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29. April 2012
Sonnenbad zwischen Müll und Beton
Wer an Saudi-Arabiens Ostküste baden will, darf nicht zimperlich sein. Am Strand gilt es, zwischen Plastiktüten, Dosen und Knochen einen freien Platz für das Handtuch zu finden.
©Hinzel Bieten Platz für Großfamilien: Kabinen aus Beton.
Dammam. Saudische Ostküste. 35 Grad Celcius. Meine Kollegen und ich sitzen im Auto, die Klimaanlage will nicht wirklich ihren Dienst verrichten. Mein Rücken klebt am Autositz fest. Half Moon Bay heißt unser Ziel. Strand, Baden im Arabischen Golf: Das ist unser Ziel. Wir durchqueren Khobar, eine von Saudi-Arabiens noch recht jungen Städten. Hochhäuser und Fast-Food-Restaurants. Heimat vieler Angestellter von Aramco - der Arabian American Oil Company, denn unter Khobars sandigem Boden liegt der Schatz Saudi-Arabiens: Das Öl. „So wie Houston, Texas", beschreibt ein saudischer Freund von mir die Stadt. Irgendwie modern, irgendwie gesichtslos. Aber mit „vielen großen tollen Shopping-Malls." Außerdem gibt es in Khobar die „Corniche", eine lange Uferpromenade. Ansonsten ist die Stadt aufs Auto ausgerichtet. Zum Durchfahren. Was wir dann auch machen.
©Hinzel Fast kein Strandabschnitt ist kabinenfrei. Über mehrere Kilometer hinweg.
Direkt dahinter beginnt die Half Moon Bay. Auf den romantischen Namen trifft die harte Realität: Strandkabinen aus Beton, angemalt in Gelb, Hellblau und Orange, reihen sich entlang des Strandes auf. Das Meer riecht nicht so frisch, wie es riechen sollte.
©Hinzel Flaschen, Tüten, Dosen:
Müll am Strand scheint
niemanden zu stören.
Am Horizont ragen die Türme von Raffinerien in den Himmel. Wir überlegen uns, ob wir unsere Handtücher lieber auf den Beton legen oder auf die festgefahrene Reifenspur direkt am Wasser. Überall, wo der Sand weich und locker ist, liegen Flaschen, Tüten, Dosen. Wir fahren weiter.
Vorbei an Meerwasserentsalzungsanlagen, Dünen und unzähligen Baustellen. Wäre Sprit nicht so billig, hätten wir uns vielleicht mit der Half Moon Bay zufrieden gegeben. Aber so geht es weiter und weiter auf der Suche nach einem sauberen Strand. In einem kleinen Ort namens Ukair werden wir fündig. Auch hier gibt es bunt angemalte Strandkabinen aus Beton. Aber der Strand ist einigermaßen sauber. Wir breiten unsere Handtücher aus und wollen uns in die Sonne legen, als ein Polizist mit seinem Jeep neben uns hält. „Hier ist die Familien-Sektion. Single-Männer müssen an einen anderen Strand", sagt er. Aber niemand hat sich bisher beschwert.
All die Familien und Frauen hier sagen nichts. Wir wollen einfach nur baden. „Mafi Mushkila" - kein Problem -, erwidern wir. „Mushkila Kebir" - großes Problem -, antwortet er. Doch er scheint keine Lust zu haben, sich weiter zu streiten und fährt einfach davon. „Nein. Nach zwei Stunden Fahrt lassen wir uns den Strandspaß jetzt nicht mehr nehmen", denke ich mir.
Ich streife mein T-Shirt ab und setze meinen Fuß in das seichte Wasser. Aus Richtung der Strandkabinen weht der Wind. Es stinkt nach Kacke. Gülle. Brechreiz. Schnell rein ins Wasser. Schnell rein.
©Hinzel Bieten Platz für Großfamilien: Kabinen aus Beton.
©Hinzel Fast kein Strandabschnitt ist kabinenfrei. Über mehrere Kilometer hinweg.Direkt dahinter beginnt die Half Moon Bay. Auf den romantischen Namen trifft die harte Realität: Strandkabinen aus Beton, angemalt in Gelb, Hellblau und Orange, reihen sich entlang des Strandes auf. Das Meer riecht nicht so frisch, wie es riechen sollte.
©Hinzel Flaschen, Tüten, Dosen: Müll am Strand scheint
niemanden zu stören.
Vorbei an Meerwasserentsalzungsanlagen, Dünen und unzähligen Baustellen. Wäre Sprit nicht so billig, hätten wir uns vielleicht mit der Half Moon Bay zufrieden gegeben. Aber so geht es weiter und weiter auf der Suche nach einem sauberen Strand. In einem kleinen Ort namens Ukair werden wir fündig. Auch hier gibt es bunt angemalte Strandkabinen aus Beton. Aber der Strand ist einigermaßen sauber. Wir breiten unsere Handtücher aus und wollen uns in die Sonne legen, als ein Polizist mit seinem Jeep neben uns hält. „Hier ist die Familien-Sektion. Single-Männer müssen an einen anderen Strand", sagt er. Aber niemand hat sich bisher beschwert.
All die Familien und Frauen hier sagen nichts. Wir wollen einfach nur baden. „Mafi Mushkila" - kein Problem -, erwidern wir. „Mushkila Kebir" - großes Problem -, antwortet er. Doch er scheint keine Lust zu haben, sich weiter zu streiten und fährt einfach davon. „Nein. Nach zwei Stunden Fahrt lassen wir uns den Strandspaß jetzt nicht mehr nehmen", denke ich mir.
Ich streife mein T-Shirt ab und setze meinen Fuß in das seichte Wasser. Aus Richtung der Strandkabinen weht der Wind. Es stinkt nach Kacke. Gülle. Brechreiz. Schnell rein ins Wasser. Schnell rein.
Kommentare zu "Sonnenbad zwischen Müll und Beton"
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Vielen Dank für deine interessanten Berichte aus dem saudischen Königreich. Ich hoffe du bleibst noch für einige Zeit in Riad, um noch mehr über dieses geheimnisvolle Land zu erfahren!!