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Der Reise-Blog von Stefan Nink
Bahnhof, noch einmal
Gestern Abend bei Willemsen gelesen:
"Wer je von der Atmosphäre alter Bahnhöfe berührt wurde, auf denen Menschen, noch ganz mit Fremde behangen, ankommen, um ihren ersten Blick auf das Neuland zu werfen, der sieht der Umwandlung dieser sozialen Umschlagplätze von Hoffnung und Elend in Zentren des Erlebnis-Shoppings mit Widerwillen zu."
20. August 2009
"Wer je von der Atmosphäre alter Bahnhöfe berührt wurde, auf denen Menschen, noch ganz mit Fremde behangen, ankommen, um ihren ersten Blick auf das Neuland zu werfen, der sieht der Umwandlung dieser sozialen Umschlagplätze von Hoffnung und Elend in Zentren des Erlebnis-Shoppings mit Widerwillen zu."
Reiselieder
Wie alle anderen großen Jungs kannte ich es aus den Romanen und Erzählungen von Jack London. Aber als ich dann zum ersten Mal im Süden war, also: wirklich im Süden - da habe ich es partout nicht entdecken können am Nachthimmel, das Kreuz des Südens. Und die Australier haben es doch sogar auf ihrer Nationalflagge!
Kurz vor einsetzender Nackensteifheit hat mir dann jemand gezeigt, was ich ohne Hilfe niemals gefunden hätte: Wer in einem katholischen Elternhaus im Rheinland aufgewachsen ist, denkt bei Kreuz selbstverständlich an DAS Kreuz, und DAS Kreuz hat natürlich einen dicken fetten Nagel dort, wo die beiden Balken sich treffen.
Das Southern Cross stört sich natürlich nicht an derart katechistischem Firlefanz - und verzichtet auf einen Stern in seiner Mitte. Deswegen sieht es auch eher aus wie ein perfekter geformter Papierdrachen. Aber vielleicht auch nicht für alle.
"Southern Cross" von CS&N eröffnet die Reiselieder-Rubrik. Bevor sich Graham Nash beim Wasserskifahren vor Hawaii mal beide Beine gleichzeitig gebrochen hat, waren die ja textlich oft auf den Weltmeeren unterwegs. Und versteckten kleine Lebensweisheiten hinter engelsgleichen Terzen und bountymäßiger "Segel setzen! Volle Kraft voraus!"-Klischees. Kann man immer wieder hören.
14. August 2009
Kurz vor einsetzender Nackensteifheit hat mir dann jemand gezeigt, was ich ohne Hilfe niemals gefunden hätte: Wer in einem katholischen Elternhaus im Rheinland aufgewachsen ist, denkt bei Kreuz selbstverständlich an DAS Kreuz, und DAS Kreuz hat natürlich einen dicken fetten Nagel dort, wo die beiden Balken sich treffen.
Das Southern Cross stört sich natürlich nicht an derart katechistischem Firlefanz - und verzichtet auf einen Stern in seiner Mitte. Deswegen sieht es auch eher aus wie ein perfekter geformter Papierdrachen. Aber vielleicht auch nicht für alle.
"Southern Cross" von CS&N eröffnet die Reiselieder-Rubrik. Bevor sich Graham Nash beim Wasserskifahren vor Hawaii mal beide Beine gleichzeitig gebrochen hat, waren die ja textlich oft auf den Weltmeeren unterwegs. Und versteckten kleine Lebensweisheiten hinter engelsgleichen Terzen und bountymäßiger "Segel setzen! Volle Kraft voraus!"-Klischees. Kann man immer wieder hören.
Welcome Home
Woran merkt man, dass man wieder zuhause ist? An Männern in 7/8-Hosen zum Beispiel, über denen Hemden hängen, die aus Geschirrtüchern hergestellt zu sein scheinen. An der dunstigen Hitze. Am schlimmen HipHop aus schlimmen Autos. Und an der Lautsprecherstimme, die einen an den Gleisen begrüßt. Der Mainzer Hauptbahnhof ist bundesweit sicherlich der einzige, der eine Sprecherin mit Hasenscharte beschäftigt, damit die Hinweise zwischen kreischenden Bremsen, einfahrenden Zügen und quengelnden Kindern auch richtig gut zu verstehen sind: "Akhnunnnng, Akhnunnng, die
S NnN aus Frnnkfut fährt ausnhmsweise von Gleis 8!"
Schön, wieder zuhause zu sein.
4. August 2009
S NnN aus Frnnkfut fährt ausnhmsweise von Gleis 8!"
Schön, wieder zuhause zu sein.
Zwischenruf aus der Steppe
Nach Wochen voller mongolischer Rumpelpisten, Sandstürme, zorniger Kamele, gärender Stutenmilch und permanenter Reifenwechsel: Ein Computer mit Internetzugang.
Komisch: Hat man bis gerade eben überhaupt nicht vermisst.
Und kommt jetzt nicht mehr von ihm los.



