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Der Reise-Blog von Stefan Nink
Am Nebentisch (1)
In einem Café in Udaipur sitzt ein Franzose und isst einen Nudelsalat, den er zuvor mit viel Tam-Tam und lautem "Ich-spreche-jetzt-wirklich-extra-deutlich-für-Dich"-Französisch bei dem kleinen Jungen bestellt hat, der hier aushilft. Die nächsten fünf Tage wird der Franzose mit Magenkrämpfen und Durchfall fliegenumschwärmt in seinem nicht klimatisierten Gästehauszimmer liegen, aber das weiß der Franzose jetzt natürlich noch nicht. Jetzt isst er seinen Kartoffelsalat mit viel Mayonnaise und telefoniert mit einem Freund in Paris. Dem erklärt er, wie toll dieses Indien sei. Und wie problemlos man reisen könne, auch, wenn niemand Französisch spreche.
1. Februar 2013
Kategorie 5
In den vergangenen Wochen bin ich mit meinem Roman durch die Buchhandlungen der Republik getingelt und dabei immer wieder gefragt worden, ob New Orleans denn tatsächlich eine so mystische Stadt sei, wie sie in einigen Kapiteln beschrieben wird. Und ob es wirklich noch Voodoo-Prinzessinen gebe und man nachts im French Quarter das Gefühl haben könne, die Vergangenheit schleiche sich in die Straßen zurück. Ich habe das dann immer mit "ja, ja, ja" beantwortet.
Und dann habe ich angefügt, dass New Orleans vor allem eine Stadt sei, die noch immer an den Folgen von Katrina leidet. Und zwar ziemlich schlimm, selbst über sieben Jahre nach dem Sturm. Und dass eigentlich jeder USA-Reisende mal vorbei schauen sollte. Weil jeder Besucher hilft. Der Stadt. Und den Menschen.
(Um die Mystik kann man sich dann ja gleich mit kümmern.)
Stefan Nink
23. Januar 2013
Und dann habe ich angefügt, dass New Orleans vor allem eine Stadt sei, die noch immer an den Folgen von Katrina leidet. Und zwar ziemlich schlimm, selbst über sieben Jahre nach dem Sturm. Und dass eigentlich jeder USA-Reisende mal vorbei schauen sollte. Weil jeder Besucher hilft. Der Stadt. Und den Menschen.
(Um die Mystik kann man sich dann ja gleich mit kümmern.)
Stefan NinkDiscover Gold
Es gibt Momente, in denen erinnert einen die Welt an eine längst vergessen geglaubte Zigarettenwerbung.
Hongkong, Foto: Stefan Nink
14. Januar 2013
Hongkong, Foto: Stefan NinkDunkelviolett
Gerade gelesen: In Australien ist es derart heiß, dass die Meteorologen eine neue Farbe bei den Wetterkarten hinzufügen mussten. Alle Gebiete, in denen es über 50 Grad Celsius wird, werden jetzt in einem satten dunkelviolett markiert.
(Und wir jammern über drei, vier Grad minus...)
13. Januar 2013
(Und wir jammern über drei, vier Grad minus...)
Meet the Locals! (18)
Stefan NinkEmpfang
Tiefe Nacht. Laute Stimmen direkt vor der Hotelzimmertür. Mann und Frau. Mann laut, Frau leiser.
Fünf Minuten später reden sie immer noch. Aus dem Bett und nachgeschaut: Unmittelbar vor der Zimmertür hockt jemand mit seinem Notebook am Boden und unterhält sich via Skype mit seiner Freundin.
Verschwinden? "Aber hier ist der Empfang am besten!"
7. Januar 2013
Fünf Minuten später reden sie immer noch. Aus dem Bett und nachgeschaut: Unmittelbar vor der Zimmertür hockt jemand mit seinem Notebook am Boden und unterhält sich via Skype mit seiner Freundin.
