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Der Reise-Blog von Stefan Nink
Letztens in... Montgomery, Alabama
In Montgomery mögen sie uns überhaupt nicht. Jedenfalls nicht im Hank Williams-Museum - einer kleinen Gedenkstätte für den größten Sohn der Stadt, die unter einem grauen Himmel hockt, als brüte sie eine schwere Grippe aus. Hank war ja sowas wie der Vater aller musizierenden Outlaws, ein Mann, der Whisky liebte und Morphium brauchte. Hank sang, dass die Nackenhaare Spalier standen, sang von Liebe, Tod und Teufel, sang treffliche Lieder wie „I am so lonesome I could die“ oder „I will never get out of this world alive“, was sich im bescheidenen Alter von 29 Jahren dann auch prompt bewahrheitete. Nun wird sein Erbe von einer Kuratorin verwaltet, die sich bei unserem Eintreten innerlich bekreuzigt. „Alles, was Sie über Hank Williams schreiben, muss uns vor Abdruck vorgelegt werden! Wir lassen nur absolut positive Berichte zu.“ Sie überlegt. „So, wie Sie aussehen, weiß ich allerdings schon, wie Ihr Artikel ausfallen wird.“ Was? Gar nicht wird er, gar nicht! Die wird sich wundern! Natürlich würde man jetzt gerne diskutieren, über Meinungsfreiheit und einiges mehr aus dem First Amendment, aber dann ruft sie wahrscheinlich gleich den Museumsanwalt an, das lassen wir lieber. Kein Wunder, dass Hank die Freiheit in der Flasche gesucht hat - anderswo ist die nicht zu finden in Montgomery, Alabama. Das Tribute-Album für unverschämte 24,95$ kann sie natürlich auch behalten. Da fahren wir lieber hinüber zur Hank Williams-Statue und lassen uns von den Moskitos zerstechen.
13. Februar 2013
Passwort
Hotelbetreiber und Besitzer von Pensionen müssen ja höllisch aufpassen, dass böse Gäste ihren WLAN-Zugang nicht dazu nutzen, um schnell mal das Gesamtwerk von Miles Davies von einer Tauschbörse zu saugen.
Neulich hat mir die Besitzerin eines kleinen B&B in Irland erzählt, dass ihr ein Auto aufgefallen sei, das ständig auf der Straße vor dem Haus parkte. Auf dem Fahrersitz saß ein Mann mit Notebook. Als sie dann mal vorsichtig an die Scheibe klopfte, kam heraus, dass da jemand den - unverschlüsselten - Zugang des B&B-WLANs zur Vervollständigung seiner Musiksammlung nutzte.
Seitdem hat das B&B ein Passwort. Und was für eins!
Stefan Nink
11. Februar 2013
Neulich hat mir die Besitzerin eines kleinen B&B in Irland erzählt, dass ihr ein Auto aufgefallen sei, das ständig auf der Straße vor dem Haus parkte. Auf dem Fahrersitz saß ein Mann mit Notebook. Als sie dann mal vorsichtig an die Scheibe klopfte, kam heraus, dass da jemand den - unverschlüsselten - Zugang des B&B-WLANs zur Vervollständigung seiner Musiksammlung nutzte.
Seitdem hat das B&B ein Passwort. Und was für eins!
Stefan NinkAbstecher nach: Prag


alle Fotos: Stefan NinkDunkel ist der Worte Sinn (3), heute:
Stefan NinkVerstehe ich das richtig? Und wenn ja: Wie isst man so etwas? Zwischen zwei Brötchenhälften?
