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Der Reise-Blog von Stefan Nink
Mannahatta 1609
Manche Weltenecken kann man sich ja nur schwer in ihrem ursprünglichen Zustand vorstellen. Manhattan ohne Wolkenkratzer zum Beispiel. Aus Aufzeichnungen der holländischen Siedler weiß man immerhin, dass Greenwich Village einst tatsächlich ein Dorf im Grünen außerhalb der eigentlichen Stadt war (und ein Ausflug dorthin oft genug mit einem Pfeil im Rücken endete), und dass die Wall Street so heißt, weil sie an der Stelle des früheren Holzwalles verläuft, der Stadt von Natur trennte - auch bekannt. Das "Mannahatta Project" führt Leser (bzw.: Vorbeischauer) einen größeren historischen Schritt zurück - und zeigt, wie die Insel vor der Ankunft von Henry Hudson ausgesehen haben mag. Viel grüner, aber auch viel kleiner.
2. September 2009
Schön gebaut! (5)
Stefan NinkKirche in Hérémence, Schweiz.
Bevor die Fremden kommen
Vor etwa einem Vierteljahrhundert erschien im "Zeit"-Magazin eine Foto-Reportage mit dem Titel: "Siena, bevor die Fremden kommen". Ich weiß das noch deshalb so genau, weil diese doppelseitigen Schwarz-Weiß-Fotografien (ja! die gab es damals!) einen ganz eigentümlichen Reiz ausübten. Und Siena aussehen ließen wie eine verwunschene Stadt, die auf ihrem Weg in die Gegenwart so lange herumgetrödelt hatte, dass sie irgendwann nicht mehr wusste, in welche Richtung sie sollte.
Leider ist es mir nie gelungen, vor den anderen Fremden in Siena zu sein - die waren immer alle schon da. Auch gestern wieder.
22. August 2009
Leider ist es mir nie gelungen, vor den anderen Fremden in Siena zu sein - die waren immer alle schon da. Auch gestern wieder.
Stefan Nink
Im ZEIT-Archiv ist der Artikel von damals übrigens weiterlesen
Hotel-Dialog