Verschwinden? "Aber hier ist der Empfang am besten!"
Weltenbild
Manchmal - und aus manchen Blickwinkeln - sieht diese Welt aus wie gemalt.
(Das hier sind kleine Gletscherseen im Yukon, Alaska, aus einer Cessna aus gesehen)
Stefan Nink
7. November 2012
(Das hier sind kleine Gletscherseen im Yukon, Alaska, aus einer Cessna aus gesehen)
Stefan NinkHotel-Dialog (8)
Housekeeping:
Housekeeping! Housekeeping! Hallo? Housekeeping!
(Vor der Tür steht eine asiatische Hotel-Angestellte. Das Hotel steht in München.)
Ich:
Guten Morgen! Ich bin in zehn Minuten weg - dann können Sie ins Zimmer, ja?
Housekeeping:
Ah! Gut! Gutgut! Dein Stadt?
Ich:
Woher ich komme?
Housekeeping:
Dein Stadt dein Stadt! Dein!
Ich:
Ich bin aus Mainz.
Housekeeping:
Main? Ah! FrankfurtMain! Gut!
Ich:
Mainz, nicht Main - mit einem z am Ende: Mainz
Houseekeeping:
Main Main - Du Main!
Ich:
z! Mainz!
Housekeeping:
Ah! Mainsssss. Mainssssss! Du! Mainsssss!
Gut Fussball, gut gut! Tsüss! Tsüss!
1. November 2012
Housekeeping! Housekeeping! Hallo? Housekeeping!
(Vor der Tür steht eine asiatische Hotel-Angestellte. Das Hotel steht in München.)
Ich:
Guten Morgen! Ich bin in zehn Minuten weg - dann können Sie ins Zimmer, ja?
Housekeeping:
Ah! Gut! Gutgut! Dein Stadt?
Ich:
Woher ich komme?
Housekeeping:
Dein Stadt dein Stadt! Dein!
Ich:
Ich bin aus Mainz.
Housekeeping:
Main? Ah! FrankfurtMain! Gut!
Ich:
Mainz, nicht Main - mit einem z am Ende: Mainz
Houseekeeping:
Main Main - Du Main!
Ich:
z! Mainz!
Housekeeping:
Ah! Mainsssss. Mainssssss! Du! Mainsssss!
Gut Fussball, gut gut! Tsüss! Tsüss!
Off to Middle Earth!
Manchmal frage ich mich, ob so etwas in irgendeinem anderen Land der Welt möglich wäre...
Mitte Dezember startet "Der Hobbit" in den Kinos der Welt, und ganz Neuseeland ist in diesen Wochen dabei, sich allmählich in Mittelerde zu verwandeln. Aktuelles Beispiel: Das neue Sicherheitsvideo der Air New Zealand, in dem Hobbits, Elben, Regisseur Peter Jackson und ein Nachfahre von J.R.R. Tolkien himself mitspielen. Herrlich.
(Lieblingsstelle: "If you need a little bit more inflation, simply blow into the mouth piece")
29. Oktober 2012
Mitte Dezember startet "Der Hobbit" in den Kinos der Welt, und ganz Neuseeland ist in diesen Wochen dabei, sich allmählich in Mittelerde zu verwandeln. Aktuelles Beispiel: Das neue Sicherheitsvideo der Air New Zealand, in dem Hobbits, Elben, Regisseur Peter Jackson und ein Nachfahre von J.R.R. Tolkien himself mitspielen. Herrlich.