alle: Stefan Nink
17. Juli 2009
Komisch: Hat man bis gerade eben überhaupt nicht vermisst.
Und kommt jetzt nicht mehr von ihm los.



alle: Stefan NinkNie erschienen (4)
>> In Montgomery mögen sie uns überhaupt nicht. Jedenfalls nicht im Hank Williams-Museum - einer kleinen Gedenkstätte für den größten Sohn der Stadt, die unter einem grauen Himmel hockt, als brüte sie eine schwere Grippe aus. Hank war ja sowas wie der Vater aller musizierenden Outlaws, ein Mann, der Whisky liebte und Morphium brauchte. Hank sang, dass die Nackenhaare Spalier standen, sang von Liebe, Tod und Teufel, sang treffliche Lieder wie „I am so lonesome I could die“ oder „I will never get out of this world alive“, was sich im bescheidenen Alter von 29 Jahren dann auch prompt bewahrheitete. Nun wird sein Erbe von einer Kuratorin verwaltet, die sich bei unserem Eintreten innerlich bekreuzigt. „Alles, was Sie über Hank Williams schreiben, weiterlesen
15. Juli 2009
Reisen & Speisen (3)
Stefan NinkIch habe nie herausgefunden, was für Fische das waren. Der Händler auf dem Fischmarkt in Tokio verstand mich nicht und ich ihn nicht, aber weil gerade Frühstückszeit war, hat er eine Handvoll davon serviert, und einen grünen Tee dazu.
Es hört sich heute ein bisschen seltsam an, aber: Die haben ganz wunderbar geschmeckt, roh und auf nüchternen Magen.
Bruchgitarre
Die "Sons of Maxwell" kennt man bei uns nicht wirklich, wohl aber das, was dem Sänger und Gitarristen der Band neulich passierte: Bei einem inneramerikanischen Flug wurde sein Gepäck beschädigt. Und weil Gitarristen nun mal mit Gitarren reisen, erwischte es .. genau: eine 3500$ teure Akustikgitarre.
Darf nicht passieren, kann aber, klar. Blöd für die Airline ist nur, dass der Mann durch das Flugzeugfenster zugesehen hat, wie die Gepäckmenschen auf dem Rollfeld mit seinem guten Stück Fangen spielten und auch sonst einigen Blödsinn anstellten. Und dass die "Sons of Maxwell" jetzt einen Song über das Ereignis komponiert haben, nachdem sich die Airline stur stellte.
So sit back, fasten your seatbelts and relax: "United Breaks Guitars".
(Countrysänger müsste man sein.)
1. Juli 2009
Darf nicht passieren, kann aber, klar. Blöd für die Airline ist nur, dass der Mann durch das Flugzeugfenster zugesehen hat, wie die Gepäckmenschen auf dem Rollfeld mit seinem guten Stück Fangen spielten und auch sonst einigen Blödsinn anstellten. Und dass die "Sons of Maxwell" jetzt einen Song über das Ereignis komponiert haben, nachdem sich die Airline stur stellte.
So sit back, fasten your seatbelts and relax: "United Breaks Guitars".
(Countrysänger müsste man sein.)
Lieblingszimmer
Stefan Ninkbei Twillingate, Newfoundland
Als ob wir's geahnt hätten ... (3)
Es geht munter weiter bei den Airline-Gebühren. Mittlerweile müssen sich Passagiere von Allegiant Air warm anziehen: Decken kosten bei denen jetzt extra (und vielleicht wird in 10.000 Meter Höhe auch noch das ein oder andere Fensterchen geöffnet, damit die Nachfrage steigt...?).
Die Kollegen von der USA Today haben sich mal die Mühe gemacht, jede einzelne Gebühr us-amerikanischer Fluggesellschaften zu listen. Liest sich wie ein Tableau des Schreckens.
Kommt Ihnen das alles bekannt vor? Klar kommt Ihnen das bekannt vor!
26. Juni 2009
Die Kollegen von der USA Today haben sich mal die Mühe gemacht, jede einzelne Gebühr us-amerikanischer Fluggesellschaften zu listen. Liest sich wie ein Tableau des Schreckens.
Kommt Ihnen das alles bekannt vor? Klar kommt Ihnen das bekannt vor!
Google City Tours
Im Kaufhof gegenüber war die Verkäuferin heute mittag sichtlich idigniert, als sie auf ihre "Ei, habbese aach en Payback-Kadd?"-Frage gleich von drei Kunden nacheinander abgekanzelt wurde, "ei, mer habbe doch Daateschutz in Deutschland, odder?" Ja, habenhatten wir. Jetzt warten wir auf das Auftauchen der Google-Kamerawagen, und bis die unten vorm Haus vorfahren, entdecken wir schnell noch ein neues Produkt aus dem Haus mit den vielen Datenkrakenarmen. Bei "Google City Tours" kann man sich Vorschläge für weiterlesen