Ich zeige auf das Banner mit den dramatischen Schriftzeichen, das die Hotelleitung am Geländer meines Balkons befestigt hat und das drei weitere Balkone nach links wie nach rechts reicht. "What does it mean?"
"It say: Welcome to our foreign guests!"
"But your foreign guests cannot read Chinese..."
"Yesyes.... But you`re welcome anyway."
Bahnhof, noch einmal
Gestern Abend bei Willemsen gelesen:
"Wer je von der Atmosphäre alter Bahnhöfe berührt wurde, auf denen Menschen, noch ganz mit Fremde behangen, ankommen, um ihren ersten Blick auf das Neuland zu werfen, der sieht der Umwandlung dieser sozialen Umschlagplätze von Hoffnung und Elend in Zentren des Erlebnis-Shoppings mit Widerwillen zu."
20. August 2009
"Wer je von der Atmosphäre alter Bahnhöfe berührt wurde, auf denen Menschen, noch ganz mit Fremde behangen, ankommen, um ihren ersten Blick auf das Neuland zu werfen, der sieht der Umwandlung dieser sozialen Umschlagplätze von Hoffnung und Elend in Zentren des Erlebnis-Shoppings mit Widerwillen zu."
Reiselieder
Wie alle anderen großen Jungs kannte ich es aus den Romanen und Erzählungen von Jack London. Aber als ich dann zum ersten Mal im Süden war, also: wirklich im Süden - da habe ich es partout nicht entdecken können am Nachthimmel, das Kreuz des Südens. Und die Australier haben es doch sogar auf ihrer Nationalflagge!
Kurz vor einsetzender Nackensteifheit hat mir dann jemand gezeigt, was ich ohne Hilfe niemals gefunden hätte: Wer in einem katholischen Elternhaus im Rheinland aufgewachsen ist, denkt bei Kreuz selbstverständlich an DAS Kreuz, und DAS Kreuz hat natürlich einen dicken fetten Nagel dort, wo die beiden Balken sich treffen.
Das Southern Cross stört sich natürlich nicht an derart katechistischem Firlefanz - und verzichtet auf einen Stern in seiner Mitte. Deswegen sieht es auch eher aus wie ein perfekter geformter Papierdrachen. Aber vielleicht auch nicht für alle.
"Southern Cross" von CS&N eröffnet die Reiselieder-Rubrik. Bevor sich Graham Nash beim Wasserskifahren vor Hawaii mal beide Beine gleichzeitig gebrochen hat, waren die ja textlich oft auf den Weltmeeren unterwegs. Und versteckten kleine Lebensweisheiten hinter engelsgleichen Terzen und bountymäßiger "Segel setzen! Volle Kraft voraus!"-Klischees. Kann man immer wieder hören.
14. August 2009
Kurz vor einsetzender Nackensteifheit hat mir dann jemand gezeigt, was ich ohne Hilfe niemals gefunden hätte: Wer in einem katholischen Elternhaus im Rheinland aufgewachsen ist, denkt bei Kreuz selbstverständlich an DAS Kreuz, und DAS Kreuz hat natürlich einen dicken fetten Nagel dort, wo die beiden Balken sich treffen.
Das Southern Cross stört sich natürlich nicht an derart katechistischem Firlefanz - und verzichtet auf einen Stern in seiner Mitte. Deswegen sieht es auch eher aus wie ein perfekter geformter Papierdrachen. Aber vielleicht auch nicht für alle.
"Southern Cross" von CS&N eröffnet die Reiselieder-Rubrik. Bevor sich Graham Nash beim Wasserskifahren vor Hawaii mal beide Beine gleichzeitig gebrochen hat, waren die ja textlich oft auf den Weltmeeren unterwegs. Und versteckten kleine Lebensweisheiten hinter engelsgleichen Terzen und bountymäßiger "Segel setzen! Volle Kraft voraus!"-Klischees. Kann man immer wieder hören.
Welcome Home
Woran merkt man, dass man wieder zuhause ist? An Männern in 7/8-Hosen zum Beispiel, über denen Hemden hängen, die aus Geschirrtüchern hergestellt zu sein scheinen. An der dunstigen Hitze. Am schlimmen HipHop aus schlimmen Autos. Und an der Lautsprecherstimme, die einen an den Gleisen begrüßt. Der Mainzer Hauptbahnhof ist bundesweit sicherlich der einzige, der eine Sprecherin mit Hasenscharte beschäftigt, damit die Hinweise zwischen kreischenden Bremsen, einfahrenden Zügen und quengelnden Kindern auch richtig gut zu verstehen sind: "Akhnunnnng, Akhnunnng, die
S NnN aus Frnnkfut fährt ausnhmsweise von Gleis 8!"
Schön, wieder zuhause zu sein.
4. August 2009
S NnN aus Frnnkfut fährt ausnhmsweise von Gleis 8!"
Schön, wieder zuhause zu sein.
Zwischenruf aus der Steppe
Nach Wochen voller mongolischer Rumpelpisten, Sandstürme, zorniger Kamele, gärender Stutenmilch und permanenter Reifenwechsel: Ein Computer mit Internetzugang.
Komisch: Hat man bis gerade eben überhaupt nicht vermisst.
Und kommt jetzt nicht mehr von ihm los.



alle: Stefan Nink
21. Juli 2009
Komisch: Hat man bis gerade eben überhaupt nicht vermisst.
Und kommt jetzt nicht mehr von ihm los.



alle: Stefan NinkMeet the Locals! (3)
Stefan NinkJunges Paar, Tallinn, Estland.
Nie erschienen (4)
>> In Montgomery mögen sie uns überhaupt nicht. Jedenfalls nicht im Hank Williams-Museum - einer kleinen Gedenkstätte für den größten Sohn der Stadt, die unter einem grauen Himmel hockt, als brüte sie eine schwere Grippe aus. Hank war ja sowas wie der Vater aller musizierenden Outlaws, ein Mann, der Whisky liebte und Morphium brauchte. Hank sang, dass die Nackenhaare Spalier standen, sang von Liebe, Tod und Teufel, sang treffliche Lieder wie „I am so lonesome I could die“ oder „I will never get out of this world alive“, was sich im bescheidenen Alter von 29 Jahren dann auch prompt bewahrheitete. Nun wird sein Erbe von einer Kuratorin verwaltet, die sich bei unserem Eintreten innerlich bekreuzigt. „Alles, was Sie über Hank Williams schreiben, weiterlesen
