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Der Reise-Blog von Stefan Nink
Lieblingsplätze (5)
Plötzlich war das Schild da, und mit dem Schild die Erinnerung: früher war ich öfter hier, früher, vor - 20 Jahren? Oder vor 22? Oder ist es noch länger her?
Zum Glück ändern sich manche Orte nie. Als sei ihnen die Zeit schnuppe. Als existierten sie in einem Paralleluniversum. Das Hawelka in Wien ist so ein Ort. Und ein Lieblingsplatz sowieso.
Auch, wenn ich ihn über zwei Jahrzehnte vergessen hatte.



27. März 2011
Zum Glück ändern sich manche Orte nie. Als sei ihnen die Zeit schnuppe. Als existierten sie in einem Paralleluniversum. Das Hawelka in Wien ist so ein Ort. Und ein Lieblingsplatz sowieso.
Auch, wenn ich ihn über zwei Jahrzehnte vergessen hatte.



alle: Stefan Nink
Reisen und Speisen (6)
Ehrlich gesagt: Ich weiß nicht mehr, wie das da oben hieß. Ein Kellner in einem kleinen Restaurant in Dubrovnik hat es gebracht, ohne Aufforderung, einfach so, zu einem Glas Weißwein. Nun gehören sowohl Kapern als auch Sardellen zu meinen erklärten Lieblingen, weswegen mir der Mann mit dieser kleinen kroatischen Bruscheta eine Riesenfreude gemacht hat (auch, wenn ich nachts bedauert habe, keine Zwei-Liter-Mineralwasserflasche neben dem Bett stehen gehabt zu haben).
Was ich aber eigentlich sagen wollte: Es sind doch wirklich oft diese kleinen Dinge, die von einer Reise im Gedächtnis hängen bleiben. Der Geschmack der Kapern. Der Salzgeschmack der Sardellen. Das knusprige Brot. Da spielt es nun wirklich keine Rolle, wie der Snack hieß. Überhaupt keine.
(Aber vielleicht weiß es ja jemand? Dann könnte ich es das nächste Mal auch bestellen...)
Meet the Locals! (11)
Fischer, Fang, Tonga.
Haste auch alles? (4)
Das hier zum Beispiel: Ihr Laptop-Kabel. Nicht das Teil mit dem kleinen schwarzen Kästchen, das kann man ja nicht übersehen. Das da oben ist das andere Stück, das zwischen dem Adapter und der Steckdose in der Wand. Keinen Meter lang, keine 300 Gramm schwer - aber wehe, Sie vergessen es einzupacken!
Ist mir neulich passiert. Bei einer Reise in eine europäische Großstadt. Nach dem vergeblichen Besuch von etwa siebzehn Computer- und Elektrozubehörläden weiß ich jetzt:
DAS DARF ICH NIE NIE WIEDER VERGESSEN.
Letztens bei .. Ulan Bator
Der Jeep, mit dem wir unterwegs sind, ist unglaublich alt, ich schätze mal: Baujahr 1974. Damals wollten die Sowjets noch nichts wissen von westlichen Errungenschaften, deshalb gab es keine Cola, kein "Russland sucht den Superstar" und natürlich auch keine Klimaanlagen und all das Zeugs. Was sie damals gegen ordentliche Autofenster hatten, weiß ich nicht, möglicherweise lagen ideologische Gründe vor, jedenfalls hat unser Jeep nur zwei kleine Dreiecke zum Ausklappen und Feststellen, aber das funktioniert nicht, weil die Feststellhebel fehlen. Dort, wo bei anderen Autos Handschuhfach und Plastikverkleidung sind, ragt ein Gewirr aus Kabeln und Schläuchen vogelwild in die Fahrerkabine. Alles obendrüber wird von zwei Holzkeilen stabilisiert, die beim Fahren leider regelmäßig herausfallen, worauf zwei, drei Sekunden später dann das Armaturenbrett hinterher kommt. Außerdem sind da noch Tacho sowie Anzeigen für Ölstand und Batterie, nicht aber für den Tank - dort, wo die Tankuhr hingehört, sitzt etwas, dass wie eine leere, alte Thunfischdose aussieht. "Das da?" Der Fahrer zeigt auf die Dose. "Das ist ein Aromaspender". Aha. Aber wäre eine Tankuhr nicht praktischer in den menschenleeren Steppen? "Ein Mann muss wissen, wo seine Grenzen liegen", sagt er. Offensichtlich ist das eine alte mongolische Weisheit.
20. März 2011
Reiselieder (10)
Beim Buchhändler in Dublin Philomena Lynott kennen gelernt, die Mutter des Thin Lizzy-Sängers Phil Lynott. Hat gerade ihr Buch über ihren verstorbenen Sohn überarbeitet, „My Boy“. Und empfahl sehr, sehr dringend die Ausstellung „The Philip Lynott Exhibition“ im Stephen Green’s Shopping Centre (bis 31.März).
Machen wir hiermit auch, für alle, die demnächst nach Irland kommen. Und erklären Thin Lizzys Dublin-Hommage „The Boys are back in Town“ zum Reiselied #10.
Happy St.Patrick's Day!
Knüppelargument
"Buy one more! Life is long!"
(Lebensmitteländler in Bangkok, beim Verkauf einer - Flasche Mineralwasser)
Letztens in ... Cambridge
Im Regengrau des Nachmittags wirken Cambridges Türme und Zinnen wie Kulissen aus der Eröffnungssequenz von "Die Tudors - die komplette erste Season". Es staut, bereits Kilometer vor der Stadt staut es, Radfahrer drängen sich wie ein Schwarm zorniger Hornissen an den Autos vorbei. Beim gemächlichen Rollen Richtung Hotel entdeckt man mächtige Gebäude unter einem Himmel wie aus einem Turner-Gemälde; ihre Tore und Pforten werden von Türstehern in historischen Kitteln bewacht. Der Concierge im Hotel trägt neuzeitliches Anthrazit, er hievt den Koffer mit jener beleidigten Exaltiertheit aus dem Auto, die Menschen an den Tag legen, deren Verdienste von der Welt scheinbar zu Unrecht ignoriert werden. Am Fluss warten gelangweilte Bootsvermieter auf Passagiere, die eine Tour auf der Cam unternehmen wollen, dem Hausfluss der Stadt. Es regnet unaufhörlich. Als wolle es nie wieder aufhören, so regnet es.
11. März 2011
Meet the Locals! (10)
Karen, Ghostbusterin, somewhere way down south, USA.
