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Der Reise-Blog von Stefan Nink
Yumm!
Bis vor Kurzem war die neuseeländische Küche alles andere als von der Muse der Kreativität geküsst. Die britischen Siedler hatten einst die Ernährungsgewohnheiten einer isolierten Inselnation mit in ihre neue (ebenfalls isolierte) Heimat gebracht, Hammelfleisch, frittierten Fisch, Weißbrot - Kalorien und Fett und Proteine vor allem, und vielleicht ein kleines Vitamin, das leise vor sich hinweinte, weil es ganz alleine war. Dabei blieb es lange Zeit, Neuseeland war auch kulinarisch abgeschnitten vom Rest der Welt.
Und jetzt? Ich weiß nicht, wann ich auf einer Reise das letzte Mal so fantastisch (und gleichzeitig bezahlbar) gegessen habe wie hier. Und der neuseeländische Wein ist eh eine Klasse für sich!
Unser zweiter Kiwi!
Unser erster Kiwi!
Von der Schönheit (2)
Lake Tekapo, Neuseeland
Der Herr der Ringe
Gandalf hielt den Ring hoch. Er schien aus reinem Gold zu sein.
"Kannst Du irgendwelche Gravuren auf ihm sehen?", fragte er.
"Nein", sagte Frodo. "Da sind keine. Es ist einfach nur ein Ring, und er bekommt niemals einen Kratzer oder zeigt sonst ein Zeichen von Abnutzung."
(J.R.R. Tolkien, "Der Herr der Ringe", so, wie ich die Stelle in Erinnerung habe)
Stefan Nink
Aus dem Atelier von Thorkild Hansen in Nelson auf Neuseelands Südinsel kommt der Original-Ring, der in Peter Jacksons Trilogie zu sehen war.
23. April 2011
"Kannst Du irgendwelche Gravuren auf ihm sehen?", fragte er.
"Nein", sagte Frodo. "Da sind keine. Es ist einfach nur ein Ring, und er bekommt niemals einen Kratzer oder zeigt sonst ein Zeichen von Abnutzung."
(J.R.R. Tolkien, "Der Herr der Ringe", so, wie ich die Stelle in Erinnerung habe)
Aus dem Atelier von Thorkild Hansen in Nelson auf Neuseelands Südinsel kommt der Original-Ring, der in Peter Jacksons Trilogie zu sehen war.
Wie man Opossums fossiliert
Weil sich Oppossums ganz wunderbar tot stellen können, wenn Gefahr droht, haben die Amerikaner die Redewendung "to play possum" dafür erfunden. Vielleicht haben die in USA ja andere Opossums - die hier in Neuseeland sind nämlich wirklich mausetot. Zumindest die, die man auf der Straße sieht. Weil die Opossums pro Nacht zigzehntausend Tonne Grünzeugs wegfressen, ist das Verhältnis der Neuseeländer zu ihnen etwas, nun ja: gespannt. Und wenn sie nicht gerade einen Riesenschlanker hinlegen müssen, halten Autofahrer auch gerne mal drauf, wenn ihnen ein Opossum über die Straße läuft.
Im Nationalmuseum in Wellington gibt es dazu weiterlesen
22. April 2011
Im Nationalmuseum in Wellington gibt es dazu weiterlesen
Von der Schönheit
Manchmal ist dieses Neuseeland so schön, dass einem einfach die Worte fehlen.
Stefan Nink
20. April 2011
Stefan NinkVom Kaffee
Als ich Mitte der Neunziger zum ersten Mal in Neuseeland war, gab es hier nur Tee. Beziehungsweise: nur der Tee war trinkbar. Natürlich existierte auch Kaffee, aber der war grauenvoll, in der Regel wurde er morgens einmal aufgesetzt und dann den ganzen Tag aus der Warmhaltekanne getrunken. Bis in diese Neunziger gab es in ganz Neuseeland insgesamt bloß fünf Espressomaschinen.
Dann aber scheint der ein oder andere Kiwi von seiner großen OE - der "overseas experience", einem längeren Ausflug nach Europa oder die USA, der fest zum Lebenslauf eines Neuseeländers gehört - die Kunde mitgebracht zu haben, dass es da draußen im Rest der Welt tatsächlich trinkbaren Kaffee gab. Und dann muss alles rasend schnell gegangen sein: mit dem Espressomaschinen-Import, mit den Kaffeehaus-Gründungen, mit den Starbucks-Klonen. Heute gibt es zweiinselweit ganz wunderbaren Kaffee. Und zwar überall.
(Nur offensichlich zuhause bei Kiwis nicht: Angeblich trinken drei Viertel aller Neuseeländer noch immer löslichen Kaffee.)
Die Geißel Fiordlands
Dafür, dass es hier in Neuseelands Fiordland kaum Sand gibt (wahrscheinlich hat der Regen ihn während der letzten Jahrtausende komplett ins Wasser gespült...), gibt es grotesk viele Sandfliegen, das muss man schon sagen. Die Sandfliege ist ein winziger Plagegeist, der eine paradiesische Landschaft auf den Boden der irdischen Tatsachen zurück holt. Kommt sofort angeflogen, entdeckt sofort jeden Quadratzentimeter ungeschützte Haut, sticht sofort zu. Hat sich in der kompletten Region ausgebreitet und auf diese Weise die Menschen lange fern gehalten vom schönsten Stück Neuseelands. Die Maori, die auf der Suche nach Jade kamen, blieben nie länger als unbedingt nötig. Captain Cook beschwerte sich 1770 im „Endeavour“-Logbuch über die Blutsauger („übertreffen alles, was sich bislang auf meinen Reisen erlebt habe“), und auch in all den folgenden Jahren traute sich nur eine Handvoll Eremiten ins Sandfliegenreich. Fiordland, das Land der fauchenden Wasserfälle und gurgelnden Bergbäche, der horizontgreifenden Regenbögen und immergrünen Regenwälder, Fiordland blieb für sich. Lange. Sehr lange. Bis sich der Erfindergeist des Menschen mit der Sache befasste. Seitdem rückt er in verglasten Ausflugsdampfern an; er hat feinmaschige Fliegennetze für Wohnmobile erfunden und Klimaanlagen für Autos, damit deren Fenster nicht mehr geöffnet werden müssen. Zu guter Letzt hat er eine Chemikalie entwickelt, die alles, was er an Kunstfasern am Körper trägt, langsam auflöst und in den Geschäften von Queenstown unter Bezeichnungen wie „Kill ’em all!- Lotion“ verkauft wird. Das ist dann selbst für die Sandfliege zu viel. Zum Glück.
(Das Foto oben täuscht: Sandfliegen sind nicht so groß wie Nazguls. Sie sind winzig. Alles andere aber stimmt. Drecksdinger!)
Korrektur: Das noch ein bisschen schönere Ende der Welt, ...
... also quasi: das allerschönste - der Doubtful Sound.
Stefan Nink
Doubtful Sound, Neuseeland.
Doubtful Sound, Neuseeland.