Am Nebentisch (1)
In einem Café in Udaipur sitzt ein Franzose und isst einen Nudelsalat, den er zuvor mit viel Tam-Tam und lautem "Ich-spreche-jetzt-wirklich-extra-deutlich-für-Dich"-Französisch bei dem kleinen Jungen bestellt hat, der hier aushilft. Die nächsten fünf Tage wird der Franzose mit Magenkrämpfen und Durchfall fliegenumschwärmt in seinem nicht klimatisierten Gästehauszimmer liegen, aber das weiß der Franzose jetzt natürlich noch nicht. Jetzt isst er seinen Kartoffelsalat mit viel Mayonnaise und telefoniert mit einem Freund in Paris. Dem erklärt er, wie toll dieses Indien sei. Und wie problemlos man reisen könne, auch, wenn niemand Französisch spreche.
1. Februar 2013
Kategorie 5
In den vergangenen Wochen bin ich mit meinem Roman durch die Buchhandlungen der Republik getingelt und dabei immer wieder gefragt worden, ob New Orleans denn tatsächlich eine so mystische Stadt sei, wie sie in einigen Kapiteln beschrieben wird. Und ob es wirklich noch Voodoo-Prinzessinen gebe und man nachts im French Quarter das Gefühl haben könne, die Vergangenheit schleiche sich in die Straßen zurück. Ich habe das dann immer mit "ja, ja, ja" beantwortet.
Und dann habe ich angefügt, dass New Orleans vor allem eine Stadt sei, die noch immer an den Folgen von Katrina leidet. Und zwar ziemlich schlimm, selbst über sieben Jahre nach dem Sturm. Und dass eigentlich jeder USA-Reisende mal vorbei schauen sollte. Weil jeder Besucher hilft. Der Stadt. Und den Menschen.
(Um die Mystik kann man sich dann ja gleich mit kümmern.)
Stefan Nink
23. Januar 2013
Und dann habe ich angefügt, dass New Orleans vor allem eine Stadt sei, die noch immer an den Folgen von Katrina leidet. Und zwar ziemlich schlimm, selbst über sieben Jahre nach dem Sturm. Und dass eigentlich jeder USA-Reisende mal vorbei schauen sollte. Weil jeder Besucher hilft. Der Stadt. Und den Menschen.
(Um die Mystik kann man sich dann ja gleich mit kümmern.)
Stefan NinkDiscover Gold
Es gibt Momente, in denen erinnert einen die Welt an eine längst vergessen geglaubte Zigarettenwerbung.
Hongkong, Foto: Stefan Nink
14. Januar 2013
Hongkong, Foto: Stefan NinkDunkelviolett
Gerade gelesen: In Australien ist es derart heiß, dass die Meteorologen eine neue Farbe bei den Wetterkarten hinzufügen mussten. Alle Gebiete, in denen es über 50 Grad Celsius wird, werden jetzt in einem satten dunkelviolett markiert.
(Und wir jammern über drei, vier Grad minus...)
8. Januar 2013
(Und wir jammern über drei, vier Grad minus...)
Empfang
Tiefe Nacht. Laute Stimmen direkt vor der Hotelzimmertür. Mann und Frau. Mann laut, Frau leiser.
Fünf Minuten später reden sie immer noch. Aus dem Bett und nachgeschaut: Unmittelbar vor der Zimmertür hockt jemand mit seinem Notebook am Boden und unterhält sich via Skype mit seiner Freundin.
Verschwinden? "Aber hier ist der Empfang am besten!"
7. Januar 2013
Fünf Minuten später reden sie immer noch. Aus dem Bett und nachgeschaut: Unmittelbar vor der Zimmertür hockt jemand mit seinem Notebook am Boden und unterhält sich via Skype mit seiner Freundin.
Verschwinden? "Aber hier ist der Empfang am besten!"
Weltenbild
Manchmal - und aus manchen Blickwinkeln - sieht diese Welt aus wie gemalt.
(Das hier sind kleine Gletscherseen im Yukon, Alaska, aus einer Cessna aus gesehen)
Stefan Nink
(Das hier sind kleine Gletscherseen im Yukon, Alaska, aus einer Cessna aus gesehen)
Stefan Nink
