In Gedichten und der Literatur wurden die Blüten mit dem Leben selbst verglichen - zerbrechlich und wunderschön aber auch kurz und vergänglich. Dieses Konzept der vergänglichen Schönheit zieht sich bis in die heutige Zeit durch die japanische Kunst und Kultur.
© Marcus Haid
© Marcus HaidDiese untrennbar mit Japan verbundene Zeit wollte ich unbedingt selbst erleben und habe mir die ehemalige Kaiserstadt Kyoto als Basis für mein persönliches Hanami ausgewählt. Kyoto ist eine sehr schöne, überschaubare Stadt mit vielen wunderbaren Möglichkeiten die Kirschblüte zu erleben. Zusätzlich liegt Kyoto verkehrsgünstig zwischen Osaka und Tokyo und ermöglicht so auch Tagesausflüge in andere Gebiete um möglichst viele Eindrücke zu sammeln.
Doch zunächst kam die Ernüchterung…
Kyoto begrüßte mich mit Regen und eisigen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Von Kirschblüten keine Spur und das sollte auch noch einige Zeit so bleiben. Auch sakura zensen war nicht besonders ermutigend. Aufgrund einer ausgedehnten Kälteperiode würde die Kirschblüte dieses Jahr ungewöhnlich spät beginnen und aus den geplanten zwei Wochen in Kyoto sollten vier werden.
© Marcus HaidDoch in der Zwischenzeit stehen die Kirschblüten in voller Pracht und die Menschen strömen zu hunderten und tausenden in die Tempelanlagen, Gärten und Parks um die Blüten zu betrachten. Ganz Japan scheint auf den Füßen und in Bewegung zu sein, von neugeborenen Babies bis zu alten Menschen. Hochzeiten haben Hochsaison, Getränke- und Essensstände sind für den Ansturm der Massen gerüstet.
© Marcus Haid
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© Marcus Haid
© Marcus HaidBesonders beliebt sind zu dieser Jahreszeit Picknicks unter freiem Himmel inmitten der Kirschbäume in den vielen Gärten. Der Boden ist von riesigen blauen Plastikplanen bedeckt, rote Papierlaternen hängen in den Bäumen und Jung und Alt treffen sich hier, um zu essen, trinken und Spass zu haben.
© Marcus Haid
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© Marcus HaidTempelanlagen und Bäume sind nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet, viele historische, normalerweise nicht zugängliche, Gebäude und Gärten sind für die kurze Zeit der Kirschblüte für Besucher geöffnet.
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© Marcus Haid
© Marcus HaidTrotz des Massenansturms gibt es noch einige Geheimtipps und es ist mir auch gelungen, kleine Tempelanlagen zu finden in denen ich die Kirschblüten ganz für mich alleine hatte und zu verstehen begann, was die Kernaussage von Hanami - das besinnliche Betrachten der Blüten - ist…
© Marcus Haid
© Marcus HaidKommentare zu "Sakura - die Kirschblüte. Ein Fest der vergänglichen Schönheit"
Wunderschöne Bilder
von Stefan
am 16.04.2012 um 16:15 Uhr
...und wirklich sehr interessant, wie die Japaner die Kirschblüten-Saison zelebrieren. Alleine schon, dass es die Ausdrücke "sakura zensen" und "hanami" gibt, zeugt davon wie stark diese schöne Zeit historisch verankert ist. Das ist ein schönes Thema, auch für unseren Blog. Herzlichen Dank für die Anregung!
Danke...
von Katrin
am 23.04.2012 um 08:44 Uhr
... für die tollen Fotos und den sehr angenehm zu lesenden und informativen Bericht dazu :)
Frohes Reisen weiterhin :)
"Sakura - die Kirschblüte. Ein Fest der vergänglichen Schönheit" kommentieren


schoene Bider, es macht mir viel Vergnuegen diesen Blog zu lesen. Bin neugierig auf den naechsten Eintrag.