(Lieblingsstelle: "If you need a little bit more inflation, simply blow into the mouth piece")
Zuspruch im Frankenstorm
Frankenstorm-Sitzenbleier? Machen Sie sich nix draus. Andere auch. Das hier hab ich mal über Tage wie diese geschrieben - kurz bevor dieser Vulkan auf Island loslegte und mich in China erwischte, aber das wusste ich da ja noch nicht. Und Sandy war auch noch weit weg...:
Wenn diese Zeilen hier erscheinen, bin ich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht dort, wo ich eigentlich sein sollte. Oder möchte. Oder müsste. Wenn Sie das hier lesen, hänge ich bestimmt irgendwo fest. Mal wieder. Weil ich es mal wieder geschafft habe, mir auf dieser grossen weiten Welt ausgerechnet jene Ecke auszusuchen, in der das Wetter verrückt spielt. Und es geht hier nicht um das frühmorgendliche Glatteis oder den Stau, den ein umgestürzter Baum ausgelöst hat. Andere Reisende geraten in Streiks. Ich gerate in Wetterkatastrophen.
Keine Ahnung, wann das angefangen hat. Ich erinnere mich an total verregnete Urlaube als Kind, möglicherweise waren das erste Probeläufe. Seitdem nimmt das ganze Jahr für Jahr groteskere Formen an. Während eines zweitägigen(!) Aufenthalts auf Bermuda habe ich es tatsächlich geschafft, von einem Tornado erwischt zu werden, jeder Meteorologe würde vor Begeisterung jauchzen. In South Carolina ging zeitgleich mit mir ein lieblicher Hurrikan an Land - meine vorgebuchten Hotels waren abends als Trümmerhaufen im Fernsehen zu sehen. An Australiens Küste bin ich in einen Zyklon geraten und gleich anschliessend im Landesinnern in ein Buschfeuer (an der Rezeption haben sie meinen Bericht von der flammenumzüngelten Anfahrt ein bisschen zu sehr auf die leichte Schulter genommen - das Resort ist tagsdrauf dann komplett abgebrannt). Vor ein paar Jahren sass ich tagelang in einem nepalesischen Guesthouse fest, dessen Besitzer ausschließlich Bob Marleys „Greatest Hits“ spielte, immer und immer wieder, bis der Eisregen draußen aufhörte und uns ein russischer Militärhubschrauber zurück weiterlesen
Wenn diese Zeilen hier erscheinen, bin ich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht dort, wo ich eigentlich sein sollte. Oder möchte. Oder müsste. Wenn Sie das hier lesen, hänge ich bestimmt irgendwo fest. Mal wieder. Weil ich es mal wieder geschafft habe, mir auf dieser grossen weiten Welt ausgerechnet jene Ecke auszusuchen, in der das Wetter verrückt spielt. Und es geht hier nicht um das frühmorgendliche Glatteis oder den Stau, den ein umgestürzter Baum ausgelöst hat. Andere Reisende geraten in Streiks. Ich gerate in Wetterkatastrophen.
Keine Ahnung, wann das angefangen hat. Ich erinnere mich an total verregnete Urlaube als Kind, möglicherweise waren das erste Probeläufe. Seitdem nimmt das ganze Jahr für Jahr groteskere Formen an. Während eines zweitägigen(!) Aufenthalts auf Bermuda habe ich es tatsächlich geschafft, von einem Tornado erwischt zu werden, jeder Meteorologe würde vor Begeisterung jauchzen. In South Carolina ging zeitgleich mit mir ein lieblicher Hurrikan an Land - meine vorgebuchten Hotels waren abends als Trümmerhaufen im Fernsehen zu sehen. An Australiens Küste bin ich in einen Zyklon geraten und gleich anschliessend im Landesinnern in ein Buschfeuer (an der Rezeption haben sie meinen Bericht von der flammenumzüngelten Anfahrt ein bisschen zu sehr auf die leichte Schulter genommen - das Resort ist tagsdrauf dann komplett abgebrannt). Vor ein paar Jahren sass ich tagelang in einem nepalesischen Guesthouse fest, dessen Besitzer ausschließlich Bob Marleys „Greatest Hits“ spielte, immer und immer wieder, bis der Eisregen draußen aufhörte und uns ein russischer Militärhubschrauber zurück weiterlesen
